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gumpen

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DWB
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18 in 12 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

gumpen vb.

Bd. 9, Sp. 1100
gumpen, vb. , springen, hüpfen. ableitung von der schwundstufe der wurzel ghemb- Walde-Pokorny 1, 678 oder einer kürzeren wurzelform ghem- Fick-Torp 32, 127; Falk-Torp 1, 299 mit labialerweiterung; im ablautverhältnis zu gampen 'sich gaukelnd bewegen, lustig springen u. ä.' teil 4, 1, 1, 1213 und schweizerisch gimpen, gimpfen Staub-Tobler 2, 311; 320 (vgl. auch norw.n. mundartl. gimpe 'wippen, schaukeln' Falk-Torp 1, 311). die u-form begegnet auszerhalb des deutschen als schwed. dialekt. gumpa 'springa och vicka med bakändan' Rietz 222b, n. gumpe 'wippen' A. Torp nynorsk 190b, engl. jump Skeat (1888) 311a; ndl. als gumpen ontspringen exilire Plantin thes. (1573) v 1b, tripudiare Kilian 166a verzeichnet. seit dem 15. jh. im deutschen bezeugt, auf obd. boden heimisch, heute mundartlich dort noch lebendig wie im anstoszenden rheinfrk., s. Autenrieth pfälz. id. 58; seltener bei md. autoren Luther 19, 458 W.; H. Sachs 17, 332 lit. ver.; Mathesius Syrach (1586) 3, 19a; Logau 109 Eitner. als gompen Guarinonius grewel der verwüstung (1610) 84; 186; (er) gumet bei Fischart Gargantua 149 ndr.; gumt Abr. a s. Clara Judas (1691) 1, 98, vgl.gumme hüpfen, tanzen Schmid schwäb. 218; als gumpfen (1475) bei Steinhausen privatbriefe des mittelalters 1, 153; gumpffen Mathesius Syrach (1586) 1, 80a, wie bei gampfen, gimpfen a. a. o.; als ableitung s. gümpeln. 11) springen von tieren, vom esel, pferd bes. vom jungvieh: das kalb gumpet, stiesz und schluog so vil und lang, daz es das joch von im warf Steinhöwel Äsop 156 lit. ver.; ein jung kalb, wenn man es usz dem stal laszt, so springt es und gumpet und blitzget hinden und fornen Keisersberg brösaml. 2, 76b; wie das junge viehe, wenn es auf die lustige weide gelassen wird, anfähet zu gumpen Grimmelshausen Simplicissimus 488 ndr.; wenn dem esel zu wol ist, so gumpet er J. Agricola sprichwörter (1534) f 8a; gumpen quadrupediare sicunt faciunt equi voc. primo ponens dictiones theut. (1515 Straszburg) k 5b; es (das rosz) gumpet ungestümer art und thut den kopff zerschütten hart Spreng Äneis 231a; neben dem begriff der lebensfrische und der wildheit als äuszerung der geilheit: kein gaul ist so alt und kranck, er gumpt, wenn er zur stuten komt Lehman florileg. polit. (1662) 1, 167; mundartlich schwäb.: der hagen (zuchtstier) gumpet bei Fischer schwäb. 3, 922. 22) mit den gleichen bedeutungsnuancen vom menschen; zumeist als vergleich oder bildlich übertragen: das ist also nötlich gebare und unbertig sie mit hin und her sehen oder gumpen, dann es ist gezogen von den unvernünfftigen thieren zuo dem menschen Terenz (1499) 53a; häufig in der verbindung mit blitzen, das auch zunächst von tieren gilt (vgl. teil 2, 133); im vergleich mit dem tierischen gumpen zum ausdruck der wildheit und widerspenstigkeit: wenn man si da (an ihren lastern) anrüret, so blitzen und gumpen si und schlagen umb sich wie ein böses pferdt Keisersberg häslein (1510) E e 1a; dardurch das volck, gleich wie ein ungezämpt pferd, gantz wild und ungehorsam worden, dasz sie anfingen zu blitzen und zu gumpen Xylander Plutarchus (1580) 86b. ebenso redensartlich in der wendung: wider den stachel (sporn) gumpen Eberlin v. Günzburg sämtl. schr. 3, 132 ndr.; gumppest du also wider die sporen F. Alber Loiola (1591) 123; mit der gleichen vorstellung: daz die leib minder gumppen wider den geist dialog Erasmi von Rotterdam von fasten und flaischessen (1524) a 2b; das hat dein hochtrabenden geyst also gespornt, das er gumpet und schlecht Luther 19, 458 W. sonst vom umherspringen der kinder: (wie die buben) auff allen gassen ... bei hellem tag herumblauffen und gompen H. Guarinonius grewel der verwüstung (1610) 84; vom jugendlichen treiben überhaupt: das gumpen ihrer jugend hat sich geendigt, ihr muthwill und vorwitz hat sich gelegt Grimmelshausen simpliz. schr. 1, 9 Tittmann; als äuszerung der freude: si gumpend vor fröuden Züricher bibel (1530) 437; darnach hat er ... vor im mit frewden gegumpet und gesprungen Xylander Plutarch (1580) 420a; auch: das hertz gumpet mir vor fröuwden salit mihi cor Maaler 198b; Michels herz gumpete fast vor freude Gotthelf ges. schr. (1855) 7, 133. von geiler ausgelassenheit, lascivire: schwer sunden, ergernüszen, schand und laster, das sind die früchten, die man uff der kirchwyh erlangt. sollich plitzen, gumpen und füllen gehört in die huorenhüser Keisersberg postille (1522) 1, 24a; die jungen leut machen sie (buhlbücher) hitziger als das fewer selber, machen auch die alten narren gumpen und reitzen inen ire vor langst erkalte glider Putherbei v. Thuron tractat (1581) 34b; sie ... erlauben den zarten herrn und frawen in der fasten das fleischessen, damit sie desto besser geilen und gumpen mögen Albertinus Lucifers kgr. 47, 10 Liliencron; dann wir wollen springen an dem danz und gumpfen an dem bett (1475) bei G. Steinhausen privatbriefe des mittelalters 1, 153. 33) vor allem vom hüpfen beim tanzen und gleichbedeutend mit tanzen selbst: von dem gumpen und gedreng ward der tancz so übrigs eng Wittenweiler ring 171 Bechstein; tantzen ..., das die Schwitzer gumpen heiszen Lindener rastbüchlein 52 lit. ver.; ir ding ist nüt dann gumpen, springen am ringeltantz und ballen schlan H. R. Manuel weinspiel 1832 ndr.; bes. wildes, lautes, stampfendes tanzen: kein tantz der was mir nimmer zlang, ich gumpet, zablet, randt und sprang das mir der schweisz zendumb abran ebda 2521; ir gumpet ... ja, dasz der Säntis zu wanken und schüttern anhebt J. Scheffel ges. w. (1907) 2, 167; vgl. auch: strepere gumpen donen vel mit den fusen scharren (obd. voc. anfang 15. jh.) bei Diefenbach 555c; s. auch gumpendonnerstag donnerstag vor fastnacht Fischer schwäb. 3, 924. 44) von einer hüpfenden bewegung schlechthin: was schreist und thust hupffen und gumpen? H. Sachs 17, 292, 28 Keller-Götze; (sie) haben auf iren rossen gumpet J. Frischlin bei Fischer schwäb. 3, 922; (auf reittieren saszen sie,) mit dem ... gantzem leib zu gumpen, ... damit sie fort kommen möchten Moscherosch gesichte (1650) 1, 168; der gumpende weber Abraham a s. Clara etwas f. alle (1699) 1, 499; der fisch gumpet und schnattert vor im (palpitare coepit) Züricher bibel (1531) 1, 292d; gleich als ein eingeschlossen büchsenpulver, das angezündt wirdt, hin und her gumpt Paracelsus op. (1616) 2, 90 Huser. 55) die bedeutung 'pumpen' wohl aus der bewegung des pumpenkolbens oder schöpfeimers zu erklären, mundartlich obd. und südl. rheinfrk.; zuerst belegt in gumpen ex puteo aquam per fistulas attrahere Henisch 1778, s. 2gumpe.
6599 Zeichen · 122 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    gumpenswv.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +3 Parallelbelege

    gumpen swv. BMZ hüpfen, springen Hätzl. Wolfd. Casp. 270. Wolk. 58. 5,5. Ring 39 c , 5. Fasn. 383,17. gumpen oder plitze…

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    gumpenvb.

    Grimm (DWB, 1854–1961) · +1 Parallelbeleg

    gumpen , vb. , springen, hüpfen. ableitung von der schwundstufe der wurzel ghemb- Walde-Pokorny 1, 678 oder einer kürze…

  3. modern
    Dialekt
    gumpen

    Elsässisches Wb. · +11 Parallelbelege

    gumpe n II [kùmpə Liebsd. bis Tagolsh. Rapp. ; kpə M. ] 1. hüpfen, springen. Seil g. G. wie e Katz. Wënn d Fisch übers …

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit gumpen

11 Bildungen · 8 Erstglied · 2 Zweitglied · 1 Ableitungen

Zerlegung von gumpen 2 Komponenten

gum+pen

gumpen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

gumpen‑ als Erstglied (8 von 8)

Gumpenloch

PfWB

gumpen·loch

Gumpen-loch n. : ' Wasserloch ', Gumbeloch [ LU-Neuhf ]; vgl. Gump 2 2.

Gumpenross

ElsWB

gumpen·ross

Gumpe n ross n. Schaukelpferd Str. Unter den auf dem Christkindelsmarkt feil gehaltenen Waren werden genannt ‘Zuckerkeijele unn Zuckerrude, …

Gumpen (Subst.)

Wander

gumpen·subst

Gumpen (Subst.) Gumpen (Subst.). Er möcht vns inn ein gumpen führen. – Henisch, 1778, 28. D.i. betrügen, verführen.

gumpenîe

MWB

gumpenîe stF. 1 ‘närrisches Getue’ 2 ‘Spiel, Spott’    1 ‘närrisches Getue’ also múte sie der gauch in seiner gumppenay Neidh (S) 1,193 c10…

gumpenīe

KöblerMhd

gumpenīe , st. F. Vw.: s. kompanīe

gumpen als Zweitglied (2 von 2)

ūfgumpen

KöblerMhd

ūfgumpen , sw. V. nhd. in die Höhe hüpfen, hoch springen Q.: MinnerII (um 1340) (FB ūf gumpen), Hätzl E.: s. ūf, gumpen W.: nhd. DW- L.: Lex…

Ableitungen von gumpen (1 von 1)

vergumpen

RhWB

ver-gumpen: etwas v., verschlafen.

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „gumpen". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 10. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/gumpen/dwb?formid=G32073
MLA
Cotta, Marcel. „gumpen". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/gumpen/dwb?formid=G32073. Abgerufen 10. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „gumpen". lautwandel.de. Zugegriffen 10. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/gumpen/dwb?formid=G32073.
BibTeX
@misc{lautwandel_gumpen_2026,
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