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gründlich

nhd. bis spez. · 9 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
Anchors
10 in 9 Wb.
Sprachstufen
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Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

gründlich

gründlich

Grund m. ‘unterste Fläche, Erdboden, Bodenvertiefung, Tiefe und Boden eines Gewässers, eines Gefäßes, Fundament, Grundlage, das innerste, tiefste Wesen, Ursache, Veranlassung’, ahd. grunt (8. Jh.), mhd. mnd. grunt, asächs. grund, nl. grond, aengl. grund, engl. ground, anord. grunnr m. ‘Grund, Boden’, grund f. ‘Feld, Erde’, schwed. dän. grund, got. *grundus (in grunduwaddjus ‘Grundmauer’). Unter Annahme einer (nicht belegbaren) ursprünglichen Bedeutung ‘körniger Boden, Sandboden’ kann für germ. *grundu- über ‘Zerriebenes’ ein Anschluß an ie. *ghren-, Erweiterung der Wurzel ie. *gher- ‘hart worüber streichen, zerreiben’, hergestellt werden. Dabei ergibt sich über die dentale Erweiterung ie. *ghrendh- Verwandtschaft mit Grind (s. d.). – gründen Vb. ‘die Grundlage schaffen, den Grundstein legen, ins Leben rufen, auf etw. basieren, aufbauen’, ahd. grunten ‘ergründen, erforschen’ (um 1000), mhd. gründen; Gründer m. ‘Erbauer, Urheber, Begründer’ (17. Jh.); Gründerjahre (Plur.) und Gründerzeit f. ‘Zeit wirtschaftlichen Aufschwungs in Deutschland nach 1871’ (19. Jh.). begründen Vb. ‘Gründe angeben, den Grund legen, neu schaffen’, mhd. begründen; Begründer m. (Anfang 19. Jh.). ergründen Vb. ‘einer Sache auf den Grund gehen, sie erforschen’, ahd. irgrunten (um 1000), mhd. ergründen. Nur vereinzelt 1gründeln Vb. ‘nach dem Grund, nach der Ursache suchen’ (16. Jh.). grundieren Vb. ‘nach dem Grund, nach der Ursache suchen’ (16. Jh.). ‘die Grundfarbe, den ersten Anstrich auftragen’ (2. Hälfte 18. Jh.), in formaler Anlehnung an ältere maltechnische Begriffe wie schattieren, lackieren, schraffieren (s. d.). gründlich Adj. ‘allem auf den Grund gehend, sorgfältig, gewissenhaft, genau’, ahd. gruntlīhho Adv. (9. Jh.), mhd. grüntlich, gruntlich; Gründlichkeit f. ‘Genauigkeit, Gewissenhaftigkeit’, allgemein seit Anfang des 18. Jhs., vereinzelt bereits im Sinne von ‘Seelen-, Herzenstiefe’ in der deutschen Mystik (14. Jh.). Grundbesitz m., Grundbesitzer m. (beide 18. Jh.). Grundlage f. ‘Unterlage, Basis, Fundament’ (Ende 16. Jh.). grundlos Adj. ‘ohne Grund und Boden, sehr tief, ohne Ursache, unbegründet’, mhd. gruntlōs, grundelōs; vgl. ahd. gruntlōsī ‘bodenlose Tiefe, Abgrund’ (8. Jh.). Grundriß m. ‘senkrechte Projektion eines Körpers auf eine waagerechte Ebene, maßstabgerechter Übersichtsplan’ (1. Hälfte 17. Jh.), älter (vereinzelt) ‘Grundlage’ (16. Jh.). Grundsatz m. ‘feste Regel, Richtlinie des Denkens und Handelns’ (17. Jh.); grundsätzlich Adj. (16. Jh.; allgemein verbreitet erst um 1800). Grundstück n. ‘abgegrenztes, als jmds. Besitz ausgewiesenes Stück Land’ (16. Jh.). Grundel, Gründel m. f., Name einiger auf dem Grund eines Gewässers lebender Fische, ahd. gruntila, grundila (Hs. 12. Jh.), mhd. grundel, mnd. grundel(e), mnl. grondel(e), nl. grondel, aengl. gryndle. Auch Gründling m., mnd. grundelingk, frühnhd. grundeling (15. Jh.) und Grundfisch m., spätmhd. gruntvisch. 2gründeln Vb. (von Wasservögeln) mit Kopf und Hals zur Nahrungssuche unter Wasser (gleichsam auf den Grund) tauchen (19. Jh.).
3029 Zeichen · 132 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Gründlich

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Gründlich , -er, -ste, adj. et adv. aus dem Grunde, mit Beziehung auf die Gründe oder ersten Bestandtheile eines Dinges;…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    gründlich

    Goethe-Wörterbuch

    gründlich öfter ‘das G-e’ (‘der G-ste’ B16,199,16 WHumboldt [14.3.03] K ), auch Kleinschr; der Großteil der 550 Belege n…

  3. modern
    Dialekt
    gründlich

    Mecklenburgisches Wb. · +2 Parallelbelege

    gründlich genau: dat is gründlich wohr bestimmt wahr Wa Speck .

  4. Spezial
    gründlich

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    gründ|lich I adj. 1 (radikal) radical (-ai, -a) 2 (genau) prezis (-sc, -a), avisa 3 fondé (-dá, -dada) 4 (ernsthaft) ser…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit gruendlich

13 Bildungen · 9 Erstglied · 1 Zweitglied · 3 Ableitungen

Ableitung von gruendlich

grund + -lich

gruendlich leitet sich vom Lemma grund ab mit Suffix -lich, mit Umlaut-Wechsel.

gruendlich‑ als Erstglied (9 von 9)

gründlichfruchtbar

GWB

gruendlich·fruchtbar

gründlich-fruchtbar sorgfältig, solide (konzipiert) u daher positiv ausstrahlend (auch auf Schüler); Wortwahl evtl mit Bezugnahme auf die vo…

gründlichkeit

DWB

gruendlich·keit

gründlichkeit , f. , seit dem anfang des 18. jhs. im schwang; als vereinzelte gelegenheitsbildung in der deutschen mystik zu gründlich A 2: …

gründlichklar

GWB

gruendlich·klar

gründlich-klar möchten doch alle den g.-klaren Sinn eines La Grange besitzen und damit .. Wissenschaft behandeln N11,98,4 MuR(1287) Rüdiger …

gründlichlebendig

GWB

gruendlich·lebendig

gründlich-lebendig gleichermaßen wiss korrekt u anschaulich, wirklichkeitsnah (in der Darstellung natürl Umgebung) dieß schöne g.-lebendige …

gründlichsittlich

GWB

gruendlich·sittlich

gründlich-sittlich auf grundlegende Werte, ethische Reflexion u Fundierung bedacht er [ Moser ] hatte einen g.-sittlichen Charakter .. und s…

gruendlich als Zweitglied (1 von 1)

unergründlich

DWB

unergründlich , adj. adv. , gegentheil des durch rückbildung gewonnenen ergründlich. vgl. unab-, unaus-, ungründlich; kaum (schwer) ergründl…

Ableitungen von gruendlich (3 von 3)

ergründlich

DWB

ergründlich , quod explorari potest, erforschbar, erforschlich. s. unergründlich , unerforschlich.

ungründlich

DWB

ungründlich , adj. adv. , gth. v. gründlich. vgl. ungründig, ungrundhaft, -haltig, grundlos. mhd. ungrüntlich, ungruntlich; mnd. ungruntlik;…

urgründlich

DWB

urgründlich , adj. adv. ; während gründlich A der neueren sprache abhanden gekommen, ist in u. noch ein rest dieser bedeutung zu bemerken: d…