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ungründlich

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

ungründlich adj. adv.

Bd. 24, Sp. 1033
ungründlich, adj. adv., gth. v. gründlich. vgl. ungründig, ungrundhaft, -haltig, grundlos. mhd. ungrüntlich, ungruntlich; mnd. ungruntlik; mnl. nl. ongrondelijk; schwed. ogrundlig. in ä. spr. auch umlautlos. heute bis auf bed. 2 d veraltet. 1) sinnlich; profundum nimis, bodenlosz, u., grundtlosz Schöpper: an viel enden seind die uff gerissen schrunden drey oder vier hundert claffter tieff, ettlich ongrüntlich Münster cosm. 401; Abr. Ortelius schawplatz des erdbodems 45a; u. tief J. de Acosta America 211; Hohberg Proserpina 95a. 2) uneigentlich (zur übertragung Dannhawer catechism. 2, 403; Heräus 181): a) wie mhd., mnd., mnl., nl. unergründlich (vgl.unergründet 3, unergründlich 2, 3): das gericht gottes ist haymlich und ungrüntlich Keisersberg granatapfel B 4c; nach solchen ungründtlichen dingen trachten Luther 11, 450, 14 W.; erwelung Eberlin v. Günzburg 1, 27 ndr.; Sachs 17, 31, 13 G.; Höniger narrensch. 320; Guarinonius 110; ewigkeit J. Böhme Aurora (1835) 105; hertze gottes 4, 64. seltener von personen: der ... unendlich, u. und allermächtigst schöpfer Guarinonius 46. steigernd: ungründtlichen schaden acten der ständetage Preuszens 4, 354 (1454); völle Fischart gesangbüchlein 196 Kurz; geltsucht Moscherosch gesichte 1, 372; im schwed. vulgär 'ungeheuer'. vgl. ungrund II 5. b) auf den theosophischen ungrund (II 6) bezogen: das ewige ungründliche Böhme 4, 37; das ungrundliche auge der ewigkeit J. Pordage theologia mystica (1698) 22; dem ungründlichen nichts Brentano 5, 390. c) ungrund II 1, 2 entsprechend unrichtig, unrecht, unwahr, unbegründet; syn. erticht gesprech von zweien sterbenden (1530) A 1b, unbeweiszlich Grasz schöne historien (1570) 7b, ungewisz Petreius hist. v. Muschkow (1620) 131, nichtig, falsch G. Maier hist. lustgarten (1625) 1, 416: sovil widerspil und ungruondtlich anzaigens städtechron. 25, 391, 1; nach seiner ungruntlichen rechnung urkundenb. d. st. Heilbronn 3, 512 (1519); u. (adv.) reden Spangenberg pestilentz (1552) n 3a; Neumark palmbaum (1668) xxxviii; geschrei Xylander Plutarch 286a; das etliche ursache vom griechischen θ nämen wollen, ist u. Bellin rechtschreibung 52; so dasz ... meine muthmaszung nicht u. scheinen sollte Winckelmann 4, 193; wie u. die taufnamen vieler köpfe sind 6, 256; P. als u. verworfen 6, 200; die parallele, über die so oft und so u. gespottet worden Herder 6, 146; schlusz Hippel kreuz- und querzüge 1, 75; nicht weniger u. ist die benennung Ritter erdk. 2, 86. ungrund II 3 entsprechend: Weckherlin 2, 233, 18; II 4 entsprechend: ungrüntlichen torhaiten, gedichten, märlein Aventin 4, 7, 12. d) ohne gründlichkeit, oberflächlich, seicht, flach; Kinderling reinigkeit 414: was insgemein u. abgehandelt wird Chr. Wolff v. d. menschen thun u. lassen 184; seines unordentlichen, ungründlichen buchs Herder 8, 142; ungründlichen, schalen, flachen ... hirngespinsten 7, 71; die seuche des ungründlichen räsonnirens allg. d. bibl. 85, 150; den ungründlichsten unterricht Hermes Sophiens reise 5, 132; wie oberflächlich und u. ist es, hier ... zu benutzen Schopenhauer 1, 662. von personen: er (Righini) ist nicht u. Mozart bei O. Jahn 3, 132, anm. 5; in der technik ist er (der dilettant) u. Vischer ästhetik 31, 101; ungründliche wortkrämer Schleiermacher I 5, 246. adv. die ... werden es schlechter und ungründlicher thun Schleiermacher Platon 2, 43; u. befriedigt Nietzsche 1, 503. subst. ungründliches, seichten halbwitz Herder 3, 314. —
3489 Zeichen · 101 Sätze

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Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Ungründlichadj, adv

    Campe (1807–1813) · +1 Parallelbeleg

    Ungründlich , — er, — ste , adj . u. adv . 1) Nicht gegründet werden könnend; ungewöhnlich. 2) Nicht gründlich. (S. Grün…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    ungründlich

    Goethe-Wörterbuch

    ungründlich [bisher nicht publizierter Wortartikel]

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Wortbildung

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Ableitung von ungruendlich 3 Analysen

un- + gruendlich

ungruendlich leitet sich vom Lemma gruendlich ab mit Präfix un-.

Alternativen: un-+grund+-lich ungrund+-lich

ungruendlich‑ als Erstglied (1 von 1)

ungründlichkeit

DWB

ungruendlich·keit

ungründlichkeit , f. , mangel an gründlichkeit u. ihr gth. wie ungründlich 2 c: dasz man keine hoffnung haben kann, dieselben ( gespenster )…

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „ungruendlich". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 12. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/ungruendlich/dwb?formid=U08403
MLA
Cotta, Marcel. „ungruendlich". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/ungruendlich/dwb?formid=U08403. Abgerufen 12. May 2026.
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Cotta, Marcel. „ungruendlich". lautwandel.de. Zugegriffen 12. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/ungruendlich/dwb?formid=U08403.
BibTeX
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