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grotte

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

grotte f.

Bd. 9, Sp. 594
grotte, f. , um 1600 entlehnt aus ital. grotta; doch erscheint die fremde form noch im ganzen 17. jh. nicht selten: die grotta oder höle unter dem schlossberge R. Lubenau beschr. d. reisen 59 Sahm; eine kleine grotta, unter welcher zween drachen ligen Er. Francisci luftkreis (1680) 89; ein grotta von tufft-steinen ollapatr. 90 ndr.; weiteres bei Schulz fremdwb. 257. 11) das wort erscheint zufrühest in einer bedeutung, die fast synonym mit höhle ist: crypta, caverna, antrum, specus, latibulum, lustrum Stieler 691; grotte notat enim cryptam et specum concameratum subterraneum 1043; bei der alten stadt Malta ist ein höln oder grotte mit zwein gemachen unter der erden H. Megiser Malta (1610) 24; und so bis ins 19. jh.: das geräusche, das man in einigen grotten hört allg. dtsche bibl., anh. zu 37—52, 496; die alten .. holten das eisenerz .. aus unterirdischen grotten K. O. Müller Etrusker 1, 241; die in wäldern oder grotten irrenden seelen Ratzel völkerk. 2, 335; freilich je später, je mehr poetischer sprache zugewiesen: furchtbar billt aus dampfender grotte .. Garm der höllenhund! Gerstenberg ged. e. skalden 367 lit. denkm.; lebt wohl ihr grotten und ihr kühlen brunnen! Schiller 13, 187 G.; für dich stieg ich in grotten, die kein tagesstrahl durchschlich maler Müller 1, 202; (im meer) wo tief in den krystallnen grotten noch ganze lebensgattungen, versteckt, der forschungen .. spotten Rückert 3, 132; was die grotte von der höhle sondert, ist die vorstellung des gewölbten, einigermaszen regelmäszigen baues, der gemachähnlich abgeschlossen und gewöhnlich von geringer tiefe ist: sie (die höhlen) bestehen entweder aus bloszen gängen ... oder aus einer oder mehreren hinter und unter einander liegenden grotten (inhöhlen) citat bei Fr. L. Jahn bereich. d. hd. sprachsch. 48; die ... berühmte Baumannshöhle am Harze .. aus 6 einzelnen grotten bestehend Gehler physic. wb. 5, 1, 400; in einem dorfe, wo in einer grotte eine sinagoge war Stifter 3, 22 Sauer; freilich auch: weite grotte, welche sich im hintergrunde .. wie unabsehbar dahin zieht R. Wagner 2, 4; die tiefste höhle, die man kennt, die grotte von Antiparos, ist über dreyhundert faden tief F. Th. v. Schubert 2, 185; die blaue grotte auf Capri; die Adelsberger grotte; charakteristisch ist die verbindung von grotte und wasser: (Susanna) in einer wasserreichen grotta .. sich anfieng zu baden Abrah. a St. Clara etw. f. alle 2, 318; sie in eine grotte nächst dem brunn .. sich begeben muste A. U. v. Braunschweig Oct. 1, 316; in die grotte des Posilippo Göthe 31, 17 W.; eine .. starke quelle, die in einer natürlichen grotte springt Jung-Stilling 4, 417; wie dem, der aus der wasserfalles toben in eine stille grotte niedersteigt Raupach dram. werke kom. gattg. 1, 268; die quelle tritt in einer höhle oder grotte ... zuerst aus dem geheimnis der unterwelt hervor Moltke schr. u. denkw. 1, 126. 22) die antike vorstellung, die die grotten zum wohnsitz von göttern und allerlei mythischen wesen machte, wird seit der renaissance poetisch erneuert: gleich wie aus einer grott' auf einen schauplatz steigt Diana D. v. d. Werder ras. Roland 1. ges. 52. str.; eine grotte (im hain des Apollo), welche ein uralter glaube .. von den nymphen bewohnt glaubte Wieland Agathon 1, 267; alle fraunen und satyrn .. verschlieszen sich tief in ihre grotten maler Müller 1, 130; wasserwesen stehen im vordergrund: die najaden schertzen in ihrer crystallenen grotte Ramler einl. in die schönen wissensch. 1, 149; der Albunea rieselnde grotten lyr. ged. 221; die darstellung einer wassernymphe, welche mit dem üblichen kruge ... in der gewohnten grotte am wasser sasz Seidel vorstadtgesch. 105; vgl. ihr, die ihr wähnt, auf nie betretner spur bis in die grotte der natur kühn wie Prometheus, einzudringen Gotter 1 (1787), 281; alsdann die bangen träume fliehen und schwarzgeflügelt, wie die nacht, mit ihr zugleich in ihre grotte ziehen Uz poet. w. 82 lit. denkm.; ähnlich: wo sie (die zeiten) mit ihren jahren, ihren tagen noch in der zukunft grotte lagen Kretschmann 1, 258; dann überhaupt gern als aufenthaltsort von menschen und thieren gedacht, mag es sich um natürliche oder künstliche höhlungen handeln: in den exkavationen, den grotten, den pagoden der Inder Hegel 9, 164; in einem der entfernteren (hügel) sind grotten und weitläuftige gemächer ... in felsen gehauen Ritter erdk. 1, 192; weil sie (die Eskimos) sich frühzeitig übten, grotten in den schnee oder .. hütten aus schneeblöcken aufzuthürmen Peschel völkerk. 188; wenn .. dieses (thier) sich eine unterirdische grotte in dem abgelegensten winckel eines waldes bauet disc. d. mahlern 1, 8; 'gruft': ein schauder, wie er uns in grotten oft ergreift, wo stolze könige ... gleich uns im staube ruhn Zachariä zwei polem. ged. 3 lit. denkm.; vergleichbar weiterhin: unten (am berge) grotte mit vorbau, darin ein götterbild archäol. ztg. v. Gerhard 1, 149; Bridi hatte in dem .. tempel der harmonie Mozart .. aufgenommen und ihm in einer melancholischen grotte ein denkmal ... geweiht O. Jahn Mozart 4, 742; bauhütte Lueger 2, 58; kleiner raum, bett Müller-Fraureuth 1, 446a. 33) prägnant bezeichnet grotte eine künstlich angelegte höhle, die mit allerlei wasserkünsten versehen, mit tuffsteinen, muscheln, versteinerungen etc. verziert ist; sie spielte in der gartenbaukunst des 17. und 18. jhs. eine grosze rolle: grotten sind dunckle hölen in lustgarten, welche mit fontainen, cascaden etc. ausgezieret Spanutius 265; bei Stieler 1043 als kunst- sive gartengrotte crypta topiaria, waszergrotte crypta hydraulis et salientibus fontibus instructa von der einfachen grotte gesondert; vor hinüber hats ein grotta, darin wird Orpheus sampt einer .. anzahl thier .. gesehen Furtenbach itin. Italiae (1627) 104; ich geschweige der wasserspeyenden grotten Prätorius anthropod. pluton. 1, 314; gleichet das angesicht einer grotta, in dero mitte an statt der wasserkunst die triefende nasen Abr. a St. Clara Judas 1, 695; die gräberhöhlen sind nicht angenehme grotten Hoffmannswaldaus u. and. Deutschen auserl. ged. 4, 235; dasz .. man die spieltische in die kühle grotte habe hinüber tragen lassen Petrasch lustsp. 2, 556; chinesisch-gothische grotten Göthe 17, 38 W.; im Grafenorter garten befindet sich eine alte längst verfallene grotte Holtei vierzig jahre 2, 369; zur sache s. Wolff mathem. lex. (1734) 590; Krünitz 20, 146; diese verwendung steht im 17. jh. im vordergrund; trotzdem ist (entgegen Schulz fremdwb. 257 u. a.) fraglich, ob sie die einfallspforte für das fremde wort bedeutet hat. 44) auch bildlich, und zwar schon früh: Morpheus die grotte meiner augen quittiret v. Birken forts. d. Pegnitz-schäf. 89; die erklingende grotte nennt Klopstock den gehörgang, od. 2, 56 M.-P.; sieh, wie .. die haselstaude zu grünen grotten sich wölbt Gesner nach Adelung; er tritt ermüdet in die grotte (wölbung) des dattelhains Pfeffel poet. vers. 3, 72; (Mozart) hatte sogar den gedanken gefaszt, eine eigene geheime gesellschaft 'die grotte' zu stiften O. Jahn Mozart 3, 403.
7072 Zeichen · 180 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    grotteF.

    Köbler Mnd. Wörterbuch

    grotte , F. Vw.: s. grȫtede

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Grotte

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Die Grotte , plur. die -n, aus dem Ital. Grotta, und Franz. Grotte, eine jede Höhle, in der höhern Schreibart. Sieh wie …

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Grotte

    Goethe-Wörterbuch

    Grotte a für einen unterirdischen gewölbeartigen Raum [ betr Wanddekorationen in antiken Räumen ] da durch den Ruin so g…

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Grotte

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09) · +1 Parallelbeleg

    Grotte , gewölbte natürliche oder künstliche, nicht selten mit Nischen versehene Höhle von geringer Tiefe, im Altertum o…

  5. modern
    Dialekt
    Grotte

    Rheinisches Wb. · +2 Parallelbelege

    Grotte -ǫt, Pl. -tə(n) f.: nach dem Nhd.

  6. Spezial
    Grotte

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Grot|te f. (-,-n) 1 grota (-tes) f. , ander (andri) m. , 2 (Bau) tana (tanes) f. , büsc m.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit grotte

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grotte‑ als Erstglied (30 von 30)

grotteln

DWB

grott·eln

grotteln , vb. , von fahriger, zweckloser arbeit: so du solchs von dir selbst nit machen kanst .., grottelst in den büchern umb Paracelsus c…

grottenarbeit

DWB

grotte·n·arbeit

grottenarbeit , f. , eine art mosaikarbeit, zunächst zum ausschmücken des inneren einer grotte: ouvrage de rocailles Marperger kaufm.-magazi…

grottenartig

DWB

grotte·n·artig

-artig : ( die bäume ) bilden hier einen halbkreis, den innern raum grottenartig überwölbend Eckermann in Göthes gespr. 5, 54 ; anders, in d…

grottenbau

DWB

grotte·n·bau

-bau : natürliche höhlen gaben .. die erste veranlassung zum grottenbau ( der tempel ) Ritter erdk. 5, 490 ; vgl. 1, 728; anders, zu grotte …

grottenfalsch

RDWB1

grotte·n·falsch

grottenfalsch umg. абсолютно неверно, в корне неверно, в корне неправильно

grottengrab

DWB

grotte·n·grab

-grab : die christlichen grottengräber Mommsen red. und aufs. 302 ; vgl. Motthes baulex. 1, 53 ;

grottenkirche

DWB

grotte·n·kirche

-kirche , in einer grotte angelegte kirche Ritter erdk. 15, 1139 ; R. Waldmüller wanderstud. 2, 43 ; vgl. grottentempel ;

Grottenkrebs

Meyers

grotte·n·krebs

Grottenkrebs ( Höhlenkrebs , Cambarus pelucidus Tellk .), ein Süßwasserkrebs in der Mammuthöhle Kentuckys, ist farblos, durchsichtig, blind,…

grottenposse

DWB

grotte·n·posse

-posse : die ( baumeister ) werden wissen, wie sie ihre wercke rechtschaffen ... auszieren sollen und sich an diejenigen, so solche grotten-…

grottenquell

DWB

grotte·n·quell

-quell : der grottenquell, der mit geplätscher tag und nacht das echo wach erhält Bürger 98 a B.; sasz ein Perser, überdeckt mit wunden, sin…

grottensaal

DWB

grotte·n·saal

-saal , dessen wände mit grottenarbeit verziert sind Jacobsson 2, 158 b ;

grottensäule

DWB

grotte·n·saeule

-säule , eine mit muscheln, drusen, korallen und andern steinen ausgelegte säule Krünitz 20, 146 ; Jacobsson 2, 158 b ;

grottenschlecht

RDWB1

grotte·n·schlecht

grottenschlecht umg. из рук вон плохо идиом. , разг. , хуже некуда идиом. , разг.

grottenstein

DWB

grotte·n·stein

-stein , ein zum bau von grotten besonders geeigneter fester, zelliger stein, wie die rauchwacke des zechsteins und mancher süszwasserkalk M…

Grottenstē²n

WWB

grott·ensten

Grotten-stē²n m. Grottensteen „Ofenstein (ausgebrannte Steine aus den Feuerkanälen des Töpferofens, mit Glasur auf der einen Seite; wurden f…

grottentempel

DWB

grotte·n·tempel

-tempel : aus den grottentempeln Oberägyptens Creuzer symb. und myth. 2, 181 ; auf den felsen .. indischer grottentempel Heine 3, 118 E.; vg…

grottenteufel

DWB

grotte·n·teufel

-teufel : die Sachsen haben dem irmenseul oder jedermans seul, dem grottenteufel .. göttliche ehr erzeigt Dannhauer catech. milch 4, 119 ;

grottentuff

DWB

grotte·n·tuff

-tuff : in dessen ( des bassins ) mitte auf grottentuff ein kleiner Amor stand R. H. Bartsch Hannerl 28 ;

grottenwerk

DWB

grot·tenwerk

-werk , künstliche felsanlage in allen ausmaszen, in älterer gartenbaukunst viel verwendet; schon im 17. jh. reichlich bezeugt: Schottel hau…

grottenwohnung

DWB

grotte·n·wohnung

-wohnung : die ... in den sandstein eingehauenen grottenwohnungen zu Petra G. H. Schubert selbstbiogr. 1, 257 ; Welcker alte denkm. 1, 369 .…

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APA
Cotta, M. (2026). „grotte". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 10. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/grotte/dwb
MLA
Cotta, Marcel. „grotte". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/grotte/dwb. Abgerufen 10. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „grotte". lautwandel.de. Zugegriffen 10. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/grotte/dwb.
BibTeX
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  title        = {„grotte"},
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