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GRÂL

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BMZ
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Eintrag · Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke)

GRÂL stm.

Bd. 1, Sp. 563b
GRÂL stm. gral.aus dem romanischen roman. gréal, welches gefäß, schüssel, becken bedeutet. s. Roquefort gl. 1,702. vgl. 'gradalis sive gradale gallice dicitur scutella lata et aliquantulum profunda, in qua pretiosae dapes suo jure divitibus solent apponi gradatim unus morsellus post alium in diversis ordinibus, et dicitur vulgari nomine graalz.' Helinandus. über andere ableitungen
1. von welchen besonders die aus sang real (sanguis regalis) lange galt
1. s. Boisserée über die beschreibung des tempels des heiligen grales in den abhandl. der bayerischen akad. 1,319. Gräße die großen sagenkreise des mittelalters s. 135. San Marte leben und dichten Wolframs 2, 362. Ettmüller zu Frl. s. 271. Nach der nordfranzösischen sage ist der heilige gral die schüssel, welche bei dem letzten mahle diente, das Jesus mit seinen jüngern hielt. in ihr fieng Joseph von Arimathia das blut des erlösers auf, als Longinus seine seite mit der lanze durchbohrte. als Joseph später von den Juden ins gefängnis geworfen wurde um den hungertod zu erleiden, brachte ihm der heiland den gral, durch dessen anblick er am leben erhalten wurde. durch Titus befreit, brachte Joseph, von seinen verwandten begleitet, den gral nach Britannien. s. vornemlich le roman du Saint-Graal publié par Fr. Michel. 1841. Nach einer andern sage, welcher Wolfram von Eschenbach und der verfasser des jüngeren Titurel folgen, ist der gral, das heilige kleinod auf der burg Muntsalvœsche, ein edelstein lapsit exillîs mit namen (Parz. 469,7 ). auf denselben bringt eine weiße taube alle charfreitage eine oblate, durch welche der stein die kraft bekommt, daß er speise und trank in fülle gibt und allen, die ihn ansehen, das leben erhält. er wird in einem prachtvollen, von dem könige Titurel erbauten tempel aufbewahrt und von rittern bewacht. Daß die sage ursprünglich celtisch ist und in ihrem ursprunge in das heidenthum hinaufreicht, zeigt ein wälsches märchen, das mabinogi von Peredur, welches als eine grundlage der erzählung von Parzival, der den gral sucht, anzusehen ist. hier fehlt namentlich jede christliche beimischung. Peredur (d. i. der sucher des beckens) sah eine schüssel, auf welcher das blutige haupt eines menschen lag. es war das seines vetters, welcher durch die hexen von Gloucester getödtet war. s. the mabinogion from the llyfr coch o Hergest by Lady Charlotte Guest. part II. 1839. San-Marte (A. Schulz) die Arthursage und die märchen des rothen buches von Hergest. 1842. Th. de la Villemarqué contes populaires des anciens Bretons précédés d'un essai sur l'origine des épopées chevaleresques de la Table-Ronde. 1842. Villemarqué bringt b. 1,194 wol mit recht mit dem grale das mystische gefäß in verbindung, welches in dem tempel der celtischen göttin Koridwen hieng, von welchem man glaubte, daß es den geist der poesie und weisheit gebe, die erkenntnis der zukunft und die geheimnisse der welt lehre. auch die ebend. angeführte sage von Bran dem gesegneten gehört hierher, der von einem schwarzen manne zum lohne für seine gastfreundschaft ein gefäß erhielt, welches die eigenschaft hatte tödtliche wunden zu heilen und selbst gestorbenen das leben wiedergab. vergl. außer den angeführten schriften über die gralsage noch: Büsching im altd. mus. 1,491. Mone anzeiger 1833,301. Jen. literaturz. 1843, n. 170. Götting. anz. 1843, st. 101. — ûf einem grüenen achmardî truoc si den wunsch von pardîs, bêde wurzeln unde rîs. daʒ was ein dinc, daʒ hieʒ der grâl, erden wunsches überwal Parz. 235,23. vgl. 455. 469 — 474. 819. dô sagete man ir umben grâl, daʒ ûf erde niht sô rîches was, unt des pflæge ein künec hieʒ Anfortas das. 519,10. dem (Titurel) wart alrêrst des grâles van bevolhen durch schermens rât das. 501,24. wand er den grâl sô dicke siht, dâ von mager ersterben niht das. 501,30. des grâles schar das. 474, 10. 494,10. 797,17. des grâles hêrre W. Tit. 7,1. des grâles krône das. 7,4. vgl. j. Tit. u. Loh. MS. 2,15. b. swenne ich schowe ir werden lîp, des grâles herre wæn ich sîn das. 109. a. ich binʒ der grâl dâ mit der êren künic den leiden übervaht Frl. FL. 11,28. wie einer sî ein Parzivâl und daʒ er haben solte den grâl fragm. 27. er hab den grâl ervohten als her Parzivâl Suchenw. 31,189.zu bemerken ist noch, daß in Niederdeutschland ein im freien gefeiertes fest den namen grâl führte. vgl. Rethmeyer chron. 2, 752. Leibnitz script. 2,92. 3,140. 418. neues vaterl. archiv b. 6,365. 14,230. Gräße die große sagenkreise d. mittelalters 137. Frisch 1, 365. c.
4479 Zeichen · 123 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    GRÂLstm.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +10 Parallelbelege

    GRÂL stm. gral. — aus dem romanischen roman. gréal , welches gefäß, schüssel, becken bedeutet. s. Roquefort gl. 1,702. v…

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    gralM.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +3 Parallelbelege

    gral , M. Vw.: s. grāl L.: Lü 127b (gral)

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    graln.

    Grimm (DWB, 1854–1961) · +6 Parallelbelege

    gral , n. , auch kral, in der Zigeuner- und gaunersprache ' korn, frucht, obst ' ; seit dem anfang des 18. jhs. bezeugt …

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Gral

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Gral , s. Graal .

  5. modern
    Dialekt
    Gralm.

    Mecklenburgisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    Gral m. 1. ritterliches Spiel, Festlichkeit mit Turnieren; von solchen Veranstaltungen am Hofe Herzog Heinrichs IV. († 1…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit gral

29 Bildungen · 27 Erstglied · 1 Zweitglied · 1 Ableitungen

gral‑ als Erstglied (27 von 27)

GRÂLANT

BMZ

gral·ant

GRÂLANT n. pr. Grâlant den man gar versôt wart nie grœʒer nôt beschert MS. H. 1,108. b. vil jâmers geschach — dâ man Grâlanden sôt krone 270…

grâlecht

MNWB

gral·echt

grâlecht , grâwlecht , adj. , adv. zu grâ(we) grau, gräulich (Farbe).

grâlemæzic

DWB

grâlemæzic , adj. , ' dem gral gemäsz, vergleichbar ' nachzuweisen: wîp, wol dir, wol, du lobes werdiu krêâtiure, dîn güete ist zuo menschen…

gralen

DWB

gra·len

gralen , vb. , zu gral, m. ( s. d. ). 1 1) in okkasioneller übertragung ' strahlen, glänzen ' ; vgl. bes. gral 2 b: dich, von der Hoye helt …

Grallae

Meyers

Grallae , soviel wie Watvögel (s. d.).

gralle

DWB

gralle , f. , obd. nebenform zu krall(e), das durch verlust des unbetonten vokals aus koralle ( teil 5, sp. 1795) gekürzt wurde. in den älte…

grallen

DWB

gral·len

grallen , vb. , kratzen, s. krallen II 1, teil 5, sp. 1983. noch österr. gral'n ' mit den nägeln ritzen ' Castelli Wien 148 .

grallögen

MeckWB

grall·oegen

grallögen krall- hell und munter blicken: grallögen Ha Red ; wur he kralögt C. Reinh. Holtrev. VI; s. begrallögen ; schlaftrunken blicken Ha…

grallöögt

MeckWB

grallöögt Adj. zum Vor. helläugig: grallögt ut 't Finster rut grinen Camm. Bil. 107. Br. Wb. 2, 533; Dä. 159 b ; Kü. 1, 603.

Grallog'

MeckWB

gral·log

Grallog' Krallog' n. leuchtendes, glänzendes Auge: Grallog' Schö Dem ; Schw Pamp ; Johann Grallog' der Mond Ro Ribn ; Dim. im Wiegenlied: Do…

gral-²ged

WWB

gral-o²ged Adj. munter, scharf blickend ( Min Ha).

gral(s)bau

DWB

gral·s·bau

gral(s)bau , m. , im hinblick auf die groszartige ausführung und den sakralen charakter der eigentlichen gralsburg ( s. d. ) auf andere bauw…

gral(s)botin

DWB

gral·s·botin

-botin , f. : ( Kundry ) ist ... im wilden gewande der gralsbotin R. Wagner ges. schr. u. dicht. (1897) 10, 364 ; die häszliche gralbotin Cu…

gral(s)burg

DWB

gral·s·burg

-burg , f. , die burg Munsalvœsche als aufenthaltsort des grals und der gralsritter: die wunderbaren erlebnisse Parzivals auf der gralburg B…

gral(s)dichtung

DWB

gral·s·dichtung

-dichtung , f. : Kristians geschichte vom gral ... und Roberts Josef ... bilden die grundlage der gesamten gralsdichtung des mittelalters un…

gral(s)dienst

DWB

gral·s·dienst

-dienst , m. , der ehrenvolle dienst der gralsritter am gral: ohne diese beiden tugenden ( demut und reinheit ) wird auch der auserwählte ni…

gral(s)fahrt

DWB

gral·s·fahrt

-fahrt , f. , im hinblick auf die die mittelalterlichen gralsdichtungen beschäftigende stete suche nach dem geheimnisvollen gral von der fah…

gral(s)hüter

DWB

gral·s·hueter

-hüter , m. , gewöhnlich im plur. von den gralsrittern, in deren obhut der gral gegeben ist: denn wir werden erst in eine patriarchalische g…

gral(s)könig

DWB

gral·s·koenig

-könig , m. , der zum gral als herrscher berufene: in der hoffnung ..., dasz er ( Parzival ) die prophezeiung des grals erfüllen und gralkön…

gral(s)ritter

DWB

gral·s·ritter

-ritter , m. , im dienst des grals stehender ritter: so lag uns wiederum daran, die pracht dieses gehäuses ( des graltempels ) eines göttlic…

gral(s)sage

DWB

gral·s·sage

-sage , f. : daher ist es denn auch sehr bezeichnend, in welcher zahmheit das rittergeschlecht in der gralsage auftritt, wie wenig blutig es…

gral(s)tempel

DWB

gral·stempel

-tempel , m. die bezeichnung trifft, streng genommen, nur zu für den zuerst im ' jüngeren Titurel ' erwähnten tempel, den Titurel dem gral e…

gral als Zweitglied (1 von 1)

Ableitungen von gral (1 von 1)

grâle

BMZ

grâle swv. dîn verch in tugenden grâlet strahlet wie der gral, ist in tugenden vollkommen wie der gral Frl. 130,19.