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glimpflich

mhd. bis spez. · 9 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
Anchors
9 in 9 Wb.
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9

Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

glimpflich Adj.

glimpflich Adj.

glimpflich Adj. ‘ohne größeren Schaden, schonend, nachsichtig’. Das nur im Dt. und Engl. bezeugte Adjektiv ahd. gilimphlīh (9. Jh.), mhd. gelimpflich ‘recht, angemessen’, mnd. (ge)limplīk, aengl. (ge)limplic ‘passend, geeignet, angemessen’, (ablautend) asächs. gilumplīk ‘passend’ hat neben sich (bei ungeklärtem Ableitungsverhältnis) ein im Frühnhd. untergehendes starkes Verb ahd. limphan (9. Jh.), gilimphan (um 800) ‘zukommen, zutreffen, geziemen’, mhd. limpfen ‘angemessen, geeignet sein’, aengl. (ge)limpan ‘geschehen, vorhanden sein, angemessen sein’, ein Adjektiv ahd. gilimph (um 1000), mhd. gelimpf ‘angemessen’ und ein wohl zum Verb gebildetes Substantiv ahd. gilimph ‘Angemessenheit’ (um 1000), mhd. g(e)limpf ‘angemessenes, schonendes Benehmen’, nhd. Glimpf ‘Schonung, Nachsicht’ (so noch in der Fügung mit Glimpf ‘auf gute Art’), mnd. gelimp, aengl. gelimp ‘Ereignis, Zufall’. Herkunft ungewiß. Man hat versucht, mhd. limpfen ‘hinken’, engl. to limp ‘hinken’, limp ‘schlaff, schlapp, biegsam’, aengl. lemphealt ‘hinkend’, mnd. lumpen ‘hinken, lahmen, sich fortschleppen’, die unter Lumpen und Schlampe (s. d.) angeführten Wörter und außergerm. aind. rámbatē, jünger lámbatē ‘hängt (schlaff) herab’, lambana- ‘herabhängend’, lat. limbus ‘Besatz am Kleid, Saum’ vergleichend heranzuziehen. Dann ist Anschluß an ie. *(s)lemb(h)-, die nasalierte Form der unter Lappen (s. d.) genannten Wurzel ie. *lē̌b-, *lō̌b-, *lā̌b- ‘schlaff herabhängen(d)’ (wozu auch mit s-Anlaut schlafen, schlaff, 1schlapp, s. d.), möglich, sofern man eine Bedeutungsentwicklung von ‘schlaff, locker’ zu ‘biegsam’ und zu ‘weich, rücksichtsvoll, nachsichtig’, weiter zu ‘angemessen, geeignet’ annimmt. – unglimpflich Adj. ‘schonungslos, ungerecht, kränkend’, ahd. ungilimphlīh ‘unpassend, unrichtig’ (8. Jh.), mhd. ungelimpflich. Unglimpf m. ‘Unrecht, Kränkung, Schaden, Beleidigung’, mhd. ungelimpf ‘unziemliches Betragen, Unangemessenheit, Unrecht’. verunglimpfen Vb. ‘schmähen, beleidigen’ (15. Jh.).
1986 Zeichen · 56 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    glimpflichAdj.

    Köbler Mhd. Wörterbuch

    glimpflich , Adj. Vw.: s. gelimpflich

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Glimpflich

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Glimpflich , -er, -ste, adj. et adv. mit Glimpf, in dem Glimpfe gegründet, bemühet andern alle unangenehme Empfindungen …

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    glimpflich

    Goethe-Wörterbuch

    glimpflich auch komp u superl a schonend, rücksichtsvoll; idVbdgn ‘mit jdm g. umgehen’, ‘jdn g. behandeln’, ‘gegen jdn g…

  4. modern
    Dialekt
    glimpflich

    Elsässisches Wb.

    glimpflich [klémpfli K. ; klempfli Z. ; klįpfli M. ] Adj. Adv. zart, gelinde; von Fingern: zu feiner Arbeit geeignet; a…

  5. Spezial
    glimpflich

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    glimpf|lich adv. 1 (schonend) conscidrus (-sc, -rosa), cun conscidraziun, delicatamënter 2 (ohne großen Schaden) zënza n…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit glimpflich

4 Bildungen · 2 Erstglied · 1 Zweitglied · 1 Ableitungen

Ableitung von glimpflich

glimpf + -lich

glimpflich leitet sich vom Lemma glimpf ab mit Suffix -lich.

glimpflich‑ als Erstglied (2 von 2)

glimpflichkeit

DWB

glimpflich·keit

glimpflichkeit , f. , substantivbildung zu glimpflich, seit der zweiten hälfte des 16. jahrh. belegt; entsprechend glimpflich A 2 als ' mild…

glimpflich als Zweitglied (1 von 1)

unglimpflich

DWB

unglimpf·lich

unglimpflich , adj. , adv., gth. v. glimpflich ( s. d. ), seitenstück zu unglimpf, adj., und unglimpfig. ags. ungelimplîc, -lîce; ahd. ungal…

Ableitungen von glimpflich (1 von 1)

unglimpflich

DWB

unglimpflich , adj. , adv., gth. v. glimpflich ( s. d. ), seitenstück zu unglimpf, adj., und unglimpfig. ags. ungelimplîc, -lîce; ahd. ungal…