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gleichgültig

nhd. bis spez. · 8 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
Anchors
8 in 8 Wb.
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Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

gleichgültig

gleichgültig

gleich Adj. ‘in allen oder wesentlichen Merkmalen übereinstimmend, ähnlich, der-, die-, dasselbe’, Adv. ‘sofort, auf einmal’, ahd. gilīh Adj., gilīhho Adv. (beide 8. Jh.), mhd. g(e)līch, -lich Adj., g(e)līche Adv., asächs. gilīk Adj., gilīko Adv., mnd. g(e)līk, mnl. ghelijc, nl. gelijk, aengl. (ge)līc, engl. like, anord. (g)līkr, got. galeiks beruhen auf einer Zusammensetzung germ. *ga-līka- aus dem unter ge- (s. d.) behandelten Präfix und germ. *līka- ‘Körper, Gestalt’ (s. Leiche, -lich), so daß von einer Bedeutung ‘dieselbe Gestalt habend’ auszugehen ist. Adjektivischen Gebrauch von germ. *līka- im Sinne von ‘ähnlich, gleich, glatt, passend’ setzen ahd. līhhēn, gilīhhēn (8. Jh.), mhd. gelīchen ‘gefallen’ mit asächs. līkon, mnl. ghelīken, aengl. līcian, engl. to like, anord. līka, got. leikan, galeikan voraus. Außergerm. vergleichbar sind lit. lýgus ‘gleich, gleichartig, gut gebaut’, lýgti ‘gleichen, gleichkommen’, lett. līgt ‘übereinkommen’, so daß auf Grund der germ.-balt. Parallelen von ie. *lē̌ig- bzw. *līg- ‘Gestalt, die Gestalt jmds. habend, gleich, ähnlich’ ausgegangen werden kann. – Gleiche f. nur noch in der Wendung in die Gleiche (‘ins Gleichgewicht, in Ordnung’) bringen, ahd. gilīhhī ‘Ähnlichkeit, Gleichheit’ (um 1000), mhd. gelīche; dafür heute allgemein Gleichheit (s. unten). Erhalten hat sich das Substantiv in Tagundnachtgleiche (17. Jh.), für lat. aequinoctium. Gleichheit f. ‘Übereinstimmung (in allen oder wesentlichen Merkmalen), Ähnlichkeit, gleiche Stellung, Gleichrangigkeit, Gleichberechtigung’, mhd. gelīcheit, glīcheit ‘Gleichheit, Gleichmäßigkeit, Gleichnis’, in der Mystik ‘Gleichmut aus Gottergebenheit’, im 16. Jh. synonymes Gleiche (s. oben) zurückdrängend. gleichen Vb. ‘gleich, ähnlich sein’, mhd. gelīchen; die heute übliche starke Flexion kommt (wohl in Analogie zu Verben wie bleichen, schleichen, streichen) im 16./17. Jh. auf und setzt sich im 18. Jh. durch. Daneben steht (transitiv) ahd. gilīhhen (8. Jh.), mhd. gelīchen, nhd. gleichen ‘gleich, ähnlich machen’, dessen schwache Flexion bis zur Ablösung des Verbs durch Präfixbildungen (19. Jh.) beibehalten wird; doch weisen die zugehörigen Präfixverben (an-, aus-, be-, vergleichen) heute ebenfalls starke Flexion auf. begleichen Vb. ‘bezahlen, bereinigen, ausgleichen’, Neubildung (nach nur kurzlebigem frühnhd. sich begleichen ‘sich vergleichen’) Ende des 19. Jhs. in der Handelssprache für saldieren, das zuvor mit vergleichen, ab-, ausgleichen verdeutscht wird. vergleichen Vb. ‘prüfend nebeneinanderstellen’, reflexiv ‘sich gütlich einigen’, mhd. verg(e)līchen ‘ausgleichen’, reflexiv ‘sich vertragen’; Vergleich m. ‘prüfende, kritische Nebeneinanderstellung, gütlicher Ausgleich in einem Streitfall, Einigung’ (17. Jh.), älter Vergleichung f., mhd. vergelīchunge. Gleichnis n. ‘Veranschaulichung eines Sachverhaltes durch eine beispielhafte, bildliche Darstellung’, ahd. gilīhnissa, gilīhnessi, -nissi ‘Abbild, Ähnlichkeit, Gleichnis’ (8. Jh.), mhd. gelīchnisse. gleichsam Adv. ‘gewissermaßen, in derselben Art wie’ (15. Jh.). Gleichung f. in der Mathematik ‘Gleichsetzung mathematischer Größen’ (Ende 17. Jh.), Verdeutschung von lat. aequātio anstelle des im 16. und 17. Jh. üblichen Vergleichung; zuvor ‘Vergleichung, Gleichartigkeit, Ähnlichkeit’ (vereinzelt bis ins 19. Jh.), mhd. g(e)līchunge. Gleichgewicht n. ‘Gleichheit des Gewichts’ (16. Jh.) für lat. aequipondium (aus lat. aequus ‘gleich’ und lat. pondus n. ‘Gewicht’; vgl. gleichwichtig, 15. Jh., gleichgewichtig, Gleichwichtigkeit, 16. Jh.), ‘Balance, Zustand eines Körpers, in dem sich die auf ihn entgegengesetzt einwirkenden Kräfte aufheben’ (17. Jh.) für lat. aequilībrium (zu lat. aequilībris ‘im Gleichgewicht’, lat. lībra ‘Waage, Pfund’), übertragen ‘Ausgleich von Kräften, Machtverhältnissen, seelische Ruhe, Ausgeglichenheit’ (18. Jh.). gleichgültig Adj. ‘teilnahmslos, belanglos, unwesentlich’ (18. Jh.), zuvor ‘gleichwertig, gleichbedeutend’, auch ‘ohne Wert, ohne Bedeutung’ (um 1600); Gleichgültigkeit f. (2. Hälfte 17. Jh.). gleichmäßig Adj. ‘unverändert fortlaufend, regelmäßig, ruhig, ausgeglichen’ (15. Jh.); Gleichmaß n. ‘Ebenmaß, Gleichförmigkeit, Ausgeglichenheit’ (vereinzelt 16. Jh., häufiger seit etwa 1700). gleichmütig Adj. ‘ruhig, gefaßt, gelassen’ (15. Jh.); dazu die Rückbildung Gleichmut m. ‘Gelassenheit’ (17. Jh.). Gleichschritt m. ‘gleichmäßige Bewegung zweier und mehrerer Personen bzw. der Truppe mit einheitlicher Schrittlänge und taktmäßigem Niedersetzen des gleichen Fußes’ (2. Hälfte 18. Jh.). gleichwohl Konj. Adv. ‘trotz dem Vorhergesagten, dennoch, trotzdem’ (15. Jh.), Zusammenrückung von gleich und wohl, spätmhd. gelīche wol, eigentlich ‘in gleicher Weise gut, wirksam’, mnd. gelīkewol. gleichzeitig Adj. ‘zur gleichen Zeit’ (Mitte 18. Jh.).
4766 Zeichen · 171 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Gleichgültig

    Adelung (1793–1801) · +2 Parallelbelege

    Gleichgültig , -er, -ste, adj. et adv. gleiche Geltung, Gültigkeit oder Werth habend, entweder absolute, oder doch in An…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    gleichgültig

    Goethe-Wörterbuch

    gleichgültig knapp 350 Belege; wiederholt (bes in Br) -giltig; vereinzelt Groß-, subst auch Kleinschr; mehrf im Komp od …

  3. modern
    Dialekt
    gleichgültigAdj.

    Pfälzisches Wb.

    gleich-gültig Adj. : 1. 'einerlei, unwichtig', vgl. gleich I 1 b, egal , einerlei 1. Das is meer net gleichgildich [Zwei…

  4. Sprichwörter
    Gleichgültig

    Wander (Sprichwörter)

    Gleichgültig Es ist ihm so gleichgültig wie der Schmuz an seinen Schuhen. Er macht sich nichts daraus; es bekümmert ihn …

  5. Spezial
    gleichgültig

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    gleich|gül|tig I adj. 1 passif (-s, -iva), indeferënt (-nc, -a) 2 (uninteressiert) dejinteressé (-ssá, -ssada) 3 (teilna…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit gleichgueltig

4 Bildungen · 4 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Zerlegung von gleichgueltig 2 Komponenten

gleich+gueltig

gleichgueltig setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

gleichgueltig‑ als Erstglied (4 von 4)

gleichgültigkeit

DWB

gleich·gueltigkeit

gleichgültigkeit , gleichgiltigkeit , f. seit 1680 belegbar ( s. u. A 3). über das nebeneinander von gleichgültigkeit und -giltigkeit ist da…

gleichgültigruhend

GWB

gleichgültig-ruhend auf das virtuelle Moment abhebend [ Wilh an Natalie ] Die Fähigkeiten die in dem Menschen liegen, lassen sich eintheilen…

Gleichgültigtun

GWB

gleichgueltig·tun

Gleichgültigtun So einen bösen Vorhang mir Ihr Brief herunter wirft, und neue Nebel meine schönsten Aussichten decken; so ist mirs doch wilk…