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gleichgültig

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GWB
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Eintrag · Goethe-Wörterbuch

gleichgültig

Bd. 4, Sp. 286
gleichgültigknapp 350 Belege; wiederholt (bes in Br) -giltig; vereinzelt Groß-, subst auch Kleinschr; mehrf im Komp od Superl. Grundbed A in eindeutiger Form nur noch vereinzelt faßbar; nachwirkend aber wohl in der für G charakterist Verwendung in natwiss Zshgn als sachl Beschreibungswort (vgl A2 u bes B5), z.T. mit anthropomorphisierendem Einschlag. Prägnanter Gebrauch auch in ästhet Erörterungen als Gegenbegriff zum Bedeutenden, Charakteristischen (B4).  A gleich an Geltung, Bedeutung (u daran anschließende Verwendungen)   1 gleichwertig, ebenbürtig; auch in relativierender od egalisierender Gleichsetzung  [iZshg mit Verteidigung des Theaters gegen Geistlichkeit u Moralisten] Noch eine Ursache das Theater sittlicher und g-er zu machen: Die Schauspieler wollen sich aus ihrem verächtlichen Zustande erheben GWB28,369,13 DuW Schema  gab man [in der Aufklärungsepoche] .. sämmtlichen positiven Religionen gleiche Rechte, wodurch denn eine mit der andern g. und unsicher wurde GWB27,96,5 DuW 7  [Schatzmeister:] Wer wird auf Bundsgenossen pochen! | .. Auch auf Parteien, wie sie heißen, | Ist heut zu Tage kein Verlaß; | Sie mögen schelten oder preisen, | G. wurden Lieb’ und Haß GWBFaust II 4844   2 in natwiss Betrachtung: bezogen auf einzelne Organe, Elemente u ihr Verhältnis, übergehend zur Vorstellung des Nicht-Ausdifferenzierten, (in sich) Gleichförmigen; im organ Bereich mit dem Aspekt des funktional Austauschbaren (in Berührung mit B5e)  Ob wir nun gleich dem Wurme [dh der Raupe] seine Individualität nicht absprechen konnten; so erschien er uns [im Vergl mit dem Schmetterling] deßwegen doch so unvollkommen, weil seine Theile gegen einander in einem g-en Verhältnisse standen, einer ohngefähr an Werth und Würde so viel als der andere besaß und vermochte .. GWBN8,85,12 Vortr VglAnatomie 3  Erfahrungen .. die uns belehren, daß manche Thiere ganz verlorne Gliedmaßen wieder ersetzen können. Dieser Fall kann jedoch nur bei Geschöpfen deren Glieder g. sind, wo eins in die Wirkung und Würde des andern nachrücken kann, eintreten GWBN8,86,17 ebd  Drei Epochen zeigen sich bei der Weltbildung: 1. Krystallisationslust .. 2. Epoche des Isolirens .. 3. Die Elemente werden gleichgiltig, vermischen sich, sind neben einander GWBN10,255 Min Geol Plp GWBN8,85,12 Vortr VglAnatomie 3 GWBN13,214,14u23 Morph Plp   B keinen herausragenden Wert, keine bes Qualität, Auffälligkeit aufweisend, ohne spezif Bestimmtheit; öfter (in 1 u 2) in subjektiver Sicht: ‘jdm g. sein, (er)scheinen’   1 unerheblich, ohne Bedeutung, belanglos; häufiger bezogen auf Äußerungen, Unterhaltungen, auch iSv oberflächl-konventionell; idVbdg ‘ein Gespräch ins G-e lenken’ iSv Allgemeines, Unverfängliches  Sie [die schöne Witwe] sprach anmuthig, doch von g-en Dingen GWB24,290,8 Wj II 3  [Flavio:] Ich weiß nicht, was mir die Verwegenheit abnöthigte .. mitten im g-sten Gespräch, auf einmal ihre [der schönen Witwe] Hand zu fassen .. sie an mein Herz zu drücken GWB24,290,19 Wj II 3  daß du meine Stella so lieb hast thut mir sehr wohl, mein Herz und Sinn ist ietzt so ganz wo anders hingewandt, daß mein eigen Fleisch und Blut mir fast g. ist GWBB2,246,21 Jacobi 21.3.75  [Eduard fragt nach der Zeit] Da zeigte sich denn, daß der Hauptmann vergessen hatte seine chronometrische Secunden-Uhr aufzuziehen, das erstemal seit vielen Jahren; und sie schienen .. zu ahnen, daß die Zeit anfange ihnen g. zu werden GWB20,80,9 Wv I 7  [nach überstandener Krankheit] ich arbeitete zuerst das nächste aufgeschwollene G-ere weg GWBB37,7,11 Reinhard 10.4.23 GWB40,329,5 Üb:Geburtstag GWB35,105,27 TuJ 1801 GWB23,288,6 Lj VIII 10 idVbdg ‘sich selbst g. sein’ zum Ausdruck einer (vorübergehenden) Selbstdistanz GWBB35,256,13 Bachm 2.2.22 K [Zit s v geschichtlich 2a] in Vergleichung, Abwägung versch Möglichkeiten: egal, einerlei; öfter verstärkt ‘ganz, völlig, ziemlich g.’  Es ist ganz einerley, in welchem Kreise wir unsere Kultur beginnen, es ist ganz g., von wo aus wir unsere Bildung in’s fernere Leben richten, wenn es nur ein Kreis, wenn es nur ein Wo ist GWBB29,228,8 Schubarth 8.7.18  Bei’m Glauben .. komme alles darauf an, daß man glaube; was man glaube, sei völlig g. GWB28,270,2 DuW 14  [Lenardo zu Wilh:] Sie, dem es bei seiner eigenthümlichen Sendung g. ist, wohin und wozu er seinen Weg richtet GWB24,213,25 Wj I 11 Gespr Eckerm 2.5.24 pointiert iSv nichtig, zu nichts geworden  Wie man einen Körper, so lange die Verwesung dauert, nicht ganz todt nennen kann .. nur dann, wenn sich alles an einander aufgerieben hat, wenn wir das Ganze in g-en Staub zerlegt sehen, dann entsteht das erbärmliche leere Gefühl des Todes in uns GWB21,119,4 Lj II 1~GWB51,99,16 ThS II 1 ‘(sich) etw g. machen’: in seiner Geltung, Bedeutung aufheben  Es scheint die menschliche Natur eine eigene Art von Zähigkeit und Vielseitigkeit zu besitzen, da sie alles was an sie herankommt oder was sie in sich aufnimmt überwindet, und wenn sie sich es nicht assimiliren kann, wenigstens g. macht GWB27,215,5 DuW 8 GWB27,258,12 DuW 9   2 iSv gewöhnlich, alltäglich, durchschnittlich  [Sammler:] Dieser Theekessel diente schon meinen Eltern .. Eine liebevolle Aufmerksamkeit auf das was der Mensch besitzt, macht ihn reich, indem er sich einen Schatz der Erinnerung an g-en Dingen dadurch anhäuft GWB24,222,23 Wj I 12  [bezogen auf Abendgesellschaft] es ist an der Zeit, die Menschen im G-en zu vereinen, damit sie sich im Bedeutenden nicht fremd seyen GWBB44,231,22 August 28.7.28  Anforderung [an den Vortragenden von G-s Liedern] .. er solle sich aus seinem allgemein g-en Zustande in eine besondere, fremde Anschauung und Stimmung versetzen GWBN11,61,10 BedeutFördernis auch (mit verhaltenem Wertungsaspekt) iSv beliebig od zufällig  bedient sich .. die Vorsehung öfters g-er Personen, die sich in einem behaglichen Zustande befinden, als Werkzeuge GWB411,259,14 FrommeBetrachtgn  [aus dem Felde, vor Verdun] Es ist höchst interessant gegenwärtig zu seyn da wo nichts g-es geschehen darf GWBB10,15,6 Voigt 10.9.92 bei Zeitbegriffen wie ‘Augenblick, Moment, Stunden, Tage, Gegenwart’ iSv normal, gleichförmig, ohne bes Vorkommnisse hingehend, gelegentl mit Konnotationen wie unausgefüllt, spannungslos, fade  Es ist schwer, gegen den Augenblick gerecht sein: der g-e macht uns lange Weile, am guten hat man zu tragen und am bösen zu schleppen GWB422,123,8 MuR(139)  der Schmerzen wären minder unter den Menschen, wenn sie nicht .. mit so viel Emsigkeit der Einbildungskraft sich beschäftigten, die Erinnerungen des vergangenen Uebels zurückzurufen, ehe denn eine g-e Gegenwart zu tragen AA3,27 Werth1 I~Werth2  um [in Gesellschaft] so manchen g-en Moment zu beleben GWB27,35,20 DuW 6 bezogen auf Hervortreten, Erscheinungsweise: unauffällig, unmerklich, nur beiläufig  Die Xenien, die aus unschuldigen, ja g-en Anfängen sich nach und nach zum Herbsten und Schärfsten hinaufsteigerten GWB35,64,21 TuJ 1796  [Hersilie an Wilh] Bekanntschaften, wenn sie sich auch g. ankündigen, haben oft die wichtigsten Folgen GWB251, 166,3 Wj III 7   3 unter best Aspekt offen, (noch) unbestimmt; von Gegebenheiten, Zuständen, Verhältnissen  [Verbesserung der Parkanlagen; Eduard ermuntert Ottilie zu einer Stellungnahme] alles sei ja noch g., alles noch im Werden GWB20,86,28 Wv I 7  Grundsatz .. ein Werk der bildenden Kunst solle sich selbst ganz aussprechen. Die Gegenstände werden in vortheilhafte, g-e und widerstrebende eingetheilt GWB47,288,11 Propyl Anz ALZ in moral Hinsicht neutral, ‘adiaphor’ (vgl dort)  Unter den strengen Christen entstand .. die Frage, ob das Theater zu den sündlichen und auf alle Fälle zu vermeidenden Dingen gehöre, oder zu den g-en, welche dem Guten gut, und nur dem Bösen bös werden könnten GWB28,192,27 DuW 13 GWB40,175,28 DtTheat   4 in kunsttheoret Reflexion u im ästhet Urteil iSv ohne spezif Eigenart, Prägung od strukturierende Besonderheit, ohne Ausdruck u Charakter; mehrf kombiniert mit ‘unbedeutend, halb, charakterlos’ u iUz ‘bedeutend, charakteristisch’  Wie er [der Bildhauer in der Lehre] .. das vollkommene, obschon g-e Ebenmaß der menschlichen Gestalt .. sich als einen würdigen Kanon anzueignen .. im Stande ist, so ist alsdann der nächste Schritt zum Charakteristischen zu thun GWB492,59,13 Verein dtBildhauer  Die Natur organisirt ein lebendiges g-es Wesen, der Künstler ein todtes, aber ein bedeutendes, die Natur ein wirkliches, der Künstler ein scheinbares .. GWB45,254,17 Diderot,Malerei  Zeichnung | Nutzen fürs Subjekt | Die Gesetze kennen lernen, wornach wir sehen. | Den Gegenstand in ein Bild verwandeln, d. h. die sichtbare Raumerfüllung insofern sie g. ist. | Die Formen erkennen, d. h. die Raumerfüllung, insofern sie bedeutend ist GWB47,302,9 ÜbDilettantism Schema 1799 [G/Schiller]  [vgl entspr GWB48,182,20 MuR(232)] Das Schloß [Hohenheim] .. gewährt den g-sten Anblick von der Welt .. Man kann .. sagen, daß sie [die Gebäude] in gar keinem Geschmack gebaut sind, indem sie nicht die geringste Empfindung .. erregen; eher ist das völlig Charakterlose .. auffallend GWBT2,114,22 v 1.9.97  [mBez auf Rogier van der Weydens Columba-Altar (fälschlich Jan van Eyck zugeschrieben)] der wichtige Umstand .. daß der Künstler die .. Symmetrie in die Umgebung gelegt und dadurch an die Stelle des g-en Goldgrundes ein künstlerisches und augengefälliges Mittel gestellt hat GWB341,186,10 KuARheinMain GWBN11,284,8 Purkinje,Sehen subj GWB36,325,16 Zu brüderlAndenkWielands 1813 GWB47,308,20 ÜbDilettantism Schema 1799 [G/Schiller] idVbdg ‘g-e Anmut’ iSv unverbindlich  Undulisten. Unter diesem Namen wurden diejenigen bezeichnet .. die das Weichere und Gefällige ohne Charakter und Bedeutung lieben, wodurch denn zuletzt höchstens eine g-e Anmuth entsteht GWB47,200,7 Samml 8 GWBB13,53,11 Schiller 3.2.98   5 von Naturgegenständen, -phänomenen   a von anorgan Massen: ungeordnet, amorph  ganze Massen sind von Natur und Grund aus krystallinisch; in einer g-en formlosen Masse entsteht durch stöchiometrische Annäherung und Übereinandergreifen die porphyrartige Erscheinung, welche durch alle Formationen durchgeht GWBN11,108,9 MuR(1258)   b von Farben u Tönen: indifferent im Bezug auf die Kontrastwirkung gegenüber der Umgebung  Alle Farben verhalten sich g. [Newton: indifferently] zu den Gränzen des Schattens GWBN2,183,20 FlP 363  er [JLHoffmann] glaubt, man könne jede Farbe durch gewisse Modificationen in den Minor setzen, wie man es mit den Tönen vermag, weil die einzelnen Töne sich gegen den ganzen musikalischen Umfang viel g-er verhalten, als die einzelnen Farben gegen den Umkreis in welchem sie aufgestellt sind GWBN4,261,21 FlH VI uö(vereinzelt)   c von Weiß, Grau, Körperfarbe, Helligkeitswerten, -erscheinungen: uncharakteristisch, uneindeutig, auch gleichmäßig-diffus  Die vollendete Trübe ist das Weiße, die g-ste, hellste, erste undurchsichtige Raumerfüllung GWBN1,62,1 FlD 147  bemerke ich, daß wir alle Körper und Pigmente, welche entweder weiß, schwarz oder grau sind, farblos nennen, weil sie uns nur das Helle und Dunkle .. ohne ein Verhältniß gegen einander als das Verhältniß des strengsten Gegensatzes und der gleichgültigsten Vermischung darstellen GWBN51,136,7 ElementeFl 16  wendet man die Spitze [einer Damastserviette] gegen das Licht daß die Fläche diagonal erleuchtet wird, so erblickt man weder Figuren noch Grund, sondern das Ganze ist von einem g-en Schimmer erleuchtet GWBN51,303,22 EntoptFarb 34 GWBN51,155,13 ElementeFl Recap GWBN1,265,22 FlD 672 uö(vereinzelt)   d iZshg mit Magnetismus, Elektrizität, auch Phosphoreszenz iSv neutral, ohne Spannung, Aufladung bzw inaktiv; auch allg für den Zustand spannungsloser Neutralität zw polar e ntgegengesetzten Größen  Eisen im g-en Zustand. Bei und in sich selbst verharrend. Eisen aus dem g-en Zustand gebracht. In sich selbst geschieden. Sucht sich wieder mit sich selbst zu vereinigen GWBN11,178,10u12 Magnet  Was in die Erscheinung tritt, muß sich trennen, um nur zu erscheinen. Das Getrennte .. kann sich wieder .. vereinigen; im niedern Sinne, indem es sich nur mit seinem Entgegengestellten vermischt .. wobei die Erscheinung Null oder wenigstens g. wird .. im höhern Sinne .. indem das Getrennte sich zuerst steigert und durch die Verbindung der gesteigerten Seiten ein Drittes, Neues, Höheres .. hervorbringt GWBN11,166,7 Polarität GWBN1,296,22 u 297,6 FlD 741 GWBN1,297,13 FlD 742  [Zit s v Gleichgültigkeitspunkt] GWBN52,169,10 Fl Plp uö(vereinzelt)   e von Körperteilen, Organen, auch von einem Organismus: (noch) unentwickelt, unspezifiziert (u insofern entwicklungsgeschichtl von geringerem Rang); in Berührung mit A2  Das Auge hat sein Dasein dem Licht zu danken. Aus g-en thierischen Hülfsorganen ruft sich das Licht ein Organ hervor, das seines Gleichen werde N1,XXXI,10 FlD Einl  [Bildung des Flügelbeins] hat sie [die Natur] solches zwar die übrigen Knochen meist berühren lassen .. es aber vor [recte: von] allen grobern und g-eren Functionen befreit, und es so wohl geschützt, verwahrt, als ausgeschmückt GWBN8,142,22 BeschreibgZwKnoch  Das Thierische Bild verschwindet auf den untersten Stufen in einer völligen gleichförmigkeit der Theile .. Man unterscheidet nichts am Wurm weil er ganz g. .. ist GWBN13,204,6 Morph Plp bezogen auf pflanzl Bildungsprozesse iSv undifferenziert, gleichmäßig  Anastomose .. bey Pflanzen geschieht sie sehr viel leichter als bey andern Geschöpfen u. G-er GWBN13,169,34 Morph Plp   f bezogen auf den physiognom Ausdruck: unausgeprägt, ohne markante Züge; subst  Thierschädel .... 12. der Fuchs .. Die so flache Abweichung vom Schädel bis zur Nase, der mit dieser Linie fast parallellaufende Unterkiefer gäben der Gestalt was Unkräftiges, wenigstens G-es, wenn nicht .. die spitzen, abgerißnen Zähne eine geringe Grausamkeit sehen ließen GWB37,350,7 PhysiognFragm   C keine bes Neigungen, Empfindungen, Affekte, kein (bes) Interesse, Berührtsein zeigend, habend; einmal vom Tier; öfter ‘g. gegen’, auch ‘g. bei, über’   1 indifferent, sachl-neutral, unparteiisch  indem .. die Schiiten ihre eigenen verschieden denkenden Glaubensgenossen [die Sunniten] auf’s äußerste hassen, sind sie g. gegen andere Bekenner und gewähren ihnen .. eine geneigte Aufnahme GWB7,201,26 DivNot  [bei G-s Geburt] die Sonne stand im Zeichen der Jungfrau .. Jupiter und Venus blickten sie freundlich an, Mercur nicht widerwärtig; Saturn und Mars verhielten sich g. GWB26,11,7 DuW 1  [Dichter:] Wenn die Natur des Fadens ew’ge Länge, | G.1) drehend, auf die Spindel zwingt GWBFaust I 143 GWB18,204,27 Unterhaltungen bezogen auf Erkenntnishaltung iSv frei von allem subjektiven Interesse, den reinen Phänomenen zugewandt  Maßstab des Gefallens und Mißfallens .. des Nutzens und Schadens; diesem sollen sie [nach Erkenntnis strebende Menschen] ganz entsagen, sie sollen als g-e und gleichsam göttliche Wesen suchen und untersuchen was ist, und nicht was behagt GWBN11,22,5 VersVermittlSubjObj   2 mBez auf Haltung, Gemütslage, psych Verfassung   a innerlich unbeteiligt, teilnahmslos, desinteressiert  Sie läuten so eben .. das Reformationsfest ein. Ein Schall und Ton bey dem wir nicht g. bleiben dürfen GWBB38,280,20 Zelter 30.10.24  [Schweizreise mit CarlAug] Er hat gar eine gute Art von Aufpassen, Theilnehmen, und Neugier .. wenn ich offt am Flecke vergessen oder g. bin GWBB4,79,10 ChStein 14.10.79  [röm Kunstwerke] Einige reißen uns mit Gewalt an sich, daß man eine Zeit lang g., ja ungerecht gegen andere wird GWB30,232,3 ItR~GWBB8,75,20 Herder uFr 2./9.12.86  Die Menschheit ist bedingt durch Bedürfnisse. Sind diese nicht befriedigt, so erweis’t sie sich ungeduldig; sind sie befriedigt, so erscheint sie g. GWB422,181,22 MuR(539)  bey dieser verworrenen und g-en Weltverfassung GWBB27,49,6 Boisserée 8.6.16 GWB24,241,16 Wj II 1 GWB252,105 Wj Var GWB23,77,18 Lj VII 7 ungerührt, unempfindlich, kalt, auch als habituelles Verhaltensmerkmal, Charakterzug  Meine Liebe [zu Käthchen], diese unglückliche Leidenschafft, die mich zuviel, zuviel gekostet hat, als daß ich sie je vergessen sollte, ist verscharrt, tief in mein Gedächtniß begraben, kalte Zerstreuung drüber geworfen, ich dencke manchmal daran, ganz g. DjG31,245,23 Langer 8.9.[68]  Glücklicherweise kann der Mensch nur einen gewissen Grad des Unglücks fassen; was darüber hinausgeht vernichtet ihn oder läßt ihn g. GWB20,226,11 Wv II 4  Zustand, in welchen mich das Abscheiden unseres unvergeßlichen Fürsten setzen mußte .. Seit jenem Augenblick .. fand ich mich .. kaum fähig denen Obliegenheiten genug zu thun, die der Tag g. von mir forderte GWBB45,165,8 Schreibers [16.]2.29 K  Pulcinell, die eigentliche Nationalmaske .. ein wahrhaft gelassener, ruhiger, bis auf einen gewissen Grad g-er, beinahe fauler und doch humoristischer Knecht GWB31,63,22 ItR GWB39,112,16 Götz1III GWB20,412,13 Wv II 18 mit der Nuance des Überheblichen, Geringschätzigen  Daß ich dir über dein Büchlein [‘Über die Lehre des Spinoza’] nicht mehr geschrieben verzeih! Ich mag weder vornehm noch g. scheinen. Du weißt daß ich über die Sache selbst nicht deiner Meinung bin GWBB7,110,5 Jacobi 21.10.85  Lassen Sie uns .. die geringe Öffnung, die wir heute in die Oberfläche der Erde machen werden, nicht mit gleichgiltigen Augen ansehen GWB36,369,26 RedeEröffn BergbIlmenau 1784 GWB36,232,21 BiogrEinzh nur zur Schau gestellt od vorgegeben  [Bernardo zu Elm:] Daß Sie, mein Fräulein, ein zärtliches liebes Herz haben, das weiß ich lange. Daß Sie es unter dieser g-en manchmal spottenden Außenseite verbergen können, das ist Ihr Glück GWB38,84,29 ErwElm1  in dem gesellschaftlichen Leben ist es herkömmlich, über alles g. zu erscheinen. Man beobachtet den Theologen .. spottet über den Mediciner .. scherzt über den Philosophen.. GWB53,187,12 Üb verschZweige hiesigerTätigk [1795] GWBB33,322,15 Zelter 26.10.15 in erot Beziehung; auch ‘gegen jdn nicht g. sein’, ‘jdn nicht g. lassen’  schien der Reiz meiner jüngsten Schwester, die damals außerordentlich schön war, ihn [Narciß] nicht g. zu lassen GWB22,272,16 Lj VI Schöne Seele GWB39,86,22 Götz1 III~GWB8,85 Götz2 als Gleichgewichtszustand widerstrebender Affekte  [unter dem Eindruck des Glut und Asche auswerfenden Vesuv] wie sinneverwirrend ein ungeheurer Gegensatz .. Das Schreckliche zum Schönen, das Schöne zum Schrecklichen, beides hebt einander auf und bringt eine g-e Empfindung hervor GWB31,67,3 ItR   b gelassen, ruhig-gefaßt, gleichmütig; idVbdg ‘g. scheinen’ auch iSv beherrscht, ohne erkennbare Regung  [Bericht üb Gefechte zw frz u österr Truppen] gleich vor dem Thüringer Walde .. indessen wir hinter demselben und unserm Cordon in g-er Ruhe fortleben GWBB11,204,16 Meyer 15.9.96  ein Künstler ist wie ein Arzt glücklich, wenn er [angesichts widriger Umstände] an seinem Platze g. bleibt und sein herkömmliches Handwerk walten läßt GWBB44,155,22 Ottilie 27.6.28 K  [alttestamentl Bruderzwist] Esau ist ruhig und g. über die Erstgeburt, die ihm das Schicksal zugetheilt; Jakob vergißt nicht, daß ihn sein Bruder zurückgedrängt GWB26,217,25 DuW 4  [Iph:] die Begier der Rache [an Thyest] | Aus seiner Brust zu tilgen, sinnt er [Atreus] still | Auf unerhörte That. Er scheint gelassen, | G. und versöhnt GWBIph2 378 GWB21,120,12 Lj II 1~GWB51,100,21 ThS II 1 GWB20,390,15 Wv II 16 GWB11,142,17 Stella I für großzügig, tolerant  Man ist oft g-er als billig Gespr Eckerm 19.2.29   c iSv träge, inaktiv, lustlos  [Wilh liest aus Mskr eines Freundes, dramat Gegenstände betr] daß der g-e Zustand derjenige sei, dem der Mensch am meisten zu entfliehen suche. Sobald Seele und Körper durch Schlaf und Ruhe in den Zustand der Behaglichkeit versetzt sind, so verlangen beide wieder sich zu regen, zu würken, gereizt, gerührt und so ihres Daseins gewahr zu werden GWB51,149,9 ThS II 5 GWB422,179,10 MuR(527)   d abgestumpft, apathisch, indolent, bes im Zustand psych Verstörung  [Begegnung mit dem unter Mordverdacht gefangengenommenen Knecht] die entsetzliche gewaltige Berührung .. Aus seiner Trauer, seinem Mißmuth, seiner g-en Hingegebenheit, wurde er [Werther] auf einen Augenblick herausgerissen AA120,15 Werth2 II  [Eduard, angesichts der bevorstehenden Abreise Ottilies resigniert] sein gegenwärtiger Schmerz schien ihn gegen alles g. gemacht zu haben GWB20,385,4 Wv II 16 GWBB10,181,24 FStein 14.8.94   3 von äußerem Gebaren, Verhalten: iSv unaufmerksam, nachlässig; idWdgn ‘jdn/etw g. behandeln’: ohne bes Beachtung, wie beiläufig  [G läßt sich für Logenversammlung entschuldigen] ich möchte nicht gern einen Augenblick gleichgiltig gegen eine so theure und bedeutende Verbindung scheinen GWBB20,186,12 Bertuch 24.10.08  [geplanter Besuch mit Weyland im Sesenheimer Pfarrhaus] wobei mir mein Freund versprechen mußte, daß er bei der Einführung weder Gutes noch Böses von mir sagen, überhaupt aber mich g. behandeln wolle GWB27,347,9 DuW 10 GWB22,251,27 Lj V 16   4 als Wesenseigenschaft, positiv akzentuiert: iSv in sich ruhend, ausgeglichen  [Karlsbad] Bey Ziegesars. Über Thümmels Schriften und seinen heitern g-en Sinn GWBTgb 25.6.08 Nikolaus Lohse N.L.
20635 Zeichen · 247 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Gleichgültig

    Adelung (1793–1801) · +2 Parallelbelege

    Gleichgültig , -er, -ste, adj. et adv. gleiche Geltung, Gültigkeit oder Werth habend, entweder absolute, oder doch in An…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    gleichgültig

    Goethe-Wörterbuch

    gleichgültig knapp 350 Belege; wiederholt (bes in Br) -giltig; vereinzelt Groß-, subst auch Kleinschr; mehrf im Komp od …

  3. modern
    Dialekt
    gleichgültigAdj.

    Pfälzisches Wb.

    gleich-gültig Adj. : 1. 'einerlei, unwichtig', vgl. gleich I 1 b, egal , einerlei 1. Das is meer net gleichgildich [Zwei…

  4. Sprichwörter
    Gleichgültig

    Wander (Sprichwörter)

    Gleichgültig Es ist ihm so gleichgültig wie der Schmuz an seinen Schuhen. Er macht sich nichts daraus; es bekümmert ihn …

  5. Spezial
    gleichgültig

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    gleich|gül|tig I adj. 1 passif (-s, -iva), indeferënt (-nc, -a) 2 (uninteressiert) dejinteressé (-ssá, -ssada) 3 (teilna…

Verweisungsnetz

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit gleichgueltig

4 Bildungen · 4 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Zerlegung von gleichgueltig 2 Komponenten

gleich+gueltig

gleichgueltig setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

gleichgueltig‑ als Erstglied (4 von 4)

gleichgültigkeit

DWB

gleich·gueltigkeit

gleichgültigkeit , gleichgiltigkeit , f. seit 1680 belegbar ( s. u. A 3). über das nebeneinander von gleichgültigkeit und -giltigkeit ist da…

gleichgültigruhend

GWB

gleichgültig-ruhend auf das virtuelle Moment abhebend [ Wilh an Natalie ] Die Fähigkeiten die in dem Menschen liegen, lassen sich eintheilen…

Gleichgültigtun

GWB

gleichgueltig·tun

Gleichgültigtun So einen bösen Vorhang mir Ihr Brief herunter wirft, und neue Nebel meine schönsten Aussichten decken; so ist mirs doch wilk…