Eintrag · Mittelhochdeutsches Wb. (MWB)
gewande stswF.
2 ‘Gegend, Gebiet’ (überw. als Reim auf lande )
1 wohl ‘(langgestreckter) Acker’, oder spez. ‘Anwandacker, Pflugwende’? (vgl. anewande 1): diz ist das gut [...] 1 acker vf die anewende, vber den kirrweg. item 1 acker in der Widen. item <1/2> acker uber den Ehenheimer weg, in dieselben gewanden UrkEls 2,71 (a. 1299) 2 ‘Gegend, Gebiet’ (überw. als Reim auf lande): Duringer herre Ludewig, / lantgrave der gewande, / ein furste Hessen lande, / ein palnzgrave in Sassen Elis 4531; des quam uz deme lande / bi Marcburg der gewande / zwolf dusent armer lude dar ebd. 7600; alle die gewande / zu deme heiligen lande ebd. 4121. 5424 u.ö.; die sollent fliehen uf gewande / der berge [ fugiant ad montes Lc 21,21] EvStPaul 9937. – lokal begrenzt ‘Ort, Stelle’ enist ez niht, daz ich [...] minen finger nach gewanden [dem Ort nach (?)] / niht in die stat der nagel lege [ mittam digitum meum in locum clavorum Io 20,25] EvStPaul 14583. – spez. ‘Ortschaft’ in Galileen lande / zu Chana der gewande [ in Cana Galilaeae Io 2,1] EvStPaul 11102; sin lumunt nu gebreidet wart / in aller der gewande, / die was in dem lande [ in omnem locum regionis Lc 4,37] ebd. 6380
MWB 2 696,20; Bearbeiter: Hansen