getränk,
n. ,
verstärktes trank (
s. d.).
in der mittelhochdeutschen zeit vereinzelt belegt und mit einigen ansätzen die bedeutung des einfachen wortes in bestimmter richtung differenzierend, geht es doch bald ganz in dieselben bahnen der bedeutungsentwicklung über wie dieses. um so ausgedehnter wird dadurch der verwendungskreis, der schon im 14.
und 15.
jahrh. sich ausbreitet, jedoch ohne in den vocabularien und gemmen beachtung zu finden, während er im 18.
jahrh. das grundwort auf einige reste alten gebrauches zurückgedrängt hat. auch in diese dringt die vollere form in der neueren zeit ein. II.
formen; mundartliche gegensätze. I@11)
auf mitteldeutschem boden herrscht von anfang an die umgelautete form getrenke
vor, deren bedeutungsumfang jedoch mit der verwendung für trinkgelage
nicht abgeschlossen ist, wie gewöhnlich angegeben wird. I@1@aa) getrenke
in der bedeutung von trinkgelage;
hierfür liegt aus der althochdeutschen litteratur eine andere form vor, eine ableitung vom verbalstamme: conviviis, kadringum, kidrinchum (
glossen der Hraban.-Keronischen sippe) Steinmeyer-Sievers 1, 76. getrenke
kann sich hier ebenso gut an tränke (
s. d.)
anlehnen, als an tranc,
das als nomen actionis ebenfalls zum ausgangspunkt sich darbietet (tranchum,
inter pocula Graff 5, 539): dâvon ouch darnâ geschach, daʒ Scomant einis solde varn zu eime tranke, dâ ouch wârn gesamnit in den zîtin dî bestin Sudouwîtin nâch des landes sitte, unde nam in mitte in vrûntlichir gere, swî er gevangin wêre. und in dem getrenke wûchs ein sulch gezenke, daʒ ein mechtig edelinc ein Soudouwît, an witzin linc, Lûdewîge dâ betrûbete. Jeroschin 17447; die kunige von Sameiten die lieʒen in bereiten ein getrenke, daʒ was grôʒ. dar zû quam mancher ir genôʒ. sie trunken und wâren vrô. .. unde sie gelobeten dô in deme getrenke, sie wolden varn, ir gote sulden sie bewarn.
livländ. reimchr. 4655.
vgl. mhd. wb. 3, 93
a, Lexer 1, 947.
vgl. Schiller-Lübben 2, 30. I@1@bb)
neben dieser an das nomen actionis angelehnten bedeutung entfaltet dieselbe form theilweise bei den gleichen schriftstellern bedeutungen, die von der stoffbezeichnung des grundwortes ausgehen; es reicht also unsere heutige verwendung schon in die anfänge des compositums zurück; für das mittelniederdeutsche vgl. auch Schiller-Lübben 2, 30: gedenket in disen nôtin an des metis sûʒekeit, der ûch von in was gereit mit anderen getrenkin unde lât ûch schenkin des bittirlîchin tôdis tranc huite mit in um den danc. Jeroschin 10645; als der burgermeister und eyn stat dy Magdeburgisch recht habin, allir hande spisekouff und getrenke also bier, mete unde weyn zcu nucze der gemeyne mit der wiczigsten rate jerlich seczen mogen.
Magdeburger fragen I, 1, 7.
dieselbe form in der gleichen bedeutung bei Luther, Matthesius
u. a. Henisch
führt nur die form getränk
neben trank
an 1587. Zinkgref
giebt (1624)
in seinen auserlesenen gedichten deutscher poeten die form getranck Weckherlins
mit geträncke
wieder (
neudrucke 15, 40),
aber durchgeführt erscheint die letztere form in der schriftsprache erst gegen ende des 17.
jahrh., noch bei Stieler
und Steinbach
werden beide formen neben einander gebucht. I@22)
vereinzelt tritt bei der umgelauteten form die anlehnung an tränken
in den vordergrund: er soll des brunleins tzum getrenke des viehes gebrauchen.
Weimar archiv (1567) Diefenbach-Wülcker 618. Campe (2, 352)
faszt später die form getränke
neben getränk
in der that als solches verbalsubstantiv auf. I@33)
oberdeutsche formen: die von Weckherlin
verwendete, von Zinkgref
gemiedene apokope bei mangelndem umlaut beherrscht in der form getranc, getranch, getranck
die oberdeutschen denkmäler vom 11.
bis an das ende des 17.
jahrh.;
vereinzelt läszt sie sich auch bei Luther
belegen, vor allem in oberdeutschen drucken vgl. zu Luther 12, 303, 17
Weimar. I@3@aa)
das älteste beispiel entstammt der geistlichen dichtung vom ende des 11.
jahrh.: so ne kan sie nimmer enhein man mit sinen sinnen gehailen. so muoʒe wir siechen immer me. daʒ muge wir bewaren alleʒ ê. von div bite wir uns an den buochen. die arzat suochen. div getranch ouch die binden wie gereit wir got danne vinden.
bücher Mosis Diemer
deutsche gedichte 88, 14. I@3@bb)
in der bedeutung macht sich bei der oberdeutschen form mehr die stoffbezeichnung des grundwortes geltend; das nomen actionis kommt nur in ansätzen zum vorschein, bei denen freilich nicht immer zu unterscheiden ist, wie weit der anschein einer verbalhandlung aus dem zusammenhang sich erklärt: I@3@b@aα) verleus dein pitters gallen getranck (
den trunk, den du für uns getrunken hast) herr, nit an uns, wie wol wir sein sunden kranck. Wolkenstein 199, 2, 9
Weber; wann einem traumet wíe er jhm einen gemachten wein zum getranck zugerichtet, so wird er den landsfürsten mit lügenhafftigen worten hinterkriechen. Coler
ökon. rural. anhang cap. 187. I@3@b@bβ)
in den wörterbüchern werden so zu der unumgelauteten, ebenso wie zu der umgelauteten form synonyma angeführt, die an und für sich ein nomen actionis ausprägen, die aber auch collective bedeutung angenommen haben, so steht potio neben potus im vocabul. incip. h;
vgl.getränk, tranck,
das trincken,
potus Henisch 1587. I@3@b@gγ)
in anderen beispielen hebt sich aber die stoffbezeichnung als kennzeichen unserer form deutlich von andern ableitungen aus demselben stamme ab: er lusz vff tragen früsch von ayer gebachen brott, oliven, mancherley gutte fruchtt, vnd thett mir ausz einem wolgeschmacken gedranckh einen drunckh vff glückliche raysz vnd gutten lötze zudrinckhen. H. U. Krafft
reisen und gefangenschaft 279. I@3@cc)
neben dem neutrum tritt vereinzelt für unsere form auch das masculinum auf, das sich weder nach der bedeutung noch nach dem landschaftlichen gebrauche fest abgrenzen läszt. dieser geschlechtswechsel steht jedenfalls unler dem einflusse des analogen vorgangs beim grundworte, für das ja das masculinum herrschend geworden ist. I@3@c@aα)
mundartliche verbreitung: das masculinum findet sich im Wormser druck zum Tristrant (
vgl. Pfaff),
im Ulmer herbarius von 1487,
in dem wörterbuch des Schlesiers Steinbach 2, 876,
wo das neutrum geträncke
kurz abgethan, das masculinum getranck
dagegen etwas eingehender behandelt wird; endlich wird es von Schöpf 751
für Tirol angeführt I@3@c@bβ)
bedeutungsdifferenzierung: individualisierende und collective bedeutung stehen sich für das masculinum in den belegen des 16.
jahrh. gegenüber, ebenso bei Steinbach,
nur dasz hier unter dem bedeutungsgehalt des masculinums im gegensatz zum neutrum neben potus auch potio aufgeführt wird, was also eine annäherung an das nomen actionis bedeutet. I@3@dd)
schreibung. der dental zeigt sich vereinzelt auch als media, so bei Krafft (
s. oben). der guttural weist die gewöhnlichen übergangserscheinungen vom mittelhochdeutschen zum neuhochdeutschen auslautsgesetz auf: getrank
zwar schon im vocabul. theut. 1482,
vergl. Diefenbach-Wülcker 618,
aber getranck
im vocab. incip. h;
bei Dasypodius Q 7
d.
diction. du voyeag. 144
u. a. I@44)
an der schriftform des 18.
und 19.
jahrh. macht sich die eben besprochene schreibung des gutturals mehr nur in den älteren belegen für apokope geltend: die form geträncke
erscheint im teutsch-engl. wb. (1716) 766; getränck
bei Hulsius, Duez, Castelli, Rondeau; getränke
bei Stieler, Frisch
u. a. die apokope, die seit Adelung durchgeführt ist (getränk 1, 637),
wurde besonders auch dadurch begünstigt, dasz das wort im plural so viel verwendet wird und somit das bestreben sich geltend macht, die getränke
und das getränk
zu unterscheiden. I@55)
die ausbreitung der zusammengesetzten form im kampf mit der einfachen hat schon im 18.
jahrh. ihren höhepunkt erreicht, vgl. Adelung 4, 1027.
das einfache trank
erscheint auf folgende restverwendungen eingeschränkt: I@5@aa)
am gründlichsten ist die collectivbedeutung, die auch am grundworte vorlag, beseitigt worden: gegen Luthers: aller tranck den man trinckt, in allerley solchem gefesz, ist vnrein (
3 Mos. 11, 34)
übersetzt Mendelssohn alles getränk;
ebenso für gibs gelt vmb alles, was deine seele gelüstet, es sey vmb rinder, schaf, wein, starcken tranck. Luther
5 Mos. 14, 26 (Mendelssohn: wein und anderes getränke).
nur in der formelhaften verbindung speis und trank
ist die einfache form geblieben, und die für die ältere zeit so vielfach belegten verwendungen des compositums in diesem zusammenhange haben gerade neuerdings abgenommen. I@5@bb)
der stoffbezeichnung dient das simplex ebenfalls nur mehr in einigen speziellen verwendungen. I@5@b@aα)
im arzneigebrauch: trank, tränklein,
vgl. aber II, 3,
a sp. 4423. I@5@b@bβ)
zubereitete getränke für das vieh vgl. II, 3,
b sp. 4424. I@5@cc)
am festesten erwies sich das gefüge der zusammensetzungen: apfeltrank, erquickungstrank, freudentrank, maitrank, liebes-, wunder-, zaubertrank
u. a. vereinzelt sind bildungen wie froschgetränke (
für wasser)
bei E. v. Kleist,
vgl. theil 4, 1, 252; das schale Patzenhofer bier .. das Frau von H. als tafelgetränk eingeführt hatte. R. Stratz
die kleinen Elten (1895) 72.
häufiger sind die verbindungen der volleren form mit appellativen: höllengetränk
bei Thümmel,
vgl. theil 4, 2, 1751; und endlich schöpft er mir dieses weines in zwölf gehenkelte krüge: süsz und unverfälscht, ein göttergetränk. Voss
Odyssee 9, 205.
neben dieser verbindung mit appellativen machen sich auch solche mit gradsteigernden bestimmungen bemerkbar: hauptgetränk; lieblingsgetränk. IIII.
bedeutung. II@11)
die grundlage der meisten verwendungen bildet die collectivbedeutung. diese faszt entweder dasjenige, was zum trinken bestimmt ist, zusammen und grenzt es nach auszen ab, resp. fügt es einem bestimmten zusammenhang ein, oder aber sie greift unter den trinkbaren flüssigkeiten arten heraus, die durch bestimmte merkmale zusammengefaszt zu einer gruppe sich abschlieszen. II@1@aa)
abgrenzung nach auszen; gegenüberstellung von speise und trank: II@1@a@aα) zu hunger und zu durstes zwanck liebet uns speis und getranck.
handschr. 15. jahrh. Diutiska 2, 98; und helft uns sagen in den danck mit sueszem englischem gesanck umb zymlîch essen und getranck, damit er speist die blödigkait. an menschlichem gesind. Wolkenstein 98, 1, 6
Weber; gsundheit sprach: auch erhüngerst du die leut, machst in ir dewung kranck, verbitterst in speisz und getranck dasz sie ausdorren und verschmachen. H. Sachs (
kamffgespräch) 4, 435
Keller; der leib mus im hunger die speis, im durst den getranck haben. Butschky
Patmos 942; hastig wollte der pfaffe mir nach und lärmte, da stiesz er über den haufen den tisch mit speisen und allem getränke. Göthe (
Reineke Fuchs) 40, 51;
bei Gottsched: speis und trank. II@1@a@bβ) von gesotem vnd gebrotem, von muosen und salsen, geröstem und gepachem vnd von allerhand speisz vnd getranck, so man mag erdencken. A. v. Eyb (
Menächmi) 2, 68
Herrmann; gutes mädchen, mir hat die mutter nicht leinwand alleine auf den wagen gegeben, damit ich den nackten bekleide, sondern sie fügte dazu noch speis' und manches getränke. Göthe (
Herm. u. Dor.) 40, 247. II@1@a@gγ) den (
ihren buhlen) empfieng sie in syner zuokunfft wol vnd schon und pflage syn mit guoter spys und süszem getrank, so best sie mocht, darum das er der göttin Veneri dester bas gedienen möchte. Steinhöwel
Aesop 330
Österley; die privilegierte würth, pierschenk et fräschler sollen auch guet gerechtes getrank und wohlgekochte speisen täxordnungmäszig denen gästen abgeben.
Tirol. weisth. 1, 46, 28 (
Kufstein 17.
jahrh.). II@1@a@dδ)
übertragen: mit threnen brod, man mich speisen thut, jammer und bang, ist mein getranck, o herr hilff mirs nur tragen. Nic. Selneccer
christl. psalmen etc. (1587) 133. II@1@a@eε) davon hab ich ine geben für getranck, kesz und prat (
brod) 2 ℔. und darczu uberhaupt verdingt den stul wider aufczumachen und alle ding 18 ℔., thut alles 20 ℔. Tucher
haushaltungsbuch (
litt. ver. 134) 128. II@1@bb)
die herausarbeitung des begriffs des getränkes
als der gesammtheit der in einem bestimmten zusammenhang zum trinken bestimmten flüssigkeit. die bedeutungen schwanken hier je nach der syntactischen geltung des wortes. II@1@b@aα)
der absolute gebrauch: II@1@b@a@11))
cimbria, kopf, fasz
o. geschirre, domit man das getranck teylt.
vocab. theut. (
Nürnberg 1482) Diefenbach 119
a; vnd das getrenck trug man in gülden gefessen. Luther
buch Esther 1, 7; ob er essen vnd trincken für ein ding wolt haben, vnd on getranck trincken kü
nd. Luther (
auffs bischoffs zu Meissen mandat 1528) 3, 529
Jena. II@1@b@a@22)) der biesem wird zum getränck also zugerichtet. Hohberg 1, 328,
vgl. oben I, 3,
b, α aus Coler; das getränck einfrischen,
rafraichir la boisson Rondeau-Buxtorff 253
a; aber nachdem die begierde des trancks und der speise gestillt war, füllten die jünglinge schnell die krüge zum rand mit getränke. Voss
Ilias 1, 470; weil so laut das heischende rufen, springen die wirthe schon mit dem getränke über die finsteren kellerstufen. Lenau
die bauern am Tissastrande. II@1@b@a@33)) man hat jn geheissen (
bei der fürstlichen tafel) bey dem getranck stehen, hat darzu wider der credentzen und schencken willen, sich neben den königlichen leib gestellt, ihr (
der fürstin) zu trincken gebotten.
buch der liebe 214, 1. II@1@b@a@44)) dan was kan doch ohn drincken wehren? und ist nicht under dem gedranck der wein das best, mit lob und danck vor allem. was nasz, hoch zu ehren. Weckherlin (
oden 3, 11, 2) 199, 501
Fischer. II@1@b@bβ)
der relative gebrauch: II@1@b@b@11)) in derselben silberkamer ist ein kleiner keller, dorinnen der keiser vormols sein eigen getranck und mett gehabt hat, dorinnen auch leger, zengel, 2 pock, dorauf pretten, etwasz dorauf zu seczen. Tucher
baumeisterbuch der stadt Nürnberg (
zurüstungen für die zukunft vnsers herrn des keissers 1471) 297, 19. II@1@b@b@22)) vom getranck der alten Teütschen. item so grosze kälte und räuhe des luffts ist, das weder weyn noch öl do wachszt, dorumben müessen jnen die mentschen ein tranck sieden ausz gersten. Herold (
Diodor 6. buch) 254; ihr getranck ist aus gersten oder aus weitzen gemacht, vnd ist gleich etwas auf des weins art gefelschet, vnd di so zu nechst am Rhein wonen pflegen auch wein zu kauffen. Micyllus
Tacitus (
Germ. 23) 1300; wasser ist sein getränck,
aquam solam bibit. nouveau dictionaire (
Genf 1683) 162
a; ich mag euer geträncke nicht,
I defy your drenches. teutsch-engl. wb. von 1716 766. II@1@b@b@33)) mein gewöhnliches getränck ist,
ma boisson ordinaire est Rondeau-Buxtorff 253
a; der wein sey nie das gewöhnliche getränke des noch zarten jünglings. Gellert 6
2, 284; und meines erachtens sollte das bier verhältniszmäszig höher besteuert sein als der branntwein, denn es ist vergleichsweise das getränk einer schon mehr wohlhabenden classe, der branntwein aber ist das getränk des berühmten armen mannes .. ich habe nie gefunden, dasz der arbeiter bei der arbeit, wenn sie schwer wurde, mit bayerischem biere sich erholte, einmal weil er es nicht hatte — es ist das getränk des wohlhabenden im vergleich mit ihm — und zweitens hilft es ihm nicht nach bedarf. Bismarck
deutscher reichstag 28.
märz 1881. II@1@b@b@44))
übertragen: dein silber ist schawm worden, vnd dein getrencke mit wasser vermischet. Luther
Jesaias 1, 22 (
in älteren fassungen: wein). II@1@cc)
die gruppenbildung innerhalb der gesammtheit der trinkbaren flüssigkeiten. II@1@c@aα)
mit allgemeinen bestimmungen: II@1@c@a@11)) jedes getranck, das truncken macht,
sicera Dasypodius Q 7
a; item erbietet ein ersame gesambte burgerschaft dennen wein- most- und pierwierten ordentliche trankschätzer zu setzen, welche bei ihren gewissen wasz jedes getrank rechtlichen werth ist, solches taxieren.
österreich. weisth. (
St. Andrä 17.
jahrh.) 6, 529; ich würde, wenn ich wein oder ander getränke trünke, begreifen können, wie es zugegangen ist. Hermes
Sophiens reise 1
3, 85. II@1@c@a@22)) ez spricht auch Aristotiles, wer das weiz in den airn nimt und læzt ez in ain trüebz getrank oder in ainen syropp, daz macht ez lauter und dünn. K. v. Megenberg
buch der natur 195, 22
Pfeiffer; deboire, ein böser geschmack von einig getranck. Duez
le vray et parfait guidon (1662
Amsterdam) 202; es würde auch die unvermeidliche verwirrung bey solchem übergang zu einer neuen sprache hundert und mehr jahr überdauren, bis alles aufgerührte sich wieder gesetzet und wie ein getränke, so gegohren, endlich aufgeklähret. Leibnitz (
unvorgreifl. gedanken) deutsche schriften 1, 456
Guhrauer; getranck,
une boisson, une potion. dictionaire du voyeageur 144; geträncke,
a drink of liquor. teutsch-engl. wb. (1716) 766; ein getränk,
signifies any beverage which serves to quench the thirst or which is drunk on account of its agreeable qualities Hilpert 2, 460
c. II@1@c@a@33)) denn aus dem einen wird dasselbe getränk gebraut, wie aus dem andern.
deutscher reichstag 15.
april 1872. II@1@c@a@44)) das beste getränk ist wasser, von der sonne durch rebholz destilliert. Eiselein 234. II@1@c@bβ)
die gruppenbildung erfolgt durch charakterisierende bestimmungen. hier wiegen die adjectiva vor. vereinzelt nur begegnen qualitative substantiva: auf! Cotonis, schenk mir ein, schenk mir ein, und höre, lasz dir diese lehre heut von mir gesaget seyn: man musz das getränk der reben allen braven leuten geben. Hagedorn (
abhandl. von den liedern der alten Griechen) 3, 198 (1775). II@1@c@b@11)) der soll sich weins vnd starcks getrencks enthalten, weinessig oder starks getrancks essig sol er auch nicht trincken, auch nichts das aus weinbeeren gemacht wird. Luther 4
Mos. 6, 3; solt keinen wein noch starck getrencke trincken. 3
Mos. 10, 9; der wein macht lose leute, vnd starck getrencke macht wilde.
spr. Sal. 20, 1 (
vgl. auch Petri 2, 540).
ebenso Jes. 28, 7
u. a.; Jacobus zugenant der gerecht, ausz Maria schwester sun, sagen die kronicken (
der absatz ist aus Franck), sey von den apostlen zu Jerusalem bischoff erwelt worden, 30 jar gesesen, bisz auff das 7 jar Neronis, kain wein noch starck getranck getruncken, noch kain flaysch gessen. Sebastian Fischer
Ulmer chronik 82; starck getränck ist wasser, das kan mühlen vmbtreiben. Henisch 1587; starck geträncke,
strong liquors; schwach geträncke,
covent, sehr dünnes bier, whig, a very small beer. teutsch-engl. wb. von 1716 766; die erste pflicht des menschen, speis' und trank zu wählen, da ihn die natur so eng' nicht wie das thier beschränkt, erfüllt er die? und läszt er nicht vielmehr sich wie ein kind von allem reizen, was dem gaumen schmeichelt? wann mischt er wasser unter seinen wein? gewürze, süsze sachen, stark getränke, eins um das andre schlingt er hastig ein. Göthe (
Tasso) 9, 222; gebt ihr euch einmal für poeten, so commandirt die poesie. auch ist bekannt, was wir bedürfen, wir wollen stark getränke schlürfen; nun braut mir unverzüglich dran! Göthe (
Faust 223) 12, 16; wenn man predigt, das Christus fur uns gestorben ist und uns errettet hat von sunden, todt und helle, das ist lüstig und süsz wie die milch, aber darnach musz man auch das creutz predigen, das man leyde, wie er than hatt, das ist denn ein starck getrencke und starcker wein. Luther (
epistel St. Petri gepredigt 1523) 12, 303
Weimar; wann einem traumt, wie er ausz einem gefäsze wasser trincke, das ihm ein verstorbener, der jhm bekannt, gebracht .. gleicher gestalt, wenn jhm der todt ein starck getränck mit essige vermischt bringet, so wird er durch eine kranckheit umbkomen. Coler
oecon. ruralis anhang (
traumbuch)
cap. 187. II@1@c@b@22)) das wort sicera, oder schekar, darmit die Jüdischen sprache allerley getrencke nennet, das ausser des weins truncken vnd fröhlich macht. Mathesius
Sarepta (1623) A 7
b; er gähnte, sah in die uhr, nahm einen schluck lachs (ein abgezogenes getränk) und sah den Franzosen (dem er sonst das fläschgen zu reichen pflegte) finster
an. Hermes
Sophiens reise 1
2, 44; das konsumirende publikum gerade der ärmeren klassen wird irgend ein, wenn auch nur in geringem masze, alkoholhaltiges getränk immer verlangen, und wenn wir ihm ein billiges bier geben, so wird diesz das beste mittel sein, den branntweingenusz in mäszige schranken zurückzuführen.
verhandlungen des deutschen reichstags 15.
april 1872; allein die sanfte labung der milch genügte dem durst unserer vorzeitlichen ahnen keineswegs, und wie wir bei den meisten, selbst bei den rohsten naturvölkern dem bestreben begegnen, durch die herstellung eines berauschenden getränkes aus wurzeln, kräutern u. dergl. sich die möglichkeit eines kurzen entrückens aus dem irdischen jammerthale zu verschaffen, so kann auch unseren indog. vorfahren die poesie des rausches nicht verborgen gewesen sein. O. Schrader
sprachvergleichung und urgeschichte (1883) 376; und seit den zeiten des königs Gambrinus von Brabant, des famösen erfinders des gerstensaftes, dessen portrait sie in der putzstube jedes rechtschaffnen Bayern sehen können, ist unser land als heimat des edlen schäumenden getränks weit und breit bekannt. Gaudy (
die bayerische kellnerin) 5, 176. II@1@c@b@33)) die weil die herren huobend an ze schreygen: trag uns her den wein! die vische wellent gswemmet sein. des hieten seu do keinen danch. piermost und daz öpfelgtranch und daz schlechenwasser gar waren vor vergeben dar. Wittenweiler
ring (37, 34) 160
Bechstein. II@1@c@b@44)) man singt nicht beim weintrincken, vnd gut getrenck ist bitter denen so es trincken. Luther
Jesaias 24, 9; süszes geträncke,
a stipone. teutsch-engl. wb. von 1716 766; ein schmackhafter getranck,
potus grati saporis Steinbach 2, 874. II@1@c@b@55)) und ob wol die sonn als dann je lenger je wärmer den bachofen wird einheitzen, werden ihr doch nicht wenig am kühlen getranck weins vnd biers mangel haben, wann sie schon alles eysz vergraben. Fischart
aller pract. groszm. (1623) A 7
b. II@1@c@b@66)) sie sollten nämlich so viel schlüsselblumen als möglich sammeln und solche getreulich mit zur stadt bringen, indem die haushältische matrone gar allerlei gesundes getränk daraus zu bereiten gewohnt war. Göthe (
W. Meisters wanderjahre 2, 12) 22, 193; der verbrauch dieses gesunden getränkes (
des bieres) hat seit 1829/30, wo er auf den kopf 6, 59 kreutzer accis betragen hat, sich auf 9 kreutzer als mittlere abgabe auf den bewohner Badens, also um die hälfte der früheren konsumtion gehoben, was ausschlieszlich auf den seekreis fällt.
Bad. gewerbskalender für 1835 12; und zugleich geben sie .. ihrer bevölkerung eine garantie, dasz ihr ein gesundes und nahrhaftes getränk geliefert wird, besser, als das, welches ihr in den gegenwärtigen bieren, die mit allen surrogaten angefertigt sind, geboten wird.
verhandl. des deutschen reichstages 27.
mai 1872. II@1@c@b@77)) in der neuesten zeit gieng das finanzministerium mit dem gedanken um, an die stelle des kesselgeldes eine steuer, die bei dem verbrauche des branntweins entrichtet würde, zu setzen und so den genusz dieses der gesundheit überaus verderblichen getränkes zu erschweren. Rau
archiv der pol. ökonomie 3 (1838), 346; kein gebräu aus der infernalischen küche jener weingiftmischer, die vom westen und norden Deutschlands aus das leichtgläubige publicum mit einem schädlichen getränk versehen, welches sie ächten champagner taufen.
gastrologische spaziergänge im morgenblatt 1840
nr. 248. II@1@dd)
an die unter c behandelten verwendungen knüpft in erster linie der pluralgebrauch an, so schon in den mitteldeutschen belegen (I, 1,
b). II@1@d@aα)
in neuerer zeit tritt der plural auch in den fällen ein, die unter a und b besprochen worden sind; für die ältere zeit ist diesz ungebräuchlich, denn in allerley bewme und früchte .. daraus man nicht allein speise sondern auch getrencke machet
bei Luther,
vgl. Dietz 2, 109,
liegt singular vor. fraglich ist getränck geben Dasypodius Q 7
d.
in den wörterbüchern des 18.
jahrh. dagegen wird das wort überhaupt nur in der pluralform aufgeführt, so bei Hübner (1717) 706
b u. a. es zeigt sich, dasz hier die gruppenbildungen innerhalb des bedeutungsgehaltes unseres wortes gegenüber der abgrenzung nach auszen die vorhand gewonnen haben. von hier aus werden nunmehr auch alte gebrauchsformen umgestaltet: II@1@d@a@11)) die ganze diät bezieht sich auf unser verhalten in ansehung der luft, der speisen, der getränke, des schlafes, der leibesbewegung und der leidenschaften. Gellert (
moral vorles.) 6
2, 280; man trug zuckergebacknes und feine getränke auf. Klinger
Faust II, 10; es sollen gar keine steuern auf die gemeinsten und nothwendigsten speisewaaren oder getränke gelegt werden, mithin sollen fleisch, gemüse, alle getreidearten sammt den daraus bereiteten speisen und getränken, von allen abgaben unter was immer für namen frei seyn. Harl
vollst. handb. der volkswirtsch. (1811) 275; getränke,
drinkwaaren (
holl.),
liquors, drinks, drinkables (
engl.),
boissons (
franz.) Nemnich 355; broesig,
stark, geistig, trotzig, auch kriemig, gilt von geistiger schärfe der getränke. Vosz (
anmerkungen zu '
de winteravend')
sämmtl. ged. 2, 204; hierdurch und demnächst durch wiederholung früherer anträge auf stärkere besteuerung der getränke.
kaiserl. botsch. zur eröffn. des reichst. 17.
nov. 1881. II@1@d@a@22)) wie oft sah ich ihn (
Fourier) in seinem grauen abgeschabten rocke längs den pfeilern des palais Royal hastig dahinschreiten, die beiden rocktaschen schwer belastet, so dasz aus der einen der hals einer flasche und aus der andern ein langes brot hevorguckten. einer meiner freunde, der ihn mir zuerst zeigte, machte mich aufmerksam auf die dürftigkeit des mannes, der seine getränke beim weinschank und sein brot beim bäcker selber holen muszte. H. Heine
franz. zustände 3
anhang 1. II@1@d@bβ)
der pluralgebrauch innerhalb der gruppenbildung: II@1@d@b@11)) geträncke oder tranck,
potus, boisson oder breuvage, sind die nassen und flüssigen dinge. so den durst stillen und zu trinken taugen oder auch als artzneymittel genommen werden müssen .. wasser, milch, wein, bier, scherpen, kofent, breyhahn, lauer, lorcke, lurcke oder tresterwein, cider oder aepffel und birnmost, meet, branntewein, limonade, caffée, thée, chocolade, hippocras. Chomel 4, 1018; Natalie liesz ihn zum frühstück einladen. er trat in ein zimmer, in welchem verschiedene reinlich gekleidete mädchen, alle, wie es schien, unter zehen jahren, einen tisch zurechte machten, indem eine ähnliche person verschiedene arten von getränken hereinbrachte. Göthe (
W. Meisters lehrjahre 8, 3) 20, 162; vergisz nicht, auch hineinzupacken glänzende waffen und schabracken, nicht minder getränke jeder art und speisen, die man in töpfen bewahrt, auch konfitüren und mandeltorten und pfefferkuchen von allen sorten. H. Heine
der dichter Firdusi 3. II@1@d@b@22)) ort da man warme getränck verkaufft,
thermopoleium Dasypodius Q 7
d; fliehe die vielen warmen getränke unsers weichlichen jahrhunderts; das tägliche getränke ausländischer pflanzen, die wir für viele kosten über entlegene meere herbeyholen, unsern magen zu schwächen. unsere vorväter kannten diese getränke nicht, und mit ihnen auch viele krankheiten nicht. Gellert (
moral. vorlesungen) 6
2, 284; dasz man sich leicht mit kaffee und andern warmen getränken versorgen konnte. O. Müller (
die mediatisierten) 11, 67; sich an warme und hitzige getränke gewöhnen, weil sie uns auf einige zeit zur arbeit munter und lebhaft machen, ist eine heimliche untergrabung seiner gesundheit, weil wir die nerven dadurch zu oft reizen und endlich schlaff machen. Gellert (
moral. vorlesungen) 6
2, 278. II@1@d@b@33)) darumb haltens die gelehrten, die Lamechiten haben solcher süszer gewürtzter vnd hitziger möste vnnd getrenck gebraucht. Mathesius
Sarepta 9
c; cap. 49. von allerley köstlichen und delicaten geträncken, ich rede hier nicht vom wein, bier, meth oder dergleichen ordinari getränken, sondern allein von denen, welche von dem frauenzimmer bey merenden und vornehmen panqueten gebraucht werden, und meistens nur von köstlichen wassern sind. Hohberg 1, 328. II@1@d@b@44)) der wirth (
Illo) that das seinige, die besinnungskraft seiner gäste durch starke getränke abzustumpfen, und nicht eher, als bis er sie von weindünsten taumeln sah, gab er ihnen die schrift zur unterzeichnung. Schiller (
gesch. des 30 jähr. krieg.) 8, 340; geistige getränke sind zur besteuerung vorzüglich gut geeignet, da sie ohne unentbehrlich zu seyn, doch einen, für die meisten menschen sehr lockenden genusz darbieten, in allgemeinem gebrauche sind. H. Rau
grundrisz der finanzwissensch. (1832) 3, 2, 240; geistige getränke, als starke biere (doppelbier unter verschiedenen namen), branntwein, liqueur, arrak, rumm und wein sind vorzüglich geeignet der konsumzions-steuer zu unterliegen, und kann dabei niemand mit recht über finanz-druck klagen. Harl
handbuch der gesammten steuerregulierung (1816) 2, 225; mit dem allmählichen übergang der Indogermanen zum ackerbau und zu stabileren wohnsitzen wird der met dann immer mehr durch vollkomnere getränke .. bei den Europäern durch bier und wein in den hintergrund gedrängt. O. Schrader
sprachvergleich. und urgeschichte (1883) 376; sind die geistigen getränke vorwiegend genuszmittel, indem sie durch ihren erregenden einfluss auf das gesammte nervensystem, ähnlich wie die sättigung, aber ohne zu sättigen, ein gefühl des körperlichen wohlbehagens hervorrufen, wobei dem in den geistigen getränken enthalten alkohol die hauptrolle als nervenreizmittel zufällt. J. Ranke
die ernährung des menschen (1876) 162
ff. II@22)
spät und verhältnismäszig selten ist die verwendung unserer form im einzelfalle mit beziehung auf einen bestimmten, dem redenden gegenwärtigen stoff: nu grusze dich got, du edels getrangk! frisch mir mein leber, sie ist krank, mit deinen gesunten heylsamen tropffen. du kannst mir all mein trawer verstopffen.
weingrusz (
Dresd. hdschr. des 15. jh.)
altdeutsche blätter 1, 401 (
im dritten weingrusz: nu grusze dich got, du lieber trunck); nu kan dein mund (dürstig) zumahl von seufzen und zehren ein mahl auf ihrem mund und augen finden. köstliches mahl! götliche speisz! himelisches getranck! mit fleisz in so reiche gefäsz gegossen! G. R. Weckherlin (
oden 2, 61) 1, 240
Fischer; wie trinken sie in vollen zügen! doch als sie kaum den durst gestillt, bezeugen sie ihr misvergnügen, dasz hier nicht wein, nur wasser quillt: 'o fades getränke! o ärmliche schwenke!' Uhland
von den sieben zechbrüdern. II@33)
abzweigungen von der allgemeineren bedeutung. II@3@aa)
in beziehung auf menschen. II@3@a@aα)
die verwendung innerhalb der arzneikunst: wenn man den trinkwein macht mit des tiers fleisch, sô vertreibt daz getranch die vergift, die der mensch in im hât. pei dem tier verstên ich die hailigen peihtigær. wenn ein vergiftiger sündær daz getranch seiner rewe mit des peihtigærs flaisch, daz ist mit seim rât, macht und nimt puoz über sein sünd und volpringt die puoz, sô kan diu vergift der sünden sô grôz nümmer werden, si verswind von der rew und von der puoz. Konr. v. Megenberg
buch der natur 241, 24
ff. Pfeiffer; sô dem menschen der munt stinch, ist er junch, sô nem ein getranch des sumers, ist er alt, sô nem ez des winters.
arzneibuch Pfeiffer (
Wiener sitzungsber. 42) II, 12
b; diser getranck (Johannis treüblin gesotten mit sawer ampffer wasser) ist auch guot wider die trunckenheit.
herbarius (
Ulm 1487) z 4; geträncke für einen patienten.
teutsch-engl. wb. von 1716 766.
im encyclopäd. wb. der med. wissenschaften (1836) 14, 626
ist unter getränk
auf potus, potio und dort auf mixturen verwiesen. für die neuere sprache gilt hier das oben (I, 5,
b, α sp. 4418)
gesagte; vgl. getränk .. is thus distinguished from trank (trank,
any drinkable medicine). Hilpert 2, 460. II@3@a@bβ)
in nahen beziehungen zu diesen verwendungen stehen die zaubertränke und giftmischungen; auch hier gehört die vollere form mehr der älteren zeit an: das reich pette von ferren an sachen vnd in sölchem sten das getranck daz der ritter von des Soldan arczt zuo Alexandria getruncken vnd enpfangen het; des krafft zuo der stunde ein end het, mit dem der ritter aus dem schwerenn schlaffe erwachet.
Dekameron (X, 9) 653, 31
Keller; auch so macht sy ein getrancke, das wol billich das unselig getranck genannt wirt, und befahle das ir aller liebsten jungfrawen einer mit namen Brangel, das sy dises getrancke sölt bewaren, das nyemant darüber keme, noch darvon trüncke dann allein künig Marchs und die schöne Isaldes, so sy in der ersten nacht bey legen.
Tristrant 42, 24
Pfaff; hast nie gelesen Homerum, wie vor zeit sey gewesen, Circes eine göttin hochgeert, welche die menschen hat verkert in hirssen, hund, peren und schwein, welliche zu jr kehrten ein? wie wol ir kunst vnd zauberey war doch nur alzeit ainerley getranck. H. Sachs (
würckung des weins im menschen)
neudrucke 110
ff., 379; so hat doch den Homerischen helden .. nit die vnhold oder zauberin Circe mit irem gewaltig gifftigen getranck bezaubern .. können. Schaidenreiszer
Odyssee (1537)
vorrede 3
a; er träufelt in den eingang meines ohrs das schwärende getränk. Schlegel
Hamlet 1, 5 (
leperous distilment, diesz tödliche gift
bei Eschenburg; das aussatzzeugende gebräu
bei Bodenstedt). II@3@a@gγ)
eine neuere abzweigung ist mundartlich: getränke,
n., dünnbier Curtze
volksüberlieferungen aus dem fürstenth. Waldeck (1861) 467
a. II@3@bb)
für die beziehung auf das vieh hat sich die volle form noch weniger an stelle der einfachen setzen können; die vereinzelten beispiele stellen hier ausnahmen dar: so das viehe aufstöszet und nicht recht fressen will dann soll man ihnen andorn und salbey in ir geträncke legen. Becher
kluger hausvater (1699) 617.
dagegen vgl.: trank,
m., besonders das mit kleien und dergl. vermischte getränk für das vieh Schöpf 751; trank,
n., in specie das getränk fürs vieh. Schmeller 1
2, 667.