Eintrag · Mittelhochdeutsches Wb. (MWB)
geisten swV.
2 ‘hauchen, blasen’ (lat. spirare , vgl. Ruh, Trinitarische Spekulation, bes. S. 25 und 44).
3 ‘als Geist wirken, geistig tätig sein’ , vom Hl. Geist, Gott
1 ‘mit Geist (dem Hl. Geiste) erfüllen’ wie kunnen wir dir, hêrre, geleisten / iht guotes âne dîn volleist, / die uns ze gebene hât dîn geist? / den selben geist lâ, hêrre got, uns geisten RvZw 10,12; heiliger geist, nu geiste uns hie mit dime geiste Meissner 10:5,1; Damen 4,2; des muͦz ich gotes helfe gern / und biten, [...] / daz sîn geist geiste mich Kröllwitz 3562; ez ist daz wol schîn / an iu, daz got iuch triuwelîch hât gegeistet Loheng 1650; an dem worte [...] ‘in ime’ [ in ipso Rm 11,36 ] verstêt man den heiligen geist, in dem elliu dinc behalten und gegeistet und widerbrâht werdent zuo irm ende Eckh(Pf) 174,26 2 ‘hauchen, blasen’ (lat. spirare, vgl. Ruh, Trinitarische Spekulation, bes. S. 25 und 44). – vom innertrinitarischen Vorgang: ‘durch Hauchen hervorgehen lassen’ der vater und der sun die geistent den heiligen geist, dâ der heilige geist gegeistet wirt Eckh 2:84,11; Parad 101,32; da sprichit he [Gott] sin wort und mit dem worte geistit he den geist ebd. 99,35; alles das das in ime [dem himmlischen Vater] ist, das ist wúrken, do er in dem bekenntnisse sin selbes gebirt sinen geminten sun, und si beide geistend usser in beiden den heiligen geist in einem unsprechlichen umbevange Tauler 156,25. 412,14. – ‘(den Hl. Geist in die Seele) einhauchen’ sô wird diu sêle ein himelische wonunge der êwigen gotheit, daz er sîniu götlichiu werc volbringet in ir [...], der vater unde der sun geistent den heiligen geist in sî [die Seele] Eckh(Pf) 215,20. – ‘wehen’, vom Wind: der geist geistet wô her wil [ spiritus ubi vult spirat ] , und sîne stimme hôris du, abir du weist niht von wannen her kuͦmet odir war her gêt EvBeh Io 3,8; EvStPaul 11244; EvAug 214,8; Eckh 4:486,11; bildl., vom Hl. Geist: wand von gote vluzet ebn / beide wesen und daz lebn / allen dingen sust und so. / wen sin geist der geistet jo / wo er wil und wen her wil, / waz er wil; der gab ist vil TvKulm 24 3 ‘als Geist wirken, geistig tätig sein’, vom Hl. Geist, Gott: do got menschlich uf erden was, / do geiste dri ein geist Damen 4,2; got ist ein licht und her hât deme geiste gegeben ein unvorleslîch [= unverleschlich ] licht, darinne her irkennen mac alle dinc, [...] und wie daz gotlîche licht lûchtet und geistet in diz licht, und welich di fruchte sint und di eigenheit di got wirket in disen geist HvFritzlHl 171,34
MWB 2 297,11; Bearbeiter: Tao