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gauch

nhd. bis sprichw. · 13 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Wander
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17 in 13 Wb.
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Eintrag · Wander (Sprichwörter)

Gauch

Bd. 1, Sp. 1359
Gauch 1. Den Gauch erkennt man am Gesang. Mhd.: Wolt got es wer zu erkennen des feihen schmeichlers red anfang recht wie der gauch an seim gesang. (Zingerle, 194.) 2. Der Gauch muss seine Federn geben. – Murner, Gäuchmode. Unter Gauch verstehen wir heute, kurz gesagt, einen Tagedieb, einen Industrieritter und Bummler modernen Zuschnitts, der bald ins Diebische und Strassenräuberische streift, bald auch nur als lächerliches, müssiggehendes Subject erscheint, das man einen Geck nennt. Ueber die Wörter Gauch, Geck, Gaukler u.s.w. vgl. Schwenck, Wb., und Wurzbach II, 124; ferner Weigand, Wb. d. Syn. 3. Die besten Gäuche greift man des nachts. – Murner, Gäuchmode. 4. Ein Gauch muss seinen Angang haben. – Murner, Gäuchmode. 5. Ein Gauch singt Kukuk dick und lang, wie jeder Vogel sein Gesang. – Eiselein, 281. 6. Ein Gauch überschreit gern den andern. – Murner, Nb., 85. »Yeder gauch will sein so frey, das er den andern vberschrey.« (Kloster, IV, 853.) 7. Ein Gauch zieht junge Gäuchlein. Mhd.: Der gouch ziuht jungiu göuchelîn. (Renner.) (Zingerle, 44.) 8. Ein jeder Gauch hat sein Geschrei. – Murner, Nb., 7. »Ein yeder Gauch hatt sein geschrey, so findt man löffel mancherley, gross vnd klein, auch jung vnd alt, die löflerey ist mannigfalt.« (Kloster, IV, 647.) 9. Einem Gauch fällt alles in den Bauch. 10. Einen Gauch auszunehmen, ist keine Nacht zu finster. – Murner, Gäuchmode. »Kein nacht wardt nie so finster duss, ich wisst ein gouch zu nemen vss.« (Kloster, VIII, 905.) 11. Einen Gauch kann man weinger hintertreiben, als die Spillen in einem Sacke bleiben. – Murner, Gäuchmode. 12. Eines Gauchs Gesang nimmt nur ein Thor für Harfenklang. – Freidank. Lat.: Cinthius aurem vellit. 13. Gauch, thu es jm nach, dann red zu der sach. – Franck, II, 108a; Eiselein, 209; Körte, 1787. 14. Gäuche sitzen nicht gern hart. 15. Man fängt so viel Gäuche mit Blicken, als mit Jagen, Garn und Stricken. – Murner, Gäuchmode. 16. Man muss den Gauch nicht lassen Meister sein. – Murner, Gäuchmode. 17. Was man dem Gauch gelehrt, seinen Gesang er nicht verkehrt. – Eiselein, 208. 18. Wer Gäuche fahen will, kanns nur thun mit Affenspiel. – Murner, Gäuchmode. »Denn so man geuch ietz fohen will, das thut man nur mit affenspill.« (Kloster, VIII, 939.) 19. Dem Gauch die Schellen rühren. 20. Dem gouch die Eier ausbrüten. – Murner, Nb., 5. »Es ist ein Thier dragt vff ein schleyer, das brietet vss dem gouch sin eyer.« (Kloster, VIII, 948.) 21. Den Gauch daheim lassen. – Murner, Nb., 11. Auswärts seine Thorheiten nicht zur Schau tragen. »Wenn sie liessent jr holtzschuh vnd blitzen den gauch heim auff der stangen sitzen.«. (Kloster, IV, 662.) 22. Den gouch berayten. – Murner, Gäuchmode. »Ein gouch ausstriben affenspyl zu dettig syn recht wie man will, was man jn heisst, nit lang erbeyten, sich lassen wie ein falck bereyten.« (Kloster, VIII, 966.) 23. Den gouch etzen. – Murner, Gäuchmode. »Ein yede gouchin weiss den list, womit ir gouch zu spysen ist.« (Kloster, VIII, 957.) 24. Den gouch im spiegel sehen. – Murner, Gäuchmode. »Wenn sy den gouch jm spiegel zeigt, do fintschafft sich noch früntschafft eigt.« (Kloster, VIII, 959.) 25. Den gouch leren essen. – Murner, Gäuchmode. Verspottung der Männer, die sich von Frauen bei Gastmählern u.s.w. vorlegen lassen. »Wer hier zu eynem gouche wurdt, derselb kan nit mer essen furt, darumb muss in die geuchin spysen vnd wie ein kindt mit bappen wysen.« (Kloster, VIII, 1091.) 26. Den gouch leren gon. – Murner, Gäuchmode. Spott auf die Männer, die sich von Frauen leiten lassen. »Vnd darff ir keynen dryt nit weren wiewol er gon muss von ir leren.«' (Kloster, VIII, 1099.) 27. Den gouch lernen singen. – Murner, Gäuchmode. »Die weyber lernendt offt ein singen, der lieber weint zu solchen dingen; es muss ein gouch offt frölich syn, dem nie kam freyd yns hertz hynyn.« (Kloster, VIII, 962.) 28. Den gouch nit lassen meister syn. – Murner, Gäuchmode. »Das ander gouchstuck das ich kan, das ist das ich myn frouwen lan meister syn vnd byn ich knecht.« (Kloster, VIII, 1072.) 29. Den gouch rösten. – Murner, Gäuchmode. Von Leuten, deren Dummheiten ohne besondere Zurichtung (Marinirung, Röstung u.s.w.) unverdaulich sind. »Etlich gouch so mager sind, wenn man sy röstet nit geschwindt, so hette sie gar kein geschmack.« (Kloster. VIII, 1101.) 30. Den gouch strichen. (S. Kauzen.) – Murner, Gäuchmode. »Das geuchlin hat gefallen dran, wenn mans zertlichen strichen kan, den federn nach ob sanfft vnd glatt solchs vnseren gouch gar früntlich datt.« (Kloster, VIII, 975.) 31. Den gouch vff ein kussen setzen. – Murner, Gäuchmode. In hohe Aemter und Stellungen, zu grossen Ehren. »Die geuchin eygendtlichen wyssen, wie man ein gouch setzt vff ein küssen.« – »Man setzt ein gouch nicht also glich hoch dran vff das obrist küssen, er muss vil geuchereyen wyssen.« (Kloster, VIII, 966 u. 1068.) 32. Den gouch vss dem nest nemen. – Murner, Gäuchmode; in Kloster. VIII, 905. 33. Den gouch vssnemen. – Murner, Gäuchmode. »Es ist der schwartzen kunst ein stück, wer mit solchen list vnd dück ein iungen gouch so griffen kan, das er vom griff nit flügt darvan.« (Kloster, VIII, 951.) 34. Der Gauch hat ihn besessen. – Murner, Gäuchmode. »Vnd wie man will mit jm vmbgadt, also hatt jn der gouch besessen.« (Kloster, VIII, 942.) 35. Der Gauch muss Federn lassen. »Ob er gross mangel hab darneben, der gouch muss dar syn federn geben.« (Kloster, VIII, 944.) 36. Der Gauch sticht ihn. – Murner, Gäuchmode. »Vnd aller irer synn beraubt, also sticht sy der gouch im haupt.« (Kloster, VIII, 941.) 37. Ein wybscher gouch syn. – Murner, Gäuchmode. »Kein gouch wurdt disses ort gewynnen, er kynd denn hechlen oder spynnen, Hembder weschen vnd garn winden oder bappen gen den kinden.« (Kloster, VIII, 1082.) 38. Einen Gauch anzugreifen wissen. »Horcht ... still, das menklich weiss vnd yederman, wo man den gouch sol griffen an.« (Kloster, VIII, 918.) 39. Einen gauch reuchen (räuchern). – Murner, Gäuchmode. »Dieselben geuch hieher gehören, die erst jm alter gucken leren, vndöglich sindt in frischer hüt vnd sollendt dann zu reuchen nüt.« (Kloster, VIII, 1095.) 40. Einen gouch im pfeffer essen. – Murner, Gäuchmode. »Wer geuch zu essen geben wil, der deck darvff des pfeffers vil, denn mancher ess des gouches nit, wenn er jn offlich kandt domit.« (Kloster, VIII, 1093.) 41. Einen gouch lehren. – Murner, Gäuchmode. 42. Er hat schon manchen Gauch ausgenommen. – Murner, Gäuchmode. »Vnd hab so manchen gouch vssgenommen.« (Kloster, VIII, 905.) 43. Er hat seinen Gauch und Affen an ihm. – Eiselein, 209. 44. Er weiss, wie (wo) man den Gauch angreifen soll. – Murner, Gäuchmode. 45. Es sind junge Gäuche im Neste. 46. Gäuch aussbrüten. – Murner, Gäuchmode. »Gäuch aussbrüten hatt ein sinn, daran ich selten vil gewinn; wann ich's schon spisst vnd briet sie auch, so fliegens doch zum alten gauch.« (Kloster, IV, 636.) 47. Gäuch fahen. – Murner, Gäuchmode. »Es ist eyn besunderlicher list, geuch zu fohen syn gewiss, man foht ir glich vill mit blicken alss mit iagen, garn vnd stricken.« (Kloster, VIII, 938.) 48. Gäuche ziehen. 49. Sich für ein gouch anschreiben lassen. – Murner, Gäuchmode. »Wolan, kumpt har vnd dret harby, wer sich berümpt der geuchery; der sag, wie er dieselb kann triben, darnach ich jn wyss anzuschriben.« (Kloster, VIII, 1066.) 50. Wenn der Gauch guket. – Eiselein, 208. D.i. im ersten Frühling. Kukuk, althochdeutsch gouh (Hoffmann, V, 6), mittelhochdeutsch gouch (Maness, II, 132b.) Lat.: Tempus adest veris, cuculus modo rumpe soporem.
7560 Zeichen · 246 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    1. Gauch

    Adelung (1793–1801) · +6 Parallelbelege

    1. * Der Gauch , des -es, plur. die -e, oder Gäuche, oder des -en, plur. die -en, ein nur im Oberdeutschen übliches Wort…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Gauch

    Goethe-Wörterbuch

    Gauch Betrüger, Schelm; auch Scheltwort für schlechter, untaugl Kerl [ Hofgesellschaft: ] Das hört’ ich oft — Und falsch…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Gauch

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Gauch , der Kuckuck; auch soviel wie Kretin, Narr, Geck.

  4. modern
    Dialekt
    Gauch

    Elsässisches Wb. · +6 Parallelbelege

    Gauch I [Koiə Lüxd.; Kài Pfirt Geberschw. Osenb. ; Kàia Su. ; Kau Hi. ] f. ( m. Hi. ) Baumwanze, Halbflügler: stinke…

  5. Sprichwörter
    Gauch

    Wander (Sprichwörter)

    Gauch 1. Den Gauch erkennt man am Gesang. Mhd. : Wolt got es wer zu erkennen des feihen schmeichlers red anfang recht wi…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit gauch

94 Bildungen · 81 Erstglied · 12 Zweitglied · 1 Ableitungen

gauch‑ als Erstglied (30 von 81)

Gauchheil

SHW

Gauch-heil Band 2, Spalte 1115-1116

gauchampfer

DWB

gauch·ampfer

gauchampfer , gleich gauchklee. Nemnich. im 15 . jahrh. gôches ampfer trifolium Dief. n. gl. 371 b , mhd. gouches ampfere trifolia sum. 23, …

gauchbart

DWB

gauch·bart

gauchbart , m. 1 1) prima lanugo Stieler 768 , milchbart, als oberdeutsch Adelung. bei Henisch 194 jauchsbärtlin, löffelbärtlin, iulus, prim…

gauchberg

DWB

gauch·berg

gauchberg , m. gleichsam Narrenberg ( Brant 28, 6 ), gedachter ort als burg der gäuche ( vgl. unter Affenberg): unkönnent mit worten und wer…

gauchblume

DWB

gauch·blume

gauchblume , f. 1 1) anemone, gauchbluom, märgenbluom, märgenröslin. Alberus CC 3 a , vgl. bei Nemnich lychnis dioica, margenröschen, Marien…

gauchbrot

DWB

gauch·brot

gauchbrot , n. gleich gauchbart (2) Nemnich , Golius bei Dief. 68 a ; bei Alberus FF 1 a oxytriphyllon, panis cuculi, buchampfer, sawer wald…

Gauchchäfer

Idiotikon

Gauchchäfer Band 3, Spalte 161 Gauchchäfer 3,161

gauchei

DWB

gauchei , m. kuckuksei ( s. d. ). bildlich: deckt den gauch warm zu, das die gaucheyer nicht erfrieren. Garg. 71 b , s. DWB gauch 4, b, verg…

gaucheln

DWB

gauch·eln

gaucheln , geucheln gleich gaukeln, s. d. I, 2, c, β .

gauchenhaft

DWB

gauche·n·haft

gauchenhaft , geckenhaft, vergl. gauchenhaftigkeit Siegfr. v. Lindenberg 2, 316. gauchhaft Voss Horaz 2, 20 .

gaucher

DWB

gau·cher

gaucher , m. gleich gauch, narr Stieler 616 , noch schwz., s. unter DWB gäuchen 2, a. bei Steinbach 1, 563 gäucher, erst aus dem folgenden e…

Gaucherī

Idiotikon

Gaucherī Band 2, Spalte 107 Gaucherī 2,107

gaucheⁿ

Idiotikon

gaucheⁿ Band 2, Spalte 106 gaucheⁿ -äu- 2,106

Gaucheⁿ N.

Idiotikon

Gaucheⁿ N. Band 2, Spalte 106 Gaucheⁿ N. 2,106

Gaucheⁿspil

Idiotikon

Gaucheⁿspil Band 10, Spalte 142 Gaucheⁿspil 10,142

Gaucheⁿsprāch

Idiotikon

Gaucheⁿsprāch Band 10, Spalte 725 Gaucheⁿsprāch 10,725

Gaucheⁿwërch

Idiotikon

Gaucheⁿwërch Band 16, Spalte 1202 Gaucheⁿwërch 16,1202

gauch als Zweitglied (12 von 12)

Chirsigauch

Idiotikon

Chirsigauch Band 2, Spalte 106 Chirsigauch 2,106

Chropfgauch

Idiotikon

Chropfgauch Band 2, Spalte 106 Chropfgauch 2,106

geldgauch

DWB

geld·gauch

geldgauch , m. geldnarr: Rupertus ein abt zu Bamberg, zugenannt Nummularius, dʒ ist der wächsler, der geltgauch oder küssdenpfenning, von se…

guckgauch

DWB

guck·gauch

guckgauch , m. , kuckuk, zur bildung vgl. 1 gucken ' wie ein kuckuk rufen ' und gauch ' kuckuk ', s. o. teil 4, 1, 1524. form und schreibung…

Gugggauch

Idiotikon

Gugggauch Band 2, Spalte 105 Gugggauch 2,105

gurrengauch

DWB

gurren·gauch

gurrengauch , m. , sumpfschnepfe, zu gurre 2, übersetzt. ein dem nord. horsgök entsprechendes cuculus equarum: ( nepae campestres ... cuculi…

gutzgauch

DWB

gutz·gauch

gutzgauch , gutzegauch , m. , name des kuckuks, aus 1 gucken und gauch ' kuckuk ', vgl. teil 4, 1, sp. 1524, gebildet, s. auch DWB guckgauch…

kirschgauch

DWB

kirsch·gauch

kirschgauch , m. , chriesigauch schweiz. für qualster, feldwanze, cimex baccarum, auch chriesigueg, chriesigogger chriesidocht, chriesistink…

narrengauch

DWB

narren·gauch

narrengauch , m. verstärktes gauch II, 2, d ( th. 4 1 , 1528 f. ): sie sterben gleich on unterscheid, beid narrengeuch und weise leut. Kehre…

sterngauch

DWB

stern·gauch

sterngauch , m. , abschätzige benennung des sternguckers J. Nas das antipap. eins und hundert 2 , r 6 b ; Fischart praktik 31 ndr. —

Ableitungen von gauch (1 von 1)

gauche

DWB

gauche , f. gleich jauche Steinb. 1, 563 , Frisch , Adelung.