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FREIDIG

ahd. bis Dial. · 6 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB2
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Eintrag · Grimm Neubearbeitung (1965–)

FREIDIG adj.

Bd. 9, Sp. 928
FREIDIG adj.ahd. freidîg, mhd. vreidec, vreidic. as. frēðdig, mnd. vrēidich; mnl. vrēdich. etymologie umstritten; vgl. dazu Hirt in: IF 37 (1916/17) 235f. partieller wortzusammenfall (vgl. DWB23 b) mit freudig adj. 1 flüchtig, (vom glauben) abtrünnig: 9.jh. apostate fredic ahd. gl. 1,53,36 S./S. u1365 swer fraydigen fůz setzet seinen geltern, den er gelten sol, werdent si dez innen, .. so mag er wol verchlagen sein leib und sein gůt umb als, daz er im gelten sol denkm. münch. stadtrecht 392 D. 2 wütend, schrecklich, böse: ⟨u1290⟩ (er) hôrt eins mâls durch eine want/ sîner diener sumelîch/ von im alsô lasterlîch/ reden/ .. ir rede was freidic unde scharf Heinrich v. Beringen 3550 LV. ⟨2.h14.jh.⟩ die welt ist laider vraydikch,/ nachraͤttig und mainaidik Suchenwirt 21,101 P. ⟨1499⟩ und wuerden die pawren so uppiklich, ubermuetig, stoltz und fraydig, da sy [sich] selber nymer erkannten Unrest öst. chr. 93 MGH. 1533 das sind rotten, schwermer et papistae sunt keck und freydig (nachschr.) Luther w. 37,165 W. 1559 in diser zeit ist der Luther als frecher vnd freidiger worden Gennep epitome 31. u1630 weiter, wo ainer so fraitig war und für den marchstain fürsprung, der wehr bueß verfallen öst. weist. 7,179. 3 stärke zeigend. a mutig, tapfer, kühn; hauptgebrauch; nach dem 16. jh. schriftsprachlich noch in namenzusätzen und archaisierend; vereinzelt auch mdal.: ⟨1301/19⟩ mit maniger freidigen schar/ enphiengen si die kuttenæþre Ottokar öst. reimchr. 95279 MGH. ⟨1465⟩ aber ain grǒszmütiger vngestümer vinde ligt an vnsern thoren mit ainem heere vnd gezüge nit erschrocken forchtsam noch krancke sunder keck türstig fraidig vnd starcke Niclas v. Wyle translationen 148 LV. 1517 wie dem freydigen edlen held Tewrdannckh im essen solt vergeben worden sein, daruor er aber gewarnet ward Maximilian I./P. Tewrdannckh H1b. 1582 Appianus sagt, daß die Teutschen im angriff sehr freydig seyen Schopper chorographia 255. 1605 darüber die hunnen dermassen ergrimmt, das es mehr ein rasende als freydige weiß zunennen Welser bayr. gesch. 353. 1656 Friedrich landgraff in Thüringen, .. der freudige oder mit dem gebissenen backen T. Schmidt Zwickaw 1,185. 1704 da doch landgraf Albrecht 1265. bereits Friedrich den freudigen und noch mehr kinder von ihr erziehlet Hönn wappens-unters. 95. ⟨1926⟩ unheilszorn, der leiden unzählige schuf den Achaiern/ und der odmenden viel, gar viel dem Aïdes vorwarf,/ freidige recken Schröder ges. w. (1952)2,64. 1960 freidig .. kühn, herausfordernd, sich zuviel erlaubend, doch nicht bösartig vorarlb. wb. 1,992b.schnell, kräftig; von tieren, speziell pferden: 1542 eyn springend vnd schlahend freydig pferdt wirt durch greiffen pfeiffen vnd streichen gstillet Herold ee 106c. 1578 so offt vnd vil man von einem gůten, schoͤnen, fraidigen, tugentsamen, kostlichen rossz will singen oder sagen Fugger gestuͤt 16b. 1612 wie ein pferdt gut geheissen wirdt, vnd je freydiger vnd mutiger es ist, je höher vnd werther man dasselbig schätzen thut spiegel kirche Christi 339. 1643 so viel köstlich geklaidt junge hoffleut auff freydigen pferden Moscherosch cura 118 HND. b voll zuversicht, vertrauen; häufig religiös; im 17. jh. durch freudig (s. d.) ersetzt: 1521 e. f. g. sol einen freyen, freydigen mut schepffen und die blodickeit ablegen, selb ym hertzen odder an heimlichen ortten mit got reden Luther w. 7,602 W. ⟨1562⟩ der geist gottes .. spricht leben, trost, fried, freud, vnnd ein freydigen vnd heiligen sinn drein Mathesius Sarepta (1571)181b. ⟨1606⟩ beware mein gutes gewissen, daß ich im creutz desto freydiger sey Herberger passionzeiger (1611)349. 1665 und würde ich ungleich lieber und freidiger mein blut und leben einbüssen, als zugeben, daß ihrer liebe einiges leid angetahn würde Bucholtz Herkuliskus 125a.Casemir
3782 Zeichen · 90 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 8.–11. Jh.
    Althochdeutsch
    freidîgadj.

    Althochdeutsches Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    freidîg , -ag adj. , mhd. vreidic, -ec; nhd. dial. in etwas abgewandelter Bed. ( vgl. Frings, Germ. Rom. I, 216 ) kärnt.…

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    freidig

    Grimm (DWB, 1854–1961) · +1 Parallelbeleg

    freidig , profugus, audax. ahd. freidac, freidîc ( Graff 3, 793 ), mhd. freidec, nhd. freidig, in den vocabularen bei Da…

  3. modern
    Dialekt
    freidig

    Elsässisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    freidig [frǽteχ Wh. ] Adj. von einer Suppe, wenig Brot enthaltend: Dis is t e freidigi! — mhd. vreidic Schweiz. 1, 1273.…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit freidig

4 Bildungen · 3 Erstglied · 0 Zweitglied · 1 Ableitungen

Ableitung von freidig

freid + -ig

freidig leitet sich vom Lemma freid ab mit Suffix -ig.

Zerlegung von freidig 2 Komponenten

frei+dig

freidig setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

freidig‑ als Erstglied (3 von 3)

freidigkeit

DWB

freidig·keit

freidigkeit , f. audacia, temeritas, alacritas: circumcelliones ist ein geschlecht der menschen, einer unmenschlichen kühnheit und freidigke…

freidiglich

DWB

freidi·glich

freidiglich , adv. audacter, truculente: wen die hund fraidicleichen anlaufent, vellt er auf die erd, so wirt ir zorn gesänftigt. Megenberg …

Ableitungen von freidig (1 von 1)

freidige

BMZ

freidige swv. entziehe durch die flucht, entziehe überhaupt. den angezogenen weltminnæren die sich selben gote ire schephære freidigten H. z…