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freide

mhd. bis nhd. · 3 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
Anchors
5 in 3 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

freide m.

Bd. 4, Sp. 102
freide, m. transfuga, apostata, abtrünniger, überläufer, flüchtling, ahd. freideo, freido, N. Bth. 161 ist von einem asyl die rede 'daʒ Romulus ze Romo machota freidên ze gniste', flüchtigen zur rettung. dieser dat. pl. eines adj. freid oder freidi liegt der substantivbildung freideo zum grunde. mhd. vreide flüchtig, nur in éiner stelle: iedoch was vil vreide dër küneginne hôher muot. klage Holzm. 3862. freidi, freid liesze sich auf ein goth. fraaiþis, fraaiþs, eidbrüchig, treulos zurückführen, wie ufaiþis, ufaiþs Neh. 6, 18 ἔνορκος ausdrückt, dieser steht unter dem eid, jener ist davon abgefallen. fra verhielte sich aber wie in fraitan, abessen, fressen, ahd. frëʒʒan und in fraliusan, mhd. vliesen, verlieren. das subst. könnte goth. lauten fraaiþja, ags. frâþa, und dem ahd. gieido = gaaiþja conjurator, consacramentalis gleichen. dieser noch unsichere deutungsversuch durfte gewagt werden wegen des folgenden freidig und weil das uns erloschene appellativ freide noch in eigennamen fortdauert, fast alle unsere groszen städte, z. b. Berlin und Hamburg haben einen Freide oder Frede aufzuweisen, Lexer 101 bringt Jacob Fraid aus einer urkunde von 1569 bei, der stammvater wird ein flüchtling, verbannter oder ketzer gewesen sein. in vielen ahd. urk. des 8. 9 jh. begegnet Freido, vgl. tr. wizenb. no 112. tr. fuld. no 110. 123. 198. Förstemann 1, 410. wie aber aus recke, ursprünglich exul, extorris sich die vorstellung eines mutigen helden entfaltete, geschah es auch bei freide, s. freidig.
1509 Zeichen · 43 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    freide

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +2 Parallelbelege

    freide s. vröude.

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    freidem.

    Grimm (DWB, 1854–1961) · +1 Parallelbeleg

    freide , m. transfuga, apostata, abtrünniger, überläufer, flüchtling, ahd. freideo, freido, N. Bth. 161 ist von einem as…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit freide

19 Bildungen · 19 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

freide‑ als Erstglied (19 von 19)

Freideck

Meyers

frei·deck

Freideck , Deck ohne Bordwand, meist mit Geländer.

Freide (Freite)

Wander

freide·freite

Freide (Freite) Freide (Freite). 1. Die Freite lobt man erst übers Jahr. – Simrock, 2671. 2. Freyde (freien) geht vor (der) Miethe. – Graf, …

Freideler

RhWB

frei·deler

Freideler m.: 1. -ē:jələr, –e-, –e·i.- Streitsucher, Quertreiber Geilk , Heinsb . — 2. brEd- Kind, welches hartnäckig um etwas bittet, was i…

freideln

RhWB

freid·eln

freideln schw.: 1. mit dem Freidel 1 a, mittels einer Stange als Hebel eine Kette, ein Tau udgl. stramm anziehen, schnüren, kurbeln Verbr. w…

Freidelskerl

RhWB

freidel·s·kerl

Freidels-kerl vrē:jəlts- Heinsb-Erpen Birgelen m.: einer der gerne streitet, zankt, der gern freidelt 2 e.

freidenkend

GWB

freidenkend auch -ey- geistig unabhängig, aufgeklärt [ betr Rez zu DuW ] Der gründliche und freydenkende Historiker .. er stößt sich nicht d…

freidenker

DWB

freid·enker

freidenker , m. liberioris judicii, man versteht aber impius, freigeist.

freidenkerei

DWB

frei·denkerei

freidenkerei , f. impietas: man weichet allem verdacht der freidenkerei aus, wenn man von der religion überhaupt nur fein enthusiastisch zu …

Freidenkerisch

Campe

freidenker·isch

Freidenkerisch , adj . u. adv . einem Freidenker gemäß, denselben verrathend, in der Freidenkerei gegründet.

Freide'skascht

LothWB

Freide's-kascht m. D. Si. Freitagskost, Fastenspeise.