Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
emsig Adj.
emsig Adj.
emsig Adj. ‘unermüdlich tätig, von ausdauerndem Fleiß’, ahd. emiʒʒīg, emeʒʒīg ‘immerwährend, häufig, eifrig’ (um 800), mhd. emʒec, emʒic ‘beständig, fortwährend, beharrlich, eifrig’, eine nur im Dt. vorkommende Bildung, ist abgeleitet von einem gleichbed. Adjektiv, das sich noch als ahd. emiʒ in den Adverbien emiʒʒēn (Dativ Plur., 9. Jh.), emiʒʒes (Genitiv Sing., um 1000) ‘fortwährend, ständig, immer’, in weiteren Ableitungen wie z. B. emiʒlīh ‘beständig, beharrlich, eifrig’ (9. Jh.), mhd. emʒlīche, frühnhd. emslich Adv. sowie in Zusammensetzungen nachweisen läßt. Wie für anord. ama ‘belästigen’ zieht man als verwandt heran aind. ámīti ‘dringt an, bedrängt’, auch ‘versichert eindringlich, schwört’, ámaḥ ‘Andrang, Ungestüm’, ámīvā ‘Krankheit, Leiden’, wozu vielleicht auch griech. anī́a, anía (ἀνία) ‘Plage’, omnýnai (ὀμνύναι) ‘(be)schwören’, das alles unter einem Wurzelansatz ie. *omə- ‘energisch vorgehen’, woraus ‘fest auf etw. bestehen’, aber auch ‘quälen, schädigen’, zusammengefaßt wird. Neben emsig gibt es im älteren Nhd. (15. bis 17. Jh.) oft Formen mit labialem Gleitlaut (embsig, empsig); im 18. Jh. und Anfang des 19. Jhs. ist die Schreibung ämsig verbreitet. – Emsigkeit f. ‘Unermüdlichkeit, Eifer’, ahd. emiʒʒī̌gheit ‘Eifer, Beharrlichkeit’ (Hs. 12. Jh.), mhd. emʒecheit ‘Stetigkeit, Dauer, Fleiß, Eifer’, frühnhd. Emsikeit, Emsigkeit (15. Jh.).