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dennoch

mhd. bis spez. · 13 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
Anchors
14 in 13 Wb.
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Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

dennoch

dennoch

dann Adv. und denn Adv. und Konj. sind ursprünglich umlautlose und umgelautete Form eines Wortes und daher in älterer Zeit bedeutungsgleich. Ahd. thanne, thenni (8. Jh.), mhd. dan(ne), den(ne), frühnhd. dann, denn Adv. und Konj. Nebenformen mit Umlaut finden sich auch sonst im Westgerm., vgl. mnd. dan, dann(e), den(ne), afries. than(na), thenne, aengl. þanne, þonne, þænne, engl. than, then, hingegen nur asächs. thanna, than(ne), mnl. dan(ne), nl. dan wie anord. þā (aus *þan), schwed. , got. þan. In allen Fällen handelt es sich um Bildungen mit n-Formans zum Pronominalstamm ie. *te-, *to- (s. der), die im Westgerm. außerdem eine nasale Erweiterung zeigen. Im Dt. erfolgt im 18. Jh. die heute geltende semantische Differenzierung von dann und denn. Von den zunächst beiden Varianten gemeinsamen Verwendungen bewahrt dann den adverbiellen Gebrauch (dafür nur in nordd. und md. Umgangssprache noch denn); es kennzeichnet eine Aufeinanderfolge (‘danach, ferner’) oder einen in naher Zukunft liegenden Zeitpunkt (‘nachher’) und weist auf die (meist in einem Konditionalsatz genannten) Voraussetzungen für ein Geschehen hin (‘in diesem Falle’). Der Gebrauch als Konjunktion, durch den in älterer Zeit neben- und unterordnend verschiedenartige, namentlich temporale und kausale Zusammenhänge hergestellt werden, verengt sich und geht ganz auf denn über; dieses leitet nun vor allem begründende Hauptsätze ein, steht gelegentlich in Vergleichen beim Komparativ (im Sinne von ‘als’) und knüpft (nur in altertümelnder Redeweise noch allein, sonst in der Fügung es sei denn, daß …) eine die Gültigkeit des Hauptsatzes einschränkende Ausnahme an. Als Adverb wird denn jetzt lediglich zur Intensivierung einer Frage oder Aussage verwendet. Eine ähnliche Entwicklung wie die von dann, denn (und vergleichbarem wann, wenn, s. d.) vollzieht sich im Engl.; dort trennen sich than Konj. ‘als’ und then Adv. ‘dann’ ebenfalls im 18. Jh. voneinander. – dannen Adv., heute nur noch altertümlich-feierlich in der verdeutlichenden präpositionalen Verbindung von dannen ‘weg, fort’ (schon ahd. fona thanā̌n, 9. Jh.); ohne Präposition bis ins 17. Jh. gebräuchlich. Neben ahd. thana (8. Jh., gleichen Ursprungs wie ahd. thanne, also vom Pronominalstamm germ. *þa-, s. oben), mhd. dane, dan stehen häufiger die erweiterten Formen ahd. thanā̌n, thannān (8. Jh.), than(a)na, thannana (9. Jh.), mhd. danne(n); ebenso asächs. thanan(a), mnd. dānen, danne(n), mnl. danen, danne(n), afries. thana, aengl. þanon(e) und anord. þanan (anders gebildet got. þaþrō). Das Adverb hat im Dt. zunächst die lokale Bedeutung ‘von einem Ort weg, von dorther’, wird aber bereits im Ahd. auch auf andere, besonders temporale und kausale Beziehungen übertragen (‘von da an, dadurch, deshalb’). – dennoch Adv., seit dem 18. Jh. ausschließlich einschränkendes Konjuktionaladverb ‘trotzdem’, zuerst jedoch temporales Adverb, zusammengesetzt aus den unter dann, denn (s. oben, daher bis ins 18. Jh. auch dannoch) und 1noch (s. d.) behandelten Adverbien; anfangs Getrenntschreibung ahd. thanne noh, thenni noh ‘zu der Zeit noch’ (9. Jh.), bei Notker bereits ‘selbst unter der Voraussetzung noch’; früh auch als Zusammenrückung ahd. thenninoh (10./11. Jh.), thannoh (11. Jh.) ‘zu der Zeit noch’, mhd. dannoch, dennoch ‘damals noch, jetzt noch, außerdem’ sowie vom 12. Jh. an im heutigen Sinne; diesen zeigt auch mnd. dan(ne)noch, den(ne)noch.
3395 Zeichen · 98 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    dennochadv.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +3 Parallelbelege

    dannoch , dennoch adv. 1. damals noch ( vgl. noch danne er niht enwiste vil manegen argen list Nib. Z. 268,1 2 . s. oben…

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    dennochKonj.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    dennoch , Konj. nhd. dennoch, gleichwohl, obwohl, obgleich, dann noch, bis zur Zeit, damals noch, ferner, außerdem Hw.: …

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Dếnnóch

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Dếnnóch , eine Conjunction, welche einen Ausspruch begleitet, der dem Vordersatze zu Folge eigentlich nicht Statt finden…

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    dennoch

    Goethe-Wörterbuch

    dennoch 1 in Betonung einer Gegenaussage od Gegenüberstellung a trotzdem, nichtsdestoweniger; öfter korrelierend mit ein…

  5. Sprichwörter
    Dennoch

    Wander (Sprichwörter)

    Dennoch Dennoch, sagt Gerlach. ( Berlin. ) Mit diesem Sprichwort haben die Berliner der Kammerthätigkeit des bekannten p…

  6. Spezial
    dennoch

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    den|noch conj. impó, porimpó.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit dennoch

5 Bildungen · 2 Erstglied · 3 Zweitglied · 0 Ableitungen

Zerlegung von dennoch 2 Komponenten

denn+och

dennoch setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

dennoch‑ als Erstglied (2 von 2)

dennochten

KöblerMnd

dennoch·ten

dennochten , Konj. nhd. dennoch, gleichwohl, obwohl, obgleich, dann noch, bis zur Zeit, damals noch, ferner, außerdem E.: s. mhd. dennoch (2…

DENNOCHTER

DWB2

dennoch·ter

DENNOCHTER adv. erweiterung von dennocht, einer nbf. zu dennoch adv. 1 damals noch: 1470 ein statt (so denochter von den geschlechten gregie…

dennoch als Zweitglied (3 von 3)

dannoch, dennoch

MWB

dannoch, dennoch Adv. 1 ‘zu der Zeit noch’ 2 ‘auch da noch, sogar dann noch, dessen ungeachtet’ 3 ‘noch außerdem, noch dazu’ 4 ‘noch’ mit Ko…

iedennoch

KöblerMhd

iedennoch , Konj. Vw.: s. iedannoch

jedennoch

DWB

jeden·noch

jedennoch , conjunction des gegensatzes, aus dennoch ( theil 2, 952 f. ) mit dem allgemeinen je, das eine bedingte behauptung, gegenbehauptu…