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Brāch

mhd. bis spez. · 19 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Adelung
Anchors
24 in 19 Wb.
Sprachstufen
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Eintrag · Adelung (1793–1801)

Brāch

Bd. 1, Sp. 1141
Brāch, ein Adverbium, welches in dem Ackerbane üblich ist, und von den Äckern gesagt wird, wenn sie zu gewissen Zeiten ungebauet und ruhig liegen bleiben. Der Acker lieget brach. Einen Acker brach liegen lassen. Figürlich, doch nur in niedrigen Ausdrücken, unbearbeitet, ungebildet. Die Kräfte seines Geistes brach liegen lassen. Anm. Dieses Wort, welches eigentlich der Oberdeutschen Mundart zugehöret, kommt in den ältern und mittlern Zeiten wenig und vielleicht gar nicht vor; welches aber auch aus Mangel der Veranlassung herrühren kann. Indessen ist es auch in den verwandten Sprachen ziemlich selten, außer daß im Engl. Brake ein mit Dornen bewachsenes Feld bedeutet. Gemeiniglich leitet man es mit dem Hauptworte Brache von dem folgenden Verbo brachen her, und da würde brach, ungebrachet, oder denjenigen Zustand eines Ackers bedeuten, in welchem er nach einiger Zeit gebrachet wird; welche Figur aber viel zu hart und wider die Analogie der Deutschen, ja aller andern Sprachen ist. Indessen ist es doch schwer, die Abstammung dieses Wortes mit einer überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu bestimmen. Vielleicht gehöret es zu Brack; vielleicht zu Bruch; vielleicht aber auch zu Ruhe, weil ein solcher Acker in der Ruhe lieget, und die Ruhe auch in einigen Gegenden für die Brache gebraucht wird. Das b ist auch in vielen andern Wörtern kein Stammbuchstab. Doch dergleichen Muthmaßungen ließen sich leicht noch mehrere anbringen. Schilter erkläret in seinem Gloss. brach, brah, durch sterilis. So wahrscheinlich diese Erklärung auch ist, so wenig läßt sie sich noch zur Zeit beweisen; denn das von ihm angeführte Bretagnische brahaing, unfruchtbar, reicht dazu wohl noch nicht hin. Im Dänischen findet sich ein Wort, welches dem Deutschen noch näher kommt, denn daselbst bedeutet brak, roh, unbearbeitet, und wird besonders von der Seide gebraucht. Die Niedersachsen haben zwar auch die Wörter Brakland, und braken, brachen, allein statt des Nebenwortes brach bedienen sie sich jederzeit des Wortes drusk, dreesch, dreisch, in Leibnitzens Glossar. Chauc. trosch.
2067 Zeichen · 21 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    brach

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +6 Parallelbelege

    brach prät. s. brëchen u. brëhen.

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    brâchf.

    Mittelniederdeutsches Wb.

    brâgebank , brâch- , f. , s. brâbank.

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Brāch

    Adelung (1793–1801) · +7 Parallelbelege

    Brāch , ein Adverbium, welches in dem Ackerbane üblich ist, und von den Äckern gesagt wird, wenn sie zu gewissen Zeiten …

  4. modern
    Dialekt
    brach

    Bayerisches Wörterbuch · +6 Parallelbelege

    brach Band 3, Spalte 3,2

  5. Spezial
    brach

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    brach adj. (brachliegend, unbestellt, unbebaut) nia aré, nia coltivé. ▬ ein brach es Feld n ciamp nia aré (coltivé); var…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit brach

244 Bildungen · 236 Erstglied · 3 Zweitglied · 5 Ableitungen

brach‑ als Erstglied (30 von 236)

Brach I

SHW

Brach I Band 1, Spalte 1057-1058

Brach II

SHW

Brach II Band 1, Spalte 1057-1058

Brachacker

SHW

Brach-acker Band 1, Spalte 1057-1058

Brachfeld

SHW

Brach-feld Band 1, Spalte 1057-1058

Brachkuh

SHW

Brach-kuh Band 1, Spalte 1057-1058

Brachkäfer

SHW

Brach-käfer Band 1, Spalte 1057-1058

Brachland

SHW

Brach-land Band 1, Spalte 1057-1058

Brachmoppel

SHW

Brach-moppel Band 1, Spalte 1059-1060

Brachpflug

SHW

Brach-pflug Band 1, Spalte 1059-1060

Brachrübe

SHW

Brach-rübe Band 1, Spalte 1059-1060

Brachstück

SHW

Brach-stück Band 1, Spalte 1059-1060

Brachwurm

SHW

Brach-wurm Band 1, Spalte 1059-1060

Brachwurz

SHW

Brach-wurz Band 1, Spalte 1059-1060

Brachwurzel

SHW

Brach-wurzel Band 1, Spalte 1059-1060

brachacker

DWB

brach·acker

brachacker , m. ager vacans cultu, vervactum: brachacker, der nur ein jar umbs ander geseiet wirt. Dasypodius 307 d ; dasz es alle brachäcke…

brachare

KöblerAhd

brach·are

brachare , V. nhd. brechen, ackern ne. break (V.), plough (V.) Q.: Urk (763) I.: Lw. ahd. brahhōn E.: s. germ. *brakōn, sw. V., brechen, kra…

brachdistel

DWB

brach·distel

brachdistel , f. eryngium campestre, mannstreu, auf brachfeld wuchernd. in der weisthümern lautet die formel: wann distel und dorn auf dem a…

brache

FWB

1. ›Zustand der Ruhe, in dem sich ein Brachfeld befindet‹; zu brach (Adj.).; 2. ›umgebrochen liegendes, unbesätes Land‹.

Brache II

RhWB

Brache II = geronnene Milch s. Broche;

brach als Zweitglied (3 von 3)

gebrach

Lexer

geb·rach

ge-brach stm. s. v. a. brach Jer. 137 c . 143 c .

Ableitungen von brach (5 von 5)

brache

DWB

brache , f. proscissio, cessatio agri, ahd. prâcha ( Graff 3, 268 ), mhd. brâche ( Ben. 1, 244 ), nnl. braak, engl. brake, dän. brak, franz.…

erbrach

LothWB

er-brach [ərbra Si. ] adj. mit einem Bruch, Leibschaden behaftet. — lux. 89 ebenso. vgl. mhd. erbrëchen hervorbrechen, ausbrechen.

gebrach

Lexer

ge-brach stm. s. v. a. brach Jer. 137 c . 143 c .

gebrachen

LothWB

ge-brachen [-bràχən D. Si. ] adv. gebrochen, in der Verbindung: g. deitsch, fransesch schwätzen. — lux. 522.