Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
Bord m.
Bord m.
Bord m. ‘Schiffsrand, Schiffsdeck’, in präpositionalen Fügungen ‘Schiff’, und Bord n. ‘Wand-, Bücherbrett’ bilden ursprünglich ein Wort neutralen Geschlechts. Beide sind in nd. Lautung mit unverschobenem d ins Nhd. eingegangen und stehen hier neben ererbtem Bort n. Ahd. bort n. (auch m.?) ‘(Schiffs)planke, -seite, Rand, Kante, Schild’ (9. Jh.), mhd. bort m. n. ‘Rand, Schiffsrand, Brett’, asächs. bord m. oder n. ‘(Schiffs)rand, Schild’, mnd. bōrt m. f. n. ‘Rand, Schiffsrand, Tisch, Brett, Planke’, mnl. boort, bort, nl. boord n. m. ‘Schiffsdeck, Brett, Rand’, afries. aengl. bord n. ‘Brett, (Schiffs)planke, Schiffsdeck, Tisch, Schild’, engl. board, anord. borð n. ‘Brett, Schiffsplanke, -seite, -rand, Tisch’, schwed. dän. bord ‘Schiffsdeck, Tisch, Rand’, got. fōtubaúrd n. ‘Fußbrett, -bank’; das gemeingerm. Wort *burda bedeutet ursprünglich das bestimmten Zwecken dienende ‘Brett’ bzw. das aus Brettern Gefertigte. Die Bedeutung ‘Rand’ geht offenbar von den oberen Seitenwänden des Schiffes aus. Für das Ahd. kommt auch eine Vermischung mit dem zur Wurzel ie. *bhar-, *bhor- ‘Hervorstehendes, Spitze’ gehörenden, also nicht verwandten ahd. brort ‘Rand, Kante, Schiffsbug, Schild’ (um 800) in Betracht. (Im Aengl. und Anord. kann eine solche Vermischung nicht stattgefunden haben, da aengl. brord ‘Stachel, Spitze, Keim’ und anord. broddr ‘Spitze’ semantisch zu weit abliegen.) Die seemännische Verwendung ‘Schiffsrand, -seite, -deck, Schiff’ dringt ins hd. Gebiet offensichtlich vom Norden, von den Küstengebieten her ein. Die Fügung an Bord ‘an Deck’ ist seit dem 15. Jh. bekannt; sie wird von der Luftfahrt übernommen; über Bord begegnet dagegen schon im 14. Jh. Etymologisch gehört schwundstufiges Bord entweder wie Brett (s. d.) zu einer dh-Erweiterung der Wurzel ie. *bher- ‘mit einem scharfen oder spitzen Werkzeug bearbeiten, schneiden’ (s. bohren) oder als endbetontes substantiviertes to-Partizip unmittelbar zur genannten Wurzel. – Bordstein m. ‘Randstein des Bürgersteigs’, älter ‘Randschiefer der Dachbedeckung’ (18. Jh.).