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bocken

mhd. bis spez. · 20 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
Anchors
33 in 20 Wb.
Sprachstufen
7 von 16
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51
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38

Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

bocken

bocken

Bock m. Bezeichnung für das männliche Tier bei verschiedenen geweih- oder gehörntragenden Säugern, vornehmlich ‘Ziegenbock’. Ahd. boc, buc (9. Jh.), mhd. boc, aengl. buc, engl. buck, mnd. buk, bok, mnl. boc, buc, nl. bok, anord. bukkr, bokkr, schwed. bock, dän. buk führen auf germ. *bukkaz. Dies weist Konsonantengemination auf, wie sie zumindest teilweise auch für die kelt. Formen mir. bocc, ir. boc, korn. boch vorausgesetzt wird. Fraglich ist, wieweit es sich dabei um eine Entlehnung des Germ. aus dem Kelt. oder umgekehrt handelt. Offen bleibt, ob germ. bzw. kelt. -kk- auf affektischer Konsonantenschärfung beruht oder auf eine Ausgangsform ie. *bhug̑nós ‘Bock’ hinweist. Aus ie. *bhū̌g̑- leiten sich auch die ostie. Bezeichnungen ab wie awest. būza- ‘Ziegenbock’, armen. buc ‘Lamm’. Im Nhd. wird das Wort im Hinblick auf die Steifbeinigkeit eines störrischen Bockes auf ein hölzernes Gestell (15. Jh.; vgl. Sägebock), eine Belagerungsmaschine (16. Jh.), den Kutschersitz (16. Jh.?, vgl. Kutschbock), das Turngerät für Sprungübungen (19. Jh.) übertragen. In der Sprache der Schützengilden (16. Jh.) bedeutet Bock ‘Fehlschuß’, im 18. Jh. wird es in die Allgemeinsprache für ‘Fehler’ übernommen und ist in der Wendung einen Bock schießen ‘einen großen Fehler machen’ geläufig. Beim Preisschießen der Schützengilden gewann zuweilen der schlechteste Schütze als Verhöhnung (im Hinblick auf den Bocksgeruch) einen Ziegenbock (wie später ein Holz- oder Spielzeuggewehr). In der Jugendsprache steht Bock für ‘Appetit, Lust, innerer Antrieb’ (2. Hälfte 20. Jh.), vgl. (keinen) Bock, Null-Bock haben, wohl anknüpfend an rotw. Bock ‘Hunger’ und geil (‘sexuell erregt’) wie ein Bock. – bocken Vb. ‘steifbeinig, widerspenstig sein, nicht gehorchen’ (16. Jh.), ahd. bockōn, bucken (9. Jh.), mhd. bocken ‘wie ein Bock stoßen’. verbocken Vb. ‘etw. falsch machen, verpfuschen’, gebildet (19. Jh.) wohl in Anlehnung an die Wendung einen Bock schießen (s. oben). bockig Adj. ‘störrisch’ (19. Jh.), älter bockicht (16. Jh.). bockbeinig Adj. ‘steifbeinig wie ein Bock’, (16. Jh.), im übertragenen Sinne ‘störrisch, widerspenstig’ im 18. Jh. in die Literatursprache aufgenommen, eigentlich ‘sich mit gespreizten Beinen sträubend wie ein Bock’. Bockshorn n. Horn des Ziegenbocks (mhd. bockes horn, frühnhd. buxhorn, 15. Jh.). Auch Name für Pflanzen, besonders für deren Früchte, sowohl der Röhrenkassie (mhd. bokishorn, 13. Jh.), als auch des Bockshornklees (16. Jh.). Die Fruchthülsen können wegen ihrer Form und ihrer paarweisen Anordnung an die Hörner eines Bockes erinnern; vgl. Marzell 1, 862 und 4, 805. In phraseologischer Wendung jmdn. ins Bockshorn jagen ‘einschüchtern’ (1. Hälfte 16. Jh.); zunächst (1478) jmdn. in ein Bockshorn stoßen (dann auch treiben, zwingen), wofür die Deutungsversuche unsicher bleiben, vgl. Heinermann in: PBB 67 (1945) 248 ff.
2849 Zeichen · 105 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    bockenswv.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +8 Parallelbelege

    bocken swv. BMZ intr. niedersinken Pilat. tr. u. refl. niederlegen Kell. — zu biegen. mit under.

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    bockenAdj.

    Köbler Mnd. Wörterbuch

    bocken , Adj. Vw.: s. bucken (2)

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    2. Bocken

    Adelung (1793–1801) · +10 Parallelbelege

    2. Bocken , verb. reg. act. et neutr. im letztern Falle mit haben, stoßen oder schlagen, nur noch in einigen Fällen. 1) …

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Bocken

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Bocken , von Pferden, wenn sie mit niedergehaltenem Kopfe hinten ausschlagen und vornen steigen.

  5. modern
    Dialekt
    bocken

    Bayerisches Wörterbuch · +7 Parallelbelege

    bocken Band 2, Spalte 2,1534

  6. Sprichwörter
    Bocken

    Wander (Sprichwörter)

    Bocken Hier gebockt und da den Batzen. ( Rheinhessen. ) [Zusätze und Ergänzungen] 2. Dat Bocke geit leicht, dat Lamme sc…

  7. Spezial
    bocken

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    bo|cken vb.intr. 1 (ausschlagen) stolé (-la), peté fora 2 (brünstig sein) ester en calur, joié (jöia) 3 ‹fig› (trotzen) …

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit bocken

40 Bildungen · 16 Erstglied · 23 Zweitglied · 1 Ableitungen

Zerlegung von bocken 2 Komponenten

boc+ken

bocken setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

bocken‑ als Erstglied (16 von 16)

bocken, bucken

MWB

bocken, bucken Adj. ‘vom Ziegenbock stammend’ man sol auch kain puckeins noch gaysseins flaysch unter den pencken verkauffen UrkEichst 2,153…

Bockenheim

SHW

Bocken-heim Band 1, Spalte 979-980

bockenbreckin

DWB

bocken·breckin

bockenbreckin , f. canicula variolis affecta: pfui ausz mit den stallnaschigen, bodenhartbretkerbigen bockenbrecken! Garg. 62 b .

Bockenem

Meyers

bocke·nem

Bockenem , Stadt im preuß. Regbez. Hildesheim, Kreis Marienburg in Hannover, an der Neue und der Sekundärbahn Braunschweig-Seesen, hat eine …

Bockenfleisch

PfWB

bocken·fleisch

 Bocken-fleisch n. : ' Fleisch vom Ziegenbock '. a. 1446: Auch sollen sie kein bucken fleische vor Hammelfleische verkeufen [Kuseler Chroni…

Bockengrube

Adelung

bocken·grube

Die Bockengrube , richtiger Pockengrube, Pockennarbe, u. s. f. S. Adelung Blattergrube u. s. f.

Bockenheim

Meyers

bocken·heim

Bockenheim , früher selbständige Stadt, seit 1. April 1895 mit Frankfurt a. M. (s. d.) vereinigt.

bocken III

RhWB

bocken III -ǫ- Kemp schw.: in der Formel: He sal b. of barschte biegen oder brechen.

Bockeninze

SHW

Bockeninze Band 1, Spalte 979-980

bockenzen

DWB

bock·enzen

bockenzen , hircum olere, foetere, mhd. bökzen ( Ben. 1, 220 b ): wie bockenzt er von reuberei, von diebstal und finanzerei. Hayneccius Hans…

bocken als Zweitglied (23 von 23)

abbocken

BWB

abbocken Band 2, Spalte 2,1536

anbocken

BWB

anbocken Band 2, Spalte 2,1536f.

ane bocken

MWB

ane bocken swV. ‘provozieren’ (im Bild des mit den Hörnern stoßenden, stinkenden Bockes): ein stinkender jüde, der uns an böcket PrBerth 1:3…

anebocken

KöblerMhd

ane·bocken

anebocken , sw. V. nhd. angreifen, provozieren Q.: Berth (um 1275) E.: s. ane, bocken (2) W.: nhd. DW2- L.: MWB 1, 225 (ane bocken)

Ausbocken

Campe

aus·bocken

Х Ausbocken , v. ntr. mit haben, aufhören zu bocken. Das Ausbocken.

Mülibocken

Idiotikon

Mülibocken Band 4, Spalte 1139 Mülibocken 4,1139

ritbocken

MNWB

rit·bocken

° ritbocken , n. : Reitsattel?, dat r. tô lappen (Nd. Jb. 39, 112: Brschw. KR 1447).

Stei(n)bocken

Idiotikon

Stei(n)bocken Band 4, Spalte 1139 Stei(n)bocken 4,1139

trībocken

Idiotikon

trībocken Band 14, Spalte 167 trībocken 14,167

umbocken

BWB

umbocken Band 2, Spalte 2,1538f.

under bocken

Lexer

under·bocken

under bocken intr. nieder hocken, zu boden fallen. sî tâten als sî alle tuont, die under müeʒent bocken Reinfr. 18711.

verbocken

Pfeifer_etym

ver·bocken

Bock m. Bezeichnung für das männliche Tier bei verschiedenen geweih- oder gehörntragenden Säugern, vornehmlich ‘Ziegenbock’. Ahd. boc, buc (…

zubocken

BWB

zubocken Band 2, Spalte 2,1539

Ableitungen von bocken (1 von 1)

verbocken

Pfeifer_etym

Bock m. Bezeichnung für das männliche Tier bei verschiedenen geweih- oder gehörntragenden Säugern, vornehmlich ‘Ziegenbock’. Ahd. boc, buc (…