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begine

mhd. bis Dial. · 14 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
Anchors
15 in 14 Wb.
Sprachstufen
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14

Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

begine f.

Bd. 1, Sp. 1295
begine, f. laienschwester, nnl. begijn, bagijn. seit dem eilften jh. bildeten sich in den Niederlanden frauengesellschaften der beghinen, seit dem dreizehnten männervereine der begharde, im vierzehnten, zunächst von Antwerpen aus gesellschaften der lollharden, die sich allesamt rasch ausbreiteten und an manchen orten, wie z. b. die beginen in Köln auszerordentlich zahlreich wurden. es waren freie, geistliche genossenschaften, ohne gelübde, die in abgeschiedenheit von der welt leben und nur durch das band der liebe und wolthätigkeit mit den übrigen menschen verbunden bleiben wollten. diese barmherzigen schwestern und krankenpflegerinnen kamen aber im verlauf der zeit gleich den begharden oft in den übeln ruf der ausschweifung, kupplerei, gleisznerei und trunkenheit, sie sanken in der öffentlichen meinung so tief, als sie sich anfangs gehoben hatten, wie allenthalben eine menge stellen in den chroniken bezeugen (vgl. oben begein). man sehe Mosheim de beghardis et beghinabus, ed. G. H. Martini Lips. 1790. Ducange 1, 637. 638. Frisch 1, 76. 77. C. Ullmanns Joh. Wessel s. 391. 392. Raynouard s. v. bechina, beguina (mit einem beleg aus Peire Cardinal, um 1230), it. beghina, franz. béguine. Das offenbar unhochdeutsche wort erfährt vielfache ableitung, von einer angeblichen stifterin Begga oder einem stifter Begue, von dem engl. beg betteln, beggar bettler, von béguin kappe oder schleier, welche solche leute tragen; ja Huydekoper op St. 3, 449 führt begyne auf die Albigenser zurück, welche ketzer auch diesen namen empfangen. Wie aber, wenn das gar noch nicht ags. und altengl. beg und beggar selbst erst aus dem betteln der beginen und begharte entsprungen wären? die behauptung scheint kühn, es käme darauf an zu ermitteln, welche englische schriftsteller sich des verbums beg zuerst bedienten; das Ormulum, Chaucer und Plowman haben es noch nicht. was den schleier, die haube béguin, nd. begienken, ein kinderhäubchen angeht, so könnten diese auch erst nach der tracht dieser leute so heiszen, wiewol der umgedrehte fall möglich ist. Und gebot ouch (bapst Johannes a. 1332), das men alle beginen und zullebruder oder begeharde solte abetun, die do anders kleider drugent denne andere weltliche lüte. Königshofen s. 200; es ist ein misbrauch, das die jungen beginen zu den siechen gond. ja der siech tuot inen nüt. es ist war. ist die frau siech, der man ist aber nüt siech, ist der man siech, der knecht in dem hus ist nüt siech, oder der vetter, der zu siechen gat und kumpt luogen, wie er lebe. sie gond ouch etwan usz essen, es were besser, du schiktest inen heim. es solt den stab nieman an sich nemen under den frawen, sie wer denn vierzig jar alt, wiewol etlich sprechen sechzig jar. Keisersberg bei Schilter gloss. 95b; item die do habend die drei hohen glübden gethon als etliche beginen und geisterin, dieselben seind pflichtig, die siben ziten zu betten. post. 2, 32; das mag nit beston, es nimpt ab, es sei in phaffen, münchen oder in beginen oder closterfrawen, so ist dise leichtfertigkeit falsch. sünden des munds 51b; da kamen die beginen und legten den todtenbaum widder uf die bar. Eulensp. cap. 94; jetz kompt min schwester Irmeltrut, die ouch treit ein schelmenhut, im rücken hat das schelmenbein. si wil ouch leben in der gemein und die dri gelübd volbringen, wann sie vol ist, metten singen. facht si das schelmenbein an jucken, so laszt si sich herumbher bucken, noch blibt sie dannocht ein begin, und laszt sich schelten junkfrow drin. Murner narrenbeschw. cap. 24, 78; auch al beginen lad ich her, dan ir regel ist in zuo schwer. luther. narre 4076; ich kan mich weder heben, legen, und nit ein glid am leib me regen, ach bestel mir doch ein starke begein, doch das sie müsz ein junkfraw sein. 4536; si müst nun stets daheimen sin und gar inthan (eingezogen) wie ein begin. trag. Joh. Q 1; bei aller beginnen geduld! H. Sachs III. 3, 44c; alle die winkel der frawenklöster, unter denen etliche beginen sein, etliche nonnen, die dritten frawen, die vierten canonicessin oder domfrawen. bienenk. 28a; luttersche beginen. Dan. von Soest s. 68. 79. 84.
4116 Zeichen · 74 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    begineswv.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +3 Parallelbelege

    begine , begene swv. sperre den rachen auf um etwas zu verschlingen. der hellen di daʒ abgrunde begenit mit irn munde un…

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    begine

    Mnd. Handwb. (Lübben/Walther) · +1 Parallelbeleg

    begine, verschnittenes Mutterschwein.

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Begine

    Adelung (1793–1801) · +2 Parallelbelege

    Die Begine , plur. die -n. 1) Ehedem gewisse andächtige ledige Frauenspersonen, welche eine Art Nonnen waren, aber keine…

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Begine

    Goethe-Wörterbuch

    Begine in Druckvar auch ‘Beghine’ u ‘Beguine’ Mitglied einer halbklösterl, mittelalterl Frauengemeinschaft, im Volksmund…

  5. modern
    Dialekt
    Begine

    Bayerisches Wörterbuch · +4 Parallelbelege

    Begine Band 2, Spalte 2,92

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit begine

19 Bildungen · 19 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von begine 2 Analysen

be- + gine

begine leitet sich vom Lemma gine ab mit Präfix be-.

Alternativen: beg+-in+-e

Zerlegung von begine 2 Komponenten

beg+ine

begine setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

begine‑ als Erstglied (19 von 19)

beginenkonink

KöblerMnd

beginenkonink , M. Vw.: s. begīnenkȫninc*

begînenprōvest

MNWB

beginen·provest

° begînenprōvest, m. : Geistlicher der die Aufsicht über ein Beginenstift führt (Liliencron Volkslieder 2, 217). prōvestdinc, ~hof, ~hûfe, p…

Begīnensnīder

WWB

beginen·snider

Begīnen-snīder › begīnensnīer ‹ 1. Kastrierer ( Bek Abeler, Sos Bo = SchmB ). — 2. jemand, der andere übervorteilt ( Osn KlönA, Bek Li = Nie…

Beginentaglohn

RhWB

beginen·taglohn

Beginen-taglohn m.: in der RA.: Ech han ene B.ədagluhn verdent, d. h. eine Stecknadel gefunden Kref-Osterath .

Beginentand

MeckWB

beginen·tand

Beginentand m. wertlose Sache: 'Beginentandt unde Oldenfruwensnack by den Spinnewocken hervorbringen' Gry. Paw. G 4 a .

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „begine". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 10. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/begine/dwb?formid=B02531
MLA
Cotta, Marcel. „begine". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/begine/dwb?formid=B02531. Abgerufen 10. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „begine". lautwandel.de. Zugegriffen 10. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/begine/dwb?formid=B02531.
BibTeX
@misc{lautwandel_begine_2026,
  author       = {Cotta, Marcel},
  title        = {„begine"},
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  howpublished = {lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern},
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  urldate      = {2026-05-10},
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