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Bauk

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MeckWB
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Eintrag · Mecklenburgisches Wb.

Bauk n.

Bd. 1, Sp. 668
Wossidia MeckWBNBauk -o-, Pl. Bäuker, -ö- n. Buch, auch Heft, Schreibheft; ä. Spr.: 'Boeck' liber Chytr. 177; Laur. Schg. 4, 347; ä. Dim.: '-böckschen' (1545) Ord. d. Misse R 3a; 'Bökeschen' libellus Chytr. 177; eine moderne Diminutivform kaum in Gebrauch; Mi 6a. 1. in allgemeiner Bedeutung. In der Volksmeinung genießt das Buch als Kulturdokument und als Quelle des Wissens besondere Schätzung, die durch Schulunterricht und Kirche stark genährt ist; höchste Anerkennung und Bewunderung für einen Menschen drückt sich darum aus in der Wendung: dee kann Böker maken Staud. Ernst. 2, 118; kann sogar für die geistige Befähigung eines Menschen überhaupt stehen, wie folg. Rdaa. zeigen: Hest Dauk un hest Bauk (d. h. Verstand) Seem. And. 18; min Schrift is nich tau dull, œwer hier baben heww ick 'n Bauk Wi@ Bolt; der Glaube des einfachen Menschen an die unbedingte Autorität des im Buch Geschriebenen oder Gedruckten leitet ihn bei seinen Urteilen im praktischen Leben: dat is en jungen Mann, as hei in 't Bauk steiht (d. h. ein tüchtiger, brauchbarer Mensch) Reut. 2, 158; un sei was ok 'ne Ehfru, as sei in 'n Bauk steiht 2, 97; 58; dat weer en Swiegervadder, as hei int Bauk steiht H. Schröd. Buerh. 1, 74; Bewunderung für die über die Alltagssprache sich erhebende gewählte Buchsprache führt zu dem Vergleich: He hel ne Red as ut 'n Book (vom gewandten Redner) Egg. Trems. 107; he kann räden as 'n Bauk vielf.; fängt hei an tau reden un redt as en Bauk Reut. 6, 266; anderseits führt das praktische Leben oft zu mißtrauischer Äußerung des Ungebildeten: de Bäuker sünd ruhig, de hollen still im Sinne der hd. Wendung 'Papier ist geduldig' SchwSchwerin@VietlübbeVietl; sogar der soziale Gegensatz spricht deutlich mit: 't sünd nich all Gelihrten, de in de Böker kiken (Sta) Firm. 3, 74a; ironisch von jem., der nicht viel gelernt hat: dee hett sick mit de Bäuker vertüürnt HaHagenow@LoosenLoos; ferner: he künn swigen as 'n slaten Bauk (d. h. er kann ein Geheimnis bewahren) Zand. Bill. 169; der Faulpelz, der einmal schneller arbeitet, hett woll in Schnell sin Bauk käken Schö Schönberg@DemernDem; von einer groben Lüge: dat is ein ut Riedelsch (PN.) ehr grot Bauk Wa. 2. in besonderer Bedeutung a. zunächst auf religiösem Gebiet im altbäuerlichen Leben, da noch die Kirche die geistige Führung hatte, für Bibel und Gesangbuch gebraucht; altes Sprichwort: de et nich wil geven dem Mann mit den Boock (d. h. dem Pastor), de moet et geven dem Mann mit den Poock (mit dem Beil, d. h. dem Strafrichter) Mantz. Ruh. 3, 48; oder: dee nich will hören den Mann mit 'n Book, möth hören den Mann mit 'n Pook Jeppe 129; he prädigt gänzlich ahn Bauk GüGüstrow@GülzowGülz; im Hause des Pastors sünd väl Bäuker un väl Kinner HaHagenow@BelschBelsch, womit auch andere geistliche Bücher gemeint sind; Se hebben 't Bauk jo noch nich mitbröcht nämlich das Gesangbuch, sagte ein Schwerkranker zu dem ihn besuchenden Professor SchwRehna; in magischer Beziehung das früher als Zauberbuch bekannte 7. Buch Mosis: nu sünd de Bäuker nich mihr so in de Gang', früher hebben se dat (magische Formeln usw.) dor ruterlääst WiWismar@NeuklosterNKlost; zur magischen Bedeutung von Bibel und Gesangbuch s. Bibel und Gesangbauk. b. im praktischen Leben vor allem das Geschäftsbuch; daher vom Kaufmann, der Bankerott macht: dee maakt dat Bauk tau HaHagenow@RedefinRed; übertr. auf andere Verhältnisse, um auszudrücken, daß man am Ende seiner Kräfte angelangt ist: du hest 't Bok woll tomaakt ruft man dem Staker zu, der beim Kornabladen ermattet StaStargard@GrammertinGramm; aus dem städtischen Gerichtswesen: dat bok (Urteilsbuch) thodohn aller Streitigkeit ein Ende machen Franck Meckl. 4, 66; verhüllend auf das Lebensende weisend: dee maakt 't Bauk ok bald tau stirbt bald HaHagenow@RedefinRed; der Verstorbene hett sin Bauk taumaakt Schö Schönberg@BülowBül; HaHagenow@BelschBelsch; ferner: dat sleiht tau Bauk das macht viel aus MaMalchin@RemplinRempl; int swart Bauk, d. h. ins schwarze Buch pflegt der Geschäftsmann seine schlechten Zahler einzutragen, darum von jem., der in üblem Rufe steht: he stünn in de swarten Bäuker Wa; dat wir nich nödig wääst, dat de Herr (der Gutsherr) dat int swart Bauk bröcht hadd, d. h. beim Pferdehandel das Pferd als mit einem Fehler behaftet hingestellt habe RoRostock@RibnitzRibn; mit oll: eine alte Jungfer kümmt ok all int oll Bauk; sodann das Wirtschaftsbuch im ländlichen Betrieb: dat (die Menge der abzuliefernden Milch, die Anzahl des verkauften Viehs usw.) ward all tau Bauk führt allgem.; de Swin de beleggt sünd (beim Eber gewesen sind), schrifft de Swinknecht tau Bauk HaHagenow@DreilützowDreil; das Buch, in das man Aufzeichnungen sonstiger Art macht: ward dat (die dem Sammler mitgeteilten Sagen, Reime usw.) all tau Bauk führt? RoRostock@RethwischRethw; Ribn; schließlich das Notenheft der Musikanten: nu späält mal Nummer nägen ut de swarten (nigen) Bäuker Ro Rostock@RibnitzRibn, die die gewöhnlich aus dem Stegreif spielenden Dorfmusikanten oft nur zum Schein mitzunehmen pflegten. Weiteres s. bei den besonderen Bucharten, vgl. hierzu die unten aufgeführten Zss. 3. übertr. der Blättermagen der Kuh wegen der Ähnlichkeit mit den Buchblättern, auch Bläderbauk oder Vörbauk, s. d.: dat Bauk von de Kauh, dat is ümmer ein Blatt näben 't anner Wi Wismar@KirchdorfKirchd; Jac. 1, 116; Schö; de Kauh is int Bauk verstoppt Wi; die Kuh, die sich beim Fressen verfangen hat, hett 't inne Bäuker HaHagenow@BelschBelsch; ferner beim Kartenspiel die Reihe der Karten gleicher Farbe: Karo wir gor nich in min Bauk RoRostock@KühlungsbornKühl; vgl. Bläder-, Leederbauk. — Zss.: Arstedie- (Sp. 443), Bibel-, Biller-, Bläder-, Dag'-, Denkel-, Döönken-, Evangelien-, Feld-, Frömden-, Gedanken-, Gesang-, Gotts(wuurt)-, Kapunen-, Kirchen-, Klarr-, Läs'-, Leeder-, Mappen-, Model-, Natur-, Plant-, Pluder-, Räken-, Reederi-, Roman-, Salm-, Sang-, Schriw-, Sporkassen-, Sudel-, Tid'-, Tüg'-, Vör-, Wääschen-, Wach-, Wunnerbauk, s. d. — Mnd. bôk n. — Bl. 50b; Br. Wb. 1, 108; Da. 21b; Dä. 50a; Me. 1, 424; Schu. 17.
5757 Zeichen · 90 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. modern
    Dialekt
    Bauk

    Schweizerisches Idiotikon · +2 Parallelbelege

    Bauk Band 4, Spalte 1106 Bauk 4,1106

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit bauk

90 Bildungen · 79 Erstglied · 10 Zweitglied · 1 Ableitungen

bauk‑ als Erstglied (30 von 79)

Baukgrenze

SHW

Bauk-grenze Band 1, Spalte 627-628

Baukasse

GWB

bauk·asse

Baukasse Einrichtung zur Verwaltung von Baugeldern Nun hatte der Herzog den Werkmeistern von Santa Maria del Fiore befohlen .. meine Arbeit …

Baukasten

Pfeifer_etym

bauk·asten

Bau m. ‘Errichtung, Gebäude, Struktur’. Ahd. bū m. ‘Wohnung’ (8. Jh.), mhd. bū, bou m. (n.) ‘bestelltes Feld, Ackerbau, Wohnung, Hausbau’, a…

Baukau

Meyers

bau·kau

Baukau , Dorf im preuß. Regbez. Arnsberg, Landkreis Bochum, an der Emscher, am Dortmund-Ems-Kanal und an der Straßenbahn Herne-Recklinghause…

Baukbinner

MeckWB

bauk·binner

Baukbinner m. Buchbinder; ä. Spr.: 'bockbinder' (Ro 1585) Grab. Lohgerb. 52; 'Bockbinder' compactor librorum, bibliopegus Chytr. 186; Bookbi…

baukel

DWB

bau·kel

baukel , f. tympaniolum, trommel: der best steht dir bei, wie der hase bei der baukeln. Agricola spr. 50 b ; er besteht bei den gesellen ode…

baukeln II

RhWBN

baukeln II -ǫu- Simm-Gehlw schw.: bellen, vom Hunde.

bauken

DWB

bau·ken

bauken , pulsare, tympana tundere, pauken.

baukener

DWB

bauk·ener

baukener , baukner , m. tympanotriba, tympanista, mit erhaltnem altem N von bauken tympanum: wie die heerbaukener mit den henden trommen sch…

bauker

DWB

bau·ker

bauker , m. was das vorige, heute pauker.

Baukes

RhWB

bau·kes

Baukes -ǫu- Meis , Kreuzn , Birkf m.: Schreckgespenst.

Baukes II

RhWBN

Baukes II bōgəs Neuw-Urb ; bEkəsi (Dimin.) Saarbg-Irsch m. (n.): = Bäuert 1 (s. d.).

baukeⁿ

Idiotikon

baukeⁿ Band 4, Spalte 1106 baukeⁿ 4,1106

Baukfink

MeckWB

bauk·fink

Baukfink m. Buchfink, fringilla coelebs; Siemss. Vög. 115 nennt den Buchfinken einen schlauen Vogel; auf diese Eigenschaft bezieht sich wohl…

Baukführer

MeckWB

bauk·fuehrer

Baukführer m. Buchhändler, ä. Spr.: 'de Bockförer so de Biblien in erer Modersprake verköfft' Gry. Paw. I 2 a ; 'Herr Johann Friedrich König…

Baukgesell

MeckWB

bauk·gesell

Baukgesell m. Schriftführer in der Zimmermannsgesellschaft Monh. 6, 530.

Baukholler

MeckWBN

bauk·holler

Wossidia Baukholler m. Buchhalter: ne Wittfru ... wull giern einen Bokholler hebben S. Neum. Volksm. 222.

Baukholt

MeckWB

bauk·holt

Baukholt n. Buchenwald: 'ligna fagegna, que dicunter bucholt' (Ma 1346) UB. 10, 66; im Volksreim: von 't Aukholt (Eikholt) bet 't Baukholt H…

Baukhorst

MeckWBN

bauk·horst

Wossidia Baukhorst m., f. a. Spr. mit Buchen bestandene Anhöhe im Wiesenland: 'darbey auch eine buchhorst' (1576) C. Cordsh. Neust. 289.

Baukies

RhWB

bauk·ies

Bau-kies -kes Daun-Strohn m.: weissgelber Sand zum B. geeignet.

Baukirche

Campe

bau·kirche

≠ Die Baukirche , Mz. die — n, die Kirche, in welcher für die Baugefangenen gepredigt wird.

bauk als Zweitglied (10 von 10)

Dokterbauk

MeckWBN

dokter·bauk

Wossidia Dokterbauk n. Doktorbuch, populärwissenschaftliches Buch über Krankheiten Müll. Reut. 27 b .

Hexenbauk

MeckWBN

hexen·bauk

Wossidia Hexenbauk n. Hexenbuch: Hexen stellen sick off swerkrank, denn liggen sei hinner 't Speigel un läsen de Hexenbäuker Wo. Sa.

Kakbauk

MeckWBN

kak·bauk

Wossidia Kakbauk n. Kochbuch Müll. Reut. 64 b .

Munsterbauk

MeckWBN

munster·bauk

Wossidia Munsterbauk n. seem. Verzeichnis der zum Dienst an Bord verpflichteten Seeleute Wi.

Schilibauk

Idiotikon

Schilibauk Band 4, Spalte 1106 Schilibauk 4,1106

Schriwbauk

MeckWBN

Wossidia MeckWB Schriwbauk n. mod. Schreibbuch Müll. Reut. 116 a ; Schreibheft der Kinder (1974) Schw AltMeteln.

Ableitungen von bauk (1 von 1)

bauke

DWB

bauke , f. tympanum, pauke und schon mhd. bei Wolfram pûke oder bûke. Wh. 34, 6. 40, 3. wie aus dem ahd. wolchan nubes, mhd. wolken n. ein n…