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arbeitsam

ahd. bis spez. · 21 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
Anchors
21 in 21 Wb.
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Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

arbeitsam

arbeitsam

Arbeit f. ‘zweckgerichtete körperliche und geistige Tätigkeit des Menschen, Produkt dieser Tätigkeit, Werk’, ahd. arbeit f., arbeiti n. ‘Mühsal, Plage, Anstrengung, Ertrag der Arbeit’ (8. Jh.), mhd. ar(e)beit f. n., asächs. arƀed, arƀid f., arƀedi n., mnd. arbēt m. n. f. (daraus schwed. arbete und dän. arbejde), mnl. arbeit m. f., nl. arbeid m., aengl. earfoþe, earfeþe n., anord. erfiði n., got. arbaiþs f. lassen sich, soweit es das ursprüngliche (mehrfach zu einem neutralen Stamm umgebildete) Femininum betrifft, zurückführen auf germ. *arƀējiðiz ‘Mühsal’, das als Abstraktbildung zu einem untergegangenen germ. ēn-Verb *arƀējō ‘bin verwaistes und daher aus Not zu harter Arbeit gezwungenes Kind’ angesehen werden kann. Damit ist eine Verbindung zu ie. *orbh- ‘verwaist, Waise’ (s. 1Erbe) hergestellt, von dem sich vermutlich auch arm (s. d.) herleitet sowie außerhalb des Germ. aslaw. rabъ ‘Knecht, Diener, Sklave’, rabota ‘Knechtschaft, Sklaverei’, russ. rabóta (работа) ‘Arbeit’ (s. Roboter). Die Ausgangsbedeutung der germ. Bildung ‘schwere körperliche Anstrengung, Mühsal’ reicht bis ins Nhd. (zuweilen durch Zusammensetzungen wie Mords-, Riesenarbeit veranschaulicht); im Mhd. tritt der Begriff ‘Mühsal, Not, die man leidet oder freiwillig übernimmt’ besonders hervor. Danach tritt der Sinn von ‘mühseliger, qualvoller Tätigkeit’ zurück, und Arbeit erstreckt sich auf jede zweckgerichtete, zunächst körperliche, später auch geistige Tätigkeit des Menschen. Die positive Bewertung der Arbeit (zuerst bei Luther) vollzieht sich unter dem Einfluß des aufsteigenden Bürgertums und der zunehmenden Entwicklung kapitalistischer Produktionsverhältnisse. Sie entspricht der wachsenden Erkenntnis von der Rolle und Bedeutung der menschlichen Arbeit für die Entwicklung der Gesellschaft. Marx und Engels schließlich bestimmen sie als “eine von allen Gesellschaftsformen unabhängige Existenzbedingung des Menschen”. Der daneben bestehende konkrete Sinn (‘Produkt der Tätigkeit’), im Ahd. vereinzelt schon angedeutet, entwickelt sich vollends im Nhd. Vom Substantiv abgeleitet arbeiten Vb. ‘Arbeit leisten, tätig sein’, ahd. arbeiten (arbeitōn nur im Frk. belegt) ‘plagen, bedrängen, sich abmühen’ (9. Jh.), mhd. ar(e)beiten, mnd. arbēden (daraus schwed. arbeta, dän. arbejde entlehnt), mnl. arbeiden, arbeiten, nl. arbeiden, anord. erfiða, got. arbaidjan. arbeitsam Adj. ‘fleißig, emsig, arbeitswillig’, ahd. (8. Jh.), mhd. arbeitsam ‘mühsam, beschwerlich, leidvoll’, auch mit Übergang zu ‘fleißig, arbeitswillig’; vgl. asächs. arƀetsam, mnd. arbētsam, mnl. arbeitsam, nl. arbeidzaam. arbeitslos Adj. ‘trotz Arbeitsfähigkeit und Bereitschaft ohne berufliche Arbeit, ohne Erwerbsmöglichkeit’ (2. Hälfte 18. Jh., vereinzelt schon im 16. Jh.), älter in der Bedeutung ‘ohne Anstrengung, mühelos’ (Anfang 16. Jh. bis 19 Jh.); dazu Arbeitslosigkeit f. ‘Mangel an Erwerbsmöglichkeit’ (1. Hälfte 19. Jh.), älter ‘Untätigkeit’ (Ende 18. Jh.). Arbeitsteilung f. ‘Trennung und Verselbständigung verschiedener Arbeiten im Produktionsprozeß’; engl. division of labour (von A. Smith 1776 geprägt) wird im Dt. zuerst mit Verteilung der Arbeit (1776) und Teilung der Arbeit(en) (1796), dann (1808) mit dem Kompositum Arbeitsteilung wiedergegeben. Während Smith und seine Nachfolger Arbeitsteilung vorwiegend unter dem Aspekt betrachten, mehr Waren mit demselben Quantum Arbeit zu produzieren, stellt Marx dieser manufakturmäßigen Arbeitsteilung die gesellschaftliche Arbeitsteilung (1867) gegenüber.
3484 Zeichen · 98 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 8.–11. Jh.
    Althochdeutsch
    arbeitsamadj.

    Althochdeutsches Wörterbuch · +2 Parallelbelege

    arbeitsam adj. , mhd. nhd. arbeitsam; as. arBetsam, mnd. arbê i tsam, mnl. arbeitsaem; vgl. an. erfiđissamr . — Graff I,…

  2. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    arbeitsamadj.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +4 Parallelbelege

    arbeitsam adj. beschwerlich, mühselig. er truoc den arbeitsamen last der êren über rücke a. Heinr. 69. ze ir klûse ist d…

  3. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    arbêⁱtsamadj.

    Mittelniederdeutsches Wb.

    arbêⁱtsam , adj. , mühevoll.

  4. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Arbeitsam

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    Arbeitsam , -er, -ste, adj. et adv. zur Arbeit geneigt, gern und immer arbeitend. Sehr arbeitsam seyn. Ein arbeitsamer M…

  5. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    arbeitsam

    Goethe-Wörterbuch

    arbeitsam a fleißig, rührig, arbeitswillig: mBez auf körperl u geist Arbeit brave Bauern a. und einfach T1,81,17 v März …

  6. modern
    Dialekt
    arbeitsam

    Bayerisches Wörterbuch · +3 Parallelbelege

    arbeitsam Band 1, Spalte 1,544

  7. Spezial
    arbeitsam

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    ar|beit|sam adj. lezitënt (-nc, -a), laborius (-sc, -iosa), atif (-s, -iva) .

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit arbeitsam

5 Bildungen · 2 Erstglied · 1 Zweitglied · 2 Ableitungen

Ableitung von arbeitsam

arbeit + -sam

arbeitsam leitet sich vom Lemma arbeit ab mit Suffix -sam.

arbeitsam‑ als Erstglied (2 von 2)

Arbeitsamer

Wander

arbeit·samer

Arbeitsamer Des Arbeitsamen Messer ist scharf, des Faulen Kneif immer stumpf. [Zusätze und Ergänzungen] 2. Der Arbeitsamen Beil ist scharf, …

arbeitsam als Zweitglied (1 von 1)

unarbeitsam

DWB

unarbeit·sam

unarbeitsam , veraltetes adj. adv., gegentheil von arbeitsam . mhd. unarbeitsam unbeschwerlich; mhd. wb. 1, 54 a ; Lexer 2, 1751 . unarbeits…

Ableitungen von arbeitsam (2 von 2)

arbeitsame

KöblerMhd

arbeitsame , Adv. nhd. „arbeitsam“ Q.: LvReg (1237-1252) (FB arbeitsame) E.: s. arbeit, same W.: nhd. arbeitsam, Adv., arbeitsam, DW2- L.: F…

unarbeitsam

DWB

unarbeitsam , veraltetes adj. adv., gegentheil von arbeitsam . mhd. unarbeitsam unbeschwerlich; mhd. wb. 1, 54 a ; Lexer 2, 1751 . unarbeits…

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „arbeitsam". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 17. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/arbeitsam/pfeifer_etym
MLA
Cotta, Marcel. „arbeitsam". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/arbeitsam/pfeifer_etym. Abgerufen 17. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „arbeitsam". lautwandel.de. Zugegriffen 17. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/arbeitsam/pfeifer_etym.
BibTeX
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