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Ánstếchen

mhd. bis sprichw. · 12 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Adelung
Anchors
12 in 12 Wb.
Sprachstufen
5 von 16
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22
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16

Eintrag · Adelung (1793–1801)

Ánstếchen

Bd. 1, Sp. 379
Ánstếchen, verb. irreg. act. S. Stechen. 1. An etwas stechen, in die Seitenfläche einer Sache stechen; und zwar, 1) In eigentlicher Bedeutung. Das Pferd anstechen, mit den Spornen. Die Ochsen anstechen, mit der Stachel. Wie wenn im Wettelaufen Sich einer ganz bemüht, vor dem gemeinen Haufen Zu treffen auf den Zweck, sticht seinen Klepper an, Opitz. In dieser eigentlichen Bedeutung ist es, wenigstens im Hochdeutschen, wenig gebräuchlich. Im Oberdeutschen sagt man dafür auch anstacheln, anstochern, anstupfen, und im Niedersächsischen anpricken und anprickeln. 2) In weiterer Bedeutung, doch nur mit dem Zeitworte kommen, und im gemeinen Leben. Angestochen kommen, nach dem Niedersächsischen anstakern kamen, d. i. wie es in dem Brem. Nieders. Wörterbuche erkläret wird, mit langen dürren Beinen als auf Staken, d. i. Stangen, einher treten. Da kommt er angestochen. Ingleichen für kommen schlechthin, doch in verächtlicher Bedeutung. Das Blättchen schoß mir gleich, da sie[] angestochen kam. In noch weiterer Bedeutung, komm mir damit nicht angestochen, rede mir davon nicht. 3) Figürlich, mit anzüglichen Worten auf jemanden zielen, gleichfalls nur im gemeinen Leben. Einen anstechen. Einen mit Worten anstechen. Lindus ward einst im Gelag oft mit Worten angestochen, Logau. 2. Anfangen zu stechen, und in weiterer Bedeutung, anfangen, von etwas zu nehmen. Ein Faß, ein Gefäß Butter anstechen, weil solches vermittelst eines Stiches geschiehet. Auf gleiche Art sagt man auch im gemeinen Leben, einen Haufen Korn, ein Holz- Kohlen- oder Heuschiff, einen Korb mit Seefischen, eine Tonne Häringe anstechen, wenn solches gleich nicht vermittelst eines Stiches geschiehet. Angestochen seyn, figürlich, einen Rausch haben, welcher Gebrauch aber auch eine Figur der ersten Bedeutung seyn kann. Daher die Anstechung, welches in allen Bedeutungen des Verbi gebraucht werden kann.
1883 Zeichen · 34 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    anstechenst. V.

    Köbler Mhd. Wörterbuch

    anstechen , st. V. Vw.: s. anestechen

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Ánstếchen

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    Ánstếchen , verb. irreg. act. S. Adelung Stechen . 1. An etwas stechen, in die Seitenfläche einer Sache stechen; und zwa…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    anstechen

    Goethe-Wörterbuch

    anstechen 1 in etw hineinstechen wo Schlupfwespen die Raupe a. N13,70,6 Morph Plp die an Blättern erzeugten Insecten .. …

  4. modern
    Dialekt
    an stëchen

    Elsässisches Wb. · +2 Parallelbelege

    an stëche n 1. etwas aufreihen, insbes. Tuwak a. die Tabakblätter mit langen Nadeln durchstechen und auf Schnüre reihen …

  5. Sprichwörter
    Anstechen

    Wander (Sprichwörter)

    Anstechen Er ist angestochen. (S. Angetrunken.)

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit anstechen

0 Bildungen · 0 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von anstechen

anst + -e + -chen

anstechen leitet sich vom Lemma anst ab mit Suffixen -e und -chen.

Zerlegung von anstechen 2 Komponenten

ans+techen

anstechen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

Keine Komposita gefunden — anstechen kommt in keinem anderen Lemma als Erst- oder Zweitglied vor.

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „anstechen". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 9. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/anstechen/adelung
MLA
Cotta, Marcel. „anstechen". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/anstechen/adelung. Abgerufen 9. May 2026.
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Cotta, Marcel. „anstechen". lautwandel.de. Zugegriffen 9. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/anstechen/adelung.
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