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äugen

nhd. bis Dial. · 4 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
Anchors
4 in 4 Wb.
Sprachstufen
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Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

äugen

äugen

Auge n. Organ des Gesichtssinnes. Ahd. ouga (8. Jh.), mhd. ouge stimmt mit asächs. ōga, mnd. ōge, mnl. ōghe, nl. oog, aengl. ēage, (angl.) ēge, engl. eye, anord. auga, schwed. öga, dän. øje, got. augō überein. Die Herleitung von germ. *augan- aus ie. *okū- ‘sehen, Auge’, das sich aus aind. ákṣi, griech. ómma (ὄμμα), Dual ósse (ὄσσε), lat. oculus (s. Okular), aslaw. oko, russ. (älter) óko (око), lit. akìs ‘Auge’ erschließen läßt, ist durch die germ. Lautgestalt erschwert, wird aber doch für wahrscheinlich gehalten. Allgemein nimmt man an, daß der Vokal eines regulär entwickelten germ. *agw- (dieses z. B. noch in ahd. awizoraht ‘augenscheinlich’, um 800, acsiunī ‘äußere Erscheinung’, 9. Jh.) unter dem Einfluß von germ. *auzan- ‘Ohr’, vgl. ahd. ōra und (mit grammatischem Wechsel) got. ausō (s. Ohr), umgebildet wurde. Vielleicht hat dabei auch Ausgleich zwischen verschiedenen Flexionsformen eine Rolle gespielt; vgl. Feist ³64. – Augapfel m. ‘kugelförmiger Sehkörper des Auges’, ahd. ougaphul (Hs. 12. Jh.), mhd. ougapfel; die durch Ähnlichkeit mit der runden Frucht motivierte übertragene Verwendung von Apfel (s. d.) ebenfalls in aengl. ēagæppel, mnl. ōgheappel, nl. oogappel. Gleichbed. anord. augasteinn, schwed. ögonsten, engl. eyeball oder frz. globe de l’œil gehen von ähnlichen Vorstellungen aus. äugeln Vb. ‘jmdm. bedeutungsvolle Blicke zuwerfen’, als Ausdruck des Gartenbaus ‘okulieren’. Mhd. öugeln, wohl zur Deminutivform öugel von mhd. ouge ‘Auge’ gebildet, heißt zunächst ‘mit Augen versehen’ (so Part. Prät. geöugelt mit Bezug auf Pfauenfedern, Mitte 14. Jh.). Die Bedeutung ‘verliebte Blicke tauschen’, mhd. nur durch den substantivierten Infinitiv daʒ öugeln belegt (daneben steht mnd. ȫgelen ‘äugeln, schmeicheln’), findet sich seit dem 16. Jh. und häufiger vom 18. Jh. an. Im 16. Jh. verbreiteter als das einfache Verb ist gleichbed. liebäugeln Vb., wie älteres liebkosen (s. d.) als Zusammenrückung entstanden und heute vorwiegend in übertragenem Sinne ‘mit dem Gedanken an etw. spielen’ geläufig. Die Verwendung von äugeln für das schon dem mittelalterlichen Weinbau bekannte Veredelungsverfahren, die dem übertragenen Gebrauch von Auge für ‘Knospe’ folgt, wird im 17. Jh. üblich. äugen Vb. ‘blicken’, besonders in der Jägersprache von Tieren. Ahd. ougen (8. Jh.), mhd. ougen, öugen bedeutet ‘vor Augen bringen, zeigen’ (s. ereignen; außerdem ist ahd. ougen ‘Knospen ansetzen’, um 1000, bezeugt), daneben mnd. ȫgen auch ‘sehen, schauen’; in diesem Sinne im älteren Nhd. selten, seit Anfang des 19. Jhs. öfter vorkommend, namentlich als Jagdausdruck.
2579 Zeichen · 102 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    äugen

    Grimm (DWB, 1854–1961) · +2 Parallelbelege

    äugen , ostendere, sehen lassen, goth. augjan, ahd. ougan, mhd. ougen, öugen. von diesem treflichen wort sind nur noch d…

  2. modern
    Dialekt
    äugenschw.

    Pfälzisches Wb.

    äugen schw. : 1. 'okulieren'; die Rose ääche (Eχə) [ LA-Wollmh ]; vgl. äugeln . — 2. 'anzeigen'. a. 1357: wil ein apt y…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit aeugen

15 Bildungen · 1 Erstglied · 11 Zweitglied · 3 Ableitungen

Zerlegung von aeugen 2 Komponenten

aeu+gen

aeugen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

aeugen‑ als Erstglied (1 von 1)

äugen II

RhWB

äugen II ø·y.jən Köln ; :jən Sieg schw.: in folg. Wend.: Et ög gefällt, passt, stimmt. Dat ög der wahl. Meist negat. Dat Dönge ög net stimm…

aeugen als Zweitglied (11 von 11)

answäugen

MeckWBN

Wossidia answäugen jemandem mit klagenden Worten zuweisen: Nu ... säuk Mi dei Schuld noch antauswogen Camm. Reg. 124.

aufsäugen

DWB

auf·saeugen

aufsäugen , nutricare: ein kind, thier aufsäugen; in strengen pflichten war ich aufgewachsen, in finsterm hasz des pabstthums aufgesäugt. Sc…

aussäugen

DWB

aus·saeugen

aussäugen , perlactare: die amme hat das kind ausgesäugt, bis zu ende gesäugt.

Beäugen

Adelung

beau·gen

* Beäugen , verb. reg. act. in die Augen fassen, zu Gesichte bekommen, betrachten; ein nur in den gemeinen Mundarten so wohl Ober- als Niede…

begnäugen

MeckWBN

beg·n·aeugen

Wossidia begnäugen refl. sich begnügen Müll. Reut. 12 b .

fasttäugen

MeckWBN

Wossidia fasttäugen , Fadentäuen seem. vertäuen: wenn dat Schipp nich fasttäug't is Ro Rostock@Dändorf Dänd ; de Wadenschap (der Fischer) wa…

losswäugen

MeckWBN

los·swaeugen

Wossidia losswäugen schwülstig zu reden beginnen: as Mamsell S. nu losschwögen ded' Bri. 6, 205; dunn swäuwte hei los Ha Hagenow@Lank Lank .

rümswäugen

MeckWBN

ruem·swaeugen

Wossidia rümswäugen mit vielen Worten reden, wie swäugen: Swögt bi ehr rüm Seem. And. 75.

Ableitungen von aeugen (3 von 3)

Beäugen

Adelung

* Beäugen , verb. reg. act. in die Augen fassen, zu Gesichte bekommen, betrachten; ein nur in den gemeinen Mundarten so wohl Ober- als Niede…

entäugen

DWB

entäugen , caecare, oculis privare, nnl. ontoogen: o weib so gar verblendet, so gar von lieb entäugt. Spee trutzn. 57 (54). einen entäugen, …

eräugen

DWB

eräugen , ostendere, manifestare, ahd. arougan, irougan Graff 1, 126 ), mhd. erougen, nhd. ereugen, auch geschrieben eraigen, ereigen. s. äu…