lautwandel 53 Wörterbücher · 2,7 Mio. Artikel
Wildcard · " Volltext

Aggregat · alle Wörterbücher

zwie

mhd. bis Dial. · 4 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
Anchors
4 in 4 Wb.
Sprachstufen
3 von 16
Verweise rein
7
Verweise raus
15

Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

zwie

Bd. 32, Sp. 1126
zwie als erstes kompositionsglied und in ableitungen (s. zwier) ist indogermanisch: aind. dvi-, avest. bi-, griech. δι- (aus δϜι; daneben ist mit digammalosem δι- zu rechnen), altlat. dui-, lat. bi-, lit. dvi-; von den germ. sprachen zeigt diese form mit sicherheit allein das deutsche: ahd. zwi- (bei Notker auch zuei-), mhd. zwi- neben zwei-. demgegenüber weist das nordische und angelsächsische länge des vokals auf: an. tví- (neben tvé-, das Noreen aisl. u. anorw. gr.4 § 111, 2 u. 459 aus *tvih- herleitet, A. Kock svensk ljudhistoria 1, 138 f. als beispiel für den übergang von ī zu ē in semifortis ansieht; nach Hellquist2 1250 sind die quantitäten im nordischen unsicher), nisl. tví- neben tvæ-, norw. tvi- neben tvæ-, agutn. tui-, aschw. tvi- (nur in twiäggadher, sonst tvæ- = aisl. tvé- und tvē- nach tvēr? S. Bergman arkiv f. nord. fil. 37, 168), schwed. tve- (dial. auch tvä-, tvi-, s. Hellquist a. a. o.), adän. twī- (neben twǣ-, twē-, s. Brøndum-Nielsen gammeldansk gr. 1, 159 f.), n. tve- und ags. twi-, mengl. twi- (die länge des i ist gesichert durch twīecge psalm 73, 6 und das neuengl., s. Pogatscher engl. studien 25, 424), da die nord. und ags. form offensichtlich zusammengehören. liegt es näher, twī- mit Brugmann d. distributiven u. kollekt. numeralia (1907) 68 f., Walde-Pokorny 1, 818 auf vorgerm. *dei- (gesichert durch air. diabul 'doppelt' = germ. twīfla-, siehe zweifel, m.) zurückzuführen, als mit Pogatscher, der die nord. formen nicht berücksichtigt, die länge des i durch sekundäre dehnung in wörtern des typus  (z. b. in *twifalda-) zu erklären. nicht zu bestimmen ist die quantität von afries. twi- und as. twi-; doch weist das nebeneinander von mnd. twī- und twē, mnl. twie- und twee- am ehesten auf alte doppelheit von zum hochdeutschen stimmendem twĭ- und zum norden stimmendem twī-, d. h. auf das, was man nach dem allgemeinen charakter des asächs. erwarten musz. mit idg. di-, german.-kelt. dei- lautet ab idg. doi- in ags. twǣman, getwǣfan 'teilen, trennen' sowie den adjektiven und kollektiven aind. dvayá 'doppelt, paarweise' (n. 'paar, zweiheit, falschheit'), griech. δοιοί 'doppelt, zwei', altkirchenslav. dъvojъ 'zweifach, zwei' (n. dъvoje 'zweiheit, paar'), dazu dei- in lit. dvejì 'zwei'. wie sich di- u. s. w. zu d(u)o 'zwei' verhält, ist unsicher. 'am wahrscheinlichsten ist, dasz das i schon in der grundsprache aus der dreizahl eindrang' Wackernagel aind. gramm. 3, 343. schon im späten ahd. und as. steht neben zwi- (vgl. zuigarie biennis ahd. gl. 2, 706, 44; zuihoubito Notker 1, 694 P.) unter dem einflusz der selbständigen formen des zahlworts auch die form zwei-, vgl. zweielnig Notker 1, 378 P., zweielnemez ebda 417 (sogar zweioelnig 413); ferner zuueigaiochirindiro bigam bovum (10. jh.) ahd. gl. 2, 764, 41. die zwei-bildungen nehmen seit dem spätmhd. stark zu, s. zweidorn, -fach, -fachig, -falter, -fältig, -faltigen, -fältigkeit, -förmig, -gesichtig, -gliedig, -knöpfig, -männig, -mäszig, -nähtig, -schelligkeit, -schneidend, -schneidig, -spältig, -tägig, -teil, -teilig, -teilung, -tracht, -trächtigkeit, -weibig, -winklig, -zählig, -zinkig. doch überwiegen die zwie-composita im mhd. noch durchaus. seit dem 16. jh. verschiebt sich das verhältnis; die neubildungen zeigen in immer ansteigendem masze zwei-; zwie- tritt dagegen fast ganz zurück; in vielen fällen steht die ältere form mit zwie- neben der jüngeren mit zwei-, vgl.: zwiedarm, -fach, -falter, -faltigen, -gabelig, -gädig, -gestaltig, -hörnig, -kampf, -köpfig, -lauter, -mähdig, -mäszig, -öhrig, -schneidend, -schneidig, -schuhig, -seitig, -sinnig, -spännig, -spitz, -spitzig, -stirnig, -teilen, -zack. erstarrt und in die schriftsprache eingegangen sind: zwieback, -brache, -spalt, -tracht, -trächtig, deren gelegentliche zwei-formen sich nicht durchsetzen konnten; als neubildungen aus der zeit um 1800 haben sich zwielicht, zwiegespräch und zwiesprache gegen die zwei-composita behaupten können; die im 19./20. jh. bei sonst gebräuchlichen zwei-compositis neu auftauchenden zwie-formen wie zwiegeschlechtig, -gespalten, -geteilt, -heit, -sprachig, -schlägig sind nur als gelegenheitsbildungen zu werten, die ihre entstehung den noch geltenden doppelformen verdanken. einige zusammensetzungen erscheinen bis heute in doppelter gestalt (vgl. Kramer t.-ital. 2 [1702] 1492, der zwei- und zwieback, zwey- und zwiefach, zwey- und zwiespalt, zwey- und zwietracht angibt); so stehen noch heutez. t. in den maa. — zwei-, zwiefalter, zwei-, zwiedarm, zwei-, zwiedorn, zwei-, zwiefach, zwei-, zwiefärbig, zwei-, zwiegespann, zwei-, zwiegesang, zwei-, zwieschlächtig, zwei-, zwiespältig nebeneinander. neben zwie- steht auch zwier-, s. z. b. zwierback und ungeklärtes zwick, s. o. 2zwick, zwickdarm, zwickdorn, zwickmühle, zwickwort. unter dem einflusz der deklinierten geschlechtsformen des zahlworts zwei, s. sp. 972, bilden sich vereinzelt ihnen analoge nebenformen: zwenpfennig habsb.-österr. urbarbuch 313 lit. ver.; zwenspitzig Faustus Verantius dict. V ling. (1595) b 3a; zwentägig discourse d. mahlern (1721) 2, 17; zweinspitz St. Gallener chron. 76 Hard.; zwutzale voc. theut. (1482) qq 7b; zwufach städtechron. (Augsburg 16. jh.) 25, 369; zwofeldig (15. jh.) Diefenbach gl. 230b; zwomäszig Tabernaemontanus kräuterbuch (1687) 1139; zwofache J. v. Besser schr. (1732) 1, 16; zwomeilig F. M. Pinto wunderl. reisen (1671) 128; zwostimmig allg. dt. bibl. (1765) 8, 277.
5486 Zeichen · 155 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    ZWÎEswv.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke)

    ZWÎE swv. schmücke. mit dieser bedeutung von Pfeiffer Jerosch. s. 290 auf grund der folgenden stelle angesetzt. ô mûtir,…

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    zwie

    Grimm (DWB, 1854–1961) · +1 Parallelbeleg

    zwie- als erstes kompositionsglied und in ableitungen ( s. zwier) ist indogermanisch: aind. dvi-, avest. bi-, griech. δι…

  3. modern
    Dialekt
    Zwie

    Rheinisches Wb.

    Zwie- mhd. zwi- , zum Zahlw. zwei gehörig, in Zs.

Verweisungsnetz

22 Knoten, 20 Kanten

Tap auf Knoten öffnet Detail · Drag zum Umpositionieren · Scroll zum Zoomen

1-Hop 2-Hop
Filter:
Anchor 3 Kompositum 18 Sackgasse 1

Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit zwie

479 Bildungen · 477 Erstglied · 1 Zweitglied · 1 Ableitungen

zwie‑ als Erstglied (30 von 477)

Zwiegabel

SHW

Zwie-gabel Band 6, Spalte 995-996

Zwiekopf

SHW

Zwie-kopf Band 6, Spalte 997-998

Zwielicht

SHW

Zwie-licht Band 6, Spalte 997-998

Zwiemantel

SHW

Zwie-mantel Band 6, Spalte 997-998

Zwiespalt

SHW

Zwie-spalt Band 6, Spalte 997-998

Zwietracht

SHW

Zwie-tracht Band 6, Spalte 997-998

Zwieäugeln

Campe

zwie·aeugeln

Zwieäugeln , v. intrs . nach zweierlei Dingen äugeln, gleichsam mit dem einen Ange nach dem einen, mit dem andern Auge nach dem andern äugel…

zwieback

DWB

zwie·back

zwieback , m. , ein trockenes gebäck, das zweimal gebacken ist, damit es haltbar und leicht verdaulich wird; vgl. mhd. und frühnhd. piscot (…

Zwiebackblume

Campe

zwieback·blume

♁ Die Zwiebackblume , Mz. — n , bei Planer der Name einer indischen Pflanze, deren fünfblattige Blumen zwei kurze, nach der obern Seite geri…

zwiebacken

DWB

zwie·backen

zwiebacken , adj. , vgl. zweibacken, sp. 983: so haben wir auch erobert und zu handen gebracht ... sehr viel zwiebacken brodt, biscot genant…

zwiebackfasz

DWB

zwie·backfasz

zwiebackfasz , n. : so wiesz man mir unter den zwiebackfässern einen ort an, wo ich mich verstecken ... konte Th. Gage neue reisebeschreib. …

zwiebackscheibe

DWB

zwieback·scheibe

zwiebackscheibe , f. : lange rahmen, auf welchen die dünnen steinharten zwiebackscheiben aufgereiht sind Steub drei sommer (1895) 2, 131 . —

zwiebacksüpplein

DWB

zwieback·suepplein

zwiebacksüpplein , n. , übertragen: nach der julirevolution stoszen wir auf eine ganze schar von schriftstellerinnen, welche das junge Deuts…

Zwiebächle

ElsWB

Zwi e bächle Co. , Zwi e bächel Rapp. U. n. Zwieback; Kinderzwieback, aus dem man Brei kocht Str.

zwiebel

DWB

zwie·bel

zwiebel , m. und f. , cepa. herkunft und form. lehnwort aus dem romanischen, spez. dem italien., vgl. Frings Germ. Romana (1932) 92 ; Marzel…

zwie als Zweitglied (1 von 1)

neiʒwie

BMZ

nei·zwie

neiʒwie s. v. a. ich enweiʒ wie. neiʒwie der munt, ir herze sanc Er. 9688. neiʒwie manegen samît gwan im diu vrowe Lanz. 2774. Diut. 1,37.

Ableitungen von zwie (1 von 1)

gezwîe

BMZ

gezwîe swv. treibe zweige. sîn hertze sicht man leider nimmer mêr gepluomen noch gezweien Suchenw. 7,41.