Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
Zwerg m.
Zwerg m.
Zwerg m. in der germanischen Mythologie ein tückisches und daher versöhnlich zu stimmendes elbisches Wesen von kleinem Wuchs, danach kleine, mit Zipfelmütze und Bart vorgestellte Märchengestalt, ahd. twerg (10. Jh.; vgl. gitwerg, 9. Jh.), mhd. twerc, (md.) querch, asächs. gidwerg, mnd. dwerch, dwarch, mnl. dwerch, nl. dwerg, aengl. dweorg, dweorh, engl. dwarf, anord. dvergr (auch ‘kurzer Dachbalken, Gewandnadel’), schwed. dvärg, germ. *dwerga-. Die Etymologie ist ungesichert. Falls sich aind. dhvárati ‘beugt, beschädigt, bringt zu Fall’, dhvarás- Bezeichnung dämonischer Wesen, auch lat. fraus ‘Übervorteilung, Schaden, Nachteil, Betrug, Täuschung’, frūstrā̌ ‘irrtümlich, vergeblich, getäuscht’ und hethit. duu̯arnāi- ‘zerbrechen’ vergleichen lassen, ist Anschluß an die Wurzel ie. *dhu̯er(ə)- ‘durch Täuschung zu Fall bringen, schädigen’ möglich. Nl. 147 hält Herkunft des typisch germ. Wortes aus einer Substratsprache für erwägenswert. Anlautendes zw- im Dt. ist seit dem 15. Jh. bezeugt (zur Lautentwicklung s. Zwerchfell und quer).