Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
Zimt m.
Zimt m.
Zimt m. süßlich schmeckendes Gewürz aus der getrockneten Rinde des Zimtbaums (spätmhd. zinmend bovn, 14. Jh.), eines tropischen Lorbeergewächses, ahd. zinamī̌n (11. Jh.), mhd. zinemīn, zimīn, zinment, zinmint, frühnhd. (mit Angleichung von nm zu mm) Zimment, Zim(m)et, Zim(m)at, nhd. Zimmet (bis ins 19. Jh., dann noch obd.), daneben einsilbiges Zim(m)t (zuerst 2. Hälfte 16. Jh.), entlehnt aus gleichbed. lat. cinnamum (auch cinnamōmum), griech. kínnamon, kinnámōmon (κίνναμον, κιννάμωμον), das wahrscheinlich aus dem Phön. stammt (vgl. hebr. qinnāmōn ‘Zimt’); die weitere Herkunft (mal. Ursprung?) ist unklar. In der 2. Hälfte des 19. Jhs. (anfangs wohl in Berliner Literatenkreisen) kommt Zimt als wegwerfender Ausdruck für ‘wertloser Kram, lästiger, überflüssiger Aufwand, dummes Gerede, Unsinn’ in Gebrauch (s. auch Zinnober). Liegt die Vorstellung zugrunde, daß das Gewürz, wenn es überlagert ist und sein Aroma verloren hat (vgl. landschaftlich übliches alter Zimt ‘wertloses Zeug’) oder da es als Speisezusatz ohnehin entbehrlich ist, den ihm zugemessenen hohen Wert nicht verdient? Wenig einleuchtend ist Anschluß an rotw. Zimmt ‘Geld, Kleingeld, Ware, Goldsachen, Schmuck’ (dieses nach Rotw. 349 zu jidd. simon ‘Zeichen, Zahlennull’).