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zicken

mhd. bis sprichw. · 12 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

zicken verb.

Bd. 31, Sp. 885
zicken, verb., mit einem zick (1zick) treffen, mit schnellem, kurzem streich oder stosz berühren, 1) in dieser sinnlichen bedeutung a) eig.: K. Reiser sag. d. Allgäus 2, 746; H. Fischer 6, 1175; (siebenbürg.) schlagen, auch feuer z. feuer mit dem stahl und stein schlagen Haltrich 25b; beim kegelspiel zickt die kugel den kegel: Hintner tirol. 243; Schmeller-Fr. 2, 1081; s. auch C. Schumann Lübeck 75 (cit. unt. 1zick 1); leise berühren: wan es zickt ie in sein alte stuet Vintler plum. d. tug. 2603; davon mhd. gez. leise berühren (mhd. wb. 3, 874a; Lexer 3, 1100); anz. anrühren Tschinkel Gottschee 320; Hintner 243; derz. erreichen ebda; b) ins geistige gebiet gehoben; zunächst unter anschlusz an den zick als schlagspiel der kinder (1zick 1): zigge foppen, aufziehen Vetsch Appenz. ma. 67; zickten mit uns und wir mit in älteste jahrb. d. st. Zürich 87; sticheln: H. Fischer 6, 1175; necken, aufziehen: das zigen und zehren ist all zimblich der masquen art Elisabeth Charlotte v. Orleans 2, 368 H.; seelisch treffen: das wort gottes an der predig ... rrt uns nit, zickt uns das herz nit, wir werden nit getroffen Keisersberg seelenpar. 28a; reizen, anregen: allein das es im anmutig ist und lust daran hat und zicket in, darumb isset er, ... das ist geschleckt ders., sieb. schwert. G 1b, öft.; die knstlern nachtigall lockt und zikt berall A. Silesius seelenlust 211 ndr.; P. T. Procopius patrociniale (1674) 640. 2) unter vorstellung des ziels und daher mit einer präpos., meist auf, auch an, verbunden; a) zunächst: auf etwas z. leicht an etwas stoszen, an etwas z. an etwas grenzen Schmeller-Fr. 2, 1081; weisen auf, übergehen in, ausschlagen nach: auf dem rugken sind die schneegänse äschfarb auf schwarz z-d Heuszlin Gesners vogelb. 62b; dasz der kreuzschnabel jetz auf gäl, dann aber mer auf grün, rot oder äschenfarb zicke 168a; s. auch th. 4, 1, 4, 7045; refl.: der bushard ... von farb, die sich auf braun zickt Heuszlin Gesners vogelb. 8a; die seyten gegen dem bauch z-d sich auf weysz Forer Gesners thierb. 101; auch: der schwantz (des bibers) auf der fisch art, da der ander teil ... auf ... des gwilds geruch zicket 22b; seine krankheit zickt ans faulfieber Schmeller-Fr. 2, 1081; schlagen, arten nach: die Etrurier haben ein pesundre schrift und sprach gehabt, ist auf die jüdische art gangen, hat auf dieselbig monier zickt Aventin chron. 1, 399 L.; of ebes z. mit etwas ähnlichkeit haben Tobler appenz. 456a; er zeücht oder zickt auf seines vatters schOene, geziert mit der hpsche seines vatters Frisius 1312a; derhalben si etliche weisen und formen ze reden ... (als die ze dunckel wAerind und ze vil auf des Luthers meinung zicktend) straffend L. Lafater histor. (1564) 58a; ob gleichwol die namen etlicher Oerter in Bayrn etwas auf Sipia und Carl z., so folgt darumb nit, das Carl daselb geborn sei Welser bayr. gesch. (1605) 298; z. neigung haben, ausschlagen nach Haltrich 25b; dasz ir us dem frommen geschlecht der buren ... schlahend und z-d uf roübery und todschlag Zwingli d. schr. 1, 84; auf etwas deuten, anspielen oder sich auf eine partei neigen, die nicht im besten rufe steht Stalder 2, 471; s. 1zick, m., 2; b) im bes. von getränken, die umschlagen wollen, einen stich ins saure (milchsäurestich, s. Meyers lex.7 12, 1771) bekommen; zunächst mit einer die richtung bezeichnenden präpos.: z. nach etwas schmecken, der wein zickt auf essig Stalder 2, 470; auch übertr.: me sn, te zickst mer f den êssich mein sohn, du hast mir neigung zum schlechten Haltrich 25b; in: Lindemayr lied. u. komöd. 57 bei Schmeller-Fr. 2, 1081; no öppis z. nach etwas schmecken Hunziker 309; die sauren dinge sind unter einanderen unterscheiden, dann in den einten zicket die säure auf eine ssze, in den anderen auf eine nAesse Muralt eidg. lustgarte 26; der scharff geschmack ist entweder wAessericht oder irdisch oder auf gewrtzahrt z-d 24; schmeckt oder zicket sich schier ein wenig nach essig Thurneysser alchym. 55; von einer frucht: dattlen ... saur am versuchen, etwas auf wein z-d Wirsung artzneyb. 9; häufig anz.: er (der wein) zickt ein wenig an und will zu essig werden A. Agricola gutes aug (1629) 225; dazu das adj. anzick, anzickig, und subst. anzick, f., s. Schmeller-Fr. 2, 1081; meist ohne zusatz: der wein zickt will umschlagen, sauer werden: (österr.) Popowitsch versuch 19; Höfer etym. wb. 3, 324; Unger-Kh. 650a; von bier, milch u. ä. getränken: Schmeller-Fr. 2, 1081; Schöpf 827; Hintner 243; Hügel Wien. dial. 195a; Loritza 147a; K. Reiser sag. d. Allgäus 2, 746; H. Fischer 6, 1175; c) bei demselben fortfall der präpos. wendet sich der sinn ins ethische: die erzählung zickt (nämlich an das unwahre) Schmeller-Fr. 2, 1081; oder deutet einen anfall seelischer störung an: der mensch zickt läszt anzeichen von narrheit merken Höfer etym. wb. 3, 324; bei dem zickts er hat unmerkliche anfälle von narrheit, verliebtheit, krankheit u. dgl. Schmeller-Fr. 2, 1081. 3) z. hacken, in kleine späne hauen brem. wb. 5, 312 läszt sich aus der bedeutung 1 a herleiten; doch mag eher umsetzung eines nd. ticken vorliegen.hierzu die zss.: zickenheit, f., das sauerwerden des weins (1789) Unger-Kh. 650a. —
5232 Zeichen · 141 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    zickenswv.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +3 Parallelbelege

    zicken swv. BMZ abs. zicken für hinausgreifen über Leseb. 906,31 ( Misc. 2,230 ); stossen, necken, tr. Vintl. 2603, refl…

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Zickenv., ntr, trs

    Campe (1807–1813) · +1 Parallelbeleg

    † Zicken , v. I) ntr . mit haben , im Österreichschen und Baierschen zick, oder auf eine fehlerhafte Art säuerlich werde…

  3. modern
    Dialekt
    zickenintr. v.

    Lothringisches Wb. · +7 Parallelbelege

    zicke n [tsikə Merl. ; dsìgə Ri. Ha. ; tsekən D. Si. ] intr. v. 1. zucken: mid de n'Auwe z. Ri. — 2. zaudern, zögern, zu…

  4. Sprichwörter
    Zicken

    Wander (Sprichwörter)

    Zicken 1. E zickt (schlägt) af den Essig. ( Siebenbürg.-sächs. ) – Frommann, V, 173, 136. 2. Es zickt bei ihm. ( Oberöst…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit zicken

35 Bildungen · 26 Erstglied · 6 Zweitglied · 3 Ableitungen

Zerlegung von zicken 2 Komponenten

zic+ken

zicken setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

zicken‑ als Erstglied (26 von 26)

zicken I

Idiotikon

zicken I Band 17, Spalte 1104 zicken I 17,1104

zicken II

Idiotikon

zicken II Band 17, Spalte 1107 zicken II 17,1107

Zickenboort

MeckWB

zicken·boort

Zickenboort m. 'Ziegenbart', getragen von der Rumpsack genannten vermummten Gestalt Wa Zepk ; vgl. Zickelboort .

Zickenbuck

MeckWB

zicken·buck

Zickenbuck m. wie Zägenbuck: dor geiht en Zickenbuck vörbi Sta AStrel ; Zirt; im Abzählreim: Donn kem de Buck, de Zickenbuck Wo. V. 4, 1159a…

Zicken des Weines

Meyers

Zicken des Weines ( Milchsäurestich ), s. Textbeilage zum Artikel »Wein«, S. III.

zickeneⁿ

Idiotikon

zickeneⁿ Band 17, Spalte 773 zickeneⁿ 17,773

Zickenkœtel

MeckWB

zicken·koetel

Zickenkœtel m. wie Zägenkœtel; Neckrede der Kinder: Segg' mal Kirchenslœtel! — Kirchenslœtel. — Hest 't ganz Mul vull Zickenkœtel Wo. Sa.

Zickenlämmchen

RhWB

zicken·laemmchen

Zicken-lämmchen tsik- Altk-Weitef , Siegld-Dresselnd n.: hängende Kätzchen der Weide u. Haselnuss (sonst s. bei Zickel-).

zickenlamm

DWB

zicken·lamm

-lamm , n. , ziegenlamm: ebda; Block id. v. Eilsdorf 102 b ; ( niederhess. ) Vilmar 469 .

Zickenmä

RhWB

zicken·mae

Zicken-mä tsikmE Aach-Stolbg , Rheydt f.: Ziege in der Kinderspr.

Zickenmelk

MeckWB

zicken·melk

Zickenmelk f. wie Zägenmelk: de Zickenmelk hebben sei inne Buddel bottert Wa Wred . Kü. 3, 850.

Zickenpicken

MeckWB

zicken·picken

Zickenpicken erfundener ON. im Hahnenrätsel: Kem 'n Mann von Zickenpicken Gü Bütz .

zickenrede

DWB

zicken·rede

-rede , f. , zänkische rede ( zu 1 b ): schweiz. id. 6, 577; auch zick- 6, 541 ( s. ob, hinter 1 zick, m. ).

Zickensterz

RhWB

zicken·sterz

Zicken-sterz -štat m.: 1. –schwanz. — 2. im Wuchs zurückgebliebener Mensch Rees-Haldern .

Zickenwerfchens

RhWB

Zicken-werfchens -weărfjəs Siegld n.: das Spiel , s. oben Zicke 2 b δ.

zicken als Zweitglied (6 von 6)

anzicken

DWB

anzic·ken

anzicken , anstoszen, anrühren, anstechen, nd. antikken, mit schnellem, kurzem stosz anrühren, nnl. aantikken: die kugel hat nur angezickt, …

gezicken

Lexer

gezic·ken

ge-zicken swv. BMZ prät. gezicte, -zihte leise berühren Urst. Spec. 34.

verzicken

DWB

verzic·ken

verzicken , vb. , beschuldigen; festsetzen; unredlich handeln. präfigierte form einer schwundstufigen intensivbildung zu zeihen, germ. * tîh…

überzicken

KöblerMhd

überzicken , sw. V. nhd. übertreten (V.) Q.: Teichn (1350-1365) (FB überzicken) E.: s. über (1), zicken W.: nhd. DW- L.: FB 365b (überzicken…

ūfzicken

KöblerMhd

ūfzicken , sw. V. nhd. auftreten Q.: Teichn (1350-1365) (FB ūf zicken) E.: s. ūf (2), zicken W.: nhd. DW- L.: FB 369b (ūf zicken)

Ableitungen von zicken (3 von 3)

bezicken

Idiotikon

bezicken Band 17, Spalte 1106 bezicken 17,1106

gezicken

Lexer

ge-zicken swv. BMZ prät. gezicte, -zihte leise berühren Urst. Spec. 34.

verzicken

DWB

verzicken , vb. , beschuldigen; festsetzen; unredlich handeln. präfigierte form einer schwundstufigen intensivbildung zu zeihen, germ. * tîh…

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „zicken". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 12. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/zicken/dwb
MLA
Cotta, Marcel. „zicken". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/zicken/dwb. Abgerufen 12. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „zicken". lautwandel.de. Zugegriffen 12. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/zicken/dwb.
BibTeX
@misc{lautwandel_zicken_2026,
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