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Würfel

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Wander
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Eintrag · Wander (Sprichwörter)

Würfel

Bd. 4, Sp. 459
Würfel 1. Auff würffel vnd anderen doppelspiel bedenck, wie sey der gfar so vil; hoffnung, todt, leben, gut vnd habe, mustu ganz gottloss darauff wagen. Lat.: Sedius taxillis, bene respice quod sit in illis, res tua, spes tua, sors tua, mors tua, pendet in illis. (Loci comm., 3.) 2. Der Würfel ist hier Meister. n.: Terningen er mester. (Prov. dan., 546.) 3. Die besten Würfel fallen nicht immer auf achtzehn Augen. 4. Die Würfel aus der Hand, willst du gewinnen. (S. Karten 20.) In Apulien heisst es: Viel gewinnt, wer nicht spielt. (Ausland, 1870, S. 425, 8.) 5. Die Würfel liegen. Bei dem, was ausgemacht, vertragsmässig bestimmt ist, muss es bleiben. It.: Il dado è tratto. (Biber.) 6. Die Würffel fallen nicht wie man will, ob man schon drein bläst. – Lehmann, 597, 67; 827, 18; 850, 6; Sailer, 180. 7. Die Würffel hat man in der Hand, aber die Augen fallen drumb nicht, wie man wil. – Dietrich, Weisheit, I, 997. 8. Diör Wiörpel, Kaat (Karte) un Kann wedd (wird) mancher tom armen Mann. (Münster.) – Firmenich, I, 298, 39; Frommann, VI, 426, 40. Holl.: Teerlingen, vrouwen en kannen, deze drie dingen onteeren de mannen. (Harrebomée, II, 327a.) Schwed.: Kort och tärning är owiss bärgning. (Grubb, 426.) 9. Durch Würffel, Wein und Bulerey kombt mancher in gross Armuthey. Lat.: Dives eram dudum, secerunt me tria nudum: Alea, vina, venus, tribus his sum factus egenus. (Chaos, 494.) 10. Ein Würfel hindert den andern nicht. Das Gleichartige verträgt sich. Böhm.: Kostka kostce nepřekáží (kostky nehyndruje). (Čelakovsky, 38.) 11. Es verliert die Würfel, wer im Finstern doppelt. – Körte, 7033. 12. Man muss dem Würffel helffen, dass er sechs Zink gibt. – Lehmann, 726, 45. 13. Viele können dem Würffel helffen, dass er tragen muss, was sie wollen. – Petri, II, 573. 14. Was der Würfel gewonnen, ist bald zerronnen. Lat.: Tesseris (tesselle) est fenus mercis inane genus. (Reuterdahl, 1010.) Schwed.: Tuerningh aer waerningh. (Reuterdahl, 1010.) 15. Wenn der Würfel am besten gefallen ist, muss man ihn liegen lassen. D.h. man muss das Spiel abbrechen, ihm den Rücken kehren. Böhm.: Když ti nejlíp kostka padá, tehdy honem obrat' záda. (Čelakovsky, 142.) Krain.: Kadar narbolj igra teče, ji oberni hitro pleče. (Čelakovsky, 142.) Kroat.: Kada najbolje igra teče, oberni joj hitro pleće. (Čelakovsky, 142.) 16. Wer das Fallen der Würfel und den Preis des Korns wüsste, der würde bald reich sein. Frz.: Qui sçauroit la chance des dés, la vente et la valeur des blés, il seroit bientôt riche assés. (Kritzinger, 119b.) 17. Wer kann wissen, wie der Würfel fällt. n.: Hvo veed hvor terningen vil løbe. (Prov. dan., 546.) 18. Wer Würfel nimmt in die Hand, gibt dem Teufel sich zu Pfand. Frz.: Celui qui est adonné aux dez, la diable le tire par le nez. (Bohn I, 9.) 19. Wie der Würfel auch fällt, mein Weg bleibt immer gerade. Wahlspruch des im December 1814 zu Wien gestorbenen Prinzen von Ligne. Lat.: Quo res cunque cadunt semper stat linea recta. (Binder II, 2862.) 20. Würfel, Weiber und Federspiel haben der Treue selten viel. – Simrock, 11932. 21. Würfel, Wein und Venusspiel sind schuld, dass ich nicht b'halte viel. Lat.: Dives eram dudum, fecerunt me tria nudum: alea, vina, venus; tribus his sum factus egenus. (Binder I, 351; II, 820; Neander, 277.) 22. Würffel, glück (Karte) vnd federspil verkeren sich, wer es glauben vnd mercken wil. – Franck, II, 179b; Gruter, I, 87; III, 117; Henisch, 1666, 19. 23. Würffel vnd karten allerhand gehören nicht in den geistlichen stand. Lat.: Ludere cum talis, non est res spiritualis. (Loci comm., 4.) 24. Der Würfel ist anders gefallen, als erwartet wurde. Böhm.: Kostka mu jináč sedla. (Čelakovsky, 524.) 25. Die Würfel langsam ausknüpfen. Etwas bemänteln, süss eingeben, schonend einbringen. 26. Die Würfel sind gefallen (liegen). – Eiselein, 652. Der Vorsatz ist gefasst, die Sache ist entschieden. Holl.: De teerling is geworpen. (Harrebomée, II, 327a.) Lat.: Audebo talum jacere. – Esto jacta haec alea. (Eiselein, 651.) – Jacta est alea. (Bovill, I, 74; Faselius, 442; Eiselein, 652; Philippi, I, 184; Wiegand, 604.) 27. Einem in die Würffel greiffen. – Fischer, Psalter, 54b; Regentenbuch, XXXIIb. 28. Er hat gute Würfel, die stets zwölf werfen. – Luther's Tischr., 436a. 29. Er kann dem Würffel helfen, das er tragen muss, was er will. – Mathesy, I, 23b. 30. Er weiss mit Würfeln umzugehen. Sie so zu werfen, dass sie ihm zu Gunsten fallen. Böhm.: Umí cábou točiti. (Čelakovsky, 531.) 31. Er will mit drei Würfeln neunzehn Augen werfen. Von überspannten Ansprüchen, Bestrebungen, Erwartungen, Maasslosigkeiten aller Art. 32. Kaum eines Würffels werth. – Hans Sachs, IV, CXI, 1. 33. Seine Würfel geben allweg Zink drei. (S. Brauchen 20.) – Körte, 7033. [Zusätze und Ergänzungen] 34. Der die Würffel erfunden, hat sechs Galgen verdient: den ersten für sich, den andern für seine Spielgesellen, den dritten für den Zuseher, den vierten für den, so den Spielplatz hält, den fünften für den, so das spielen erstlich lehret und den sechsten für die Herrschaft, welche das Spielen nicht verbietet. – Harssdörffer, 2343.
5164 Zeichen · 177 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    würfelstm.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +2 Parallelbelege

    würfel stm. würfel. ahd. wurfil, worfil Gr. 2,111. Graff 1,1043. tessera, talus, taxillus voc. o. 27,13. gl. Mone 4,237.…

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Würfel

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    Der Würfel , des -s, plur. ut nom. sing. 1. Ein cubisches Stück Elfenbein oder Knochen, welches auf seinen Flächen mit P…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Würfel

    Goethe-Wörterbuch

    Würfel [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Würfel

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Würfel , in der Geometrie soviel wie Kubus (s. d.); in der Kristallographie ist der W. (das Hexaeder ) eine wichtige For…

  5. modern
    Dialekt
    Würfel

    Elsässisches Wb. · +2 Parallelbelege

    Würfel [Wìrflə Obhergh. ; Wìrfl u. Werfl U. ] m. 1. Würfel, kleiner Spielknochen von 6 Vierecken, deren jedes mit 1 anfa…

  6. Sprichwörter
    Würfel

    Wander (Sprichwörter)

    Würfel 1. Auff würffel vnd anderen doppelspiel bedenck, wie sey der gfar so vil; hoffnung, todt, leben, gut vnd habe, mu…

  7. Spezial
    Würfel

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Wür|fel m. (-s,-) 1 das (dasc) m. , dadl (-i) m. 2 ‹gastron› (Suppenwürfel) das dala jopa m. 3 ‹geom› cadrel (-rí) m.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit wuerfel

95 Bildungen · 93 Erstglied · 0 Zweitglied · 2 Ableitungen

Zerlegung von wuerfel 2 Komponenten

wur+fel

wuerfel setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

wuerfel‑ als Erstglied (30 von 93)

würfelære

Lexer

wuerfel·aere

würfelære , würfeler stm. ib. würfelspieler, veranstalter u. aufseher eines würfelspiels Berth. 1. 14,35 ff. 148,1. 2. 27,34 ; würfelmacher …

würfelartig

DWB

wuerfel·artig

würfelartig , adj.; dem würfel ähnelnd, hinsichtlich der standfestigkeit: dasz die zerstörlichen dinge einen unzerstörlichen grund haben, un…

Würfelauge

Wander

wuerfel·auge

Würfelauge Ein Würfelauge mehr, kostet dem Bauer oft eine Kuh. Nach einem polnischen Sprichwort kann's ihm sogar das Leben kosten: Doyja w S…

würfelbau

DWB

wuerfel·bau

-bau , m. , pfeilerbau im bergwerksbetrieb: Zappe mineral. hdlex. (1817) 1, 416 ; mundartl. ( in Sachsen ): ein pfeilerbau auf braunkohlen, …

würfelbecher

DWB

wuerfel·becher

-becher , m. , zufrühest bezeugt in der diminutivform: pyrgus ein bächerle darinn man die würffel rüttlet ..., mocht man nennen rüttelbächer…

würfelbein

DWB

wuerfel·bein

-bein , n. 1) der ( knöcherne ) würfel; mhd. würfelbein Reinmar v. Zweter gedichte 466 ( nr. 108) Roethe; wenn ... die würfelbeine oder cart…

würfelbrët

Lexer

wuerfel·bret

würfel-brët stn. lâʒ uns w. her tragen! Teichn. 201. sô pringt er w. und wein ib. 243 C.

würfelbrett

DWB

wuerfel·brett

würfelbrett , n. , brett zum würfelspiel; nach vereinzelter glossarischer bezeugung im 15. jh. ( nd. worbelbret, md. worfel brete pyrgus Die…

würfelbude

DWB

wuerfel·bude

-bude , f. , auf jahrmärkten: sehr beliebt waren die zinnbuden, vor denen mit dem würfel ... um hausrath geworfen wurde. um die würfelbuden …

würfeldreher

DWB

wuerfel·dreher

-dreher , m. , der wenig angesehene handwerker ( drechsler ), der in früheren jahrhunderten würfel herstellte; unter einwirkung von wendunge…

würfelecke

DWB

wuerfel·ecke

-ecke , f. , vgl. âne würfels ecke Wolfram v. Eschenbach Parzival 248, 13 L.: 8 ecken ( des dodekaeders ) ... sind 3 flächig und liegen wie …

würfelëht

Lexer

wuerfel·eht

würfelëht adj. BMZ würfelförmig. die epfele w. snîden Buch v. g. sp. 59, würflat Hpt. 9,367. wurflecht Zimr. chr. 3. 520,22 ;

würfeleisen

DWB

wuerfel·eisen

-eisen , n. 1) würffeleisen falarica (' iberischer wurfspeer ') Dentzler clavis ling. lat. (1716) 358 a . 2 ) roheisen in würfelform Karmars…

würfeler

DWB

wur·feler

würfeler , m. , spätmhd. ( insbes. md. ) auch wurfeler und worfeler. 1) der würfelhersteller; s. würfeldreher , würfelmacher : sô sint etelî…

Würfelerz

Campe

wuerfel·erz

Das Würfelerz , — es, Mz. — e , ein Erz in würfelförmiger Gestalt. Besonders, der Name eines Kupfererzes von ölbeergrüner Farbe, wenn es sic…

Würfeleu

Meyers

wurf·e·leu

Würfeleu , Dorf im preuß. Regbez. und Landkreis Aachen, Knotenpunkt der Staatsbahnlinien Aachen-Jülich, Stolberg-Kohlscheid u. a., hat 2 kat…

würfelfall

DWB

wuerfel·fall

würfelfall , m. , iactus vel casus talorum Stieler stammb. (1691) 419 ; den geomantischen würfelfall Kepler opera 1, 393 Frisch; Heyden kamp…

würfelförmig

DWB

wuerfel·foermig

-förmig , adj. , ' kubisch ': würfelförmiges holz Bellin hochdt. rechtschr. (1657) )( 4 a ; ein würfelförmiger kopf mit eingebauchter stirn …

würfelform

DWB

wuerfel·form

-form , f. , ' kubische gestalt ': ( die ) würfelform seiner kerngestalt Zappe mineral. hdlex. (1817) 1, 59 ; am capitell ... beginnt die we…

würfelfries

DWB

wuerfel·fries

-fries , m. , schachbrettverzierung; ornament aus abwechselnd erhabenen und vertieften quadraten Otte archäol. wb. ( 2 1877) 268; Bucher kun…

würfelfusz

DWB

würfelfusz , m. , ' kubikfusz ' ; von Zesen als verdeutschung des lat. cubicus pes, decempeda vorgeschlagen in: Dögens krigesbaukunst (1648)…

würfelganz

DWB

wuerfel·ganz

-ganz , adj. , neben würfel(ge)recht und gewürfelt Kepler s verdeutschung des lat. cubicus: gewürffelt, würffelrecht, würffelgantz cubicus K…

würfelgerecht

DWB

wuerfel·gerecht

-gerecht , adj. , ' kubisch ': drei würffelgerechte gefesse, jedes einer vntzen oder zolls lang, brait vnd hoch Kepler opera onmia 5, 592 Fr…

würfelgestalt

DWB

wuerfel·gestalt

-gestalt , f. , älter würfelfigur ' cubus ' Sandrart icon. deorum (1680) 76 a . 1 ) menschengestalt mächtigen wuchses: ( die Griechinnen, di…

würfelglück

DWB

wuerfel·glueck

-glück , n. , ' glück im würfelspiel ': so vertrauen wir unser heil und leben ... gleichsam einem blinden würffelglück Francisci letzte rech…

würfelgurt

DWB

wuerfel·gurt

-gurt , m. , s. würfelfries: würfelgurte in der rührend schwerfälligen plastik des frühromanischen stiles Scheffel ges. w. (1907) 3, 239 . —

Ableitungen von wuerfel (2 von 2)

gewürfel

DWB

gewürfel , n. , collectiv zu würfel ( s. d. ): aus westen bohrte der schräge sonnenstrahl ... vom blanken erzgewürfel traf mein aug' ein leu…

würfele

BMZ

würfele swv. würfele. der würfelt unde schîbt Teichn. 283.