Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
Wrack n.
Wrack n.
Wrack n. ‘gestrandetes oder auf See treibendes, schwer beschädigtes, nicht mehr verwendungsfähiges Schiff’, Übernahme (2. Hälfte 17. Jh.) von gleichbed. nd. Wrack, auch ‘als minderwertig Ausgesondertes, Schadhaftes, Ausschuß’ (wovon kaufmannssprachliches hd. Brack n. ‘minderwertige Ware, Ausschuß’, 14. Jh.), mnd. wrak ‘beschädigtes Schiff, geringwertige Ware, Ziegelbruch’, mnl. wrac, wracke ‘Schiffbruch, beschädigtes Schiff, Strandgut’, nl. wrak ‘Reste eines gestrandeten Schiffes’, engl. wreck ‘Wrack, Strandgut, Schiffbruch’, wrack ‘angeschwemmter Tang, Unrat’ (vgl. aengl. scipwræc ‘Strandgut’), schwed. vrak ‘Wrack, Untaugliches, Ausschuß’ (im Sinne von ‘beschädigtes Schiff’ vielleicht aus dem Mnd.). Die westgerm. Formen sind wohl, zumindest teilweise, Substantivierungen des Adjektivs nd. wrack, mnd. wrak ‘beschädigt, untauglich, verdorben’, mnl. wrac ‘ausgesondert, unbrauchbar, (durch Seewasser) verdorben’, nl. wrak ‘schadhaft, schwach’ (vgl. aengl. sceþwrǣc, manwrǣce ‘boshaft, schädlich’) und gehören wie dieses (im Sinne von ‘treiben’) zu dem unter rächen (s. d.) dargestellten gemeingerm. starken Verb, so daß eine Ausgangsbedeutung ‘auf dem Meere treibender, von der See angespülter, beschädigter, nicht mehr brauchbarer Gegenstand’ anzunehmen ist. Seit dem 18. Jh. wird Wrack auch für schadhafte Landfahrzeuge und andere Gegenstände (in neuester Zeit besonders für zerstörte Autos und Flugzeuge) verwendet, ferner (um 1800) umgangssprachlich in der Übertragung ‘körperlich verbrauchter, hinfälliger Mensch’. – abwracken Vb. ‘ein unbrauchbares Schiff zerlegen, verschrotten’ (2. Hälfte 19. Jh.), nd. afwra(c)ken; vgl. älteres gleichbed. nd. wra(c)ken, auch (wie mnd. mnl. wrāken, nl. wraken) ‘Minderwertiges, Unbrauchbares aussondern’.