Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
Wimpel m.
Wimpel m.
Wimpel m. ‘kleine Fahne, Signalflagge’ stammt wie schon ahd. wimpila ‘Schleier’ (neben wimphila, 9. Jh.), mhd. wimpel, winpel ‘Stirnbinde, Kopftuch’, spätmhd. ‘Banner, Fähnlein’ aus dem Nd. Asächs. wimpal, mnd. wimpel, wumpel ‘Schleier als Kopfbedeckung, lange, schmale, schleierähnliche Fahne, Banner’, mnl. wimpel, winpel ‘Tuch, Schleier, Kopftuch, Fahne’, nl. wimpel, aengl. wimpel ‘Tuch, Schleier’, engl. wimple ‘Nonnenschleier’ (anord. vimpill ‘Kopftuch’ aus dem Aengl.) führen auf ie. *u̯imb-, die nasalierte schwundstufige Form von ie. *u̯eib- ‘drehen, sich drehend, schwingend bewegen’ (s. wippen, Wipfel, Weib), wozu auch ahd. weif ‘Binde’ (8. Jh.), anord. veipr ‘Kopftuch’, got. waips ‘Kranz’ gehören. Dabei besteht engere semantische Verwandtschaft zu der unter Weib angeführten Wortgruppe, die sich unter der Bedeutung ‘verhüllen, umhüllen’ zusammenfassen läßt, da für Wimpel von einer Bedeutung ‘Kopftuch’ auszugehen ist. Jüngerer Gebrauch im Sinne von ‘schmale, kleine Schiffsflagge auf der Spitze des Mastes’ entwickelt sich im nd. nl. Gebiet der Hanse und gelangt Mitte des 15. Jh. ins Frühnhd. Abweichend Neue lat.-roman. Etymologien (1980) 33 ff., der Wimpel als Entlehnung aus vlat. *co-īnfula, zu lat. īnfula ‘Kopfbinde’, verstehen will.