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wimpel

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

wimpel

Bd. 30, Sp. 225
wimpel , st. m. und n.; alterthümlich auch f. Hübner ztgslex. 31 4, 948 und Braun orth.-gr. wb. (1793): wie eine wimpel über einem schiff O. Ludwig 2, 520; plur. wimpel, älter wimpeln Adelung; ahd. wimpal theristrum (frauengewand, schleier) Graff 1, 854; mhd. wimpel, st. schw. f. und m., mhd. wb. 3, 675; auch winpel, wumpel Lexer; 'binde zum zusammenhalten des haares, kopfschutz, schleier', vgl. Weinhold dt. frauen 465; erst spätmhd. (1442) 'fähnlein, schiffswimpel'. in den glossarien für lat. peplum, teristrum, vitta, ligamen, flammeolum, orarium, velum Diefenbach gloss. u. nov. gloss.; mnd. wumpel, wimpel m., schleier als kopfbedeckung, lange, schmale, schleierähnliche fahne, banner Schiller-Lübben; an. vimpill m. schleier; ags. winpel, wimpel umhüllung für frauen; engl. wimple schleier, wimpel; ostfries. wimpel, wümpel; ndl. wimpel; n. schwed. vimpel; hierher auch frz. guimpe brustschleier der nonnen, kopf- und brusttuch, seltener lanzenfähnchen (als solches auch guimple); span. impla schleier. neben den gewöhnlicheren formen mit ndd. consonantismus und mit suffix -el findet sich auch ohne suffix und mit oberd. pf ein vereinzeltes wimpfe m. oder f.: der Weigerstrasz (ein flämischer chronist im 15. jh.) nennet ... ein fähnlein ein wimpfen Kirchhof wendunmuth 3, 43; vgl. hierzu mhd. bewimpfen (Köln 14. jh.) verhüllen, sowie oben frz. guimpe; ferner ein späteres, wohl als mischbildung zu erklärendes wimpfel m. Besser schr. (1732) 1, 248; A. Grün ged. 1, 227. diese bildung wimpfe scheint auf eine wurzel wimp- hinzuweisen und macht die vermutung unwahrscheinlich, wimpel sei eine zusammensetzung mit dem ersten bestandtheil wind und dem zweiten lat. pallium (air. caille schleier) und mit der bedeutung 'windmantel' Kluge (etymol. wb. und wb. der seemannsspr.). für eine grundbedeutung 'gewand, hülle, binde' sprechen das oben erwähnte mhd. bewimpfen, ndd. wimpeln 'verhüllen, wickeln' brem. wb. 5, 260 und Doornkaat-Koolman 3, 552; ferner engl. wimple 'verschleiern'. die weiterentwicklung zu 'fahne' hätte ihr gegenstück in der ähnlichen entwicklung von fahne selbst.von weiteren erklärungsversuchen seien erwähnt: wimpel nasalierte nebenform zu wipfel Falk-Torp; zu wippen v. oder zu weben, wabern v. Doornkaat-Koolman a. a. o.; zu an. veipa f., weibliches kopftuch Weigand-Hirt. — gebucht von Schottel haubtspr. 218 § 43; Stieler 2540; Steinbach; Adelung. — von altersher besonders in Nordwestdeutschland heimisch, der oberdt. volksthümlichen sprache fremd; diese verwendet statt dessen fähnlein und windfahne, bis im 18. jh. das ndd. wort eingang findet: so kan ich euch sagen, was der mast, die segelstange, .. der wimpel .. sei Stranitzky ollapatr. 107 ndr. 11) die grundbedeutung 'tuch, schleier, binde' scheint für das hochdt. nur weiterzuleben in dem jüdisch-deutschen wimpel, f., schmale binde, aus einer windel verfertigt, in welcher die knaben zur beschneidung gebracht werden Schmeller 2, 915; vgl. Wander 5, 247. 22) sonst nur 'fahne' im allgemeinen sinne und in sonderverwendungen. 2@aa) alterthümlich und namentlich md. und ndd. 'fahne, banner' überhaupt, vor allem 'schmales reiterfähnchen': Hilger .. dat bannir und wimpele in sime hoeve hette chron. d. dt. städte 12, 322; do waren .. 300 voisgenger mit des buschofs wimpel van Coelne gezogen 13, 60; sollent unter eins marschalks bannir odir wimpel geen weisth. 1, 531 (Mainz 15. jh.); dem gibt er sein banner in sein hand, vast hoch er in mit worten mand, dasz er die wimpel uffrecht hald Morszheim spiegel des regim. 339; der speer wird farbig bemalt, .. mit einem wimpel verziert Freytag 18, 19. 2@bb) in der neueren sprache nur noch in seemännischer sonderanwendung 'eine lange, schmale, schwalbenschwanzartig gespaltene flagge, die auf der obersten spitze des groszen mastes befestigt ist, nur von kriegsschiffen als dauernder schmuck geführt, von anderen schiffen aber zu signalzwecken benützt wird' Kluge seemannsspr. 833; Adelung; Jacobsson technol. wb. 4, 648a: während vom topp des groszen mastes ein langer .. wimpel (flatterte) Smidt tageb. e. nord. seemanns 201; besonders als subject zu wehen, fliegen, flattern u. ä.: die wimpeln weh'n in bunten melodien Brentano Godwi 2, viii; die wimpel flossen roth im winde Weinhold Boie 340; sein purpurfarbner wimpel fliegt Gökingk ged. 1, 247; ein bunter wimpel, über dem jubel flatternd O. Ludwig 3, 195. — als object zu wehen lassen Gottsched neuest. aus der anm. gelehrs. 2, 747; lüften Schiller 12, 224. — in verbindungen wie bunte, lustige, muntere wimpel, oder flaggen und wimpel (wimpel und flagge zu zeigen Nettelbeck 2, 182), mast und wimpel, fahnen und wimpel, segel und wimpel. — als siegeszeichen nach wegnahme eines schiffes mit nach hause genommen Ranke werke 35/36, 316; andrerseits für das eigene schiff ein zeichen glücklich bestandenen kampfes, daher: mit ... wimpeln nahen, heiszt, wenn ein siegreiches schiff unbeschädigt an das ufer langt neue schauspiele (1771 ff.) 2, 73. — arten von wimpeln: antworts-, befehls-, boots-, breit-, commando-, heimaths-, inspections-, kirchen-, mittags-, signal-, topp-, wachtwimpel. 2@cc) der neuere binnenländische, meist dichterische gebrauch ist unzweifelhaft der seemannssprache entlehnt, beschränkt sich aber weder auf ganz schmale, noch auf solche fahnen, die an schiffen angebracht sind: von den kirchthürmen wehten wimpel Lichtenberg Hogarth 2, 174; (an dem hohen schaft des banners) hing der schwere wimpel von silberbrocat Heyse nov. 5, 145; das schiff war mit einer grünen laube überbaut und mit bunten wimpeln geschmückt Keller 6, 245; auf einigen wimpeln, welche (von der schuljugend) vorangetragen wurden Gutzkow werke 5, 358; wo sieht der jugend thatensehnsucht flattern die wimpel des fernen zieles? Arent, Conradi, Henckell mod. dichterchar. 205. 2@dd) fahnenähnliche gegenstände. 2@d@aα) die 'wind- oder wetterfahne', aach. wempel, m. Müller-Weitz 260; überhaupt rheinländisch: ich bin kein wimpel auf dem dach, mein wille ist wie ein eichbaum Kinkel erzähl. (1849) 129. 2@d@bβ) das oberste blatt einer schmetterlingsblüthe, sonst auch fahne Röhling Deutschlands flora 1, 29. 94; eine pflanze, sonst fahnenwicke oxytropis Graszmann pflanzennamen 69. 2@d@gγ) in der dichtersprache für leichte wolken, zweige u. ä.: seidene wimpel, vom oste getragen, flattre, du rosige wölkleinschar! Keller 9, 32; wie seine seidnen wimpel regt der zweig, so jüngst voll reifen hing Droste-Hülshoff 3, 120.
6512 Zeichen · 152 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 8.–11. Jh.
    Altenglisch
    wimpelst. M. (a)

    Köbler Ae. Wörterbuch

    wimpel , st. M. (a) nhd. Schleier, Halstuch, Mantel Hw.: vgl. afries. wimpel, ahd. wimpfila* E.: vgl. germ. *weipan, st.…

  2. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    WIMPELstswf.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +3 Parallelbelege

    WIMPEL stswf. wimpel. ahd. wimpal lat. theristrum Graff 1,854. 1 : binde womit das haar zusammengehalten wird, die zugle…

  3. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    wimpelM.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +2 Parallelbelege

    wimpel , M. nhd. „Wimpel“ (M.), Schleier, Kopftuch, Haarbinde Vw.: s. prīnipāl-, rīde- Hw.: s. wumpel; vgl. mhd. wimpel …

  4. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Wimpel

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Der Wimpel , des -s, plur. ut nom. sing. bey manchen auch Wimpel, plur. die -n, auf den Schiffen, lange schmale Fahnen, …

  5. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Wimpel

    Goethe-Wörterbuch

    Wimpel [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  6. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Wimpel

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Wimpel , auf Schiffen sehr lange u. schmale Fahnen; die größeren dienen zur Zierde, die kleineren zu Signalen.

  7. modern
    Dialekt
    wimpel

    Elsässisches Wb. · +5 Parallelbelege

    wimpel [wįpl M. ] Adj. nicht wohl zu Mut, unruhig. [s wurt mr w. u wiè M. ] ‘inen ist wimpel, sie bleiben nit, ine ist …

  8. Sprichwörter
    Wimpel

    Wander (Sprichwörter)

    Wimpel 1. Dä es we' ne Wimpel om Dag. ( Köln. ) – Weyden, III, 11. 2. Es ist weder Wimpel noch Katzenschwanz zu sehen. (…

  9. Spezial
    Wimpel

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Wim|pel m. (-s,-) bandira (-res) f.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit wimpel

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wimpel‑ als Erstglied (16 von 16)

wimpel · 1+ Belege

KöblerAfries

wimpel 1 und häufiger , st. M. (a) nhd. „Wimpel“, Fahne ne. pennant, flag (N.) Hw.: vgl. an. vimpill, ae. wimpel, ahd. wimpfila* E.: s. wind…

wimpelen

Idiotikon

wimpelen Band 15, Spalte 1739 wimpelen 15,1739

wimpelgast

DWB

wimpel·gast

wimpelgast , m. , matrose, der den wimpel hiszt und abnimmt Kluge seemannsspr. —

wimpelholz

DWB

wimpel·holz

wimpelholz , n. , am topp des groszen mastes Hübner ztgslex. 31 4, 948 a . —

wimp(e)lig

PfWB

wimp(e)lig Adj. : ' übel, weh, beklommen, schwindlig ', wimplich (wimbliχ) [SOPf ( Heeger Nachl.)], wimpelich (wimbəliχ) [ LA-Venn ]; vgl. w…

wimpelîn

Lexer

wimpelîn stn. BMZ dem. zum vorig., md. des kuniges wimpelchîn, wompelchîn Rcsp. 1,81 ( 1400 ) ; wimplîn, kleine zeugstreifen, charpie Ath. F…

wimpellīn

KöblerMhd

wimpel·līn

wimpellīn , st. N. nhd. „Wimpellein“, Wimpelchen, kleiner Zeugstreifen Q.: Athis (um 1210?) E.: s. wimpel W.: nhd. DW- L.: Lexer 322a (wimpe…

Wimpelschlagen

Meyers

wimpel·schlagen

Wimpelschlagen , das Auseinanderwerfen von Ameisenhaufen, das die Hirsche aus Übermut mit dem Geweih bewirken.

wimpelīn

KöblerMhd

wimpelīn , st. N. Vw.: s. wimpellīn

wimpel als Zweitglied (6 von 6)

Befêhlwimpel

Adelung

befehl·wimpel

Der Befêhlwimpel , des -s, plur. ut nom. sing. auf den Flotten, der Wimpel, wodurch der Befehlshaber einer Flotte den Schiffen seine Befehle…

Ogenwimpel

MeckWBN

ogen·wimpel

Wossidia Ogenwimpel , Ogenwimmel f. dass. (vereinzelt) D. WA. 20, 3.

prīncipālwimpel

KöblerMnd

prīncipāl·wimpel

prīncipālwimpel , M. nhd. Hauptfahne einer Heerschar, Banner einer Heerschar Q.: Wassenberch 67 (1474-1517) E.: s. prīncipāl (1), wimpel L.:…

rîdewimpel

MNWB

ride·wimpel

° rîdewimpel , m. : als Feldzeichen von einer Reitertruppe mitgeführte schmale Fahne, Reiterwimpel, mit ... upgerichteden r.en (Chr. d. d. S…

rīdewimpel

KöblerMnd

rīdewimpel , M. nhd. Reitwimpel, als Feldzeichen von einer Reitertruppe mitgeführte schmale Fahne E.: s. rīden (1), wimpel L.: MndHwb 2, 212…

Ableitungen von wimpel (2 von 2)

bewimpelen

MNWB

bewimpelen (s. bewümpelen), swv. , verschleiern , verhüllen, bekleiden.

gewimpel

DWB

gewimpel , n. gewimpel, das flattern der wimpel. Sicherer u. Akveld nederl. hoogd. wb. 281 c . das einfache verbum wimpeln, das dieser subst…

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APA
Cotta, M. (2026). „wimpel". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 14. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/wimpel/dwb?formid=W21750
MLA
Cotta, Marcel. „wimpel". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/wimpel/dwb?formid=W21750. Abgerufen 14. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „wimpel". lautwandel.de. Zugegriffen 14. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/wimpel/dwb?formid=W21750.
BibTeX
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