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weck

nhd. bis sprichw. · 12 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

weck m. f.

Bd. 27, Sp. 2784
weck, wecken,m., auch wecke,f. keil als werkzeug; keilförmiges, besonders weizenbrot in keilform. II. herkunft und formen. I@11) weck, mhd. wecke, wegge, ahd. wekki, wecgi, wegki, weggi, wegi, wecke, weke, cuneus Steinmeyer-Sievers gl. 2, 466, 35. 500, 28. 519, 23. 677, 5. 699, 5. 3, 616, 45. 657, 3 ist ein gemeingerm. wort, grundform wagja — und daneben ablautend wegja —; dazu and. weggi Wadstein 86, 36, mnd. wegge, vereinzelt wigge Schiller-Lübben 5, 653 (wigge jetzt westfäl. Woeste 324), mndl. wegge Verdam 686b, wigge 692b (wegghe, wigghe Kilian 659b), ndl. wig (vläm. wigge De Bo2 1383a), keil, wegge, weizenbrötchen (beides f.), afries. wegk, schlitten Richthofen 1131 ('von der form des untergestells auf das fahrzeug selbst gewendet' Heyne hausalt. 2, 34), ags. wecg, keil, metallklumpen Bosworth-Toller 1180b, mengl. wegge (daneben wigge) Stratmann-Bradley 674, engl. wedge, keil (daneben wig, weizenbrötchen), anord. veggr, keil, norw. vegg, schwed. vigg, dial. vägg, n. vægge, im got. nicht belegt. auszerhalb des germ. entspricht lit. vagis, lett. wadsis, keil, die nach Kauffmann altertumskunde 106 anm. 3 aus dem germ. entlehnt, nach andern urverwandt sind. als verwandt angesehen wird ein altes wort für die pflugschar ahd. waganso (s.wagense); Johansson in Bezzenbergers beitr. 18, 38 leitet beide mit wachs 'scharf' von einer idg. wurzel vegvh 'scharf sein' ab, dazu noch ir. fecc 'spaten' Fick4 3, 384. vielleicht ist aber wekki von waganso zu trennen und zu wegan zu stellen als 'der bewegende, treibende, drückende'; idg. forsch. 6, 324 wird aind. pravahatē 'er drängt, drückt' herangezogen. wacke, das als 'keilförmiger felsblock' von einigen hierhergestellt wird (die ursprüngliche bedeutung ist aber 'kiesel' s. sp. 204), steht wol in keiner näheren verwandtschaft mit weck. I@22) das ck im mhd. wecke ist aus gg entstanden. die schreibung wegge erhielt sich in obd. quellen, die mit ck den lautwert k Χ verbanden, so bei dem Tiroler Oswald v. Wolkenstein 112, 128 (wegg), besonders aber bei Alemannen Hätzlerin 2, 67, 138. Anshelm Berner chron. 5, 299. Joach. v. Watt 2, 282, 12. Schade satiren 2, 119, 5. H. R. Manuel weinspiel 206. Österreicher Columella 1, 152. die Schweizer Frisius 352b, Maaler 487b und noch Dentzler (1716) 2, 344 schreiben (wie auch Stalder und Kirchhofer) weggen, Calepinus 359a wegg. andrerseits wurde die schreibung wegge durch das niederd. begünstigt, sie wird bei Stieler 2530 erwähnt und findet sich noch im 18. jahrh. z. b. in Beiers handlungslex. 471b. I@33) das wort flectirt ursprünglich nur stark, wecke wird später (am frühesten in bair. quellen, so schon Enikel weltchr. 18268 Strauch) zu weck verkürzt. übergang zur schwachen decl. erfolgt daneben schon ziemlich früh: wecken als dat. sg. Mone altd. schausp. 2, 197. acc. sg. weisth. 4, 188 (1339). pl. mhd. erzähl. 3, 40, 74 Rosenhagen. Virginal 1025, 6. des teufels netz 5313. im 15. jahrh. sind schwache formen schon sehr gewöhnlich, im 16. überwiegend, auch der nom. sg. kann n annehmen, wecken Dasypodius 452b, weggen Frisius und Maaler, gewöhnlich aber ohne erweiterung (wol unter einflusz der zusammensetzungen) weck (wecke noch voc. inc. teut. C 3b). doch kann der sg. auch stark flectiren (gen. wecks H. Sachs 14, 53, 19. dat. weck Schumann nachtb. 29. acc. weck H. Sachs 22, 272, 12. Alberus fab. 42, 51 u. ö. Wickram 4, 159. Ryff chirurgey 138a), seltener der pl. (weck Erlauer sp. 4, 195. Eulensp. 28. H. Sachs 9, 430, 19; in wendungen wie weck backen oder essen kann man meist collectiven sg. annehmen). die wörterbücher setzen seit Hulsius weck an und so gewinnt die starke form im sg. wieder die oberhand, doch überwiegt im pl. noch wecken, so bei Wieland, Göthe, Brentano, G. Keller, Storm, Rosegger u. a. der pl. wecke (den Adelung ansetzt) ist seltener (Heine 2, 157. Grimm märchen 2, 125. Varnhagen tageb. 5, 216), für das zeichen im wappen überhaupt nicht gebräuchlich (im 16. und 17. jahrh. auch hier weck s. II 2 c). neben weck steht aber jetzt eine form wecken im sg. sie herrscht namentlich im bair.-österr. (Schmeller 2, 845. Schöpf 806. Loritza 141. Unger-Khull 622a. Lexer 252), steht aber auch im alem.-schwäb. neben weck (Stalder 2, 440. Martin-Lienhart 2, 808a), während das md. diese form vorzieht (doch im lothr. wecken Follmann 533 neben weck, ebenso thür. u. sächs. Hertel 254. Müller-Fraureuth 2, 645a). so erscheint der sg. wecken bei v. Gaudy 3, 88. v. Droste-Hülshoff 4, 65. Gotthelf 1, 65. das fem. läszt sich vor dem 18. jahrh. nicht nachweisen (wol nach semmel, bretzel usw. entwickelt), jetzt findet es sich vereinzelt im obd. (wecka 'keil' in Davos Bühler 201), auch im lothr. neben m. und n., hauptsächlich im nd. und in ans nd. angrenzenden md. gegenden für 'weizengebäck' Leihener 132. Bauer-Collitz 113a (weje). Woeste 319 (wei). Schambach 292 (weie, gewöhnlich wecke). Frischbier 2, 459 (wecke, wegge neben weck, m.). Sallmann 2, 51. Liesenberg 218. Herwig 30. Jecht 122. von wörterbüchern hat der Norddeutsche Ludwig wecke, f. neben weck, auch bei Adelung und Campe erwähnt. zu dem gewöhnlich im plur. erscheinenden wecken beim wappen wird auch ein fem. sg. wecke gebildet Trier wapenkunst 172. litterarisch ist wecke, f. selten z. b. v. Eichendorff 3, 403. auch ndl. wegge ist f. IIII. bedeutung und gebrauch. II@11) die ursprüngliche bedeutung 'keil' kommt jetzt noch in den obd. mundarten von Elsasz und der Schweiz bis Steiermark vor, auszerdem noch in Lothringen und Luxemburg Follmann 533. wb. d. luxemb. mda. 479. die älteren belege weisen auf Oberdeutschland, Rhein- u. Ostfranken; im gröszten theil Mitteldeutschlands ist das wort also in der ursprünglichen bedeutung früh veraltet. neben weck stehen gleichbedeutende ausdrücke: weck, keyl oder speydel, cuneus voc. theut. (1482) nn 3b; bisz, keil, weck Schöpper syn. f 1d; wecken oder bisz, damit man etwas spaltet, epischidion, cuneus Dasypodius 452b, ähnlich Frisius und Calepinus; beiszel, zweck u. a. (s. th. 5, 449). weck wird aber in der alten bedeutung in fast allen wörterbüchern, auch den md. und nordd. (nicht bei Ludwig), angeführt; Adelung bezeichnet es aber als längst veraltet, wenn auch in einigen obd. gegenden noch üblich. die Schweizer bibel kennt das wort: aber das volck darinnen fuort er ausz, und legt sy under eysen sägen und hagken und eysen wecken (Luther: keile) 2. n. (2. Sam.) 12, 31. sonst kommen litterarische belege bis ins 17. jahrh. vor. II@1@aa) ein werkzeug von holz oder eisen, das in etwas eingetrieben wird, namentlich beim holzspalten benutzt: ein wecken eyntreyben oder eynschlahen Frisius 244a; mit wecken von einanderen gespalten oder getriben 426a; er wîstin, dâ ein villân einen wecke hâte getân in ein bloch und hâte in durchgeslagen. Reinhart fuchs 1543 Reiszenberger; thu als einer der holtz howet, der musz je über ein weil den keidel oder den wecken, den er in das holtz musz schlagen, spitzen Keisersberg baum der sel. 21b nach Ch. Schmidt wb. d. elsäss. mda. 191b; er sach, das einer ein wecken oder ein speidel in ein holtz hett geschlagen sünden des munds 5b, ebenda 332a; und so dick er mit der agst den boum uffschluog, so stiesz er darin einen wecken und zoch dann die axt herusz buch der beispiele 23, 22; dise sechs haben ... auch gehauen holtz alda gefunden, wie sie dann die kleybkeul oder wecken, damit man das holtz zuspalten pflegt, mit sich gebracht Hulsius 3. schiffahrt 118; wer gibt uns weck zum holzzerspälten? Weidner ged. (1621), Hoffmanns findlinge 259. auch beim steinbrechen verwendet: si dûhte als behende trîben einen wecke in eines steines ecke, als daʒ man möht gespalten die schar. Ottokar reimchr. 16491 Seemüller; 8 eysen wekhen stain ze prechen inventare aus Tirol u. Voralberg 42, 75 (1462) Zingerle. pflock zum einschlagen: so solt der smid recht bi der wid an wagen isen stahel legen, zuom aller minsten dri weggen. des teufels netz 10783; hat unser genadiger her ... zwo stainpüchsen mit wegken aus geformt und sünst auch ain torröspüchsen städtechr. 15, 387, 27 (Mühldorf 1400); schlach obnan ain hultzen weck zwischen die büchsz und die stangen hs. v. 1429 bei Schmeller 2, 845; 'holzkeil, der an der haue oder dem eisernen ringe in den stiel eingetrieben wird' Unger-Khull 622a; 'keil als unterlage eines möbels oder zur befestigung eines zapfens' Follmann 533. keil als werkzeug der gärtner u. a.: und solt (beim pflanzen) bi der wurtz den block oder stamm spalten und in den spalt ain tennin weggen tuon Österreicher Columella 1, 152 Löffler; soltu (beim impfen) ... den mittel stammen mit dem scharpffen messer ein wenig spalten ... dar nach soltu den wecken als vast es liden mag darin thuon 1, 155; der (impfer) musz zuvor eyn starcken keydel oder wecken von eynem starcken, harten holtz machen, das er ihn zwischen die rind und das holtz hinein tringe Herr feldbaw (1551) 131b, ähnlich Sebiz feldbau (1580) 325; so man unden ihren stammen bei der wurtzel durchboret, und ein wecken oder keil feiszt von bech bisz mitten in den körn hinein treibt, so wirdt all ir säure und bitterkeit, in einen süszen lieblichen safft verkehret Schweickhart v. Helfenstein Basilius Magnus (1591) 40. als chirurgisches instrument: und lege ain wecken oder knebil zwischen die zen Braunschweig chirurgia 104b; leg ihm (dem patienten) den hülzen weck under die achsel, also dasz das rund theil gerad under die achsel komme, alsdann trit kreftig mit eim fusz wider den hölzin weck und streck den arm in solchem trit Ryff chirurgey 138a. das ndl. wig 'keil' ist als wiggen in die deutsche seemannssprache eingedrungen Röding 6, 904. II@1@bb) weck neben andern werkzeugen genannt: das ouch nyemant keinen jungen eichin reitel oder keinen jungen eichen hebel oder wecken uff dem forste howen noch machen sol deutsche rechtsquellen des ma. 224 (Hagenau 15. jahrh.) Wasserschleben; dieselbigen legten ihm einen strick ahn halsz, und träheten denselbigen mit einem höltzen wecken oder bengel zusammen Höniger sarracenische gesch. (1579) 160; 7 ysen wecken, 3 steinhemmer, 1 ysen slegel Basler zeughausinventar v. 1415, anz. f. schweiz. altertumskunde n. f. 12, 232; so muosz man zuo den unspältigen stöcken axen, sagen, bissen, weggen und schlägelbruchen Anshelm Berner chronik 5, 299; er soll allen werkzeug, so zu einem ziegelhove gehören mag, als hauen, bickel, model, narten, äxt, schlegel, wecken und dergleichen, ... neue machen Schlettstadter stadtrechte 2, 1040 (1555) Gény; kerch, zeynen, bennen, wecken und schlegel. Straszburger hausratsgedichte b 5b Hampe. namentlich gehören weck und schlägel 'klopfhammer' zusammen: wenn die, so uszerhalb der statt gsessen sind, ... gantze höltzer ... mit schlegel und wecken uffholtzent rechtsquellen des kantons Bern 1, i, 357 (1539) Welti; sie (die bauleute) ... schlossen heut in ihren schrein schlegel und weggen wieder ein. Reithard geschichten u. sagen aus d. Schweiz 177. daher die redensart: man musz schlegel und wecken brauchen d. i. zwangsmittel Stalder 2, 326; wie er nun sach, dasz man im sines willens nit gestatnen wolt, ergrimpt er in sim selbs und liesz schlegel an weggen gon, suocht alles ..., damit er uns zuo schaffen geb, und bracht 24 artikel zuosam, die er uns ansprach J. v. Watt d. hist. schriften 2, 282, 18. vgl.: holtzschlegelet den wecken dapffer drein (obscön) Garg. 116 Alsleben. II@1@cc) sprichwörtlich: wer wecken will einschlagen, der musz derb draufschlagen Wander 4, 1841; da heiszt es, wer den kopff bekompt, der schär den bart: und will man da wecken einschlagen, so musz man warlich darauff schlagen Garg. 336 Alsleben; uf e harte nast gheert au e harte weke Martin-Lienhart 2, 808a. II@22) das wort wird dann nach dem aussehen auf keilförmiges übertragen. zunächst im vergleich: Spanien ... ist gespitzt und gestaltet wie ein weggen Frisius 352b; dann trägt man kurtz, dann lange röck, dann grosze hüt, dann spitz wie weck. Philander 2, 72 (angeblich aus Brant, aber im Straszburger druck steht 4, 10 spitz mit eck); nach dem sie nuhn die zwo armaden also inn ein gespitzte oder einem wecken gleichformige ordnung gerichtet Xylander Polybius (1574) 19; haben sich die fehnlein des Angeli ... eilendts in ein dreieckechte spitzen gleich einem wecken angestellt Höniger sarracenische geschichte (1580) 163. daran schlieszt sich der übertragene gebrauch: II@2@aa) keilförmige schlachtordnung: inn mitteler feldschlachtordnung liesz sich der könig sampt seinen landfürsten selber finden, mit keihel, wecken und monordnungen, von siben tausent Janitscharen, grad gerechnet, umbgeben Garg. 317 Alsleben. II@2@bb) keilförmiges zeugstück an der kleidung, zwickel, im mhd.: doch was (an den wappenkleidern) ein underscheide zwischen den weggen und der nât. K. v. Würzburg troj. krieg 3819; ein adelar besunder in iegelichem wegge was. 3827. II@2@cc) meist im pl. (wecken, früher auch wecke), in der heraldik auf der spitze stehende vierecke mit gleichen seiten von länglicher form, von der ebenso breiten als langen raute unterschieden Trier wapenkunst (1714) 172. v. Querfurth wb. d. herald. terminologie 171: des ein fürst sich nit darff schamen, löw und wegken schön mit namen. H. Wirre fürstl. hochzeit (1561) B 2a; (sie) fuorten wis weken in roten schilten Basler chroniken 4, 369 (um 1400); derhalben haben die Baiern ... ein und zwenzig wecken blau und weis in iren wappen und schilten gefürt Aventin 1, 342, 28 Lexer; er beweiszt ye statlich, das ime die 12 roten weck des Mansfeldischen wapens im weiszen feld gebüren Nas das antipap. eins und hundert 5, 32a; ein weiszer schildt, der weck darin rot, auff dem helm der hut rot, der stulp weisz, die weck (es sind 2) darin auch rot Siebmacher wappenbuch (1605) 80; seine (des schlosses) herren haben in iren wappen getheilte wecken gefuert Quad teutscher nation herligkeit 117; er führt drey rothe wecken im weiszen felde Rondeau; die abwechselnd weisz und blauen wegken im bayrischen wappen Schmeller 2, 846. II@2@dd) eine keilförmige masse im körper: apostema splenis, ein härter wecken under den rippen Paracelsus 1, 1085 A. II@2@ee) in Lothringen der wetzstein der mäher Follmann 533. II@2@ff) in Tirol das weberschiffchen Schöpf 806. II@2@gg) in der wirtschaft werden gern keilförmige stücke weck genannt: schneid davon (vom teig) als ein weck und auch als vinger langk kuchemeysterey b 2b; eyer in gut räsz abers gesprüddelt und kleine wecken daraus gemacht v. Hohberg Georgica 1, 203. namentlich von der butter fast in ganz Mitteldeutschland üblich (vielfach auch da, wo sonst weck nicht gebräuchlich) wb. d. luxemb. mda. 479. Crecelius 897. Vilmar 445. Spiesz 38. Hertel 254. Hentrich 41. Müller-Fraureuth 2, 645a. Gusinde 192, auch westf. Woeste 318 und ndl.: wegghe, botterwegghe, massa butyri oblonga, utrinque acuta Kilian 659b. man versteht darunter eine länglich geformte buttermenge, meist von 1 ℔ gewicht, oder überhaupt ein stück butter Martiny wb. der milchwirtschaft 137; derselbig (Luther) nam den wecken butter (Eck, der vorher mit einem butterweck verglichen war) und den grauen esel zusamen und thet si wie den teufel bannen. Schade satiren 2, 193, 110. auch von andern genuszmitteln: mandelwecke von guter speise 23 (nr. 73); aromin kommt in viereckigen, sauber verpackten wecken in den handel anzeige in den Leipz. neu. nachr. 23. 8. 1912. II@33) die weiteste verbreitung hat weck als bezeichnung eines backwerks gefunden. II@3@aa) auch hier ist von der form auszugehen: weck ist zunächst ein brot in keilform, länglich-rund mit zwei spitzen, mlat. auch als cuneus bezeichnet. ein weck brotes: wann er khommet mit den vischen, so soll man ihm geben einen weckhen brotes und einen trunckh wins weisth. 4, 188 (Münster i. Els. 1339); kärnt. a~ wegge proat Lexer 252. von dem meist runden laib unterschieden: so soll er habn ain weck protz und all sambtztag nacht ainen laip protz weisth. 6, 120 (Niederbaiern 15. jahrh.); eynen schilt mit zwen broten schibelechten obenwendig des schildes, dar undire andere brot die man nennit wecke Seyler berufswappen 53b (siegel der Hallischen bäcker v. 1420). so ist es auch wol zu nehmen, wenn in einem niederrheinischen weisthum v. j. 1260, weisth. 4, 775, cunei und panes unterschieden werden. es kann dabei auch an roggenbrot gedacht werden: panis siligineus, weck Diefenbach gl. 409c (Nürnberg 1530); swanne der rok giltet ein halphunt, so schol der rokyn wek haben ainlefthalbe march und der semelrok zehenthalb march monum. boica 53, 729 (Regensburg 14. jahrh.). so ist in älteren quellen unter weck wol auch sonst roggenbrot zu verstehen: desselben tags git man ie dem man einn wek und ein mensaur piers quellen u. erört. z. bayer. gesch. 1, 432 (13. jahrh.); wan sie kommen mit den roggen, gibt man einen jedern einen halben wegge cod. tradit. westfalic. 5, 94 (1574). noch jetzt bezeichnet man in Baiern als wecken ein längliches schwarzbrot, das doppelt so grosz ist wie ein kipf, vgl. Kretschmer wortgeographie 152. II@3@bb) ganz überwiegend wird aber bei weck an ein gebäck aus weizenmehl gedacht. der ausdruck reicht weit zurück, da er allen wgerm. sprachen gemeinsam ist, er kommt auszer in Deutschland und den Niederlanden auch in England vor: wig, feines weizenbrot von länglicher form, in zwei spitzen ausgehend, eine art kuchen Wright 6, 489a. in Deutschland erscheint die bezeichnung unter anderen speisen in einer glossenhs. des 12. jahrh.: cuneus, weke Steinmeyer-Sievers gl. 3, 616, 45; vorher gehen chraphe, chuchelin, phanchuoche, chrose (fastnachtgebäck). in den höfischen epen des 13. jahrh. tritt sie aber noch nicht auf, erst um 1300 begegnet das wort häufig sowohl in Ober- als in Niederdeutschland (vgl. auch bei Diefenbach gl. 162c. nov. gl. 123b). damals musz das gebäck, das ursprünglich sich wol an bestimmte festtage knüpfte (wie der krapfen an fastnacht, die stolle an weihnachten) schon allgemeinere verbreitung gefunden haben. es erscheint auch später oft in verbindung mit weihnachten, seltener mit ostern: ze weihenachten funf kes und einen wegk, der vir schilling der kurtzen wert sei städtechr. 1, 212, 19 (Nürnberg 1352); zu sant Merteins tag iedem ein gans und zu weihennachten iedem ein weck Tucher baumeisterb. 125, 24; ein weinachtweckhen monum. boica 25, 25 (1426); schicken ich dir ein cristweck Steinhausen privatbriefe des mittelalters 2, 148 (1446); zu paschen ein paschweck weisth. 6, 683 (Zülpich); christweck, osterweck noch bei Adelung. auch landschaftlich noch vielfach als festgebäck: weggen 'eine gattung weiszen jahrbrods' Beier handlungslex. 471b; die mürbe wecke mit butter, rosinen u. dgl. um weihnachten gebacken Rüdiger 2, 128 (Obersachsen); wecke, f. 'christstolle' Jecht 122, ebenso wök, m. Kleemann 25; 'groszer kuchen in keilform, der zu den festtagen gebacken wird' nd. jahrb. 30, 30 (Quedlinburg); heetweggen, 'ein fastnachtsbrod' Dähnert 181. brem. wb. 5, 222; winterwegge, 'art weiszbrot, so gegen weihnachten gebacken wird' Strodtmann 282; wegge, 'keilförmiges, an beiden enden schräg zugespitztes feines weiszbrot, gewöhnlich nur in der erdbeerzeit gebacken und mit erdbeeren belegt' ten Doornkaat-Koolman 3, 527a; 'kleine weizenbrote, die zur fastenzeit in den klöstern ausgetheilt wurden' Schütze 4, 368. auch bei besonderen gelegenheiten im wirtschafts- und familienleben werden häufig wecken verlangt und gegeben. dasz aber schon im mittelalter der weck als gebäck in allgemeinen gebrauch gelangt war, geht aus der erwähnung in den denkmälern hervor. II@3@cc) auf weizenbrot weist bei wecke im mhd. der zusatz semelîn oder schœne hin: in sinem rôten schilte semlîner wecke drî. Ottokar reimchr. 15967 Seemüller; er hât niur im selpvierden beseit ein lützel spîse ... dâ ist niht schœner wecke. S. Helbling 15, 391 Seemüller; vgl.semelwecke Lexer 2, 875. er wird in verbindung gebracht mit schönes brot (s. th. 9, 1468), weiszbrot, strützel und andren bezeichnungen von backwerken aus weizenmehl: man hieʒ dô tavel decken; man leite drûf wîn unde brôt, und swes dâ anders tete nôt, schœne brôt und wecken. Virginal 1025, 6 Zupitza; sy hetten alle weisz prott ... die weggen gundens zerren, damit die mäuler uff sperren. Hätzlerin 2, 67, 138 (s. 261); der ein zoch raus weiszbrot und weck, der ander fleisch, ein andrer visch. Wickram 4, 159 (pilger 883) Bolte; wytbroit, wegge, semele, stuten, mycken, cuneus, simila Teuthonista 504a Verdam; du muost uns ring und weggen bringen! H. R. Manuel weinspiel 206 neudr. (vgl. auch schweiz. idiot. 6, 1077); nim hin min swert unde setze iʒ einem becken umb struzel und umb wecken. kleinere mhd. erzählungen 3, 40, 74 Rosenhagen; cuneus, strotzel ader wecke Diefenbach nov. gl. XXIII (Breslauer voc.); torta, wege (neben kuoch, zelt) 368a; collyrida, bretstelle, weck oder krapffen gemma (1508) f 1a; pastillus, weck Emmelius nomencl. 305; schick úch ... zwölf wecken und einen zopf und einen hannenkam Steinhausen privatbriefe des mittelalters 1, 193 (Stuttgart 1478); und waren in dem obern korb allerley brodt, laib, mund-semmel, pretzen, wecken, ... kipffel Abr. a S. Clara Judas (Salzb. 1686) 1, 10; sodann war aber auch (beim Rochusfest in Bingen) für wecken, semmeln, pfeffernüsse und mancherlei buttergebackenes gesorgt Göthe 34, i, 19 Weim. ausg. besonders steht weck neben semmel, oft ganz gleichbedeutend gebraucht, z. th. aber auch unterschieden (s. u. d Braunschweiger urkundenbuch, nach dem der weck den doppelten umfang der semmel hat): semella, wegghe Diefenbach gl. 525a (nd.); simila, wechghe nov. gl. 339a (nd.); weck, simila Alberus dict. s 4b; panis similagineus, semmel oder weck Zehner nomencl. 346; wecken oder semmel, kleine brödlein von weiszem mehl Ludwig 2403; sie hiesz ir balde dar bringen (zur bewirtung) wecke und guten wyne und ander ding Stuttgarter Oswaldprosa, Germ. 21, 173 (im gedicht: semeln unde guoten win); da er in die bachstuben kam, so fint er weder weck noch semlen Eulenspiegel 28 neudr.; aber gar schöne weisze wecken mögen uns Grobianern schmecken, gantz wol geschmack, weisz wie der schnee, von solchen semeln hielt ich meh. Scheit Grobianus 2741; die speiszkammer die ist gantz vol, weck und semel gebachen wol. H. Sachs 7, 84, 12 Keller; so rufen wir dazu den becken, der bringt semmel und frische wecken. M. Schirmer bei Schmidt westerw. idiot. 324. zu einer guten mahlzeit und einem guten trunk gehören auch wecken: (er) hat weggen und würst und trinkt so in dürst. des teufels netz 5313; ich waisz ain schöne mätzen dort oben an dem egg, die soltu mir erswätzen, das gilt dir würst und wegg. O. v. Wolkenstein 112, 128 Schatz; ein vierteil eier schône bereit, gerüeret wol in einer pfan. dar zuo kam stork und sîn genôʒ und brâhte ein weck in sîner hant. meisterlieder der Kolmarer hs. 96, 40 Bartsch; die groszen weck, die veisten praten, wenn ir dreu (mit dem wein) bei einander seit. Rosenblut Wackernagels altd. leseb.5 1372; trag mir einher das henlin und den praten und das kentelein mit wein und den wecken ob dem schrein! Uhland volksl. 728; hingen vol würst, gens und pratfisch, bretzen und weck, was auff ein tisch gehört. H. Sachs 9, 430, 19 Keller; man fährt was eszbar ist ... rindszungen, schinken, bretzeln, wecken und würste aller art zu ganzen fudern an. Wieland 18, 141; ach bringt mir weck, ach bringt mir wein, dasz ich mit meiner tochter kann fröhlich sein! Erk-Böhme d. liederhort 1, 561; nam mit ihm ein guote flaschen mit wein und ein guot bratens, auch ein schüssel vol küchlein sampt einem groszen weck Schumann nachtbüchlein 29 Bolte. als leckerbissen für kinder: darumb secht ihr, wie sie die kinder lehren betten, schicken sie zur kirchen und schulen, stecken ihnen allerley weck, schleck, treck und latwergen inn den schulsack Garg. 98 Alsleben. weck und milch, in milch eingebrockte semmel: lac frustulentum Corvinus fons latinitatis (1646) 366; milch und semmeln, weck und milch Kramer d.-ital. (1702) 58c; das (unflätige benehmen) brauchen die Grobianer sehr, wann sie weck und milch essen Scheit Grobianus v. 911 f. am rande; sagen den kindern ... von weck und milch, und von allerhand dergleichen dingen, dasz den kindern lieb und anmühtig ist Dyke nosce te ipsum (1638) 346; brock mir weck und milch ein, will der herr mein gast seyn? Grimm märchen 1, 178. vom kuchen unterscheidet der weck sich dadurch, dasz er zur alltäglichen nahrung gehört, darum häufig neben brot genannt: brodt und weck zu bachen Frankfurter zunfturkunden 1, 48 (1595) Schmidt; dasz zu zeiten die becker das brod und die weck nicht nach dem verordneten gewicht zu backen pflegen Nassau-Katzenelnbogische policeyordnung (1711) 32 (§ 94); man beckt auch da (in Marburg) gut weck und brot. Alberus fab. 42, 151 Braune; die stadtmausz bracht her (zur bewirtung) brodt und weck. 8, 27; das geschniten prot oder den weck mit deinen henden nit verdeck! H. Sachs 22, 272, 12 Götze; wann er einscheust weck oder brot, so spricht er allweg: danck euch gott. Eyering prov. copia 1, 648; und der mensch friszt brote und wecke. Heine 2, 157 Elster. im gegensatz zu einander: die hausspeisen ... seind ... von ... korn gebacken brot, bey maalzeiten, und sonsten auch wol weck oder weitzenbrot Textor von Häger nassawische chronick (1617) 27; ein doctor ... sagte zu seinem enkel, einem sechsjährigen kind, welches immer weck essen wolte, es solte brot essen, davon bekomme man hübsche rothe backen Zinkgref apophthegmata 347. Alberus dict. 65a unterscheidet: panis primarius, herrnbrod, weck, summenrocken und panis secundarius ... schlecht brod für das gesind. die beiden ausdrücke können aber auch einander gleich gesetzt werden: der vatter sere verbott, das man im geb kain brod, do enmocht ain halben wecken erwerben nit der recke. liedersaal 2, 581 (156, 25); und so er schier kompt an daʒ egk, so läst er fallen ainen weck, daʒ er thet fallen in daʒ kot. er sprach: mein knab, heb auff daʒ prot! Keller altd. erzähl. 106, 25. auch jetzt wird in den meisten gegenden unter brot auch der weck (weiszbrot) mit verstanden Kretschmer 151. II@3@dd) seinem umfang nach war und ist noch der weck sehr verschieden. früher gewöhnlich nach dem gewicht bestimmt: so wanne de scepel wetes ghilt 8 sol., so scal en wegke weghen 9 fert. ... unde de semelen two 9 fert. urkundenbuch d. st. Braunschweig 2, 263 (1303); wann de weite ein marck gilt, so sall die wegge wigen ein silberpunt weisth. 3, 28 (grafsch. Mark); wenn ein scheffel weisze gilt ein loth, so sal der wecke wegen 2 marg lotigs acten der ständetage Preuszens 1, 47 (1386). auch nach dem preis unterschieden: hellerweck S. Franck chron. Germ. 259a; pfennigsweck weisth. 6, 40 (15. jahrh.); kreutzerweck Grimmelshausen vogelnest 2, 369, 13 Keller; groschen-, batzen-, sechser-, zwölferwecken Schmeller 2, 846; jener kutscher, der einen weck ... um 3 groschen vor ein krümchen mit dem bier abschluckte mediz. maulaffe 34; mir hatte die mutter einen batzigen wecken gekauft Gotthelf 1, 65. ältere angaben lassen an groszen umfang denken: soll geben yeder pfluoge einen wiszen wegkhen, das der knabe uff dem pfluogegrendel sitzet und den wegkhen uff den rist des fuszes setzet und obwendig dem knuwe gnug darab isset weisth. 4, 139 (Elsasz 14. jahrh.); ebenso: in der gegent Lebwol, do die weinreben mit wecken gepfält und mit würsten gebunden sein Decamerone 475, 2 Keller. allmählich wurden die wecken kleiner, wofür schon die habsucht der bäcker sorgte: ich pin gewesen ein pekch, ich puoch ze chlain wekk, wan er mich daucht zu grosz, so prach ich ab ein stoʒ. Erlauer spiele 4, 195 Kummer. jetzt wird der weck als festgebäck (stolle) oder für besondere gelegenheiten wol auch gröszer gebacken, im allgemeinen versteht man darunter die kleinen brötchen, die zum frühstück und als zuspeise zu den mahlzeiten gegessen werden. die form des wecks ist noch überwiegend die keilförmige, nur sind gewöhnlich zwei in zwei spitzen auslaufende theile an der breiten seite zusammengefügt, die beiden spitzen pflegen mehr oder weniger abgerundet zu sein. ein solches gebäck wird in Südwestdeutschland in erster linie weck genannt. als einfacher keil wird der weck auch mit querstufen (riefen, schrippen), mit einem eingedrückten kreuz oder oben und unten mit knäufen versehen. doch wird die bezeichnung auch auf andre formen der semmel z. b. in form einer rose, eines zopfs (vgl. Kretschmer 154. 155) übertragen. Jacobsson 4, 618b kennt wecke (wol nach nordd. gebrauch) als 'drey- oder vierzackigte semmeln', Adelung als vierecktes weizenbrot mit vier zipfeln. für die Niederlande gibt Kilian 659b bei wegghe neben 'libum oblongum' auch 'libum lunaticum' (hörnchen) an. auf die form beziehen sich die ausdrücke bollenwecken, round wigs, stutenwecken, spulenwecken, pointed wigs Ludwig 2403, spitzweck Adelung, stutzweck Askenasy 123, schweiz. züpfenweck u. a. vgl. über die zahlreichen formen des wecks noch Höfler der wecken, philol. u. volkskundl. arbeiten K. Vollmöller dargebracht s. 1 ff. der herstellung nach wird meist von dem gewöhnlichen milchweck der etwas gröszere wasserweck unterschieden, bei dessen herstellung nur wasser verwendet wird. feinere zubereitung haben der eierweck Askenasy 123 und der mit butter hergestellte mürbe weck, auch schon früher erwähnt: ich esz was die menschen gern schmecken, die murben dreygebacken wecken. Froschmeuseler Ll 6b (II, 6, 3); die ... einen mitgenommenen mürben weck bis zum letzten brosamen aufgezehrt hatten W. v. Chézy malefizbuch 133. Lichtenberg briefe 3, 97; die mürbe wecke bei Rüdiger s. o. b. nach den zuthaten salzweck, kümmelweck u. a. im 14. jahrh. werden lose 'locker gebackene' wecke erwähnt Schmeller 2, 845 (Würzburg). im folgenden ist wol ein mit fett beträufelter weck gemeint: den ein wol begoʒʒen wecke des morgens fruo vil lieber wêre denne ein lecce künste swêre. H. v. Trimberg Renner 17582 Ehrismann; betröifete wecke zeitschr. f. d. alt. 4, 578. gesottene, in heiszem wasser abgekochte wecke: als etliche becker bidden, sie der gesoden wecke auch lassen backen Kriegk d. bürgerthum im ma. 574, anm. 372 (Frankfurt 1453). unter heiszen wecken (hete weggen) versteht man in nd. gegenden z. b. Schleswig, Meklenburg, Pommern (westfäl. hetewigge Woeste 324) semmeln mit füllung, mit heiszer milch übergossen. beliebt sind die wecken, wenn sie frisch und warm vom bäcker kommen: uns ist gestolen der lichnam! daʒ haben Jhesus jungern gethan, wir sint kume recken cz eynem warmen wecken. Mone altd. schauspiele 2, 197 (s. 115); ich weisz gut frische wecken, da will ich beiszen ein. Waldis Wackernagels kirchenl. 3, 792, 11; ich ... zehrte an vertrockneten brotrinden, während die schönsten weiszen wecke frischgebacken mir im bäckerladen unerreichbar dalagen Varnhagen v. Ense tagebücher 5, 216. II@3@ee) weck als gebäck wird jetzt nur in einem theil Deutschlands allgemein verstanden und kann nicht als schriftsprachlich im vollen sinn des wortes gelten. in der litteratur kommt es schon im 17. und bis in die 70er jahre des 18. jahrh. nur selten vor. die wörterbücher haben es anfangs alle, doch gibt schon Schottel wekk 'panis candidus' das zeichen des veralteten, Steinbach bezeichnet das wort als provinciell und einige wie Kirsch führen es gar nicht an, doch läszt es Adelung in der schriftsprache zu. der litteratursprache hat es Göthe als 'semmel' wieder zugeführt, der es im Götz und Werther gebraucht: weiszt du noch, wie er das letztemal ausritt, da er dir weck mitbrachte 8, 21 (Götz 1) Weim. ausg. (in der ausg. letzter hand weck', in der bühnenbearbeitung dafür kuchen); in dem sie dem ältesten (kind) einen halben weck gab 19, 19; auch fürs jüngste gab ich ihr einen (kreuzer), ihm einen weck zur suppe mitzubringen 19, 20. ihm sind andre gefolgt, die das wort aus ihrem heimischen gebrauch übernahmen: in dem sprang er weg, liesz wein und wecken holen Miller Siegwart 1, 63; der ritter ... gab mir wecken von des grafen von Nassau tisch Brentano 4, 46; ein wenig fleisch und ein paar wecke, was zum haushalt gehört Grimm märchen 2, 125; der vater ... kam nie nach hause, ohne ihm ein stückchen wecken oder dergleichen mitzubringen v. Droste-Hülshoff 4, 65 Kreiten; an etwas zuckerwerk oder weiszen wecken für die lieben kinder zu hause soll es euch auch nicht fehlen G. Keller 4, 132; froh gestimmt kam er heim, brachte den kindern wecken mit und dem weibe ein glas wein mit zucker Rosegger I, 1, 89; die kinder ..., die ... eine reihe von fünf wecken für den sonntag kaufen durften Viebig das schlafende heer 2, 351; man läszt mich nicht aus Sion heraus, dasz ich etwa drüben in Telgte oder in Warndorf stracks einen weck mir vermöchte zu kaufen. Hamerling 5, 264. manche machen auch von dem wort gebrauch, denen es nicht von hause aus geläufig ist: die im Gorgohelmbusch sendet dies zu essen dir, den weck, damit wir recht zum rudern sein erweckt. Voss Aristophanes 1, 178 (ritter 1182); die fahlen sandsteinhörner recken sich rund und glatt empor wie haufen von wecken! Immermann 15, 144 Hempel; weil es sitte war ... jedem chorschüler sechs kreuzer zu verehren und ein stück wecken v. Gaudy 4, 144; einen halben weck hab' ich dir mitgebracht ... ich mag ihn nimmer, er ist so viel süsz Heyse nov. 2, 311; der bäcker landete mit seinen wecken und semmeln Fontane I, 4, 80; zum frühstück erhält jetzt ein jeder von euch zwei trockene wecken, die butter ist zu hause geblieben Storm 1, 9. als f. gebraucht: dabei bisz sie von zeit zu zeit in eine wecke und streute einzelne krümchen über den rasen für die vögel v. Eichendorff 3, 403. landschaftlich ist der gebrauch von weck stark zurückgegangen, besonders in Norddeutschland. im mittelalter kommt das wort in bremischen, Lübecker, Rigaer quellen vor Schiller-Lübben 5, 653, für das 18. jahrh. wird es noch für Osnabrück Strodtmann 282, Holstein Schütze 4, 368, Pommern Dähnert 544 (brem. wb. 5, 222 nur in hetwek und pennwek) bezeugt, jetzt ist es (abgesehen von hete weggen) fast nur im westen des nd. gebietes geläufig Bauer-Collitz 113a. Woeste 324. Schambach 292. ten Doornkaat-Koolman 3, 527a. in Preuszen, wo es ältere quellen haben (acten d. ständetage Preuszens 1, 48 v. j. 1386. Joachim das Marienburger tresslerbuch 474, 35. Grunau preusz. chronik 2, 521), kommt es nach Frischbier 2, 459 noch vor, ebenso in Livland nach Sallmann 2, 51. in den Niederlanden ist wegge noch vielfach üblich (in Groningen 'gerieftes weizenbrot' Molema 468b, vgl. 577a). wenig boden hat das wort im östlichen Mitteldeutschland; Müller-Fraureuth 2, 645a kennt es aus einigen sächs. orten für 'weiszbrot'; im nördlichen Thüringen und im Mansfeldischen steht es besonders für 'weihnachtsstolle' s. o. (in Ruhla Regel 280 wie südlich des Rennsteigs Spiesz 277 auch für 'semmel'). Luther hat es nicht verwendet (nur in der nicht von ihm geschriebenen Hamburger hs. 29, 503, 31 kommt wecken vor), wie es auch sonst bei Ostmitteldeutschen kaum begegnet (doch hat der Anhalter Trochus prompt. P 6 a cuneus, ein weck neben andern gebäcknamen). dagegen ist es im westlichen Mitteldeutschland und im ganzen süden bekannt und in Südwestdeutschland (auch im Elsasz, schweiz. meist weggli) ist es das gewöhnliche wort für 'semmel' vgl. Kretschmer 153f. (in der Rheinprovinz reicht es weiter nach norden, als hier angegeben; noch in Köln gilt weck Hönig2 199b). in Baiern und Österreich steht wecken neben andern bezeichnungen für die semmel, wird aber überall verstanden. II@3@ff) redensarten und sprichwörter. II@3@f@aα) bis mir got wilkumen, lieber Cuonz! dich sich ich von herzen gern, mir hat erst nächten von dir getrombt: nun wolt ich doch nit weggen für dich eszen Schade satiren 2, 119, 5; weisz der teufel, wie sie es nur machten, die schlingel gingen ab wie frische wecken! nun, man kann sie, scheint's brauchen! G. Keller 6, 280 (vgl.semmel 2 d); wie der weck auf'm laden, nicht mehr und nicht weniger, so dasz nichts abzuhandeln ist, ganz bestimmt so Wander 4, 1841. Sartorius 185. Herm. Kurz sonnenwirth 1, 83 (ähnlich: dat is as de bekker de weggen bakkt Dähnert 544, es gilt wie beim bäcker die wecke Frischbier 2, 459); er durfft nit ein weck do holen (hat da gar nichts zu erwarten) Eyering 2, 229; die wird nun vermuthlich, ich kenn schon die wecken (weisz die schliche), sich hinter den dalken vom vater verstecken. Meisl theatral. quodlibet 2, 19 (Orpheus u. Euridice 1, 7). II@3@f@bβ) de wegge ist gut legge Kirchhofer 357; mit dem weggen kann man's brod ersparen ebenda; wer in der jugend weck essen will, musz ihm im alter kleyenbrod gut schmäcken lassen quelle von 1663 bei Schöpf 807; he het et erscht de wäck gegeten v. Düringsfeld sprichw. 1, 142b; höflichkêit eszt enem ge brûet av, ävver se kann enem weck enbränge Gierlichs sprichw. a. d. Eifel, rhein. geschichtsbl. 5, 113; ehe einer hungers sterben solt, esse einer so mehr käsz und wecken Lehman (1662) 3, 83; fuhrleut habens gut, sie essen ihr kraut mit weck 3, 100; weck macht faule säck 3, 482; wo der müller kein wecken schenckt, der fischer nach kein hechten denckt, glaub ich, dasz noch am rechten henckt. Kirchhof wendunmuth 3, 252. II@3@gg) dem aussehen nach wird das wort auf andre dinge übertragen. in Appenzell ist wegga die verhärtung der brüste oder des euters Tobler 443a. pfälz. weck von den hoden des ebers Heeger tiere im pfälz. volksmunde 1, 18. elsäss. wecken ist 'hinterer' (im kindermund) jahrb. f. Elsasz-Lothringen 11, 122 und 'weiblicher geschlechtstheil' Martin-Lienhart 2, 808b.
37675 Zeichen · 756 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Wèck

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Der Wèck , des -es, plur. die -e, in einigen Gegenden, die Wecke, plur. die -n. 1. * Ein Keil, eine im Hochdeutschen län…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Weck

    Goethe-Wörterbuch

    Weck [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  3. modern
    Dialekt
    Weck

    Elsässisches Wb. · +7 Parallelbelege

    Weck [Wèk Betschd. ] m. Mürbekuchen, ohne Rücksicht auf die Form des Gebäcks. s. die Syn. Brüeli, Kueche n , Kugelhopf, …

  4. Sprichwörter
    Weck

    Wander (Sprichwörter)

    Weck 1. Mit dem Weck kann man das Brot ersparen. – Simrock, 11254 a . 2. Weck macht faul seck. – Gruter, II, 101; Lehman…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit weck

281 Bildungen · 253 Erstglied · 17 Zweitglied · 11 Ableitungen

weck‑ als Erstglied (30 von 253)

Weck N

Idiotikon

Weck N. Band 15, Spalte 1110 Weck N. 15,1110

Weckacker

SHW

Weck-acker Band 6, Spalte 325-326

Weckbacke

SHW

Weck-backe Band 6, Spalte 325-326

Weckbein

SHW

Weck-bein Band 6, Spalte 325-326

Weckbuckel

SHW

Weck-buckel Band 6, Spalte 325-326

Weckdotsch

SHW

Weck-dotsch Band 6, Spalte 325-326

Weckfrau

SHW

Weck-frau Band 6, Spalte 325-326

Weckhase

SHW

Weck-hase Band 6, Spalte 325-326

Weckkorb

SHW

Weck-korb Band 6, Spalte 325-326

Weckmann

SHW

Weck-mann Band 6, Spalte 325-326

Weckmehl

SHW

Weck-mehl Band 6, Spalte 325-326

Weckpuppe

SHW

Weck-puppe Band 6, Spalte 325-326

Weckreiter

SHW

Weck-reiter Band 6, Spalte 325-326

Weckruf

SHW

Weck-ruf Band 6, Spalte 325-326

Wecksaches

SHW

Weck-saches Band 6, Spalte 325-326

Wecksack

SHW

Weck-sack Band 6, Spalte 325-326

Wecksuppe

SHW

Weck-suppe Band 6, Spalte 327-328

Weckteig

SHW

Weck-teig Band 6, Spalte 327-328

Weckuhr

SHW

Weck-uhr Band 6, Spalte 327-328

Weckvogel

SHW

Weck-vogel Band 6, Spalte 327-328

weck als Zweitglied (17 von 17)

Anweck

DRW

Anweck wie Anwette (II) wa ieman dem andere sin tohter ... gelobt ze der e, und ouch er si gelobt ze memmend [!] und sie dar uf beide site s…

butterweck

DWB

butter·weck

butterweck , m. 1 1) massa butyri oblonga: mit einem groszen butterwecken. Kirchhof wendunm. 116 a ; auf solche wort gehört zum besten ungeb…

endzweck

DWB

end·zweck

endzweck , m. consilium, consiliorum finis, die schreibung entzweck ist falsch: der zweck, welcher die unumgängliche und zureichende bedingu…

hauptzweck

DWB

haupt·zweck

hauptzweck , m. scopus principalis, destinatio primaria. Stieler 2668 ; der einig, fürnembst, mittelst und endlichest hauptzweck ( der ehe )…

mittelzweck

DWB

mittel·zweck

mittelzweck , m. 1 1) mittlerer zielpunkt: ist es dann ein wald hohes gehölzes oder bauholzes, welcher sich weit erstrecket, und man jne mes…

mundweck

DWB

mund·weck

mundweck , m. jährliche abgabe eines weckens oder des wertes davon in gelde an einen vogtherrn für dessen schutz. in Franken. Frisch 1, 674 …

Mühlweck

DRW

Mühlweck, m. Backwerk als Abgabe von einer Mühle (I) vgl. Mühlenzins (I) man geit auch von vii. mvͤln ie von der mvͤl ze drin hohzeiten iii.…

nebenzweck

DWB

neben·zweck

nebenzweck , m. nebensächlicher, dem hauptzwecke untergeordneter zweck: wie nützlich in seinem hauptzweck! aber auch in allen nebenzwecken .…

Paschweck

DRW

pasch·weck

Paschweck, m. wie Paschesemmel erkennen beiden herren zu zwehn sester waits fur paschweck 1622 Westerwald/GrW. I 631 Faksimile

pfennigweck

DWB

pfennig·weck

pfennigweck , m. brotweck um einen pfennig ( vgl. pfennigbrot, pfennigsemmel): dann er wolt alle die bundsräth, die da saszen und mein sach …

Relationszweck

DRW

relation·s·zweck

Relationszweck, m. wie Relationwerk soll der protonotarius solche ... acta neben denen darzu gehörigen ... protocollis, dem designirten refe…

Rotweck

DRW

rot·weck

Rotweck, m. auch roten- kleines Brot (von minderer Qualität?) als Versorgungsbestandteil einer Pfründe (II) daz ein iglicher thumprobst ... …

Schillingsweck

DRW

schillings·weck

Schillingsweck, m. Backwerk, das im Verkauf einen Schilling (III) kostet; der Preis des Backwerks bleibt unverändert, lediglich das Gewicht …

semmelweck

DWB

semmel·weck

semmelweck , m. weck, gebäck aus semmelmehl ( vergl. semmel 1) Stieler 2530 , semelweck Dasypodius, der nebenform zu semmel: sim(m)el entspr…

Spendweck

DRW

Spendweck, m. ein für Bedürftige bestimmtes Backwerk; insb. Brot, das an Teilnehmende einer Seelmesse ausgeteilt wird, auch als Zubrot für d…

staatszweck

DWB

staats·zweck

staatszweck , m. zweck den der staat hat: eine unumschränkte fürstenmacht, mit allgemein vernünftigen staatszwecken verbunden, ist .. thatsä…

Ableitungen von weck (11 von 11)

bewecken

DWB

bewecken , excitare, oder für bewegen, commovere, schw. beveka: jetzt so stehnd sie auch auf und fallen herein mit ihrem paroxysmo, also auc…

entwecke

BMZ

entwecke swv. wecke auf. seid mir entweckt mang swêr gedanck vil zäherlîcher dœne Wolk. 116,2,8. — mit genitiv. ê er des slâfes wêre entwact…

entwecken

DWB

entwecken , excitare, neben erwecken, wie entwachen neben erwachen, nnl. ontwekken: so hoff ich doch, ich junger knab wöll dir dein herz ent…

erwecke

BMZ

erwecke swv. wecke auf. a. in engerer bedeutung. der mich hât gedecchet, vil guotlîchen irwecchet Diemer 14,26. sus erwahte si diu süeʒe a. …

erwecken

DWB

erwecken , excitare, goth. usvakjan, ahd. arwecchan, mhd. erwecken, erwacte, ags. âveccan ( neben dem intr. onvacan). 1 1) eigentlich erwach…

erwecklich

DWB

erwecklich , excitans, erbaulich: zu der rew und busz erwöcklich. Weckherlin 107 .

erweckung

DWB

erweckung , f. excitatio: nachdem es sich aber begibt, dasz sich reuter und knecht durch erweckungen der feind zur gegenwehr zusammen verfüg…

gewecke

BMZ

gewecke swv. wecke. wie getarstu mich gewecken H. zeitschr. 7, 355. sît ir seit, daʒ in nie gewekte ein tugent sô Pass. K. 139,1.

gewecken

Lexer

ge-wecken swv. BMZ prät. gewacte, -wahte wecken, aufwecken Pass. Gen. D. 108,14. Sigen. Z. 4,6.

verwecken

DWB

verwecken , v. , exiciari Diefenbach gloss. 216 c ; v., anreitzen Wallraf 83 ; eim verweckden hertzen ( Cöln 1499) chron. d. d. städte 13, 4…

wecke

DWB

wecke s. weck .