Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
Wallach m.
Wallach m.
Wallach m. ‘verschnittener Hengst’, frühnhd. wal(l)ach (2. Hälfte 15. Jh.) gelangt, wahrscheinlich durch ostslaw. (russ.) Vermittlung, vgl. mruss. valoch, voloch, voluch (валох, волох, волух) ‘kastriertes männliches Pferd’, auch ‘Kastrat’, in das Gebiet des Deutschen Ordens und verbreitet sich im 16. Jh. im nd. Sprachgebiet (mnd. wallacke, wallache m. und f., daher auch ‘eine vielleicht russische Pferdeart’), seit dem 17. Jh. in der Literatursprache. Die Bezeichnung ist aus dem slaw. Namen für romanische Völker und Länder hervorgegangen, aslaw. Vlasi ‘Italien’, russ. (älter) volóch (волох) ‘Angehöriger romanischer Völker, Walache’, ukrain. (älter) Volochi (Волохи) ‘Walachei’, poln. Włoch, tschech. (älter) Vlach ‘Italiener’, serbokr. Vlȁh ‘Rumäne’, bulg. Vlach (Влах) ‘Rumäne, Arumune’, der seinerseits auf Entlehnung aus dem Germ. (wohl über das Balkangot.) beruht, vgl. ahd. Wal(a)h ‘Welscher, Romane, Italiener, Franzose’, mhd. Walch, Walhe ‘Romane, Italiener, Franzose’ (s. welsch). Da Hirten der Karpaten eine neue Art der Kastrierung zugeschrieben wird, dürfte der oben genannte mruss. Ausdruck (entsprechend poln. wałach, tschech. slowak. valach) als ‘verschnittener Hengst aus der Walachei’ aufzufassen sein. Vgl. in: Zur Ausbildung d. Norm d. dt. Literaturspr. 3 (1976) 171 ff.