Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
Wacholder m.
Wacholder m.
Wacholder m. spitze, nadelförmige Blätter tragender immergrüner Strauch, ahd. wehhalter (9. Jh.), wahhalter (11. Jh.), mhd. wecholter, wecheltürre, frühnhd. Wachalter, Wacholter (15. Jh.), Wachholder, Wacholder (16. Jh.). Der erste Bestandteil des nur im Dt. bezeugten Namens (germ. *wekl-) läßt sich an die unter Wachs und wickeln (s. d.) angegebene Wurzel ie. *u̯eg- ‘weben, knüpfen, Gewebe, Gespinst’ anschließen, während der zweite ein altes Suffix für Baumnamen germ. -ðra-, ie. -tro- (wie in Flieder, Holunder, s. d. und s. Teer) fortsetzt. Wacholder ist demnach zu deuten als ‘Baum, dessen Zweige zum Binden, Flechten verwendet werden’. Der bereits frühzeitig nicht mehr durchsichtige Name ist vielfach volksetymologisch umgebildet worden (vgl. 2, 1073 ff.) wie in Machandel m. nordd. (neben Wachandel, Macholder), mnd. machandelbōm, in Grimms Märchen Machandelboom. Entsprechend Machandel ‘Wacholderschnaps’ (18. Jh.).