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Verlaß

nhd. bis sprichw. · 7 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
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7 in 7 Wb.
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Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

Verlaß

Verlaß

lassen Vb. ‘dulden, erlauben, bitten, veranlassen, daß etw. geschieht, unterlassen, aufhören mit etw., überlassen, geben, aufgeben’. Das gemeingerm., ehemals reduplizierende Verb ahd. lāʒan (8. Jh.), Kurzform lān, mhd. lāʒen, lān, asächs. lātan, mnd. mnl. lāten, nl. laten, aengl. lǣtan, engl. to let, anord. lāta, schwed. låta, got. lētan ist mit den unter lasch und lässig (s. d.) angegebenen Formen und außergerm. mit griech. lēdé͞in (ληδεῖν) ‘träge, müde sein’, lat. lassus (aus *lədto-) ‘laß, matt, müde, abgespannt’, alban. lodh ‘er ermüdet jmdn.’ und lit. léisti ‘(los)lassen, freilassen’ auf eine Wurzelerweiterung ie. *lē(i)d-, *ləd- der Wurzel ie. *lē(i)- ‘nachlassen’ rückführbar. – ablassen Vb. ‘von etw., jmdm. abstehen, aufgeben, entweichen lassen, herniederlassen, (käuflich) überlassen’, ahd. oblāʒan (für gewöhnliches aba-) ‘erlassen, Nachlaß gewähren’ (8. Jh.), mhd. abelāʒen, auch ‘aufgeben, Abstand nehmen, losgehen lassen, entweichen lassen, niederlassen’; s. Ablaß; unablässig Adj. ‘nicht ablassend, andauernd, ohne Unterbrechung’ (16. Jh.). anlassen Vb. ‘(Kleidung) nicht ablegen, eine Vorrichtung nicht ausschalten, einen Motor in Gang setzen’, reflexiv ‘beginnen, in Betrieb kommen’; vgl. ahd. analāʒan ‘hineinlassen, etw. über jmdn. (sich) kommen lassen’ (8. Jh.), mhd. anelāʒen ‘erfinden, angeben, loslassen, in Bewegung setzen’; Anlasser m. ‘Vorrichtung zum In-Gang-Setzen eines Motors, einer Maschine’ (älter Anlaßhebel, 19. Jh.), bei Elektromotoren ‘vorgeschalteter Widerstand, der ein langsames Anlaufen gewährleistet’ (um 1900); Anlaß m. ‘Ursache, Grund’, mhd. ane-, anlāʒ ‘Anfang, Beginn, Punkt, von dem ein Wettrennen ausgeht, Anreiz, Gelegenheit, Kompromiß’; anläßlich Präp. ‘bei Gelegenheit, aus Anlaß’ (19. Jh.), älter (selten) auch adjektivisch und adverbial (15. Jh.); veranlassen Vb. (schwach flektierend) ‘anregen, anordnen, bewirken’, frühnhd. ‘etw. auf jmdn. schieben, jmdn. für etw. auswählen’ (15. Jh.). auslassen Vb. ‘loslassen, weglassen, nicht beachten, (Kleider) verlängern, (Ärger, Zorn) Unschuldige entgelten lassen’, ahd. ūʒlāʒan ‘fortschicken, ausschütten, freilassen, nicht zurückhalten, vergießen, aussprechen, beenden’ (9. Jh.), mhd. ūʒlāʒen; ausgelassen Part.adj. ‘unbändig, hemmungslos’ (vgl. in älterer Sprache ausgelassener Trotz, ausgelassene Leidenschaft), ‘sehr fröhlich’, eigentlich ‘freigelassen’ (16. Jh.). einlassen Vb. ‘herein-, hineinlassen, einfügen’, reflexiv ‘auf etw. eingehen, mit jmdm. verkehren’, ahd. inlāʒan ‘hineinwerfen, einlassen’ (8. Jh.), mhd. īnlāʒen; Einlaß m. ‘das Hineinlassen, Öffnen, Eintritt, Tür’ (16. Jh., Einlaß begehren). entlassen Vb. ‘freigeben, verabschieden, (aus einem Amt) wegschicken, jmds. (Arbeits)vertrag aufkündigen’, ahd. intlāʒan ‘nachlassen, verzeihen, loslassen, lösen, entspannen, weichen’ (8. Jh.), mhd. entlāʒen ‘loslassen, fahrenlassen’, reflexiv ‘sich entfalten’; Entlassung f. ‘Freilassung, Verabschiedung, Entfernung aus einem Amt’ (17. Jh.). erlassen Vb. ‘in Kraft treten lassen, anordnen, von etw. befreien, eine Anordnung aufheben’, ahd. irlāʒan ‘unterlassen, befreien von’ (9. Jh.), mhd. erlāʒen ‘wovon freilassen’, reflexiv ‘auseinandergehen, sich enthalten, unterlassen’; Erlaß m. ‘Verfügung, Anordnung, Aufhebung’ (18. Jh.); unerläßlich Adj. ‘unbedingt erforderlich, nicht aufhebbar’ (17. Jh.). hinterlassen Vb. ‘(einem anderen) zurücklassen, etw. vererben’ (16. Jh.); Hinterlassenschaft f. ‘Zurückgelassenes, Erbe’ (19. Jh.). nachlassen Vb. ‘Spannung lockern, vermindern, schlechter werden, zurücklassen, Preise herabsetzen’, spätmhd. nāchlāʒen; Nachlaß m. ‘das Nachlassen’ (16. Jh.), ‘Hinterlassenschaft’ (18. Jh.), literarischer Nachlaß (19. Jh.); nachlässig Adj. ‘säumig, unzuverlässig, unordentlich’ (15. Jh.); vernachlässigen Vb. ‘nicht gehörig betreuen oder beachten’ (18. Jh., durch Lessing und Goethe verbreitet). niederlassen Vb. ‘von oben herunterlassen’, reflexiv ‘sich ansiedeln, einen festen Wohnsitz, ein Geschäft, eine Firma einrichten’, ahd. nidarlāʒan ‘sinken lassen, nach unten wenden, hinab-, herablassen, versenken’ (9. Jh.), mhd. niderlāʒen; Niederlassung f. ‘das Senken, Ansiedlung, Gründung eines geschäftlichen Unternehmens, Filiale’ (16. Jh.). überlassen Vb. ‘abtreten, übergeben, anheimstellen’ (15. Jh.). unterlassen Vb. ‘nicht tun, versäumen zu tun’, ahd. untarlāʒan (9. Jh.), mhd. underlāʒen ‘abstehen, nicht tun’; Unterlaß m., nur noch in der Fügung ohne Unterlaß ‘ohne Unterbrechung, unaufhörlich’, ahd. āno untarlāʒ, mhd. āne underlāʒ; vgl. ahd. untarlāʒ ‘Unterbrechung’ (9. Jh.), mhd. underlāʒ ‘das Innehalten, Unterbrechung, Beherbergen’, frühnhd. auch ‘Unterkunft, Lagerplatz’ (16. Jh.). verlassen Vb. ‘sich von einem Ort, von jmdm. entfernen, aufgeben, zurück-, alleinlassen’, reflexiv sich verlassen auf ‘vertrauen’, ahd. firlāʒan ‘entlassen, vorbei-, zurücklassen’ (8. Jh.), mhd. verlāʒen ‘fahrenlassen, fort-, loslassen, anbefehlen, verzeihen, zulassen, anvertrauen, hinterlassen, vertrauen’; Verlaß m. ‘Vertrauen, Zuverlässigkeit’ (19. Jh.), frühnhd. ‘Verabredung, Absprache’, auch ‘Hinterlassenschaft’, mhd. verlāʒ ‘Lässigkeit, Untätigkeit’; heute in der Wendung auf jmdn., etw. ist (kein) Verlaß, wohl aus dem Nd., vgl. dar is nien verlaat to (18. Jh.); verläßlich Adj. ‘zuverlässig’ (19. Jh.), dafür zuvor verlässig (18. Jh.). zulassen Vb. ‘gestatten, erlauben’, ahd. zuolāʒan ‘hinzulassen, zukommen lassen, zuschicken’ (10. Jh.), mhd. zuolāʒen; zulässig Adj. ‘erlaubt, gestattet’ (16. Jh.), ‘annehmbar, möglich’ (18. Jh.).
5490 Zeichen · 201 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Verláß

    Adelung (1793–1801) · +2 Parallelbelege

    Der Verláß , des -sses, plur. die -e, von dem folgenden Zeitworte, aber nur in einigen Bedeutungen, und auch hier nur im…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Verlaß

    Goethe-Wörterbuch

    Verlaß [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  3. modern
    Dialekt
    Verlaßm.

    Pfälzisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    Ver-laß m. : nur in der Wend. 's is kä Ve (r) loß uf'n [NW-Hardbg, verbr.]. Südhess. II 549 ; Rhein. V 146 ; Bad. II 77 …

  4. Sprichwörter
    Verlass

    Wander (Sprichwörter)

    Verlass Es ist nichts über einen schlechten Verlass. – Körte, 6244.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit verlass

13 Bildungen · 12 Erstglied · 0 Zweitglied · 1 Ableitungen

Ableitung von verlass

ver- + lass

verlass leitet sich vom Lemma lass ab mit Präfix ver-.

Zerlegung von verlass 2 Komponenten

ver+lass

verlass setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

verlass‑ als Erstglied (12 von 12)

verlassen

DWB

ver·lassen

verlassen , n. substantivierter infinitiv zum vorigen. 1 1) das loslassen, aufgeben: es fragt sich nun, ob das bewusztsein des verlassens de…

verlassenheit

DWB

verlassen·heit

verlassenheit , f. alleinsein. mhd. verlâʒenheit, doch in anderer bedeutung als heute. mhd. ist es ein losgelassensein, ein imstichegelassen…

verlassenschaft

DWB

verlassen·schaft

verlassenschaft , f. das von jemand hinterlassene erbe, besonders von geld und gut gesagt: hereditas, bona hereditaria. Stieler 1077 ; die v…

verlasser

DWB

ver·lasser

verlasser , m. der etwas, einen verläszt: desertor Dief. 176 a : desertor eyn verlasser, der sein vatterland nit schirmet. Dasyp. 223 b ; fu…

verlasserin

DWB

verlass·erin

verlasserin , f. : aus dem fegefeuer selbst aber musz des vaters geist das zimmer seiner verlasserin finden. Herder lit. u. k. 12, 243 (1821…

verlassieren

PfWB

verlass·ieren

ver-lassieren schw. : ' vernachlässigen ', ve (r) lassiere [VPf, Journ. 1787, S. 235/36], -lasseere [WPf NPf]. Er hot alles verlassiere loss…

verlassiert

RhWB

ver-lassiert -lasī:rt, –sē:rt  Rhfrk in Birkf , Zell-Sohren , Simm-Schlierschd , Bernk-Crummenau , Trier-Heidenbg , Wend , Ottw , Saarbr …

Verlaßlich

Campe

verlass·lich

Verlaßlich , adj u. adv . verlassen werden könnend; in der ersten Bedeutung des Wortes verlassen. Davon d. — keit .

Verlaßthum

Campe

verlass·thum

† Das Verlaßthum , — es, Mz. — thümer , im O. D. die Verlassenschaft, der Nachlaß.

verlassung

DWB

verlass·ung

verlassung , f. aufgabe, hingabe: vorlassung, verlassung, dissolutio Dief. 187 b ; verlaszunge, verläszunge remissio 491 c ; verlassung reli…

Ableitungen von verlass (1 von 1)

unverlassen

DWB

unverlassen , part. adj. , nicht verlassen: die besuchte und unverlassene stad ( Zion ) Jes. 62, 12 ; Rose homiletische studierstube (1723) …

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „verlass". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 15. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/verlass/pfeifer_etym
MLA
Cotta, Marcel. „verlass". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/verlass/pfeifer_etym. Abgerufen 15. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „verlass". lautwandel.de. Zugegriffen 15. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/verlass/pfeifer_etym.
BibTeX
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  author       = {Cotta, Marcel},
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