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verbrechen

mhd. bis spez. · 18 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

PfWB
Anchors
27 in 18 Wb.
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Eintrag · Pfälzisches Wb.

verbrechen st.

Bd. 2, Sp. 1134
ver-brechen st.: 1.a. 'entzweibrechen, zerbrechen' (trans. u. intrans.), von Gegenständen, ve(r)breche [allg.]. De Griffel is veʳbroch [NW-Frankeck], is vebroch gang [Pirmas]. Er hot seiⁿ Läi (s. Lei 'Schiefertafel') veʳbroch [KU-Schmittw/O]; vgl. Leienverbrechen. 's Haai vebricht grad, von zu trockenem Heu [NW-Wachh]. Er hot die Eh veʳbroch (scherzh. Wortspiel Ehe - Egge, mda. in der WPf in beiden Fällen ē) [PS-Geisbg]. RA.: Gehschde hääm mit deiner verbrochene Gittar!, Antwort auf eine Erzählung, die man für unwahr hält [Kühn Palz 131, Zahn Pläsier 143]. Volksgl.: Wann eppes verbrecht, as ganz war, un 's war niemand um de Weg, gebt's en Leicht 'Begräbnis' in sellem Haus [Fogel Beliefs Penns Nr. 558]. Weiteres zum Volksgl. bei ehe (II 731 Z. 13/14), Glas, Wagen. a. 1701: die Fenster in der Herbststuben, welche sehr verbrochen waren [GodrstKellR S. 73]. a. 1767: verbrochener Krappen 'Misthaken' [Kurpf. 940-42, Invent. Einöllen]. — b. von Körperteilen. α. gegenst. 'brechen' vgl. brechen A I 1. Do kammer de Aarme ('s Beeⁿ) v. [RO-Als, KB-Kriegsf Bennhs LU-Opp]. Er hot'm (beim Herumbalgen) de Aarem veʳbroche [LU-Altr]. Ich vebrech der 's G'nick! [KB-Kriegsf]. Er hot sich die Nas vebroch [RO-Lohnsf]. RA.: Nore laut, 's Maul vebrecht net! [KL-Fischb]. Aweil verbricht'm 's Maul, wenn das Kind den Mund zum Weinen verzieht [LU-Alsh]. An dem schwere Wort kammer sich die Zung v. [KU-Schmittw/O]. Die Mämm 'Mutter' hot net viel g'saat, awwer mer hot sehne kenne, daß ihre Herz schier verbroch is [PennsDeitsch-Eck 3. 12. 1946]. SprW.: Wammer Bech hot, veʳbricht mer de Finger im Herschebrei [KU-Schmittw/O], in de Nas [PS-Dahn]. — β. übertr.; sich de Kopp v. 'sich den Kopf zerbrechen, angestrengt nachdenken' [KL-Lind, <]; vgl. Kopfverbrechen(s). — c. vom Menschen überhaupt. Ich bin heit so verbroch 'erschöpft' [Gal-Dornf]. Das is e Verbrochener 'ein gebrechlicher, schwächlicher Mensch' [ebd.]. — 2. 'erbrechen', veʳbreche [HB-Nd'gailb]; vgl. brechen B 2. — 3.a. 'sich etwas zuschulden kommen lassen'. Was han ich dann vebroch? [KL-Kindsb, verbr.]. VR.: Herr Paschtor, ich komm zu Ihne; alle meine Sünden beicht ich Ihne, was ich hab veʳbroche in dieser Woche, Forts. s. Pastor. Küpper I3 494. — b. 'einer Strafe verfallen'. a. 1484: wer sach, daß eyner liebe vnd gut verbrech 'Leben und Vermögen verwirke', sollen beyde herrn daß gutt nemen [PfWeist. I 210 (PS-Burgalb)]. Anf. 16. Jh.: welliche anders dan mit dem angell darin fischent den gemeinden, der hat 1 liber heller verbrochen [ebd. I 97 (Bergz)]. — Südhess. II 450; Rhein. I 950; Els. II 178; Bad. II 48.
2638 Zeichen · 90 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    verbrëchenstn.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +5 Parallelbelege

    ver-brëchen stn. ân verbr., ohne unterlass Jer. 23300 ;

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Verbrêchen

    Adelung (1793–1801) · +7 Parallelbelege

    Verbrêchen , verb. irregul. S. Adelung Brechen , welches ehedem auch als ein Neutrum gebraucht wurde, jetzt aber nur noc…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    verbrechen

    Goethe-Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    verbrechen [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Verbrechen

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +2 Parallelbelege

    Verbrechen lat. crimen, delictum, strafwürdiges Unrecht, wobei bald die böse Gesinnung (römisch), bald der angerichtete …

  5. modern
    Dialekt
    Verbrechen

    Bayerisches Wörterbuch · +5 Parallelbelege

    Verbrechen Band 3, Spalte 3,187

  6. Spezial
    Verbrechen

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    Ver|bre|chen n. (-s,-) malfat (-ac) m. , delit (-ic) m.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit verbrechen

13 Bildungen · 5 Erstglied · 8 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von verbrechen 2 Analysen

ver- + brechen

verbrechen leitet sich vom Lemma brechen ab mit Präfix ver-.

Alternativen: ver-+br+-e+-chen

Zerlegung von verbrechen 2 Komponenten

verb+rechen

verbrechen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

verbrechen‑ als Erstglied (5 von 5)

verbrechensgenosz

DWB

verbrechensgenosz , m. : verbrechensgenoszen, complices delicti Stieler 1354 .

Verbrechen (Subst.)

Wander

verbrechen·subst

Verbrechen (Subst.) Verbrechen (Subst.). 1. Auf Verbrechen folgt Strafe. It. : A colpa vecchia, pena nuova. – Peccato vecchio, penitenza nuo…

Verbrechen (Verb.)

Wander

verbrechen·verb

Verbrechen (Verb.) Verbrechen (Verb.). Was der eine verbrochen, wird oft am andern gerochen. [Zusätze und Ergänzungen] 2. Was einer auch ver…

verbrechen als Zweitglied (8 von 8)

Sabbatsverbrechen

DRW

sabbat·s·verbrechen

Sabbatsverbrechen, n. Verstoß gegen die für den Sabbat aufgestellten Regelungen ob selbiges [das fluchen und schweren] ... nach unserer, von…

Tabakverbrechen

DRW

tabak·verbrechen

Tabakverbrechen, n. Verstoß gegen das Verbot des Tabakrauchens [wurden in einer Ratssitzung 53 Personen wegen] tabak-verbrächens [bestraft] …

waldverbrechen

DWB

wald·verbrechen

waldverbrechen , n. , substantivirter inf. verbrechen gegen die waldordnung, grober waldfrevel. Adelung.

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „verbrechen". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 13. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/verbrechen/pfwb?formid=F01207
MLA
Cotta, Marcel. „verbrechen". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/verbrechen/pfwb?formid=F01207. Abgerufen 13. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „verbrechen". lautwandel.de. Zugegriffen 13. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/verbrechen/pfwb?formid=F01207.
BibTeX
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  author       = {Cotta, Marcel},
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