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Verbrêchen

mhd. bis spez. · 18 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Adelung
Anchors
27 in 18 Wb.
Sprachstufen
6 von 16
Verweise rein
47
Verweise raus
46

Eintrag · Adelung (1793–1801)

Verbrêchen

Bd. 4, Sp. 1002
Verbrêchen, verb. irregul. S. Brechen, welches ehedem auch als ein Neutrum gebraucht wurde, jetzt aber nur noch als ein Activum üblich ist, und, nach Maßgebung der Partikel Ver und des Zeitwortes brechen, in verschiedenem Verstande gebraucht wird. 1. Abbrechen, zuweilen auch vorn abbrechen, praefringere, als ein Activum; in welcher Bedeutung es doch nur selten gebraucht wird. Eine Spießgerte verbrechen, vorn etwas abbrechen. Figürlich sagt Opitz verbrochene Worte für abgebrochene. Siehe Ver 6. 2. Durch abgebrochene Dinge, besonders abgebrochene Zweige bemerken und bezeichnen; eine besonders in der Jägery sehr übliche Bedeutung, wo die Fährte, der Schweiß, der Anschuß u. s. f. verbrochen werden, wenn man abgebrochene grüne Äste dahin legt, um den Ort wieder zu finden. Ein geschossenes[] Wild wird mit starken Brüchen verbrochen, wenn man es mit vielen abgebrochenen Zweigen bedeckt, damit es nicht so frey im Gesichte liege. 3. Für das einfache brechen, doch mit einer Intension, ganz, völlig brechen, wie zerbrechen, eine ehedem sehr gangbare Bedeutung. (1) * In eigentlichem und weiterm Verstande, wo es sowohl als ein Neutrum, als auch als ein Activum, gebraucht wurde, jetzt aber völlig veraltet ist. Das Fleisch fällt weg, die Haut verbricht, Opitz; wo es das Neutrum ist. Im Bergbaue ist ein verbrochenes Feld im Gegensatze eines unverbrochenen, sowohl ein Feld, welches zum Bergbaue bereits geöffnet worden, als auch eine Gegend, wo die Berggebäude eingefallen und zu Grunde gegangen sind. (2) Figürlich. a. * Sein Wort verbrechen, einen Bund verbrechen, ein Versprechen verbrechen u. s. f. ein gleichfalls veralteter Gebrauch, wofür jetzt das einfache brechen üblich ist. Sie haben den ersten Glauben verbrochen, 1 Tim. 5, 12. Ihr habt den Bund Levi verbrochen, Mal. 2, 8. Von dieser Bedeutung haben wir noch das Bey- und Nebenwort unverbrüchlich, wofür Opitz unverbrochen braucht. b. Etwas verbrechen, wohl eigentlich, ein Gesetz, einen Befehl verbrechen, wofür man jetzt gleichfalls brechen sagen würde, ihnen muthwillig zuwider handeln, sie muthwillig übertreten. In dieser Bedeutung ist das Zeitwort noch gangbar, doch auch nur in den vergangenen Zeiten. Was hab ich verbrochen? in welchem Stücke habe ich vorsetzlich wider ein Gesetz gehandelt. Er bereuete, was er verbrochen hatte. Ein Missethäter, welcher viel verbrochen hat. Gestraft werden, ohne etwas verbrochen zu haben. In den übrigen Zeiten ist es nicht üblich. Man sagt nicht: was verbrichst du? oder, er verbrach etwas. Schon bey dem Ottfried firbrechan. S. das folgende Hauptwort. 4. Durch brechen in der vorigen figürlichen Bedeutung, verlustig gehen, in welchem Verstande es noch zuweilen gebraucht wird, obgleich verwirken dafür üblicher ist. Die Hand, den Kopf verbrechen, verwirken, durch ein Verbrechen die Strafe des Verlustes derselben verdienen. Ein Lehen verbrechen, verwirken.
2880 Zeichen · 47 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    verbrëchenstn.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +5 Parallelbelege

    ver-brëchen stn. ân verbr., ohne unterlass Jer. 23300 ;

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Verbrêchen

    Adelung (1793–1801) · +7 Parallelbelege

    Verbrêchen , verb. irregul. S. Adelung Brechen , welches ehedem auch als ein Neutrum gebraucht wurde, jetzt aber nur noc…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    verbrechen

    Goethe-Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    verbrechen [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Verbrechen

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +2 Parallelbelege

    Verbrechen lat. crimen, delictum, strafwürdiges Unrecht, wobei bald die böse Gesinnung (römisch), bald der angerichtete …

  5. modern
    Dialekt
    Verbrechen

    Bayerisches Wörterbuch · +5 Parallelbelege

    Verbrechen Band 3, Spalte 3,187

  6. Spezial
    Verbrechen

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    Ver|bre|chen n. (-s,-) malfat (-ac) m. , delit (-ic) m.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit verbrechen

13 Bildungen · 5 Erstglied · 8 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von verbrechen 2 Analysen

ver- + brechen

verbrechen leitet sich vom Lemma brechen ab mit Präfix ver-.

Alternativen: ver-+br+-e+-chen

Zerlegung von verbrechen 2 Komponenten

verb+rechen

verbrechen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

verbrechen‑ als Erstglied (5 von 5)

verbrechensgenosz

DWB

verbrechensgenosz , m. : verbrechensgenoszen, complices delicti Stieler 1354 .

Verbrechen (Subst.)

Wander

verbrechen·subst

Verbrechen (Subst.) Verbrechen (Subst.). 1. Auf Verbrechen folgt Strafe. It. : A colpa vecchia, pena nuova. – Peccato vecchio, penitenza nuo…

Verbrechen (Verb.)

Wander

verbrechen·verb

Verbrechen (Verb.) Verbrechen (Verb.). Was der eine verbrochen, wird oft am andern gerochen. [Zusätze und Ergänzungen] 2. Was einer auch ver…

verbrechen als Zweitglied (8 von 8)

Sabbatsverbrechen

DRW

sabbat·s·verbrechen

Sabbatsverbrechen, n. Verstoß gegen die für den Sabbat aufgestellten Regelungen ob selbiges [das fluchen und schweren] ... nach unserer, von…

Tabakverbrechen

DRW

tabak·verbrechen

Tabakverbrechen, n. Verstoß gegen das Verbot des Tabakrauchens [wurden in einer Ratssitzung 53 Personen wegen] tabak-verbrächens [bestraft] …

waldverbrechen

DWB

wald·verbrechen

waldverbrechen , n. , substantivirter inf. verbrechen gegen die waldordnung, grober waldfrevel. Adelung.