Eintrag · Etymologisches Wb. des Ahd. (EWA)
v
(13. Jh.):
‚auf schändliche Weise erzwingen(?)‘.
Das Wort glossiert lat. sulcare
‚furchen, pflü-(in der nächsten Glosse steht nouales: niv-
gen‘
rîvte
‚neues Ackerfeld, Neubruch‘; → niuriu-niu(wi)riu-
ti), kann aber keine wörtliche Übersetzung
sein. Der Glossator war offenbar mit Prudenti-
us’ Gedicht Psychomachia bekannt und ver-
suchte, den Grundgedanken dieses Teils (Z.
178–252) wiederzugeben. Hier redet die Su-
perbia zur Demut, die mit einem armseligen
Heer ihre große Macht herauszufordern wagt,
und sagt, sie sollte sich schämen,
„mit gemei-. Dann
nen Soldaten große Führer anzugreifen“
sagt sie (Z. 210–215):
„Jetzt ist ein armseliger(U. Engelmann, Die Psy-
Fremdling bemüht, wenn möglich, die alten
Könige zu vertreiben. Siehe, das sind jene, die
danach streben, unsere Äcker zu bestellen (qui
nostras sulcare nouales [uolunt]), den eroberten
Feldern (aruaque capta) den Pflug zu rauben,
sie zu verwüsten und mit Mars unsere rauhen
Bauern zu verjagen“
chomachie des Prudentius [Basel/Freiburg/
Wien, 1959]). Während ein anderer Glossator
(Gl. 2, 533, 13) dieselbe Stelle wörtlich über-
setzt (sulcare : furen [= furhen] → furhen),
verstand dieser, daß
‚sie wollen unsere Äckereigentlich
bestellen‘
‚sie wollen unsere Äckerbedeutet, was durch die
erobern, erzwingen‘
folgenden Worte:
‚den eroberten Feldern‘be-
stätigt wird.