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Umhang

nhd. bis spez. · 11 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
Anchors
11 in 11 Wb.
Sprachstufen
5 von 16
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Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

Umhang

Umhang

hängen Vb. ‘am oberen Ende schwebend befestigen’ (transitiv) bzw. ‘oben befestigt sein’ (intransitiv). Das starke, ehemals reduplizierende Verb ahd. hāhan (transitiv) ‘(auf)hängen, kreuzigen’ (um 800; vgl. zuohāhan ‘aufhängen’, 8. Jh.), mhd. hāhen (transitiv und intransitiv) ‘hängen’, (md.) hangen (14. Jh.), asächs. hāhan (transitiv), mnd. hangen (transitiv und intransitiv), mnl. hanghen, nl. hangen (transitiv und intransitiv), aengl. hōn (transitiv und intransitiv), anord. hanga (transitiv und intransitiv), got. hāhan (transitiv) setzt germ. *hanhan voraus, das in den Einzelsprachen teilweise Nasalschwund mit Ersatzdehnung aufweist; im Dt. und Nl. später auftretendes ng wird aus den Präteritalformen übernommen. Außergerm. vergleichbar sind hethit. gank- ‘hängen, wiegen’ und wohl auch aind. śáṅkatē ‘zweifelt, befürchtet, ist mißtrauisch, sorgt sich’, lat. cūnctārī ‘zögern, zaudern’, so daß von einer Wurzel ie. *k̑enk-, *k̑onk- ‘schwanken, hängen, geistig in der Schwebe sein’ ausgegangen werden kann. Neben dem starken Verb steht ein intransitives schwaches ēn-Verb ahd. hangēn ‘hängen, abhängig sein’ (8. Jh.), anord. hanga, got. hāhan (Prät. hāhaida), ein intransitives schwaches ōn-Verb asächs. hangon, aengl. hangian und ein transitives schwaches jan-Verb ahd. hengen ‘erlauben, gehorchen, denken’ (9. Jh.; vgl. gihengen ‘zustimmen, erlauben, zulassen’, 8. Jh.), mhd. (md.) hengen ‘(die Zügel) hängen lassen, nachjagen, geschehen lassen, gestatten’, auch md. obd. ‘aufhängen’ (obd. nhd. henken, s. d.), mnl. henghen ‘zugestehen’, nl. gehengen ‘erlauben’, anord. hengja ‘hängen’. Im Mhd. mischen sich starke und schwache Präteritalformen, indem transitives hienc (zu hāhen) auch die intransitive Bedeutung von hangete (zu hangēn) übernimmt; vgl. mhd. (transitiv) sie hienc daʒ houbit neben (intransitiv) nū hienc ein tavele vor dem tor. Ferner wird (vom 12. Jh. an) intransitives hangen (aus ahd. hangēn) auch transitiv wie hengen verwendet. Von hāhen bleiben im Nhd. lediglich die Präteritalformen erhalten. Die aus alledem resultierende Gebrauchsunsicherheit wird erst im 19. Jh. dahingehend geregelt, daß der intransitive Gebrauch einem starken (hängen, hing, gehangen), der transitive einem schwachen Verb (hängen, hängte, gehängt) zugewiesen wird. Vgl. Rissleben D. Gesch. d. Verbgruppe „hāhan – hangēn – hengen – henken“, Phil. Diss. Greifswald (1931). – Hang m. ‘Neigung, Geneigtsein, hängende Stellung (des Turners), abschüssige Stelle’ (15. Jh.). hangeln Vb. ‘sich hängend fortbewegen’ (Anfang 19. Jh.). Hangendes n. ‘Gesteinsschichten über der Lagerstätte’, mhd. hangendeʒ (bergmannssprachlich). Gehänge n. ‘das Herabhängende, Bergabhang’, mhd. gehenge ‘Vorrichtung zum Anhängen, Türangel’. Abhang m. ‘Berghang, das Herabhängende’, mhd. (westmd.) abehang (14. Jh.); abhängig Adj. ‘schräg abfallend’ (15. Jh.), ‘nicht selbständig, angewiesen auf’ (Anfang 18. Jh.). Anhang m. ‘Angehängtes, Beigefügtes, Begleitung’, mhd. anehanc; Anhänger m. ‘wer einer Person oder Sache anhängt, was angehängt wird’ (15. Jh.); anhängig Adj. ‘zugehörig, schwebend’; rechtssprachlich insbesondere einen Prozeß anhängig machen ‘ein Gerichtsverfahren einleiten’ (15. Jh.); anhänglich Adj. ‘zugetan, verbunden’, geläufig seit dem 18. Jh., frühnhd. im Sinne von ‘anhängend, hingezogen’ (15./16. Jh.); Anhänglichkeit f. ‘Verbundenheit, Treue’ (14. Jh.); Anhängsel n. ‘anhängender (Schmuck)gegenstand, nebensächlicher Anhang, Begleiter’ (17. Jh.). Aushang m. ‘öffentliche Bekanntmachung’ (17. Jh.); vereinzelt auch für Aushängebogen ‘zur letzten Kontrolle bestimmter Abzug eines fertigen Druckbogens’ (18. Jh.). Aushängeschild n. ‘Reklameschild, Werbemittel’, ursprünglich ein Schild, das auf einen bestimmten Beruf, auf ein Gewerbe hinweist (18. Jh.). Überhang m. ‘Umhang, was überhängt’, mhd. überhanc. Umhang m. ‘umgehängtes Kleidungsstück’, ahd. umbihang (um 900), mhd. umbehanc ‘Vorhang, aufgehängter Teppich’. Vorhang m. ‘was vor etw. gehängt wird’, mhd. vor-, vürhanc (dazu s. Gardine).
3994 Zeichen · 143 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Úmhang

    Adelung (1793–1801) · +2 Parallelbelege

    Der Úmhang , des -es, plur. die -hänge, dasjenige, was um ein Ding herum gehänget wird, wie Vorhang, was vor dasselbe ge…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Umhang

    Goethe-Wörterbuch

    Umhang [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  3. modern
    Dialekt
    Umhang

    Elsässisches Wb. · +4 Parallelbelege

    Umhang [Ùmhà Liebsd. ; Nùmhà Dunzenh. Z. bis Lobs. Tieffenb. ; Ùmhàk Dü. Beblenh.; Ùhà Wittenh. Bischw. ; Mùhà Pr…

  4. Sprichwörter
    Umhang

    Wander (Sprichwörter)

    Umhang He hett 'nen groten Umhang. – Dähnert, 502 a . Hat viel Angehörige, eine Menge Dienstleute. [Zusätze und Ergänzun…

  5. Spezial
    Umhang

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Um|hang m. (-[e]s, ...hänge) 1 colana (-nes) f. 2 colira (-res) f. 3 mantel (-tí) m. ▬ Umhang (Umschlagetuch) der Frauen…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit umhang

10 Bildungen · 10 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

umhang‑ als Erstglied (10 von 10)

Umhangen

Campe

Umhangen , v. ntr . mit haben. D. Umhangen. 1. Úmhangen, ich hange um, umgehangen, umzuhangen , um etwas hangen, um etwas gelegt sein und da…

umhangen, umhängen

RhWB

umhangen·umhaengen

um-hangen, um-hängen: 1. intrans. dat hängk annersch im ist auf andere Weise zu verstehen Koch-Lutzerath . — 2. trans. a. in sinnl. Bed. α. …

Umhangspitzeli

Idiotikon

Umhangspitzeli Band 10, Spalte 693 Umhangspitzeli 10,693

Umhangstëckli

Idiotikon

Umhangstëckli Band 10, Spalte 1639 Umhangstëckli 10,1639

Umhangtasche

PfWB

umhang·tasche

Umhang-tasche f. : ' Tasche mit Tragriemen zum Umhängen ', Umhangdasch [ KU-Körbn ].