Eintrag · Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke)
TURN stm.
1. als theil der befestigung einer burg oder einer stadt. wir sulen ze wer uns ziehen, ûf jenen turn dort fliehen Parz. 407,28. eiues turnes gupfen das. 161,24. diu houbetstat den vierden ort begreif mit mûren und mit grabn und mit manegem turne hôhe erhabn das. 681,14. — di turne sint mit krefte gemûret in die lufte Diemer 64,14. vgl. 129,11. von den perfriden hieʒ er sie trîben, die wâren hôher danne die turni das. 207,16. türne unde palas manegeʒ ûf der bürge was Parz. 534,25. vgl. 565,5. 350,21. in der burg der Brünhild sind sehs und ahzec türne Nib. 388,1. driu hundert türne Gudr. 138,4.
2. als schatzkammer. kamere unde türne sîn (des hortes) wurden vol getragen Nib. 1065,3.
3. zum wohnen oder zum gefängnis, so der prächtige und geräumige turn, den Blanscheflur bewohnt, Flore 4167 fg. an der slegetür des turns gest. Rom. 78.
4. in türnen sind die stiegen die zu dem sale führen. dô wolden die dar ûʒe zuo ir vriunden sîn dar in: die nâmen an den türnen vil kleinen gewin. dô wæren die dar inne vil gerne für den sal: Dancwart lieʒ ir deheinen die stiegen ûf noch zetal. des huop sich vor den türnen vil starker gedranc Nib. 1910,2 und Lachm. vgl. 1774,3. 1941,3. 2144,3.
5. thürme von elephanten getragen L. Alex. 4183 W.
6. der turn ze Babel b. d. rügen 66. vgl. Diemer 15, 13. — der turn der vaterunser 566 fg. beschrieben wird. — der mir gæbe türne von rôtem golde guot Nib. 1733,2.