Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
Tünche
Tünche
tünchen Vb. ‘mit Kalk(farbe) bestreichen’, ahd. tunihhōn ‘mit Kalk versehen bzw. bestreichen’ (9. Jh.; eigentlich ‘bekleiden, mit einem Gewand, einem Überzug versehen’), spätmhd. tün(i)chen ‘kalken, verputzen’ ist abgeleitet von ahd. tunihha ‘Kleid, Gewand’ (um 800), einer Entlehnung aus lat. tunica ‘auf dem Körper getragenes, mit kurzen Ärmeln versehenes Hemd’. Im Anschluß an das Verb entwickelt ahd. tunihha die Bedeutung ‘(Kalk)anstrich, -bewurf’ (10. Jh.), woraus (wenn nicht spätere Rückbildung aus dem Verb) nhd. Tünche f., auch Tünch m. ‘Kalkverputz’, besonders ‘Kalkmilch’, mhd. tünich m.; dann auch übertragen ‘Schminke’ (16. Jh.). Tüncher m. ‘Verputzer’ (15. Jh.), ‘Weißer, Anstreicher’ (16. Jh.).