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trottel

nhd. bis spez. · 12 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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15 in 12 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

trottel m.

Bd. 22, Sp. 1076
trottel, m. die in den ostbair.-österr. alpengegenden beheimatete bezeichnung für den kretin (z. b. drottl cretin Castelli Enns 116, trottel 'blödsinniger' Unger-Khull steir. 175a) gelangte zu anfang des 19. jhs. zunächst in dieser speziellen bedeutung in die schriftsprache. die herkunft und vorgeschichte von trottel ist dunkel; doch ist ein etymologischer zusammenhang mit 2trotten, trotteln (s. d.) nicht unwahrscheinlich, sofern es wie andere bezeichnungen dieser art ursprünglich den kretin nach seinem täppischen gang bezeichnete, vgl. Rochholz zs. f. dt. phil. 3, 331 ff.; in diesem zusammenhang ist auch baslerisch drotli 'langsamer mensch' Seiler 85b zu beachten. anderseits kann auch, wie es teil 16, 132 (unter zottel 6 a) und bad. wb. 1, 571 geschehen ist, trottel zu troddel gestellt werden, vgl. zottel 'tropf, taugenichts' = zottel 'büschel haare, fetzen, quaste, troddel'; beide zusammenstellungen brauchen sich nicht auszuschlieszen, wenn trotteln zu troddel gehört. neben trottel kommt im 19. jh. gelegentlich die schreibform troddel vor, z. b. Schopenhauer br. 201 Grisebach, Fr. Th. Vischer auch einer (1879) 1, 95. der plural lautete früher trotteln (s. u. 1), heute überwiegend endungslos trottel (s. u. 2). 11) der eigentliche kretin, der von endemischer körperlicher miszgestaltung (wasserkopf, kropf u. ä.) befallene und in seinen geistigen funktionen gestörte kranke bestimmter gebirgsgegenden; gewöhnlich wird das wort kretin erklärend hinzugesetzt: mit diesen kröpfen ist keineswegs immer blödsinn verbunden, aber doch häufig genug, und dann heiszen die besitzer trotteln, dosteln, gaken, fexen, poppellallen, lappen, simplen u. s. w., wie in der büchersprache cretinen K. J. Weber Deutschland 2 (1827) 422; da öffnete sich die tür, und ein trottel (cretin) trat ein und grinste mich murmelnd an Hoffmann v. Fallersleben leben (1868) 2, 261; einen unter diesen lustigen musz ich etwas näher beschreiben, weil er der repräsentant einer eigenen gattung von menschen ist, welche im gebirge getroffen werden, nämlich der sogenannten trotteln (kretins) Castelli memoiren (1913) 2, 113. 22) da der kretinismus in Deutschland im allgemeinen selten auftritt, nahm trottel die allgemeinere bedeutung eines geistig unbedeutenden, willensschwachen oder senilen menschen an, die schon im heimatgebiete des wortes üblich war: ich war auf dem geraden wege, wie man in Österreich sagt, ein trottel zu werden Laube ges. schr. (1875) 1, 295; 'Jesses bub, du bist aber so ein trottel, so ein halbnarr!' schrie mein vater Rosegger schr. I 8, 96; Gottfried Mind ..., geistig ein vollkommener troddel, der nichts wuszte und nichts konnte als die katzen zu malen Velhagen u. Klasings monatsh. 8, 681b; die persönliche verunglimpfung des gegners, der stets ein ausgemachter lump oder trottel ist tägl. rundschau 1898 unterhaltungsbeil. 127; dasz in der gesellschaftlichen bewertung der dümmste trottel mit adligem namen häufig dem fähigsten bürgerlichen voranstehen wird Darré neuadel (1930) 56.
3035 Zeichen · 55 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Trottel

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    Die Trottel , S. Adelung Troddel .

  2. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Trottel

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Trottel , soviel wie Kretin.

  3. modern
    Dialekt
    Trottel

    Bayerisches Wörterbuch · +6 Parallelbelege

    Trottel Band 4, Spalte 4,617

  4. Spezial
    Trottel

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Trot|tel m. (-s,-) (Dummkopf) idiot (-oc) m. , tec (tec) m. , zücia (züces) m. , tapo (tapi) m. , tocer (-i) m.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit trottel

24 Bildungen · 14 Erstglied · 10 Zweitglied · 0 Ableitungen

Zerlegung von trottel 2 Komponenten

trot+tel

trottel setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

trottel‑ als Erstglied (14 von 14)

Trottel I

Idiotikon

Trottel I Band 14, Spalte 1534 Trottel I 14,1534

Trottel II

Idiotikon

Trottel II Band 14, Spalte 1534 Trottel II 14,1534

Trottelkopf

SHW

Trottel-kopf Band 1, Spalte 1765-1766

Trottelpfad

SHW

Trottel-pfad Band 1, Spalte 1765-1766

Trottelarsch

PfWB

trottel·arsch

Trottel-arsch m. : = Trottel 1 1 a, Trottelaaʳsch [ KU-Bedb KL-Mölschb ]. Bad. I 571 .

trottelei

DWB

trotte·lei

trottelei , f. , zu trottel 2; das sichgehenlassen, willensschwäche, denkfaulheit: dasz das eigentlich befreiende wort, das hier der genössi…

trottelhaft

DWB

trottel·haft

trottelhaft , adj. , zu trottel 2: ein höchst mäsziges drama trottelhafter unterdurchschnittsmenschen M. G. Conrad von Zola bis Hauptmann (1…

trottelhaftigkeit

DWB

trottel·haftigkeit

trottelhaftigkeit , f. : wie sich ( die schauspieler ) ... abquälten, mit ihren rollen nicht ganz in die trottelhaftigkeit zu geraten, die d…

trottelig

DWB

trottelig , trottlig, troddelig , adj.; zu trottel 2, schwachköpfig: ein troddeliger weiszbierphilister kladderadatsch 31, 66 b ; der wirt, …

trotteltum

DWB

trottel·tum

trotteltum , n. , was trottelei: eine gewisse art von trotteltum nationalztg. vom 27. febr. 1882 nr. 98, 1 b .

trottel als Zweitglied (10 von 10)

Būre(n)trottel

Idiotikon

Būre(n)trottel Band 14, Spalte 1534 Būre(n)trottel 14,1534

Hōchfartstrottel

Idiotikon

Hōchfartstrottel Band 14, Spalte 1534 Hōchfartstrottel 14,1534

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „trottel". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 12. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/trottel/dwb?formid=T12927
MLA
Cotta, Marcel. „trottel". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/trottel/dwb?formid=T12927. Abgerufen 12. May 2026.
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Cotta, Marcel. „trottel". lautwandel.de. Zugegriffen 12. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/trottel/dwb?formid=T12927.
BibTeX
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