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trächtig

nhd. bis spez. · 8 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

trächtig adj.

Bd. 21, Sp. 1006
trächtig, adj. , zu 1tracht 'last'. erst mhd. bezeugt (s. die lex. unter trehtec); mnd. drachtig. ins schwed. entlehnt dräktig Hellquist 103. wie im holl. (Plantijn thes. (1573) m 2b; wb. d. ned. taal 3, 2, 3223) fehlt der umlaut des a im nd.: Schiller-Lübben 4, 562; Doornkaat-Koolman 1, 326a; Mensing 1, 832; Dähnert 85; neben umlaut Berghaus 1, 354; auch im obd. s. idiot. Austriac. 62; Schöpf 748 und Martin-Lienhart 2, 741. d im anlaut haben das holl. und nd. (s. o. die wbb. und Bauer-Collitz 22a); auszerdem drechdich obhess. (Crecelius 1, 285) und drähdich lothr. (Follmann 98). mit abschleifung der endsilbe trachti idiot. Austriac. 62; dräch Follmann lothr. 98a. II. 'tragend'. I@AA. allgemein, in verschiedenartiger verwendung, nur selten: weil du (alter wagen) bist alt und abgetriben ... und dennoch solcher last bist trechtig B. Waldis Esopus 1, 405 Kurz; der saft (von Noahs rebe) wol trehtic (gehaltvoll, schwer) unde begund den wîsen (Noah) dunken. süez er tranc, unz er wart trunken Heinrich v. Beringen schachged. 4211 Zimm.; ich war vor freuden auszer mir über den empfang ihres trächtigen briefes Hamann schr. 6, 174 Roth; nicht immer von B 1 b zu scheiden: ihr mund wäre niemals mit zweyerley zungen tr. Lohenstein Armin. 2, 919b; es schien wie bart und haar (eines alten mannes) von tausend tropffen trächtig war H. v. Hoffmannswaldau getr. schäfer 25; vgl.am perlen-trächtgen kraut Brockes ird. vergn. (1721 ff.) 8, 238. im bergbau von lagerstätten: nutzbare mineralien enthaltend ... (erz-, salzträchtig), vorzugsweise in Österreich gebräuchlich Veith dt. bergwb. 497; synonym mit haltig s. th. 4, 2, 301 nr. 3; das zwiespaltige spräuszlein (= ruthe) von haseln abgeschnitten, damit die bergleute gold- oder trächtige silberadern erkundigen Prätorius glückstopf (1669) 25. — vgl.B 1 b ende. I@BB. speciell 'fruchttragend' vgl. 1tracht III B (fecundus Diefenbach 228c; fetus 232b; ubertus 608a) und zwar I@B@11) frucht des leibes tragend, befruchtet. feta Diefenbach 232b; depostfetantes i. de ovibus von trechtegin schofin 175a. I@B@1@aa) eigentlich. mhd. auch von frauen, in der nhd. schriftsprache nur noch von thieren: unfroulich wurdstu drechtich und meechdeliichen swangher bruder Hans Marienld. 818; ab si (di frouwe) von eime andern trechtig mochte werde Ködiz v. Salfeld leb. d. hl. Ludw. 21, 31 Rückert; so noch dialektisch: sine fru is al weer drächtig Berghaus sprachsch. d. Sassen 1, 354; jüngere schriftsprache hat dafür schwanger: die erste abhandlung betrifft die kraft, welche in einer schwangern person oder einem trächtigen thiere das blut in die frucht treibt Gottsched d. n. a. d. anm. gelehrs. 3, 859; wer eine trächtige stute schlug, wurde so gebüszt, als wenn er dieses einer schwangern sclavin gethan J. v. Müller 2, 77; auf den genusz des fisches wird die frau schwanger, stute und hündin tr. J. Grimm kl. schr. 5, 415. tr., saget man, ist ein thier, wenn es ein junges im leibe hat J. Täntzer jagtgeheimnüsz (1682) 1, 15; tr. sagt man sowohl von einem wilden, als zahmen thier allg. ökon. lex. (1731) 2450; s. ferner Behlen forst- u. jagdk. 6, 78; Kehrein weidmannsspr. 293. das gegentheil ist gelt s. th. 4, 1, 2, 3059 ff.; isse (die kuh) tr. oder gelde? Gryphius lustsp. 310 P.; was sich nicht zusammenschickt ... als ... trächtige und gelte ... musz ein guter schäfer ... absondern Abr. a s. Clara etwas für alle 2, 575; ein trechtige saw, die solt geberen Burk. Waldis Esopus 1, 48 Kurz; es ritte einer auff einer trächtigen stute über land, und als sie auff dem wege waren, bekompt sie ein füllen A. Olearius verm. reisebeschr. (1696) 114; hasen ... müssen sehr fruchtbar seyn, da man beim ausweiden zwei trächtige weibchen jedes mit acht jungen fand Ritter erdkde (1822) 3, 684; so halten sie (die fürsten u. herren) in dem jagen keine masze ... bedenken nicht, ob das wild trechtig sei C. Spangenberg jagteuffel (1560) k 4a; (im januar musz der hauswirt) auf die trächtigen stutten wol aufschauen, dasz ihnen nichts ermangele Hohberg georg. cur. 1, 106; es ist bey den jägern ein staatsverbrechen, eine ziege, und zumal eine trächtige, zu schieszen Miller Siegwart 1, 219. prädicativ in fester verbindung mit sein, werden, gehen: gravescere, idem ac gravidum fieri tr. oder schwanger werden Reyher thesaur. (1668) 2, 2916; in Spanien die pferd von dem wind tr. werden sollen Harsdörffer frauenz. gesprächsp. 1, e 6a; das trächtiggehen des elephanten dauert ... 9 monathe allg. dtsche bibl. 65, 436; die fähin (füchsin) geht 9 wochen tr. v. Train waidmanns neue practica 121 v. Thüngen; dasz ihr vieh sich trächtig hält und sie grosze herden zählen S. Dach 644 Öst. auch von fischen: auf diese fische musz er also achtung geben, dasz die fruchtbaren und trechtigen in ihrer leichzeit zu rechter zeit samen bringen das edle fischbüchlein (Nürnberg o. j.) 126. I@B@1@bb) übertragen: krieg, der beinah stets trächtig, schlacht dann und seuche dann warf Klopstock oden (1889) 2, 45; gott ruft den wassern zu: gebäret! ... sie stehen trächtig und gebären J. A. Schlegel verm. ged. (1787) 1, 66; bildhaft von wolke und himmel: man wird meinen leib einer trächtigen wolke vergleichen Lohenstein Armin. 2, 1231a und dann formelhaft 2, 402b; 2, 690b; blumen (1680), rosen 9; — tief, schwer und tr. hing der dunkelgraue himmel hernieder Th. Mann Buddenbrooks (1904) 1, 351; von der erde: der himmel machet trächtig mit regen ihren (der erde) schoosz H. v. Hoffmannswaldau u. a. ged. 1, 229 Neukirch; ein schwangrer berg beginnt zu kreiszen ... er musz mit städten trächtig stehn und bald ein neues Rom gebähren Hagedorn poet. w. (1769) 2, 97; wo sie (die wollust) ruht, seh ich den schoosz der erden, so rauh er war, mit blumen trächtig werden Uz 75 Sauer. gelegentlich in substant. composition wie trächtigmachung: (holzsaft von grünem holz) soll eine trächtigmachung und dunge seyn für alle magere felder v. Hohberg georg. cur. 2, 15; auch von abstractis: lügen sind gemeine trächtig; weil sie pflegen dann zu jungen, sind zum minsten sieben junge, wo nicht mehr, herfür gesprungen Logau sinnged. 537 lit. ver.; ich weisz, dasz deine gedanken mit noch mehr dergleichen bruten tr. sind S. v. Birken ostländ. lorbeerhayn (1657) 26; dasz ein helvetischer geist mit seinen centnerschweren einfällen die leichten sylben der heutigen dichter schwängern und sie von unergründlichem witze tr. machen möge Schwabe belustigungen 1, 61. die eigentliche bedeutung verblaszt mehr und mehr: mein busen war so voll und bang, von hundert welten trächtig Göthe I 2, 188 W.; die zeiten sind wichtig, tr. an groszen, erstaunenswürdigen begebenheiten Schubart vaterlandschron. (1789) 725; von schmach ist jegliche sekunde trächtig Platen w. 2, 186 Hempel; ihr zwitterdeutsche, trächtig von selbstischen entwürfen Rückert w. (1868) 1, 101; doch wirkt ein wort so mächtig, ist der gedanke trächtig Göthe 3, 318 W.; fast wie 'angefüllt': die flüsse, die mit dem abgespülten schlamme tr. sind, setzen ... diesen ab Kant (1838) 9, 10 Hart.; 'voll': damit das jahr von uns kan eingetheilet werden, so musz desz mondens radt jetzt leer, jetzt trächtig stehn Opitz opera (1690) 3, 175. I@B@22) frucht des feldes tragend, fruchtbar, vgl. 1tracht III B 2: Börde, das ist gar fruchtbares, trochtiges land C. Spangenberg mansf. chron. (1582) 13b; der ölbaum ist ein trechtiger und fruchtbarer baum F. Roth Jesus Sirach (1587) 1, 291b. nach dem 18. jh. ist dieser gebrauch veraltet und nur noch in poetischer sprache (vgl. z. b.: der krieg war ein trächtiger acker alles übels und unheils F. L. Jahn 2, 544 E.) und mundartlich zu belegen; im bair. s. Schöpf 748; Unger-Khull 164a. vom boden: (jemand, der ein landgut zu kaufen beabsichtigt, musz darauf sehen) ob der grund gut und tr., trocken oder nasz v. Hohberg georg. cur. aucta 3, 7, 3a; da schmausen die pfeiffenden bürger der wälder die fetten gerüche der trächtigen felder Stoppe erste samml. v. t. ged. (1728) 1, 85; der ... grasztragende, ... trächtige, ... wunderschöne acker Treuer dtsch. Dädalus 1, 29; bey uns wirdt gleich so wol sehr trächtig land gespürt Opitz teutsche poem. 102 ndr.; wenn ein teich allezeit mit wasser angefüllet bleibt, versauret der boden, die trächtige süsse erde wird verzehret allg. öc. lex. (1731) 2422; ob schon ein acker an jm selbs eines trechtigen bodens ist, so mag er doch nit fruchtbar sein, wann er nit gebawet wirt H. Fabricius auszug bew. histor. (1599) 600; prädicativ gern mit machen verbunden: den boden tr. machen fertiliser, féconder la terre Mozin 3, 18c; dasz die unverdrossene arbeitsamkeit unsrer voreltern die unfruchtbaren wildnissen und hügel unsers lands bezwungen und tr. gemachet hat d. discourse d. mahlern (1721) 2, 178; solche wässerung macht die felder, worauf der reisz steht, dermaszen fett und tr. allg. haush.-lex. (1749 ff.) 2, 694a. poetisch auch: damit der liebe trächtigs land hinkünftig nicht vertrocknen müsse Z. E. Fleming in Gottsched vers. e. crit. dichtk. (1751) 267; hier stehn die weingefilde, der edle Mafficus, das trächtige Surrent Opitz opera (1690) 1, 27. von pflanzen: es neigte sich vor ihr das trächtige getraide H. v. Hoffmannswaldau u. a. ged. 2, 11 Neukirch; erfarne gertner sagen, wenn man quecksilber in ein baum thut, ... so mache es einen baum trechtiger J. Mathesius Sar. (1571) 35a; offt (hat der sturm) ... fünfftzehen oder sechtzehen trechtige grosze starcke bewme ... aus der erden gerissen C. Spangenberg mansf. chron. (1572) 501b; aus blättern und laub von ... trächtigen weinreben ... kan man auch wohl brod machen v. Hohberg georg. cur. aucta 3, 141b; die welcken felder grün, die knospen trächtig werden Brockes ird. vergn. (1721 ff.) 1, 4; der obstbaum spiegelte sich, und hielt auf trächtigen zweigen die güldene frucht aus der welle empor Dusch verm. krit. und sat. schr. (1758) 289. in präpositionaler verbindung. an: die schlanke rebe steht an frucht und zierat trächtig Drollinger ged. 48; es wäre dann, dasz seines nachbars wiese sehr tr. daran (am samen) wäre Ehrhart pflanzenhist. 2, 148; nun eure felder gar mit knochen überschneiet, an schedeln trächtig sind S. v. Birken forts. der Pegn.-schäf. (1645) 38; von: da schaut einmal die halmen an, von tausend ähren trächtig Schubart ged. (1825) 3, 48; der ahorn mild, von süszem safte trächtig Göthe I 15, 221 W. (Faust 9544); mit: ein mit ähren trächtig feld Brockes ird. vergn. (1721 ff.) 6, 70; felder mit dem vortrefflichsten getreide tr. A. v. Haller Usong (1771) 75; vgl. auch: so wird die einigkeit auf allen seiten blühen, so wird ihr glückes-baum mit äpfeln trächtig stehn Neukirch anfangsgründe (1724) 775. auch übertragen: wo ... bey trächtigen, fruchtbaren jahren ... überflusz an obst vorhanden v. Hohberg georg. cur. (1682) 1, 61a; vgl. miszträchtiges jâr Schmeller-Fr. 1, 645; IIII. 'tragfähig' im sinne von 1tracht I 2 c: das eis trägt nicht, ist nicht tragend oder trächtig Kramer (1700) 1, 289b; meistens vom schiff: 'n boot mutt drächtig sien Mensing 1, 832; auch mit acc.-object verbunden: ein jachtschiff, circa 14-15 commerzlasten tr. Kieler corresp.-blatt 1854, 16, s. 77; der nur 21 lasten trächtige gaffel-scheuer Weserzeitung 1866 nr. 7146.
11282 Zeichen · 337 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Trächtig

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Trächtig , -er, -ste, adj. et adv. welche Grade, doch nur in der veralteten ersten Bedeutung üblich sind, von Tracht, in…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    trächtig

    Goethe-Wörterbuch

    trächtig [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  3. modern
    Dialekt
    trächtigAdj.

    Pfälzisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    trächtig Adj. : 1. 'Leibesfrucht tragend', von Tieren, vgl. pattersch , tragen I 3. Die Kuh (de Gaul) is trächdich (dręχ…

  4. Spezial
    trächtig

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    träch|tig adj. (von Tieren: schwanger) plëgn (-s, plëna). ▬ trächtig e Stute ciavala plëna f.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit traechtig

9 Bildungen · 4 Erstglied · 4 Zweitglied · 1 Ableitungen

Ableitung von traechtig

tracht + -ig

traechtig leitet sich vom Lemma tracht ab mit Suffix -ig, mit Umlaut-Wechsel.

Zerlegung von traechtig 2 Komponenten

trach+tig

traechtig setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

traechtig‑ als Erstglied (4 von 4)

trächtigkeit

DWB

traechtig·keit

trächtigkeit , f. , zu 1 trächtig gebildet; seit dem mhd. bezeugt, s. 1 b. 1 1) fecunditas Diefenbach 228 c . 1@a a) von thieren: trächtigke…

trächtigkeitszeit

DWB

traechtigkeit·s·zeit

-zeit , f. , junge composita, mit trächtigkeit 1 a gebildet: die trächtigkeitsdauer beträgt beim pferde 11 monate L. Hoffmann allg. thierzuc…

traechtig als Zweitglied (4 von 4)

einträchtig

DWB

ein·traechtig

einträchtig , concorditer: sihe der propheten reden sind eintrechtig gut für den könig. 2 chron. 18, 12 , vgl. 1 kön. 22, 13 ; es ward auch …

niederträchtig

DWB

nieder·traechtig

niederträchtig , adj. und adv. , gegensatz zu hochträchtig ( theil 4 2 , 1636), doch mit reicherer, auch noch sinnlicher begriffsentwickelun…

unträchtig

DWB

unträchtig , adj. , gth. v. trächtig ( s. d. ). mhd. untrehtic discors K. v. Heinrichau 397 b Gusinde; mnl. ondrachtig, -drechtich; nl. vera…

zwieträchtig

Pfeifer_etym

zwie·traechtig

Eintracht f. ‘Übereinstimmung (im Denken und in der Gesinnung), Einmütigkeit, Einigkeit, Verträglichkeit’. Im 14. Jh. in der Rechtssprache a…

Ableitungen von traechtig (1 von 1)

unträchtig

DWB

unträchtig , adj. , gth. v. trächtig ( s. d. ). mhd. untrehtic discors K. v. Heinrichau 397 b Gusinde; mnl. ondrachtig, -drechtich; nl. vera…