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Thurm

nhd. bis sprichw. · 6 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Campe
Anchors
7 in 6 Wb.
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Eintrag · Campe (1807–1813)

Thurm Der

Bd. 4, Sp. 820b
Der Thurm, — es, Mz. Thürme; Vw. das Thürmchen, O. D. Thürmlein, ein nicht zur Wohnung bestimmtes Gebäude, welches zu einer größern Höhe als die Häuser, bei geringem Umfange, besonders aus den Gründen aufgeführet wird, damit man, wie dies wenigstens in alten Zeiten der Fall war, darauf weit umherschauen, und einen Feind  in der Ferne schon gewahren könne, oder damit hoch in demselben aufgehängte Glocken in weiterem Umkreise gehört werden; im N. D. Toorn. Ein runder, viereckiger, dicker, spitziger, hoher, niedriger Thurm. Ein hölzerner, steinerner Thurm. Die porzellanenen Thürme in China haben eine eigene Bauart. Der Kirchthurm, Rathhausthurm, Glockenthurm, Schloßthurm, Wachthurm, Leuchtthurm, Pulverthurm  Der babilonische Thurm. Auf den Thurm steigen. Vom Thurme blasen. Oft macht der Thurm kein eigenes Gebäude aus, sondern ist auf den Dachstuhl eines Gebäudes, z. B. einer Kirche, eines Rathhauses gesetzt. Oft haben besonders alte Gebäude noch Thürmchen ohne andern Zweck als zu einer Verzierung. Weil die Thürme an den Rathhäusern und über den Thoren häufig zu Gefängnissen gebraucht wurden und noch gebraucht werden, so bedeutet Thurm auch oft Gefängniß, selbst wenn es sich nicht in einem Thurme befindet. S. Schuldthurm. I den Thurm stecken. Einen auf den Thurm setzen, in ein sich wirklich in einem Thurme befindliches Gefängniß setzen. Da ehemahls Thürme auch zur Befestigung und Vertheidigung der Mauern als Theile derselben aufgeführt wurden, da ferner die beweglichen Thürme ehemahls überhaupt auch eine wichtige Rolle bei Belagerungen spielten, so wird zuweilen, wie in der folgenden Stelle, Thurm auch uneigentlich für, mächtige Stütze, Vertheidiger  gebraucht, wo auch wol der Begriff von der Höhe oder Größe hinzukömmt. Denn du sankest, ihr Thurm in der Feldschlacht — Voß. I einigen gemeinen Sprecharten wird die Mehrzahl in Thürmer umgeendet, welche Form aber der guten Sprech= und Schreibart gänzlich fremd ist. So ist auch die Form Thurn veraltet. Das unendliche Gebäu Jener himmelhohen Thürne. Brockes. Und Stürme schleudern vom bemoosten Thurne Das Denkmahl seines Ruhms herab. Gemmingen. Uneigentlich, oft wegen einiger Ähnlichkeit in der Gestalt heißt Thurm 1) ein hohes Ding, ein hoher Haufen. Am hohen Ofen heißt das auf der Futtermauer von Backsteinen aufgeführte viereckige Gemäuer der Thurm. Das aus vier bis fünf Böden bestehende Gebäude, worin die Wurzeln der Färberröthe zuerst getrocknet werden, führt ebenfalls den Namen Thurm. Bei den Orgelbauern werden die thurmförmig sich erhebenden Gehäuse der Orgelpfeifen auch Thürme genannt. Bei den Glasern heißt der obere hohe Theil an den Laternen, welcher einem kleinen Thurme gleicht und aus welchem der Rauch abzieht, der Thurm. 2) Eine Abtheilung Posaun= oder Hornschnecken gewöhnlicher Thurmhörner, (Buccina turrita), s. d. 3) Der Thurm des Armenhauses, eine seltene Art Rollen= oder Walzenschnecken im mittelländischen und indischen Meere (Voluta paupercula L.); auch das Bettelweib, armes Weibchen. 4) Das umwundene Thürmchen, bei Müller eine Art Walzenschnecken, deren Schale spindelförmig, kreuzweise fein gestreifet, an den obern Gewinden mit drei, an den untern aber mit zwölf rothen Schnüren umgeben ist (Voluta filaris L.). 5) Der babilonische Thurm, eine Art Spindelschnecken mit gethürmten Schalen und mit scharfen gefleckten Gürteln umgeben (Murex babylonius L.). 6) Das geflügelte Thürmchen, eine Art Flügelschnecken, der Vogelfuß (Strombus pes pelicani L.). S. d.
3495 Zeichen · 47 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Thurm

    Adelung (1793–1801) · +2 Parallelbelege

    Der Thurm , des -es, plur. die Thürme, Diminut. das Thürmchen, Oberd. Thürmlein, ein hohes Gebäude, dessen Höhe, die Bre…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Thurm

    Goethe-Wörterbuch

    Thurm [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Thurm

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09) · +1 Parallelbeleg

    Thurm , s. Turm .

  4. Sprichwörter
    Thurm

    Wander (Sprichwörter)

    Thurm 1. An (auf) hohen Thürmen wehen oft starke Winde. Holl. : Bij hooge torens waaijen veeltijds groote winden. ( Harr…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit thurm

142 Bildungen · 127 Erstglied · 15 Zweitglied · 0 Ableitungen

thurm‑ als Erstglied (30 von 127)

thurmab

DWB

thurmab , adv. von einem thurm herab: thurmab gleiten. Candidus 69 .

thurmähnlich

DWB

thurm·aehnlich

thurmähnlich , adv. : das hohe thurmähnliche stadtthor wurde abgebrochen. Auerbach ges. schriften 17, 190 ; ein hoher thurmähnlicher bau. F.…

thurmartig

DWB

thurm·artig

thurmartig , adj. und adv. : eine thurmartige treppe führte zu unzusammenhängenden zimmern. Göthe 24, 12 ; der küfer hatte eine hohe thurmar…

Thurmaston

Meyers

Thurmaston (spr. thörrmest'n), Stadt in Leicestershire (England), am Soar, mit Strumpfwirkerei und (1901) 1732 Einw.

Thurmayr

Meyers

Thurmayr ( Turmair ), Johannes , s. Aventinus .

thurmbau

DWB

thurm·bau

thurmbau , m. das bauen eines thurmes; der thurm als bauwerk ( vgl. thurmgebäude): dort sucht die junge welt den thurn-bau zu volführen, der…

thurmbauer

DWB

thurm·bauer

thurmbauer , m. erbauer eines thurmes: die babylonischen turnbauer. Butschky Patm. 348 (263).

thurmbefestigung

DWB

thurm·befestigung

thurmbefestigung , f. befestigung durch einen thurm: die wunderbarsten thurm- und mauerbefestigungen von Nordhausen. Göthe 30, 279 .

thurmbegeisterung

DWB

thurm·begeisterung

thurmbegeisterung , f. begeisterung für einen thurm, für die besteigung desselben: deine thurmbegeistrungen erfreuen mich, aber ich will gew…

thurmbekränzt

DWB

thurmbekränzt , partic. turritus, vgl. thürmebekrönt , -geschmückt: so wie die cybelische mutter thurmbekränzt auf dem wagen durch phrygisch…

thurmbeladen

DWB

thurm·beladen

thurmbeladen , partic. mit einem thurm beladen: die thurmbeladnen elephanten bebten zurück. Willamov 55 .

thurmberg

DWB

thurm·berg

thurmberg , m. berg, worauf ein thurm steht: die kühle der nacht kam erquicklich vom thurmberg her durch die offenen fenster. Hebel (1843) 4…

thurmbewehrt

DWB

thurmbewehrt , partic. mit einem thurme bewehrt, befestigt: die thurmbewehrten thore ( Thebens ). Stolberg 15, 80 .

thurmbewohner

DWB

thurm·bewohner

thurmbewohner , m. bewohner eines ( gefängnis- ) thurmes: komm herauf, jammermann, thurmbewohner! Schiller 2, 164 ( räuber, schausp. 4, 5).

thurmbläser

DWB

thurm·blaeser

thurmbläser , m. der bläser auf dem thurme, der thürmer: wie Ulenspiegel sich zuo dem grafen von Anhalt verdingt für ein thurnbleser. Eulens…

thurmboden

DWB

thurm·boden

thurmboden , m. : die glocke stürzte, .. schlug durch die lattendecke des thurmes durch, fiel .. auf den marmorestrich des thurmbodens und z…

thurmdach

DWB

thurm·dach

thurmdach , n. dach eines thurmes ( über die verschiedene gestalt desselben s. Müller-Mothes 922 b ): unser kirch- und thurmdach. Felsenb. 2…

Thurmdecker

Campe

thurm·decker

Der Thurmdecker , — s, Mz . gl. (R.) ein Dachdecker, sofern er einen Thurm deckt.

thurmesklause

DWB

thurm·es·klause

thurmesklause , f. : die verleumder seines weibes sperrt er tief in thurmesklause. A. Grün ges. werke 1, 332 .

thurmesrunde

DWB

thurm·es·runde

thurmesrunde , f. : hell ist die thurmesrunde, die wand wie angezündet glimmt. Lenau 1, 170 .

thurmeule

DWB

thurm·eule

thurmeule , f. mhd. turniule ( minnes. 3, 261 b ) was kircheneule Nemnich 2, 1378 . Brehm thierl. 3, 621 : die saalthüren ... schlossen sich…

Thurmfahne

Campe

thurm·fahne

Die Thurmfahne , Mz. — n ; Vw. das — fähnchen . 1) Eine auf oder von einem Thurme wehende Fahne, irgend ein Zeichen damit zu geben. 2) Die W…

thurm als Zweitglied (15 von 15)

Glockenthurm

Adelung

glocken·thurm

Der Glockenthurm , des -es, plur. die -thürme, ein zum Behuf der Glocken gebaueter Thurm, besonders an einer Kirche.

hungerthurm

DWB

hunger·thurm

hungerthurm , m. thurm in den verbrecher zum verhungern geworfen werden: dann werden wir ( in einem trauerspiel Ugolino ) in den hungerthurm…

kirchthurm

DWB

kirch·thurm

kirchthurm , m. thurm der kirche, mhd. kirchturn, nl. kerktoren. kirchthurn Frisch 1, 516 c . s. auch kirchenthurm.

Landthurm

Adelung

land·thurm

Der Landthurm , des -es, plur. die -thürme, in einigen Gegenden, ein Thurm an einer Landwehre.

leuchtthurm

DWB

leuchtthurm , leuchtethurm , m. thurm der den schiffern auf der see nach dem hafen leuchtet: leuchtthurm, pharus, fare Eggers kriegslex. 2 (…

pfarrthurm

DWB

pfarr·thurm

pfarrthurm , m. thurm der pfarrkirche: in eim pfarrthurm hangen drei glocken. Frank sprichw. 2, 50 a ; dero sonderbaar aufschwellende hoffnu…

pulverthurm

DWB

pulver·thurm

pulverthurm , m. turris pulveraria Stieler 2365 , vergl. pulverhaus, -magazin: entzündung eines pulverthurms durch ein donnerschusz. Wurstis…

Rathsthurm

Wander

rath·s·thurm

Rathsthurm Wer nichts hält vom Rathsthurm (gutem Rathe), kommt in den Schuldthurm. – Sprichwörtergarten, 364.

schuldthurm

DWB

schuld·thurm

schuldthurm , m. , vgl. schuldgefängnis: schuld-thurn, m. torre, it. prigione, dove si và per debiti Kramer dict. 2, 676 c , schuldturm, car…

Stephansthurm

Wander

stephan·s·thurm

Stephansthurm 1. Er meint, der Stephansthurm will eine Menuet mit ihm tanzen. – Parömiakon, 2933. Von einem Angetrunkenen. 2. Sie wird müsse…

wachtthurm

DWB

wacht·thurm

wachtthurm , wachthurm , m. ein einzeln stehender oder zur befestigung gehöriger thurm, in dem sich wächter befinden um ausschau und wache z…

wartthurm

DWB

wart·thurm

wartthurm , m. warte. im 15. jahrh. auftretend, bei Frisius und Maaler als wartthurn verzeichnet, häufiger erst im 18. jahrh. ( bei Ludwig 2…

wasserthurm

DWB

wasser·thurm

wasserthurm , m. 1 1) thurm, bes. festungsthurm am, im wasser: wasserturn ... im vorwerck bei dem neuen turn im wasser städtechr. 2, 280, 3 …