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thauen

nhd. bis sprichw. · 4 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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5 in 4 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

thauen verb.

Bd. 21, Sp. 326
thauen, tauen, verb. zu thau, intransitiv rorare, transitiv irrorare, ahd. towên towôn touwôn, mhd. touwen, nd. dauen, ags. déavjan. 11) intransitiv, eigentlich, 1@aa) unpersönlich es thaut, rorat, ros cadit: (es kann) schöners nichts gesehen werden, als, wenn man, da es getauet, frühe, nach verschwundner nacht, das getränkte feld betracht't und das frische gras beschauet. Brockes 1, 222. substantivisch das thauen: (der acker) fragt nach keinem tawen, nach keinem düngen nicht: was sonst der regen thut, wird jetzund genung gethan durch faistes menschenblut. Opitz 3, 260; sie verbreiteten weit ein bitteres thauen (rorem amarum). Stilling Virg. georg. 4, 431. 1@bb) mit einem bestimmten subjecte. 1@b@aα) thau ansetzen, erzeugen: hier klag' ich verborgen dem thauenden morgen mein einsam geschick. Göthe 1, 42; wie die sommerflur der thauende morgen erquickt. Pyrker Tunisias 12, 636; wie die nacht schon thaut. Platen 3, 30; als der abend thaute. 4, 315; Paris, dem am thauenden bach .. Cypria das schöne weib versprach. Schiller 6, 159. 1@b@bβ) thauig sein oder werden: er (der klee) touwet an dem morgen. minnes. frühl. 58, 31; wie schône ein wise getouwet was. Neidhart 24, 21; (becher,) von der thauenden ros umkränzt. Klopstock od., krit. ausg. 1, 84; er blieb am thauenden eckstein (stehn). Mess. 6, 553; durch die wipfel des thauenden hains. 12, 854; (bis wir uns) auf thauender insel begegnen. Hölderlin 1, 94. 1@b@gγ) als thau sich bilden, niederfallen: es thaueten glänzende tropfen. Voss Il. 14, 351. 22) intransitiv, uneigentlich, 2@aa) wie thau fallen, niederflieszen: (gott) lasse freuden-wein vor thränen auf uns thauen! schles. Helikon 18; lasz, himmel, sonnenschein und regen thauen. Rückert 1, 237; wie lenz vom himmel thaut. 338; (ich sah) hernieder aus der liebe goldner schaale dem geist des tiefen sinnes perlen thauen. W. v. Humboldt sonette 234; und ruhe thaut aus deinem duftgen kranze. Schulze poet. werke 3, 18; gott liesz fassung auf deine seele thauen. Hippel 7, 144. 2@bb) vom thränenthau (s.thau 4, a): die thauenden augen J. Paul uns. loge 2, 94, wangen Rückert 1, 228, wimpern Pyrker Tunis. 8, 18; erröthend thauten ihr die wangen. Uz 2, 20; edle lust, der lohn der jugend, dehnt den heldenbusen aus und macht die augen thauen. Wieland Idris 2, 15; der erste ausbruch ihres schreies hätte des himmels glühnde augen thaun gemacht. Schlegel Hamlet 2, 2. 2@cc) vom blute (s.thau 4, b): mit beiden henden gîngen sie hauwen, daʒ daʒ helle blût gunde tauwen. Eilhart D 6052; wie blut mag von geschwungnen schwertern thauen. W. v. Humboldt sonette 114. 2@dd) vom honigthau (s.thau 4, d), bildlich: der vom himmel thauende honig des schlummers. J. E. Schlegel ästhet. und dramat. schriften 73, 29 neudruck. 33) transitiv, eigentlich. 3@aa) mit thau netzen, bethauen, mhd. absolut das touwende Trist. 11890, den lîp touwen, im thau baden. Germania 9, 53 (vgl. thaubad). 3@bb) als thau, in thauform bilden: (früchte,) auf denen eine schaar getauter perlen sitzet. schles. Helikon 76; das laub der esche thaut süszen thau (s. 4, d). Herder lit. 12, 448. 44) transitiv, uneigentlich. 4@aa) begieszen (s.thau 4, f): Lazarus ... thaut' in der lauben kies aus dem kühlenden quell. Klopstock Mess. 17, 387. 4@bb) wie thau fallen, niederflieszen lassen: sie gosz nicht thränen, sie thaute sie nur. Hippel 1, 155; sah diesz mein aug', nie konnt' es thränen thauen. A. Grün ges. werke 1, 191; sie (die nacht) thauet trost. Tiedge werke 2, 15; jede wunde stelle (des herzens) musz ich schauen, wenn ich drauf soll meinen balsam thauen. Rückert 1, 233; und es hat mein (des mondes) feuchter stral wehmuth ihm ins herz gethaut. 306; wo die sonne mit gelindheit ihren glanz durch zweige thaut. 2, 234; gottes segen sei über euch gethaut! Hamasa 2, 271.
3867 Zeichen · 98 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Thauen

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Thauen , verb. reg. neutr. welches das Hülfswort haben erfordert, und unpersönlich am üblichsten ist. Es kommt in einer …

  2. Sprichwörter
    Thauen

    Wander (Sprichwörter)

    Thauen Wenn es thaut, so kommt an Tag, was unterm Schnee verborgen lag. – Simrock, 10246.

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Komposita & Ableitungen mit thauen

8 Bildungen · 0 Erstglied · 4 Zweitglied · 4 Ableitungen

thauen als Zweitglied (4 von 4)

aufthauen

DWB

auf·thauen

aufthauen , in doppeltem sinn, 1 1) intransitiv regelari, liquefieri, nnl. opdooijen, ( vgl. aufleunen): das eis, der schnee thaut auf; es t…

bethauen

DWB

bet·hauen

bethauen , irrorari, irrorare, humectare, mhd. betouwen. 1 1) intransitiv, mhd. wie mac in den ouwen iemer bluot betouwen. MSH. 2, 317 b ; h…

durchthauen

DWB

durch·thauen

durchthauen , 1 1. das gefrorene völlig durch wärme auflösen, flüssig machen, wie das transitive aufthauen. unpersönlich, es hat noch nicht …

tothauen

DRW

tot·hauen

tothauen, v. erschlagen, totschlagen (I) [Totenschauprotokoll:] heiduk, 26 jahre, todtgehaut 1666 JbWien 14 (1958) 143 ein frembder jud von …

Ableitungen von thauen (4 von 4)

bethauen

DWB

bethauen , irrorari, irrorare, humectare, mhd. betouwen. 1 1) intransitiv, mhd. wie mac in den ouwen iemer bluot betouwen. MSH. 2, 317 b ; h…

entthauen

DWB

entthauen , regelari, solvi, thauend entflieszen: die thränen, die den wimpern mir entthauen. Wh. Humboldt 7, 441 , nachlässig oder geziert …

verthauen

DWB

verthauen , verb. 1 1) intrans. zu 2 thauen ( th. 11 1 , 327). vgl. mnl. verdooyen Verdam 618 b . verstärktes thauen, ' schmelzen, sich aufl…

zerthauen

DWB

zerthauen , verb. , zu thauen ( th. 11, 1, 326), gleich auf- (1, 756), 1) intrans.: ( ein ) schneeberg ..., der ... zu z. ... angefangen Loh…