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synagoge

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

synagoge f.

Bd. 20, Sp. 1418
synagoge, f. , entlehnt aus lat. synagoga, dieses seinerseits aus gr. συναγωγή 'versammlung'. im ahd. noch nicht übernommen, sondern meist durch samanunga 'versammlung' wiedergegeben (Tatian, Otfrid, Notker, vgl. auch bei Graff 6, 40 f., noch im 15. jh. so sammelung, s. Diefenbach gloss. 535c), durch thinc ahd. gll. 1, 248, 13 St.-S. in einem dt. sprachdenkmal: dâ wart synagoga verchorn. dâ wart ecclesia erlôset St. Trudperter hoh. lied 135, 20 Menhardt (mitte d. 12. jh.), eingedeutscht erst ende des 13. jh. belegt: synagogen (1287) Erfurt. urk.-buch 1, 239 Beyer; sinagoge minnes. 3, 338b v. d. Hagen; in dy synagoge ostdt. apostelgesch. d. 14. jh. 9, 2 Ziesemer; mit der lat. endung, vgl. sinagoga Gundacker v. Judenburg Christi hort 925 Jaksche, sermones Thauleri (1508) 39b (aber synagoge Tauler pred. 57, 39 V.), synagoga Mathesius Sarepta (1571) 44b, synagoga die judenschule Nehring lex. (1717) 922; häufiger seit dem jüngeren mhd. bis ins 18. jh. in apokopierter form, vgl. sinagog Konrad v. Helmsdorf spiegel d. menschl. heils 2094 Lindqvist, Hans Folz in: fastnachtsp. 5 Keller, synagog Berth. v. Chiemsee 52 Reithm., sinagog Joh. Nas antipap. eins (1567) 3, 118b, synagog Mathesius Sarepta (1571) 44b, Micraelius Pommerland (1640) 3, 436, Grimmelshausen 2, 626 Keller, Abr. a s. Clara etwas f. alle 2 (1711) 485, Rädlein sprachschatz (1711) 862, v. Petrasch s. lustsp. (1765) 1, 412. 11) entsprechend gr. συναγωγή, lat. synagoga im neuen testament und den kirchenvätern für das 'versammlungshaus', in dem die jüdische gemeinde zum zwecke der religiösen unterweisung zusammenkam, von Luther mit schule übersetzt (s. teil 9, 1933 unter d), vgl. auch judenschule teil 4, 2, 2356: juden zu Erphorte, ez si umbe iren chirchof oder umbe ir synagogen (1287) Erfurt. urk.-buch 1, 239 Beyer; und Jhesus umbging alles Galile lernt in iren synagogen und predigt das ewangelium des reichs erste dt. bibel 1, 16 Kurr.; dieweil auch Christus dermaszen von oben herab gelehrt ist worden und nicht in den synagogen Paracelsus opera (1616) 2, 230; habe ers (ein jude eine hostie) ... endlich in die synagog gehangen Micraelius Pommerland (1640) 3, 436; darauf bin ich in die synagog gegangen. über die schelmenjuden eins zu lachen v. Petrasch s. lustsp. (1765) 1, 412; denn wer wird glauben, dasz die juden zu den zeiten des guten geschmacks so abscheulich gesungen haben wie ihre vorsänger jetzt in den synagogen zu singen pflegen Schubart ästhet. d. tonkunst (1806) 16. 22) für die lehreinrichtung als solche und die in einer judenschule stattfindende versammlung (vgl. Luk. 12, 11 und apostelgesch. 9, 2), wie auch für die ganze jüdische gemeinde einer ortschaft: daz kint (Jesus) in allen witzen vant (Maria) meisterlîchen sitzen der sinagôgê under, dâ al die juden wunder von sîner meisterschefte nam Reinfrid v. Braunschweig 18027 B.; dise mêre vlugen dô in die synagogen wît. hie von samten sich enzît die vrunde und ouch die mâge Marienlegenden 248 Pf.; wann etlich stuonden auf von der synagogen, die da ist geheissen der Libertiner und der Cirener erste dt. bibel 2, 303 Kurr. (apostelgesch. 6, 9); und iesch von im die brieff zuo den synagogen in Damasch ebda 316 (apostelgesch. 9, 2); der gute mensch (war) von einigen seiner alten bekandten ausz der synagog benachrichtigt worden Grimmelshausen 2, 626 Keller; was will eine gabe der zungen in der jüdisch-christlichen synagoge zu Korinth sagen? Herder 19, 41 S.; Isaac Aben Sid Hassan, vorsteher der reichen synagoge zu Toledo A. v. Humboldt kosmos (1845) 3, 314; dagegen hören wir in der neutestamentlichen zeit von einer gerichtsbarkeit der synagoge P. Volz d. bibl. altertümer (1914) 241. satans, des teufels synagoge nach apok. 3, 9 (und 2, 9) 'gemeinde, gefolgschaft des satans': du selige cristenheit des sal ich dich noch hogen uzer der synagogen Sathanases; der were dich, die nu strebet wider mich Heinrich v. Hesler apokal. 5634 H.; wo aber die clöster werden geordnet nach christlicher form, wöllen sie gern wider dar in, hie zwischen wellen sie nit sein in dysen synagogen sathane Eberlin v. Günzburg s. schr. 1, 105 ndr.; das die christlich kirch dess teüfels sinagog und dess lästerthiers sitz sey Joh. Nas antipap. eins (1567) 3, 118b. für die örtliche lehreinrichtung als ganzes, nach Luk. 8, 41: eins fursten tochter, als man sagt, von der sinagoga Gundacker v. Judenburg Christi hort 925 Jaksche; dann auch für die gesamtheit der jüdischen kultusinstitution (wie kirche im christlichen gebrauch, vgl. kirche 4 teil 5, sp. 795): Caiphas, der nur auf ain jar obrister priester der synagog gewesen Berthold v. Chiemsee t. theol. 52 Reithm.; die hohenpriester und andere fürsten der synagog Abr. a s. Clara etwas f. alle 2 (1711) 485. 33) als sinnbild der jüdischen religion für diese selbst eingesetzt; 'jüdische religion, lehre': vernihtet gar ir (der juden) valsche sinagoge wart. der vil zarte touf (wurde) von dir (Maria) erniuwet minnesinger 3, 338b v. d. H.; und wie vil alle werg und wide herzuo dienent, also vil sint sú löbelicher und heiliger und nútzer, und wo des nút enist, do ist rehte alse der juden synagoge. die alte e, die hette vil gesetzede ... Tauler pred. 57, 39 V.; (Maria) du harpf Davieczs, der sinagog ein plog in aller jüdscheit weit! Hans Folz meisterlieder 74, 85 M.; noch ein kleines, sprach er (Christus) zur synagoge, und ich werde himmel und erde bewegen R. M. Rilke ges. w. (1927) 6, 93. alte synagoge im gegensatz zur kirche, offenbar von der verbindung alter bund beeinfluszt: das sage ich nun, hat der sone gottes im güldenen leuchter der alten synagog fürbilden wollen, das in seiner kirche ein grosz liecht werde auffgehen Mathesius Sarepta (1571) 44b. — als personifikation der jüdischen religion; besonders im streitgespräch als gegenspielerin der kirche, die die christliche religion darstellt, nach dem vorbild des in der theol. literatur seit Augustin geläufigen gegensatzpaares ecclesia und synagoga, fest im geistlichen spiel (zur sache sieh A. Dörrer bei W. Stammler d. dtsche literatur d. mittelalters, verfasserlexikon 3 [1937] 104 ff.): diss zarten kúngs (d. h. Christi) werden lip hat och die sinagog, sin wyp, verschmächt und gelichot den buoben Konrad v. Helmsdorf spiegel d. menschl. heils 2094 Lindqvist; darumb ist unser weiser rat, die synagog zu stellen hie gen eur kirchen, als ir die hie sehet gegenwurtig stan Hans Folz in: fastnachtsp. 4 Keller; die sinagog: ich haisz und bin die sinagog ebda 5; fort sei zu wiszen in gemein, wie itz die ding ergangen sein der kirchen halb und irer frag und antwort halb der sinogag ebda 33; der römische kaiser, die kirche und synagoge treten (in der schaustellung) zuerst auf M. I. Schmidt gesch. d. Deutschen (1778) 3, 102; heidenthum, synagoge und kirche singen nun abermals ihre eingangsverse (im ludus de Antichristo) W. Scherer litteraturgesch.7 78.
6922 Zeichen · 155 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    SYNAGOGEswf.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +2 Parallelbelege

    SYNAGOGE swf. gr. συναγωγή. Marleg. 25, 253.

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    synagogef.

    Grimm (DWB, 1854–1961) · +2 Parallelbelege

    synagoge , f. , entlehnt aus lat. synagoga, dieses seinerseits aus gr. συναγωγή ' versammlung '. im ahd. noch nicht über…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Synagoge

    Goethe-Wörterbuch

    Synagoge [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Synagōge

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Synagōge (griech., »Versammlung«, neuhebr. Bet hakenesset , »Versammlungshaus«), das Gotteshaus der Israeliten, wie es s…

  5. modern
    Dialekt
    Synagogef.

    Pfälzisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    Synagoge f. : ' das jüdische Gebetshaus ', Synagoog [PS-Rodalb ( Bernhard 172)]; Sinagooch (sinÄˈgōx) [ IB-Blieskst ].

  6. Spezial
    Synagoge

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Sy|na|go|ge f. (-,-n) sinagoga (-ghes) f.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit synagoge

6 Bildungen · 6 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von synagoge

synagogen + -e

synagoge leitet sich vom Lemma synagogen ab mit Suffix -e, auf Verb-Stamm zurückgeführt.

synagoge‑ als Erstglied (6 von 6)

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „synagoge". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 9. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/synagoge/dwb?formid=S57608
MLA
Cotta, Marcel. „synagoge". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/synagoge/dwb?formid=S57608. Abgerufen 9. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „synagoge". lautwandel.de. Zugegriffen 9. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/synagoge/dwb?formid=S57608.
BibTeX
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