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Sühne

nhd. bis spez. · 9 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
Anchors
10 in 9 Wb.
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Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

Sühne f.

Sühne f.

Sühne f. ‘Genugtuung, Vergeltung, Strafe für begangenes Unrecht, Versöhnung’. Herkunft ungeklärt. Ahd. suona ‘Gericht, Urteil, Gerichtsverhandlung’, auch ‘Beilegung von Rechtshändeln, Vertrag, Frieden’ (8. Jh.), mhd. suon, suone ‘Urteil, Gericht, Versöhnung, Frieden, Ruhe’, asächs. sōna ‘Gericht’, mnd. sȫne ‘Schlichtung von Rechtsstreitigkeiten, Friede, gewährte Verzeihung’, mnl. soen(e) ‘Versöhnung’, nl. zoen (seit Kiliaen auch ‘Kuß’ als Besiegelung der Versöhnung), afries. sōn(e) hat keine außergerm. Anknüpfungsmöglichkeiten. Es werden Formen mit sw-Anlaut vorausgesetzt, erhalten in mnd. swōne, mnl. swoene ‘Friedensschluß’. Als germ. Verwandte werden dazugestellt anord. sōa ‘opfern, töten’, isl. sóa ‘vernichten, verzehren’, norw. (mundartlich) sōnast ‘ohnmächtig werden’, svana ‘abnehmen, sich besänftigen’, aengl. āswōgan ‘ersticken’, (ge)swogen ‘ohnmächtig’. Sühne ist ein Wort der Rechtssprache; es verlagert seinen Bedeutungsschwerpunkt von ‘Gericht, Urteil’ (ahd.) auf ‘Beilegung, Wiedergutmachung, Versöhnung’ durch Gericht, Urteil (vgl. Schuld und Sühne) und ‘Preis, der als Wiedergutmachung gezahlt wird’. Um 1700 ist Sühne nahezu ungebräuchlich; durch Luthers Bibelübersetzung im Sprachbewußtsein bewahrt, wird es zur Zeit des Sturm und Drang neu belebt. – sühnen Vb. ‘begangenes Unrecht wiedergutmachen’, ahd. suonen ‘richten, einen Ausgleich herbeiführen’ (8. Jh.), mhd. süenen, suonenversöhnen, ausgleichen, abhelfen, beseitigen’, asächs. gisōnian ‘aussöhnen’, mnd. sȫnen, mnl. soenen, suenen, auch ‘küssen’, nl. zoenen; vgl. auch gleichbed. mnl. swoenen. S. versöhnen.
1595 Zeichen · 42 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Sühne

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    * Die Sühne , plur. die -n, die Beylegung streitiger Händel, der Vertrag, ein im Hochdeutschen veraltetes Wort, S. Adelu…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Sühne

    Goethe-Wörterbuch

    Sühne [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  3. modern
    Dialekt
    Suehne

    Elsässisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    Sue h ne [Sŷanə Ndrmagst. ] f. Wiesengraben. ‘Zum Sechsten ist die Suone in der Saltzbrunen .. zu manutenieren’ 1667 Gem…

  4. Spezial
    Sühne

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Süh|ne f. (-,-n) 1 (Wiedergutmachung einer Schuld) espiaziun (-s) f. 2 (Buße) penitënza (-zes) f. 3 (Versöhnung) reconzi…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit suehne

8 Bildungen · 7 Erstglied · 0 Zweitglied · 1 Ableitungen

suehne‑ als Erstglied (7 von 7)

Sühnegericht

PfWB

suehne·gericht

Sühne-gericht n. : 'örtliche Schlichtungsverhandlung, die einen einvernehmlichen Ausgleich bei kleineren Streitereien (bes. bei Beleidigunge…

sühneid

DWB

sühneid , m. , zu sühne 2 bzw. 3, der eid bei schlusz des unfriedens und bei wiederherstellung des friedlichen, versöhnten zustandes: kein s…

sühnemaszregel

DWB

suehne·maszregel

sühnemaszregel , f. : wir möchten dafür eintreten, es in dem deutschen sprachgebrauch bei dem fremdwort 'sanktionen' zu belassen; die verdeu…

sühnengel

DWB

suehnen·gel

sühnengel , m. : wenn jener jüngling in der Schweiz nicht Rousseaus echter Emil, sondern nur dessen sühnengel war Gutzkow ges. w. (1872) 4, …

sühnerin

DWB

suehne·rin

sühnerin , f. 1 1) versöhnerin: minne diu süenærinne diu kam dâ zuo geslichen Gottfried von Straszburg Trist. 17540 ; wif is en sonerynne ma…

Sühneverfahren

Meyers

suehne·verfahren

Sühneverfahren heißt das gerichtliche Verfahren zum Zwecke der gütlichen Beilegung eines Rechtsstreites. Nach der deutschen Zivilprozeßordnu…

Ableitungen von suehne (1 von 1)

versühne

DWB

versühne , f. , vereinzelt gebildetes subst. zu versühnen: hat sichs alles wieder zur versune geschickt Luther briefe 5, 603 ; vgl. unversüh…