Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
straucheln
straucheln
straucheln Vb. ‘stolpern’, spätmhd. strūcheln ‘stolpern, zu Fall kommen, sinken, stürzen’, mnd. strǖkelen, mnl. strūkelen, nl. struikelen ist als Iterativum mit l-Suffix zu ahd. strūhhōn ‘rennen, stürzen’ (10. Jh.), mhd. strūchen, frühnhd. strauchen (bis 17. Jh.) gebildet, dessen Herkunft nicht eindeutig geklärt ist. Entweder steht es mit den unter Strauch (s. d.) abgehandelten Wortformen zu der unter starren (s. d.) verzeichneten Wurzel ie. *(s)ter(ə)- ‘starr, steif sein, steif gehen, stolpern, fallen’, wobei als Ausgangsbedeutung ‘mit steifen Beinen gehen und folglich stolpern’ anzusetzen ist (vgl. Nl. 713). Oder es gehört als Intensivbildung (vgl. Nomina postverbalia 1 (1932) 131) zu nl. stroken ‘streicheln, liebkosen’, anord. strjūka ‘streichen, nehmen, schlagen, eilen’, schwed. stryka ‘streichen’, verwandt mit griech. stré͞ugesthai (στρεύγεσθαι) ‘hinschmachten, erschöpft, geplagt werden’ (eigentlich ‘gestrichen, aufgerieben werden’?), aslaw. struga ‘Vernichtung, Zerstörung’, russ. strug (струг) ‘Hobel’, dazu ablautend aslaw. strъgati ‘zerfleischen’, russ. strogát’ (строгать) ‘hobeln, schaben’, zu ie. *streug-, einer Erweiterung der unter streichen, Strahl, Streifen, Strieme (s. d.) angegebenen Wurzel ie. *ster- ‘Streifen, Strich, Strähne, Strahl’, in Erweiterungen auch ‘über etw. hinwegstreifen, -streichen’, wohl eine semantische Variante der Wurzel ie. *ster(ə)- ‘ausbreiten’ (s. streuen).