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Stirne

mhd. bis Dial. · 7 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Campe
Anchors
8 in 7 Wb.
Sprachstufen
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Eintrag · Campe (1807–1813)

Stirne

Bd. 4, Sp. 666a
Stirne) Mz. — en, (— n); Vw. das — chen, O. D. — lein, der über den Augen und zwischen den Schläfen befindliche erhobene Theil des Kopfes bis dahin, wo der Haarwuchs anfängt. Derselbe Theil des Kopfes bei den Säugethieren führt denselben Namen. Bei den Vögeln heißt Stirn der vordere Theil des Hutes, hinter der Schnabelwurzel bis an den Scheitel. Eine gewölbte, hohe, flache, niedrige Stirn. Die Stirn runzeln, die Haut auf derselben in Runzeln ziehen, zum Zeichen des Verdrußes, Unmuthes. Hitzig vor der Stirn sein, leicht hitzig, zornig werden. Man kann es keinem an der Stirn ansehen, oder es stehet keinem an der Stirn geschrieben, was er im Herzen hat. Die Stirn hoch tragen, stolz sein, auch, stolz thun. »— daß ich die Stirn sehr hoch tragen werde, wenn ich Verstand genug habe, euch mitten durch alle die Schwierigkeiten — am Ende doch noch zusammenzubringen.« Wieland. Eine freche, harte, eiserne Stirn haben, unverschämt sein, weil die Stirn beim Rothwerden aus Scham sich vorzüglich, wenigstens bei manchen Personen röthet. Zuweilen bedeutet eine harte eiserne Stirn haben aber auch, hartköpfig sein, seinen Willen durchaus durchsetzen wollen, wofür man auch wol sagt, mit der Stirn durch die Wand rennen wollen. »Irael hat eine harte Stirn.« Ezech. 3, 7. »Deine Stirn ist ehern.« Es. 48, 4. Anstatt eine freche  Stirn haben, sagt man zuweilen auch nur, die Stirn haben, unverschämt sein, sich unterstehen. Was ist so arg, das nicht, um sich genug zu thun, Ein Weib die Stirne hat zu wagen. Wieland. Einem die Stirn bieten, ihm widerstehen, sich ihm widersetzen, es mit ihm aufnehmen, wo es von den Stieren, welche, wenn sie sich wehren, ihre gehörnte Stirn bieten, hergenommen sein kann. Aber ihr habt von Abduls Thaten gehört; wer könnt' ihm Stirne bieten? — — Sonnenberg. Da die Stirn auch für den Sitz der Denkkraft gehalten wird, so spricht man auch von einer denkenden Stirn. Die Stirne denkt, sie denkt gewiß. Ramler. Uneigentlich, der vordere erhobene, oder auch der oberste hervorstehende Theil eines Dinges. Die Stirn eines Berges, der Gipfel desselben. Tausende haben dann die breite Schulter, die lichte Stirne der Berg' erstiegen und stehen tiefsinnig und schauen. Klopstock. Er fällt wie auf der Stirn des Taurus eine Fichte. Wieland. Zuletzt, so schwach sie ist, kriecht sie mit Müh' empor Auf eines Felsen Stirn — — Ders. S. Stirnmauer, Stirnstück, Stirnband 2), Stirnblech. An einem Gewölbbogen heißt die vordere und hintere Seite, an welcher man die Dicke und Wölbung des Bogens sehen kann, die Stirn. Auch der vordere Theil der Wand eines Kanonengestelles gegen den Kopf des Stückes zu wird die Stirn genannt.
2650 Zeichen · 41 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    STIRNEstf.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +4 Parallelbelege

    STIRNE stf. stirn. ahd. stirna Graff 6, 724. Schmeller 3,659. frons sumerl. 46,34. voc. o. 1,10. ir hâr, ir stirne ir ti…

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Stirne

    Campe (1807–1813)

    Stirne ) Mz. — en, (— n ); Vw. das — chen , O. D. — lein , der über den Augen und zwischen den Schläfen befindliche erho…

  3. modern
    Dialekt
    Stirn(e)

    Elsässisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    Stirn(e) [ʿStîrnə S.; ʿStìrn u. ʿStern O. U.; ʿStærn N. ; Pl. –ə; Demin. –lə Co. ] f. Stirn. Dë r het n-e rumpfligi Stir…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit stirne

36 Bildungen · 21 Erstglied · 14 Zweitglied · 1 Ableitungen

stirne‑ als Erstglied (21 von 21)

Stirne(n)

Idiotikon

Stirne(n) Band 11, Spalte 1540 Stirne(n) 11,1540

Stirne(n)chappeⁿ

Idiotikon

Stirne(n)chappeⁿ Band 3, Spalte 396 Stirne(n)chappeⁿ 3,396

Stirne(n)chnopf

Idiotikon

Stirne(n)chnopf Band 3, Spalte 753 Stirne(n)chnopf 3,753

Stirne(n)güpfli

Idiotikon

Stirne(n)güpfli Band 2, Spalte 392 Stirne(n)güpfli 2,392

Stirne(n)hārband

Idiotikon

Stirne(n)hārband Band 4, Spalte 1329 Stirne(n)hārband 4,1329

Stirne(n)stōsser

Idiotikon

Stirne(n)stōsser Band 11, Spalte 1651 Stirne(n)stōsser -ö- 11,1651

Stirne(n)stȫssel

Idiotikon

Stirne(n)stȫssel Band 11, Spalte 1656 Stirne(n)stȫssel 11,1656

stirneck

DWB

stir·neck

stirneck , n. : dennoch weidet sich mein auge ... an dem überhängenden, unscharfen stirnegg! Lavater physiognom. fragm. (1775) 2, 284 . —

stirnecke

DWB

stirn·ecke

stirnecke , f. : mit dem lichtern haarwuchse an den schläfen und stirnecken K. Gutzkow zaub. v. Rom (1858) 3, 99 ; anatomisch: die oberste u…

Stirnenstößel

DRW

Stirnenstößel, m., f. formenreich wie Stirnenstößer hand och raͤt, zunftmaister, und gemaind gesetz, daz alle stirnen stoͤsel, si sigent fro…

Stirnenstößer

DRW

Stirnenstößer, Stirnstoßer, m. formenreich (betrügerischer) kirchlicher Spendensammler; dann insb.: Bettler, Landstreicher, der seinen Leben…

stirnenstȫsslen

Idiotikon

stirnenstȫsslen Band 11, Spalte 1656 stirnenstȫsslen 11,1656

Stirnentätsch

Idiotikon

Stirnentätsch Band 13, Spalte 2142 Stirnentätsch 13,2142

stirne als Zweitglied (14 von 14)

gaffelstirne

DWB

gaffel·stirne

gaffelstirne , f. von mädchen: Elsa sua dilecta, die hüpsch gaffelstirn. de fide concub. 118 (93, 22 Z. ), eine pfaffenbuhle; wan sie ( die …

gapelstirne

MWB

gapelstirne F. → gimpelstirne MWB 2 97,52;

gestirne

Lexer

ge-stirne , ge-stirn stn. BMZ coll. zu stërne, gestirn Parz. Trist. Albr. ( lies gestirne). Konr. ( Troj. 9623. 17541. 18963. 19258 ). Türl.…

gimpelstirne

Lexer

gimpel·stirne

gimpel-stirne stf. als schelte s. v. a. goffelstirne. dû alte gimpelstirne Ga. 1. 52,417 var. ( im texte wol richtig: dû alte gimpels dirn =…

gimpel|stirne

MWB

gimpel|stirne F. wohl Variante zu → gaffelstirne (die Ausgabe konstruiert aus den Laa. gimpel stirne, gapelstirne, tampildirne das Wort gimp…

goffelstirne

Lexer

goffel-stirne stf. BMZ ein scheltwort Ls. wol aufzulösen in goffels dirne ( vgl. oben sp. 1017 gimpels dirne). ubi modo sunt unser gaffelsti…

mettegestirne

KöblerMhd

mette·gestirne

mettegestirne , st. N. nhd. Morgenstern E.: s. meten, gestirne W.: nhd. DW- L.: Hennig (mettegestirne)

mettīgestirne

KöblerMhd

mettīgestirne , st. N. nhd. „Mettengestirn“ Q.: Seuse (1330-1360) (FB mettīgestirne) E.: s. mettī, gestirne W.: nhd. DW- L.: LexerHW 1, 2126…

ohsenstirne

KöblerMhd

ohse·n·stirne

ohsenstirne , sw. F. nhd. „Ochsenstirn“, Ochsenschädel Q.: Tauler (vor 1350) (FB ohsenstirne) E.: s. ohse, stirne W.: nhd. (ält.) Ochsenstir…

ougenstirne

KöblerMhd

ougen·stirne

ougenstirne , sw. F. nhd. Augenhöhle E.: s. ouge, stirne W.: nhd. DW- L.: Hennig (ougenstirne)

pfertstirne

BMZ

pfertstirne stf. stirnband für ein pferd? ein pferdstirn besser dann dreissigtausend gulden Tetzel Rozmit. 150.

sibengestirne

Lexer

siben·gestirne

siben-gestirne stn. siebengestirn, plejades, septentrio Dfg. 442 a . 528 b . Hb. M. 541. Türl. Wh. ( cod. pal. ) 145 b . vgl. sibenstërne, s…

sibenstirne

BMZ

siben·stirne

sibenstirne stn. siebengestirn. daʒ her daʒ tailt sich in daʒ lant recht als ein sibenstiern Suchenw. 4,321.

Ableitungen von stirne (1 von 1)

gestirne

Lexer

ge-stirne , ge-stirn stn. BMZ coll. zu stërne, gestirn Parz. Trist. Albr. ( lies gestirne). Konr. ( Troj. 9623. 17541. 18963. 19258 ). Türl.…

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „stirne". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 19. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/stirne/campe?formid=S18729
MLA
Cotta, Marcel. „stirne". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/stirne/campe?formid=S18729. Abgerufen 19. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „stirne". lautwandel.de. Zugegriffen 19. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/stirne/campe?formid=S18729.
BibTeX
@misc{lautwandel_stirne_2026,
  author       = {Cotta, Marcel},
  title        = {„stirne"},
  year         = {2026},
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